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Die Neoliberalen wiederholen die Ausreden und Schuldzuweisungen für das Scheitern ohne Hemmungen

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Zusammen mit Jean Ziegler war ich zu Gast bei einer Aufzeichnung für den CLUB2 des ORF 2 . Thema : „Von der Wirtschaftskrise zur Weltkrise?“. Ausstrahlung der Sendung am Mittwoch, den 19.11. um 23:00 Uhr. Wiederholung am 20. November 2:00 Uhr bei 3sat in der Nacht von Donnerstag (20.11.) auf Freitag um 4:45 Uhr.

Mit dabei war ein Vertreter der Friedrich-Naumann-Stiftung und der frühere Chefökonom des österreichischen Industriellenverbands. In ihrer Version ist der Staat schuld an der Krise, er habe nicht ausreichend reguliert, öffentliche Banken seien die ersten Verlierer gewesen, Greenspans Politik der niedrigen Zinsen sei schuld an der Hypothekenkrise in den USA, usw.. Die Chuzpe, mit der hier Ausreden erfunden und wiederholt werden, ist fast schon bewundernswert. Albrecht Müller.

Die Diskussion war lebendig und ist hoffentlich auch sehenswert. Leider wird sie sehr spät am Tag ausgestrahlt und leider wird die Sendung auch nicht ins Netz gestellt. Aber vielleicht gibt es andere Möglichkeiten, dies zu erreichen?

Im Unterschied zu Erfahrungen in Deutschland, wo bei solchen Sendungen die Kritiker der neoliberalen Ideologie meist in der Minderheit und isoliert gehalten werden, war dies in Wien nicht so. Felix Austria! Wenigstens hier. Schon die Moderation durch Renata Schmidtkunz war wohltuend.

Jean Ziegler glaubt übrigens, dass die neoliberalen Kräfte für die Krise, die sie angerichtet haben, zur Verantwortung gezogen werden. Ich bin da skeptischer, aber bewundere dennoch die Energie und den Optimismus von Jean Ziegler, Hoffnung auf eine nachhaltige Veränderung zu machen. Auch die beiden Diskussionsteilnehmer Margit Appel und Klaus Werner-Lobo zogen an diesem Strang mit. Werner-Lobos Buch „Uns gehört die Welt! – Macht und Machenschaften der Multis“ ist lesenswert. Die Bücher von Jean Ziegler sowieso.

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