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Albrecht Müller Wolfgang Lieb
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20. Dezember 2014
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Gleichgerichtete Meinungsmache auch bei Kindern

Verantwortlich:

Einer unserer Leser macht uns auf die Kinderseite der WAZ aufmerksam. Dort wird die zurzeit laufende Indoktrination zum angeblichen Boom in die Sprache von Kindern umgesetzt, einschließlich der entsprechenden Lobeshymnen auf den Bundeswirtschaftsminister Brüderle mit Foto. Siehe hier. NDS-Leser C.Sch. gibt auch einige Hinweise zum Umgang mit solchen Seiten. Achten Sie selbst auf ähnliche Vorgänge und machen Sie Eltern auf den Versuch, ihre Kinder zu manipulieren, aufmerksam. – Seine Mail beginnt mit seinen Erfahrungen mit den NachDenkSeiten und einigen freundlichen Worten zu unserer Arbeit. Den Dank geben wir an die vielen Hinweisgeber im Umfeld der NachDenkSeiten, ohne die unsere Arbeit kaum so informativ wäre, weiter: Albrecht Müller.

Hier die Mail:

Vorab möchte ich Ihnen und Ihren MitDenkern ein großes Lob für Ihre tägliche Arbeit rund um die NachDenkSeiten aussprechen und mich bedanken für Ihre beinahe Kant’sche Aufklärungsarbeit. Der regelmäßige Besuch der NachDenkSeiten ist für mich mittlerweile obligatorisch und stets ein Licht am Ende des Tunnels im heutigen medialen Einheitsbrei.

Durch die Arbeit der NDS und die Lektüre Ihres Buches “Meinungsmache” wurde ich zu einem kritischen Leser, der nicht mehr alles glaubt, was in den “unabhängigen” Medien gedruckt und gesendet wird. Manchmal schäme ich mich beinahe, nicht früher erkannt zu haben, wie offensiv in den Medien manipuliert und verschleiert wird. Mit dieser Fähigkeit des “Selber-Denkens” ausgestattet, lese ich unsere Tageszeitung mittlerweile mit anderen Augen und verwende sie nun ausschließlich als Medium zur Beschaffung von Informationen über das aktuelle Tagesgeschehen. Es gelingt mir auch immer besser, persönliche Meinungen von Redakteuren zu erkennen und auszublenden und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Vielen Dank dafür!

Nun aber zu meiner Motivation, Ihnen diese Mail zu schreiben. Bei der Lektüre der letzten Samstagsausgabe der WAZ vom 14.08.2010 hat es mir glatt die Sprache verschlagen. Unter der Rubrik “Nachrichten für Kinder” werden täglich drei bis vier Tagesmeldungen aufgearbeitet für die junge Leserschaft leicht verständlich zusammengefasst. An und für sich ein löbliches Engagement der WAZ. Doch diesen Samstag musste ich mit Erschrecken feststellen, dass die Meinungsmache in den Medien nicht einmal mehr vor den Jüngsten in unserer Gesellschaft zurückschreckt. Dort wird schonungslos über den stärksten Aufschwung seit 20 Jahren schwadroniert (was an sich schon völliger Quatsch ist, wie mehrfach in den NDS belegt wird) ohne Zahlen zu nennen. Mit Rücksicht auf das Format dieser Serie kann man über ausbleibende Referenzen und Belege ja noch hinwegsehen. Doch wenn das soeben Gelesene und die darin enthaltene Botschaft noch durch ein kleines Quiz in den Köpfchen verfestigt werden, wird aus Meinungsmache nachhaltige Manipulation!

Auch als kinderloser Student war mir ja schon immer bewusst, wie Kinder durch Werbung und Privatfernsehen beeinflusst, auf Konsum getrimmt und zum Quengeln im Supermarkt erzogen werden. Aber dass sie in unseren “unabhängigen” und “überparteilichen” Medien derart manipuliert werden und ihnen die liberale Weltanschauung derart indoktriniert wird, war mir neu und hat mich ehrlich schockiert. Wer in so jungen Jahren lernt, dass unser Wohlstand überwiegend vom Export und dessen Wachstum abhängt und wohlmöglich Globalisierung mit dem Gesetz des Stärkeren gleichsetzt, der wird in späteren Jahren diesbezüglich wohl kaum zu selbstständigem und kritischem Denken fähig sein. Es scheint, man wolle dafür sorgen, dass unsere Leistungsträger von morgen – denn “HartzIV-Kinder” sind ja hier wohl nicht die präferierte Zielgruppe der WAZ – politisch/ideologisch und ökonomisch korrekt gebürstet sind, wenn sie alt genug sind, um ins Team des Exportweltmeisters aufgenommen zu werden. Abscheulich!

Mein Appell an alle Eltern lautet daher, nicht nur den Fernsehkonsum, den Umgang mit dem Computer und die Selbstdarstellung im sog. Web 2.0 im Auge zu behalten, sondern auch bei vermeintlich läppischen Artikeln für die Kleinen oder bei Jugendzeitschriften darauf zu achten, welche Botschaften denn da genau vermittelt werden und welche Grundstimmung dort insbesondere erzeugt wird. Für mich persönlich sind solche Eingriffe in die (Meinungs-)Bildung der Kinder schlimmer – oder zumindest genauso schlimm –  als täglich zwei Stunden „Ballerspiele“, führen sie doch ebenfalls zum Abstumpfen, gesellschaftlich wie politisch.

Hochachtungsvoll, Ihr kritischer NachDenker

C. Sch.

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