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Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen Überblick über interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Heute u. a. zu folgenden Themen: Konzerne machen Kasse, Wachstum kommt aus dem Ausland, “Knapp daneben ist auch vorbei!”, Stiglitz Says European Economy at Risk of Double-Dip Recession, USA verfallen in Angststarre, Diskrete Hypo-Geschäfte und volle Geldkoffer, Liechtensteiner Fürstenbank schafft die Trendwende, “Dark Pools” – die dunkle Seite der Macht, Lehman-Opfer unterliegt gegen Credit Suisse, Blendwerk, Rente, Datenschutz am Arbeitsplatz, US-Regierung misstraut gewinnorientierten Colleges, FDP-Krise, Schöpfer von Stuttgart 21 fordert sofortigen Stopp, Neuer Personalausweis, Verdummung oder Propaganda?, Migration, Thilo Sarrazin, zu guter Letzt. Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert. (RS/WL)

  1. Robert von Heusinger: Konzerne machen Kasse
  2. Robert von Heusinger: Wachstum kommt aus dem Ausland
  3. “Knapp daneben ist auch vorbei!”
  4. Stiglitz Says European Economy at Risk of Double-Dip Recession
  5. USA verfallen in Angststarre
  6. Diskrete Hypo-Geschäfte und volle Geldkoffer
  7. Liechtensteiner Fürstenbank schafft die Trendwende
  8. “Dark Pools” – die dunkle Seite der Macht
  9. Lehman-Opfer unterliegt gegen Credit Suisse
  10. Anna Sleegers: Blendwerk
  11. Rente
  12. Datenschutz am Arbeitsplatz
  13. US-Regierung misstraut gewinnorientierten Colleges
  14. FDP-Krise: Westerwelle in der Kritik
  15. “Gefahr für Leib und Leben”: Schöpfer von Stuttgart 21 fordert sofortigen Stopp
  16. Neuer Personalausweis: Lücke im Chip
  17. Märchenstunde, Verdummung oder Propaganda?
  18. Migration
  19. Thilo Sarrazin
  20. Zu guter Letzt: Thilo Sarrazin trägt zur Verdummung Deutschlands bei

Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.

  1. Robert von Heusinger: Konzerne machen Kasse
    Nicht alle profitieren gleichermaßen vom Boom: Während die Gewinne der Unternehmen explodieren und Vermögenseinkommen stark wachsen, bleiben die Löhne zurück.
    Das Volkseinkommen, das sich aus dem Arbeitnehmerentgelt und den Unternehmens- und Vermögenseinkommen zusammensetzt, hat gegenüber dem Vorjahresquartal um 8,3 Prozent zugenommen, wie das Statistische Bundesamt bekanntgab. Während das Arbeitnehmerentgelt aber lediglich um 2,5 Prozent angestiegen sei, hätten die Unternehmens- und Vermögenseinkommen einen „sehr deutlichen Zuwachs“ von 21,9 Prozent verzeichnet.
    Eine solche Ungleichbehandlung zu Beginn eines Aufschwunges ist nichts Ungewöhnliches und eigentlich auch nicht problematisch, da der Aufschwung die Löhne anziehen lässt und in den Folgeperioden wieder für einen Ausgleich zwischen Kapital und Arbeit sorgt. Das Problem in Deutschland ist aber, dass das im vergangenen Aufschwung nicht geklappt hat, weshalb die Gewinnquote sich von ihrem langjährigen Mittelwert bei rund 30 Prozent gemessen am Volkseinkommen gelöst und immer neue Rekorde erklommen hat.
    Quelle: FR
  2. Robert von Heusinger: Wachstum kommt aus dem Ausland
    Auweia, im ersten Halbjahr hat Deutschland das Defizitkriterium der Währungsunion verletzt: Auf 3,5 Prozent gemessen am Brutto-Inlandsprodukt (BIP) belief sich das Loch in den öffentlichen Haushalten. Dabei sind doch nur drei Prozent erlaubt.
    Deutschland hat sich in der Krise zum Musterschüler gemausert. Das Defizit Frankreichs wird dieses Jahr bei knapp acht Prozent liegen, das der Amis und Engländer über zehn Prozent! Sollte Deutschland deshalb mit erhobenen Zeigefinger den Partnern zeigen, wo es langgehen müsste auf dem Weg der Tugend?
    Auch hier wieder: Weit gefehlt. Wo kommt das Wachstum hierzulande vor allem her? Aus dem Ausland. Im ersten Halbjahr beläuft sich die Lücke zwischen der heimischen Nachfrage und der Wirtschaftsleistung, also der Leistungsbilanzüberschuss, auf schlappe fünf Prozent gemessen am BIP. Die deutschen Daten sind deshalb so gut, weil andere Länder viel weniger tugendhaft sind.
    Deshalb ist jetzt die Zeit, den Partnern etwas zurück zu geben.
    Quelle 1: FR
    Quelle 2: FR
  3. “Knapp daneben ist auch vorbei!”
    Der ifo Geschäftsklimaindex ist im August 2010 erneut gestiegen. Ifo-Chef Hans-Werner Sinn sieht die deutsche Wirtschaft in einem “konstanten Sommerhoch”. Wieder können sich die Spalten der Medien mit triefendem Positivismus füllen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte leicht auf 106,7 Punkte, nach 106,2 Punkten im Vormonat. Dies war der dritte Anstieg in Folge und der Index erreicht den höchsten Stand seit Juni 2007.
    Allerdings handelt es sich beim ifo-Geschäftsklimaindex nur um einen Stimmungsindikator, der in der aktuellen Situation wohl auch ein wenig die Inkompetenz der Befragten in Richtung Entwicklung der Weltkonjunktur dokumentiert …
    Im Zweifel spiegelt der Ifo-Index also auch das Wunschdenken der Führungskräfte bzw. Unternehmenslenker ab und nicht die harten Fakten aus dem Auftragseingang!
    Die Interpretation, was unter Geschäftslage und Geschäftsentwicklung zu verstehen ist, wird dabei bewusst den Befragungsteilnehmern überlassen.
    Quelle: Querschüsse
  4. Stiglitz Says European Economy at Risk of Double-Dip Recession
    Euro-area governments stepped up efforts to cut their deficits to below the European Union limit of 3 percent of gross domestic product after the Greek crisis earlier this year eroded investor confidence in the 16-member currency union. While the economy expanded at the fastest pace in four years in the second quarter, the recovery is showing signs of weakening.
    “Because so many in Europe are focusing on the 3 percent artificial number, which has no reality and is just looking at one side of a balance sheet, Europe is at risk of going into a double-dip,” Stiglitz said.
    “The problem is that we aren’t getting out of this current crisis very quickly,” he said. “What we’re doing is setting ourselves for a longer-term Japanese-style malaise of weak growth for an extended period of time. It’s very disturbing that people are talking about a new normal” with unemployment as high as 10 percent “which would be devastating.”
    Quelle: Bloomberg
  5. USA verfallen in Angststarre
    Bittere Nachrichten von der Konjunktur schüren in den USA die Angst vor einer neuen Rezession: Daten vom Häusermarkt und der Industrie sind deprimierend. Sollte sich die Lage weiter verschlechtern, würde dies die gesamte Weltwirtschaft mitreißen.
    Quelle: FTD
  6. Diskrete Hypo-Geschäfte und volle Geldkoffer
    Ein Insider packte aus und enthüllte via TV angebliche Geschäfte früherer Hypo-Vorstände.
    Bei dem Ex-Mitarbeiter des Instituts, der sich Freitagabend via Fernsehen gemeldet und frühere Vorstände belastet hat, handelt es sich um den ehemaligen Treasury-Leiter der Bank, Christian Rauscher.
    In der ZiB 2 hatte Rauscher unter anderem von “diskreten Geschäften” mit Geldkoffern berichtet. Gelder aus Kroatien seien mit Learjets nach Klagenfurt geflogen und von dort weiter nach Liechtenstein transferiert worden. Drehscheibe sei das Schloss Freyenthurn nahe dem Wörther See gewesen, das die Hypo im Zusammenhang mit der Firmenpleite von General Partners “geerbt” hatte und in dem heute ein Nachtklub (Babylon) untergebracht ist.
    Das Schloss wurde den Angaben Rauschers zufolge als diskrete Filiale benutzt: “Da hat es im Schloss einen Beratungsschalter gegeben und einen Tresor, bei dem Gelder ausgezahlt worden sind.” Die Kunden seien diskret aus Italien und Kroatien angereist.
    Für die Gelder aus Kroatien Richtung Liechtenstein sei “Abflug in Klagenfurt” gewesen, “ohne große Kontrollen konnte man da mitnehmen, was man wollte. Da war immer ein Vorstand mit dabei und ein Geldkoffer.”
    Quelle: derStandard.at
  7. Liechtensteiner Fürstenbank schafft die Trendwende
    Die Liechtensteiner Fürstenbank hat im ersten Semester 2010 die Trendwende geschafft: Erstmals seit zwei Jahren verzeichnete die LGT Group einen Neugeldzufluss. Er beträgt netto 1,1 Mrd. Franken. Der Konzerngewinn stieg um 6,4 Prozent auf 99,6 Mio. Franken.
    (sda) Noch in der Vorjahresperiode waren bei der LGT Group wegen der Steueraffäre und der Finanzmarktkrise 1,6 Mrd. Franken an Kundengeldern abgeflossen. Die Vermögensverwalterin rechnet mit einer Fortsetzung des neuen Trends: «Wir erwarten, dass die positiven Zuflüsse auch in der zweiten Jahreshälfte anhalten werden», wird Bankenchef Prinz Max von und zu Liechtenstein in der Mitteilung des Instituts zitiert.
    Die Kundenvermögen reduzierten sich allerdings trotz Neugeldzuflusses um 2,2 Mrd. auf 86,8 Mrd. Franken. Der Rückgang sei markt- und währungsbedingt, so die LGT Group.
    Quelle: NZZ

    Anmerkung WL: Die Gelder in die Steuroase fließen also wieder.

  8. “Dark Pools” – die dunkle Seite der Macht
    Was sich in den USA bereits Anfang der 1990er-Jahre durchsetzte (mittlerweile aber von der US-Börsenaufsicht SEC kritisch beobachtet wird) und in Europa auf fruchtbaren Boden fiel, findet nun auch vermehrt seinen Weg nach Asien. Gemeint sind so genannte “Dark Pools” und alternative Handelsplattformen (MTFs), Geheim-Plattformen für den Börsenhandel. Dabei werden Wertpapier-Transaktionen an traditionellen Börsen vorbei vollautomatisch und quasi im Dunkeln abgewickelt.
    Turquoise (mehrheitlich im Besitz der London Stock Exchange) ist weltweit die größte, gefolgt von der ebenfalls in London ansässigen Chi-X. Letztere wird aktuell von einem mysteriösen Übernahme-Interessenten umworben. Jüngst gab die Deutsche Bank bekannt, einen “Dark Pool” in Hongkong zu starten. Singapur und Japan stehen bereits auf der Wunschliste.
    “‘Dark Pools’ gewährleisten dem Marktteilnehmer nicht nur vollständige Anonymität – ein weiterer Vorteil liegt darin, dass keine Preisbewegungen verursacht werden.” Eine Order wird erst dann ausgeführt, sobald ein Käufer die gleiche Zahl an Aktien zum gleichen Preis durch eine anonyme Kauforder sucht …
    Im Unterschied zu geregelten Märkten erfüllen “Dark Pools” kaum bis keine Transparenz-Anforderungen.
    Quelle: derStandard.at
  9. Lehman-Opfer unterliegt gegen Credit Suisse
    Das Berner Handelsgericht hat am Mittwoch ihr Urteil im Prozess des Lehman-Geschädigten Hugo Rey gegen die Credit Suisse verkündet – es ist zu Gunsten der Grossbank ausgefallen. Das Gericht folgte auf der ganzen Linie der Argumentation der Verteidigung und wies Reys Klage ab. Die CS habe keinen Vertragsbruch begangen und auch ihre Aufklärungspflicht nicht verletzt.
    In der Schweiz sei der Kunde und nicht die Bank beweispflichtig. Weil es sich bei den Gesprächen mit dem Anlageberater um Einzelgespräche handelte – bei denen auch keine Aufzeichnungspflicht bestand – habe Rey auch nicht beweisen können, dass seine Behauptungen richtig gewesen seien. So stand bei der Frage, ob Lehman als holländische Bank bezeichnet wurde oder nicht, letztlich Aussage gegen Aussage. Ebenso sei es Rey nicht gelungen, das Gericht davon zu überzeugen, dass er nicht genügend über das Emittentenrisiko aufgeklärt worden war. Das Gericht hat das Urteil letztlich auf der Grundlage der vorhandenen Akten fällen müssen.
    Das Gericht hielt fest, dass es sich um einen Anlageberatungsvertrag gehandelt haben, bei dem der Bankangestellte Empfehlungen abgegeben habe – am Ende habe Rey entschieden. In einer solchen Situation gebe es «halt auch eine gewisse Verantwortung des Anlegers».
    Quelle: NZZ

    Anmerkung WL: Wie soll ein Kunde jemals beweisen können, dass er belogen oder gar betrogen worden ist? Es steht doch in fast allen Fällen Aussage gegen Aussage.

  10. Anna Sleegers: Blendwerk
    Untätigkeit kann man dem deutschen Finanzministerium nicht vorwerfen. Allerdings sollte es aufhören, halbe Sachen zu machen.
    Quelle: FR
  11. Rente
    1. Schluss mit Solidarität beim Pensions-Sicherungs-Verein
      Eigentlich hat der Pensions-Sicherungs-Verein eine friedvolle Aufgabe: Er schützt die Betriebsrenten nach der Firmenpleite. Doch in der Krise sind die Beiträge explodiert. Nun erlebt der Verein eine Welle des Aufstands – das ganze System ist in Gefahr.
      Der PSV schützt die Ansprüche auf betriebliche Altersversorgung, die Beschäftigte und Rentner an Unternehmen haben. Viele Länder beneiden die Deutschen um diese Einrichtung. Und lange Jahre arbeitete der PSV geräuschlos und zuverlässig im Hintergrund. Wenn ein Unternehmen pleiteging, war der PSV zur Stelle.
      Das Krisenjahr 2009 aber hat dem Verein zugesetzt – und manchen Riss zu einem Graben werden lassen. Es steht etwas auf dem Spiel, das den Kern des Vereins berührt: die Solidarität. Vielen der rund 73.000 Firmen, die Zwangsmitglieder in dem Verein sind, ist die Mitgliedschaft inzwischen zu teuer geworden.
      Hintergrund sind die explosionsartig gestiegenen Beiträge: 2009 nahm die Belastung für die Unternehmen drastisch zu. Mehr als 4 Mrd. Euro mussten sie aufbringen. Das liegt an der Konstruktion des Vereins. Gehen viele Mitgliedsfirmen pleite, schießt der Beitragssatz zwangsläufig in die Höhe.
      Deshalb reagieren die Mitglieder zunehmend gereizt auf die Kosten. Rund 200 Firmen haben bislang Widerspruch gegen den Bescheid eingelegt, darunter die Bavaria Film in München. Unzählige werden es noch tun, sie haben bis November Zeit.
      Quelle: FTD
    2. Bevölkerung und sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Alter von 60 Jahren bis zur gesetzlichen Altersgrenze (1999 bis 2031) und die „50-Prozent-Quote“ (SPD)
      Das Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe e.V.(BIAJ) hat ausgerechnet, wie sich die Bevölkerung im Alter von 60 bis zur sich bis 2030 erhöhenden gesetzlichen Altersgrenze entwickeln dürfte. In der unten stehenden Grafik wird dargestellt, wie die im „SPD-Kompromiss“ vorgeschlagene 50-Prozent-Quote der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sich darstellen würde, wenn die Altersgrenze bei 65 beibehalten würde, und wie viele zusätzliche Beschäftigte es bedürfte, wenn die Altersgrenze gleitend bis 2029 auf 67 Jahre angehoben würde.

      Grafik zum Thema: Rente mit 67

      Quelle: Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe e.V.(BIAJ) [PDF – 127 KB]

    3. Sahra Wagenknecht zu Gast bei “Peter Hahne”: Arbeiten bis zum Umfallen? Der Streit um die Rente
      Videomitschnitt der Sendung vom 22.08.2010
      Sahra Wagenknecht, wirtschaftspolitische Sprecherin der Linksfraktion und Stellvertretende Vorsitzende der Partei DIE LINKE und Prof. Dr. Michael Hüther, Präsident des Instituts der deutschen Wirtschaft im Streitgespräch bei Peter Hahne.
      Quelle: ZDF
    4. Generationenvertrag : Die Rentenlüge
      Dass man später in Ruhestand gehen soll, wird mit zweifelhaften Zahlen begründet.
      Quelle: Zeit

      Anmerkung Volker Bahl: Interessant, dies in der “Zeit” zu lesen!

  12. Datenschutz am Arbeitsplatz
    1. Entwurf eines Gesetzes zur Regelung des Beschäftigungsdatenschutzes
      Quelle: Bundesministerium des Innern [PDF – 999 KB]

      Zur Kritik daran, siehe:

    2. Humanistische Union
      Die Bürgerrechtsorganisation Humanistische Union hatte in der letzten Woche gefordert, dem Entwurf des Gesetzes nicht zuzustimmen. Jutta Roitsch-Wittkowsky vom Vorstand der Humanistischen Union verwies dabei auf das im Gesetzentwurf genannte Ziel, “den Arbeitgebern verlässliche Grundlagen für die Durchsetzung von Compliance-Anforderungen und den Kampf gegen Korruption an die Hand zu geben”. Damit würde den Arbeitgebern weiterhin ein “wohlgefüllter Instrumentenkasten” zur Verfügung gestellt, um Beschäftigtendaten zu erheben, zu verarbeiten und zu nutzen, so Roitsch-Wittkowsky. Bei der Einstellung seien dem Arbeitgeber praktisch alle Daten zur Verfügung zu stellen, die er verlangt: auch zur ethnischen Herkunft, zur sexuellen Identität und zu den Vermögensverhältnissen, “wenn diese Daten wegen der Art der auszuübenden Tätigkeit oder der Bedingungen ihrer Ausübung wesentliche und entscheidende berufliche Anforderungen oder Hindernisse darstellen”, so der Entwurf.
      Das sei eine Blankovollmacht für die Arbeitgeber, sagte Roitsch-Wittkowsky. An der seit zwanzig Jahren geführten Diskussion über einen wirksamen Datenschutz für Arbeitnehmer und über Bürgerrechte in Unternehmen und Betriebe gehe der Gesetzentwurf der Bundesinnenministers vorbei.
      Quelle: golem.de
    3. DGB
      Hauptkritikpunkt der Gewerkschaften ist, dass von dem ursprünglichen Ansatz, den Schutz von Beschäftigten vor Bespitzelung und Überwachung zu verbessern, nichts mehr erkennbar ist. „Wir verstehen die Vorschläge vielmehr so, dass mit den Neuregelungen dem Arbeitgeber ein Instrumentarium an die Hand gegeben werden soll, mit dem er Bespitzelungen und Überwachungen rechtfertigen kann. Wir halten dies für falsch.“, betonte Michael Sommer.
      Mit einem solchen Gesetz würde die Position der Beschäftigten nicht verbessert, sondern erheblich verschlechtert werden. „Aus unserer Sicht ist damit kein politischer Mehrwert verbunden, sondern das reale Schutzniveau wird teilweise sogar unterschritten. Auch bestehen erhebliche Bedenken, dass ein solches Gesetz den Grundsätzen, die das Bundesverfassungsgericht zum Datenschutz auch im Arbeitsverhältnis aufgestellt hat, gerecht wird“, sagte der DGB-Vorsitzende.
      Quelle: DGB

      Siehe auch die Zusammenstellung der Diskussion bei LabourNet.de.

  13. US-Regierung misstraut gewinnorientierten Colleges
    Gewinnorientierte Colleges zählen in den USA schon 1,8 Mio. Studierende. Besonders Minderheiten und Berufstätige nutzen deren Angebote. Die Regierung kritisiert, dass sich Studierende dabei finanziell oft übernehmen. Eine strengere Regulierung ist in Vorbereitung …
    Kürzlich hat der oberste Rechnungshof der USA eine Studie vorgestellt. 4 von 15 getesteten Institutionen waren laut Untersuchung bereit, Unterlagen zu fälschen, damit die Studenten an staatliche Subventionen kamen.
    Dazu kommt der Vorwurf, die gewinnorientierten Unis würden oft viel mehr Geld für ähnliche Kurse verlangen als öffentliche Colleges. Als Extremfall wird vom Rechnungshof ein Massage-Diplom angeführt, das an einem For-Profit-College 14 000 $ kostet, während es beim öffentlichen Pendant in der Nähe für 520 $ zu haben sei.
    85% der Einnahmen der «Career-Colleges», wie sie sich selbst nennen, stammen aus der Lehre, bei öffentlichen Colleges beträgt dieser Anteil nur 17%.
    Laut Zahlen von 2007 kamen 11% der Abgänger von Career-Colleges, zwei Jahre nachdem sie mit Rückzahlungen begonnen hatten, ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nach. In öffentlichen Colleges waren es 5,9% und bei privaten, nicht gewinnorientierten nur 3,7%.
    Für Ausfälle haften zu einem guten Teil die Steuerzahler.
    Im Gespräch ist derzeit eine Vorschrift, gemäss der Studenten höchstens 8% des Einstiegslohns für den Schuldendienst aufwenden dürfen. Zudem müssen mindestens 45% der Abgänger eines College in der Lage sein, auch den Grundbetrag der Schuld abzutragen. Werden beide Bedingungen deutlich verfehlt, verliert eine Institution den Zugang zu Stipendien.
    Quelle: NZZ
  14. FDP-Krise: Westerwelle in der Kritik
    Der innerparteiliche Druck auf FDP-Chef Guido Westerwelle wegen des seit Monaten anhaltenden Stimmungstiefs nimmt zu. Die Saar-FDP fordert Westerwelles Rückzug vom Parteivorsitz.
    Quelle: FR
  15. “Gefahr für Leib und Leben”: Schöpfer von Stuttgart 21 fordert sofortigen Stopp
    Er war einer der Väter von Stuttgart 21, doch nun fordert er den sofortigen Stopp des umstrittenen Bahn-Projektes: Architekt Frei Otto warnt eindringlich vor den Gefahren für “Leib und Leben”. Eine Untersuchung bestärkt ihn.
    Quelle: Stern.de
  16. Neuer Personalausweis: Lücke im Chip
    Er wird nur teurer, aber sicherer keineswegs: Übeltäter können die Geheimnummer abfangen.
    Quelle: FR
  17. Märchenstunde, Verdummung oder Propaganda?
    Bundesregierung (ver)erklärt Kindern und Jugendlichen den militärischen Einsatz in Afghanistan.
    Quelle: Telepolis
  18. Migration
    Gallup’s Potential Net Migration Index finds Singapore, New Zealand, Saudi Arabia, Canada, Switzerland, Australia, and Kuwait atop the list of countries that could see the highest net adult population growth from international migration. If all adults worldwide who desire to migrate permanently to other countries actually moved where they wanted today, each country would see their adult populations double or even triple.
    Quelle: Gallup.com

    Anmerkung WL: Gallup hat eine Rangliste des Potenzials für die Netto-Migration (also eine Zu- und Auswanderungsbilanz) aufgestellt, wenn weltweit alle Erwachsenen, die auszuwandern wünschten, in ein Land ihrer Wahl ziehen könnten. Danach scheint Deutschland für Auswanderer nicht besonders attraktiv zu sein und hinter Malaysia, Portugal oder dem Libanon zu liegen.
    Eigentlich nicht verwunderlich, wenn man die gegenwärtige Debatte über Ausländer in Deutschland verfolgt.

  19. Thilo Sarrazin
    1. Geistesverwandtschaft, oder wie sich die Argumentationsmuster gleichen: “Die Deutschen aber schaffen sich allmählich ab“
      Eine Nettoreproduktionsrate (Töchter pro Frau, d. Red.) von 0,7 oder weniger, wie wir sie seit 40 Jahren haben, bedeutet ja nichts anderes, als dass die Generation der Enkel jeweils halb so groß ist wie die der Großväter. Die Geburtenzahl sank in Deutschland von über 1,3 Millionen jährlich in der ersten Hälfte der Sechzigerjahre auf 650 000 im Jahr 2009 ab.
      Geht das so weiter – und warum sollte sich etwas ändern an diesem Trend, der schon über vier Jahrzehnte anhält –, dann wird in 90 Jahren die Zahl der Geburten in Deutschland bei rund 200 000 bis 250 000 liegen. Höchstens die Hälfte davon werden Nachfahren der 1965 in Deutschland lebenden Bevölkerung sein …
      Die sozialen Belastungen einer ungesteuerten Migration waren stets tabu, und schon gar nicht durfte man darüber reden, dass Menschen unterschiedlich sind – nämlich intellektuell mehr oder weniger begabt, fauler oder fleißiger, mehr oder weniger moralisch gefestigt – und dass noch so viel Bildung und Chancengleichheit daran nichts ändert. […] So wurde viel zu lange übersehen, dass die Alterung und Schrumpfung der deutschen Bevölkerung einhergeht mit qualitativen Veränderungen in deren Zusammensetzung. Über die schiere Abnahme der Bevölkerung hinaus gefährdet vor allem die kontinuierliche Zunahme der weniger Stabilen, weniger Intelligenten und weniger Tüchtigen die Zukunft Deutschlands.”
      Thilo Sarrazin in der Bild-Zeitung
      Quelle: Bild

      “Während wir um die Jahrhundertwende noch etwa 2 Millionen Geburten im Jahre hatten, sind es heute nur noch rund 975 000.

      Von etwa 36 Lebendgeborenen auf Tausend um das Jahr 1900 ist diese Zahl auf etwa 15 im Jahre 1932 abgesunken. Die Zahl der Kinder nimmt also in bedrohlichem Maße ab, das Zweikindersystem der Nachkriegszeit ist überholt, das deutsche Volk ist zum Ein-, ja zum Keinkindsystem übergegangen. […] Nach den Berechnungen des Statistischen Reichsamts ist das deutsche Volk bei seiner heutigen Geburtenziffer nicht mehr imstande, sich aus eigener Kraft zu erhalten, sondern bei 15 Geburten auf Tausend der Bevölkerung fehlten uns schon etwa 30% an Gebärleistungen der deutschen Frauen, um den Volksbestand in der Zukunft zu sichern. Weder Berlin noch die anderen deutschen Großstädte, noch selbst die Mittel- und Kleinstädte sind bei der heutigen Geburtenziffer in der Lage, ihren Bevölkerungsstand zu erhalten. Nur die ländlichen Gemeinden haben noch einen geringen Geburtenüberschuß, der aber nicht mehr ausreicht, um den Verlust in den deutschen Städten zu ersetzen. Wir stehen damit vor einer grundsätzlichen Wende der Zeit. Unser Volk geht unweigerlich einer starken Überalterung und Ergreisung entgegen.

      Doch, es ist ja nicht nur die Zahl, die zu Bedenken Anlaß gibt, sondern in gleichem Maße die Güte und Beschaffenheit unserer deutschen Bevölkerung. Da wir bisher noch keine erbbiologische Bestandsaufnahme haben, sind wir auf Schätzungen angewiesen.

      Während man die Fälle von schweren körperlichen oder geistigen Erbleiden mit 500 000 etwa annehmen kann, sind die Zahlen der leichteren Fälle erheblich höher. Es gibt Autoren, die bereits 20% der deutschen Bevölkerung als erbbiologisch geschädigt ansehen, von denen dann also Nachwuchs nicht mehr erwünscht sei. Es kommt hinzu, daß grade oft schwachsinnige und minderwertige Personen eine überdurchnittlich große Fortpflanzung aufweisen. Während die gesunde deutsche Familie heute nicht mehr 2 Kinder im Durchschnitt dem Volk zur Verfügung stellt, findet man grade bei Schwachsinnigen und Minderwertigen, so bedauerlich das auch klingen mag, durchschnittlich die doppelte, oft sogar die dreifache Zahl.

      Das bedeutet aber, daß die begabtere wertvolle Schicht von Generationen nahezu abnimmt und in wenigen Generationen nahezu vollkommen ausgestorben sein wird, damit aber auch Leistung und deutsche Kultur…
      Bei der überaus starken Belastung unseres Volkes mit Steuern, Sozialabgaben und Zinsen dürfen wir uns der Erkenntnis nicht verschließen, daß der Staat an einen Umbau der gesamten Gesetzgebung und eine Verminderung der Lasten für Minderwertige und Asoziale heranzugehen haben wird. Wie sehr die Ausgaben für Minderwertige, Asoziale, Kranke, Schwachsinnige, Geisteskranke, Krüppel und Verbrecher heute das Maß dessen überschreiten, was wir unserer schwer um ihre Existenz ringenden Bevölkerung zumuten dürften, ersehen wir aus den Kosten, die heute vom Reich, von den Ländern und den Kommunen zu ihrer Versorgung aufgebracht werden müssen. Dafür nur einige Beispiele: es kostet der Geisteskranke etwa 4 RM. den Tag, der Verbrecher 3,50 RM., der Krüppel und Taubstumme 5-6 RM. den Tag, während der ungelernte Arbeiter nur etwa 2,50 RM., der Angestellte 3,60 RM., der untere Beamte etwa 4 RM. den Tag zur Verfügung haben. Das sind Folgen einer übertriebenen Fürsorge für das Einzelindividuum, die den Arbeitswillen der Gesunden ertöten und das Volk zu Rentenempfängern erziehen muß. Andererseits belasten sie die wertvollen Familien derart, daß Abtreibung und Geburtenverhütung die Folge davon sind. Was wir bisher ausgebaut haben, ist also eine übertriebene Personenhygiene und Fürsorge für das Einzelindividuum, ohne Rücksicht auf die Erkenntnisse der Vererbungslehre, der Lebensauslese und der Rassenhygiene. Diese Art moderner ‘Humanität’ und sozialer Fürsorge für das kranke, schwache und minderwertige Individuum muß sich für das Volk im großen gesehen als größte Grausamkeit auswirken und schließlich zu seinem Untergang führen.”

      Quelle: Der Reichsminister des Innern, Dr. Wilhelm Frick in seiner Ansprache auf der ersten Sitzung des Sachverständigenbeirates für Bevölkerungs- und Rassenpolitik am 28. Juni 1933 in Berlin (Reichsausschuss für Volksgesundheitsdienst) 1933.

      Die Deutschen hätten sich damit quasi abgeschafft, kommentiert unser Leser O.F., der mir dieses Zitat zur Verfügung gestellt hat.

    2. Sarrazin: “Unqualifizierte Migration” kann so nicht weitergehen
      Bundesbank-Vorstandsmitglied fordert Integrationsdruck auf muslimische Migranten
      Der frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin sieht Integration als “Bringschuld” von Migranten. Man müsse Zuwanderern zwar “alle Chancen geben, sich zu integrieren, wir müssen diese Chancen aber auch mit einem kräftigen Aufforderungscharakter verbinden”, sagt Sarrazin.
      Quelle: Dradio
    3. Buch von Thilo Sarrazin “Diffamierend und verletzend”
      Kaum sind erste Auszüge aus Thilo Sarrazins Buch auf dem Markt, sieht sich sogar die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung in der Pflicht, den Thesen zu widersprechen. Auch der SPD-Chef schaltet sich ein.
      Quelle: Süddeutsche Zeitung
  20. Zu guter Letzt: Thilo Sarrazin trägt zur Verdummung Deutschlands bei

    Bild: Thilo Sarrazin

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