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6. Dezember 2016
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Hinweise des Tages

Veröffentlicht in: Hinweise des Tages

Heute unter anderem zu folgenden Themen: Krise der Eurozone; Den deutschen Banken geht es blendend; Telekom: Wo sind die Milliarden?; Ethik-Kommission Sichere Energieversorgung; Prävention: Krank machende Arbeitswelt; Zu viel Luft in der Tüte; Stuttgarter Polizeipräsident geht; Schummelregel vorerst gestoppt!; Europa im Sog der Rechtspopulisten; Erbgesundheit gerettet – Daniel Bahr ist Gesundheitsminister; Volksverhetzung in den Spiegel-Online-Foren; Der Terrorismus der Privatheit; Doktor-Spiele; Medienwissenschaftler warnt vor weiteren Qualitätseinbußen bei Tageszeitungen; Hamburg: Roter Senat will bei den Hochschulen sparen; Palästina: Revolte zur Versöhnung; Zu guter Letzt: Mitternachtsspitzen. (MB/WL)

Hier die Übersicht. Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:

  1. Krise der Eurozone
  2. Hohe Gewinne: Den deutschen Banken geht es blendend
  3. Telekom: Wo sind die Milliarden?
  4. Ethik-Kommission Sichere Energieversorgung
  5. Prävention: Krank machende Arbeitswelt
  6. Zu viel Luft in der Tüte
  7. Stuttgarter Polizeipräsident geht – Zwei Spitzenposten vakant
  8. Schummelregel vorerst gestoppt!
  9. Europa im Sog der Rechtspopulisten
  10. Erbgesundheit gerettet – Daniel Bahr ist Gesundheitsminister
  11. Volksverhetzung in den Spiegel-Online-Foren
  12. Der Terrorismus der Privatheit
  13. Doktor-Spiele
  14. Medienwissenschaftler warnt vor weiteren Qualitätseinbußen bei Tageszeitungen
  15. Hamburg: Roter Senat will bei den Hochschulen sparen
  16. Palästina: Revolte zur Versöhnung
  17. Zu guter Letzt: Mitternachtsspitzen

Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.

  1. Krise der Eurozone
    1. Die Eurozone braucht einen Kurswechsel
      Zuerst müssen die Liquiditätsprobleme der Krisenländer gelöst werden, indem sie mit zinsgünstigeren Krediten versorgt und die Laufzeiten verlängert werden. Der Fall Griechenland wäre nicht eingetreten, wenn es mit Eurobonds einen einheitlichen Markt für Staatsanleihen gegeben hätte. Mit Eurobonds gibt es keine Konkurrenz zwischen den nationalen Anleihen. Ganz im Gegenteil: Die Euroländer haften füreinander und signalisieren den Märkten ihre Entschlossenheit als solidarische Union.
      Um aus der Krise herauszuwachsen, braucht Europa ein ambitioniertes Investitions- und Entwicklungsprogramm. Erst dann besteht eine positive Entwicklungsperspektive. Für Griechenland und die gesamte Eurozone. Wer aber am Sparkurs festhält, nimmt den Zusammenbruch der Eurozone in Kauf.
      Defizit und Schuldenstand Greichenlands 2000-2010
      Quelle: DGB klartext [PDF – 139 KB]
    2. Offener Brief von Michael Schlecht an den portugiesischen Ministerpräsidenten Socrates
      In einem offenen Brief an den portugiesischen Ministerpräsidenten Socrates warnt der Chefvolkswirt der Bundestagsfraktion der LINKE, Michael Schlecht, vor einer ähnlichen Fehlentwicklung wie in Griechenland. Statt eines restriktiven Austeritätskurses bedürfe es finanzieller Unterstützung Seitens der Europäischen Union, um der wirtschaftlichen Krise in Portugal zu begegnen.
      Quelle: Offener Brief [PDF – 98.1 KB]
    3. Schäuble auf Maulwurfsjagd: Rasterfahndung im Finanzministerium
      Aus dem Finanzministerium gelangte ein Geheimpapier über Griechenland in die Medien, das bei den EU-Partnern und an den Finanzmärkten für viel Ärger sorgte. Jetzt fahndet Schäuble nach dem Informanten – und lässt dafür E-Mails, Faxe und Telefone von Mitarbeitern durchforsten.
      Quelle: Süddeutsche

      Anmerkung WL: Was die Anheizung der Spekulation durch die „Indiskretion“ anbetrifft, sollte man sich an den meist richtigen Spruch erinnern, dass der Fisch vom Kopf her stinkt.

  2. Hohe Gewinne: Den deutschen Banken geht es blendend
    Trotz der steigenden Kapitalanforderungen geht es den großen deutschen Bankinstituten blendend. Die Zahlen aus der Analyse der Unternehmensberatung Ernst & Young zeigen, wie substanzlos das Wettern der Branche über die angebliche Überregulierung ist.
    Quelle: Frankfurter Rundschau
  3. Telekom: Wo sind die Milliarden?
    Ursprünglich sollte die nachstehende Rede auf der heutigen Hauptversammlung der Deutschen Telekom AG vorgetragen werden. Stattdessen stellen wir sie ins Netz.
    Grob geschätzt dürfte der Wert von Voicestream, des Vorläufers von T-Mobile USA, sowie der weiteren Zukäufe in der Folge der Jahrtausendwende vielleicht bei 2,5-10% des Kaufpreises gelegen haben, also ein bis vier Milliarden statt 40 Milliarden Euro. Warum hat Ron Sommer also zehnfach oder mehr überzahlt?
    Quelle: t-Blog
  4. Ethik-Kommission Sichere Energieversorgung
    Der Entwurf des Berichtes
    Quelle: Greenpeace [PDF – 2.4 MB]
  5. Prävention: Krank machende Arbeitswelt
    Es gibt das Menschenrecht auf Arbeit und angemessene und befriedigende Arbeitsbedingungen, sogar das Menschenrecht auf gleichen Lohn bei gleicher Arbeit – festgelegt in Artikel 23 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ der Vereinten Nationen von 1948. Für viele Menschen scheint dieses Recht aber nicht zu gelten – auch nicht in Deutschland. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den beruflichen Stress zu „einer der größten Gefahren des 21. Jahrhunderts“ erklärt. Die daraus resultierenden gesundheitlichen und gesellschaftlichen Probleme sind auch in Deutschland zu gravierend, um sie als vermeintlich unabänderliche Kollateralschäden des Wirtschafts- und Finanzsystems zu tolerieren.
    Der Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit oder unangemessener und unbefriedigender Arbeitssituation einerseits und psychosomatischen, psychischen und psychosozialen Erkrankungen andererseits muss stärker als bisher in den öffentlichen Diskurs eingebracht werden. Die Krankenkassen kennen die Zahlen der psychisch und psychosomatisch erkrankten Arbeitnehmer und der Folgekosten. Die Ursachen von arbeitsbedingten Krankheiten könnten Ärztinnen und Ärzte durch einfache Fragen bei der Anamneseerhebung der Patienten aufdecken und quantifizieren…
    Die Bundespsychotherapeutenkammer hat auf die psychischen Belastungen in der Arbeitswelt hingewiesen. Rund elf Prozent aller Fehltage seien 2008 Folge psychischer Erkrankungen gewesen. Die Fehlzeiten in den Betrieben betrugen zwischen drei und fünfeinhalb Wochen mit erheblichen betriebs- und volkswirtschaftlichen Folgekosten…
    Ärzte haben immer einen präventiven Auftrag. Prävention heißt in diesem Fall auch, die krank machenden Folgen unserer Arbeitswelt zum öffentlichen Thema zu machen.
    Quelle: Deutsches Ärzteblatt
  6. Zu viel Luft in der Tüte
    Röntgenbilder können Lebensmittel-Mogelpackungen enttarnen. Ein kleiner Streifzug durch den Supermarkt zeigt, wie viel Luft wirklich in den meisten Verpackungen steckt.
    Quelle: Frankfurter Rundschau
  7. Stuttgarter Polizeipräsident geht – Zwei Spitzenposten vakant
    Der für den umstrittenen Einsatz gegen Stuttgart-21-Gegner verantwortliche Polizeipräsident Siegfried Stumpf gibt sein Amt auf. Nach Angaben des Innenministeriums vom Mittwoch wird der 60-Jährige Ende April aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand versetzt. Am 30. September 2010 waren weit mehr als hundert Demonstranten im Stuttgarter Schlossgarten verletzt worden. Auch Dutzende Polizisten kamen zu Schaden. Stumpf hatte die Entscheidungen vor dem „schwarzen Donnerstag“ und den Einsatz befehligt.
    Quelle: Stimme
  8. Schummelregel vorerst gestoppt!
    Heute Morgen hat die Rechtsstellungskommission des Ältestenrats im Bundestag den Beschluss ihrer letzten Sitzung wieder zurückgezogen: Nebeneinkünfte von Abgeordneten unterhalb von 10.000 Euro werden doch nicht verschleiert. So teilten es uns gerade mehrere Parlamentarier mit.
    Innerhalb von vier Tagen haben mehr als 50.000 Bürgerinnen und Bürger den Appell gegen die geplante Verschleierung unterzeichnet.
    Quelle: Campact Newsletter
  9. Europa im Sog der Rechtspopulisten
    1. Europa im Sog der Populisten
      Dänemark will wieder Grenzen kontrollieren. Das ist ein Symbol für die gefährlichen Fliehkräfte, die an der EU zerren, kommentiert K. Polke-Majewski.
      Quelle: Zeit
    2. Friedrich offen für temporäre EU-Grenzkontrollen
      Bundesinnenminister Friedrich will auf „außergewöhnlichen Migrationsdruck“ reagieren. Der CSU-Politiker plädiert für eine Änderung der Schengen-Regeln.
      Quelle: Welt

      Anmerkung WL: Der wichtigste Köder, mit dem bei den Bürgerinnen und Bürgern Sympathien für Europa gewonnen werden sollten und hinter dem sich die wirtschaftsliberalen Verträge verstecken konnten , die Reisefreiheit, wird nun wieder systematisch zurückgezogen. Brechen nun auch noch die südeuropäischen Staaten aufgrund der Schuldenkrise weg, so ist Europa von einer politischen Union wieder weiter entfernt als vor 40 Jahren. Wir kehren wieder zur Kleinstaaterei zurück und die in der Währungsunion übrig geblieben bilden nur noch eine Wirtschaftseinheit.

    3. Rechtspopulismus in Deutschland
      Wir haben zentrale Aussagen von vier führenden europäischen Rechtspopulisten ausgewählt und das Forsa-Institut gebeten, eine repräsentative Zahl von Bundesbürgern mit diesen Fragen zur konfrontieren. Die Ergebnisse sind unerwartet eindeutig: Rechtspopulistisches Gedankengut trifft längst auf breite
      Zustimmung in der Bevölkerung. Am anfälligsten zeigen sich die Wähler von Union und FDP –und die der Linkspartei. Besonders erschreckend: 20 Jahre nach der Wende stehen Ostdeutsche rechtem Gedankengut offenbar deutlich näher als Westdeutsche.
      70 Prozent der Befragten finden, Deutschland gibt zu viel Geld nach Europa. Knapp die Hälfte verlangt, dass die Zuwanderung nach Deutschland drastisch reduziert werden muss. 38 Prozent sind der Meinung, der Islam sei eine Bedrohung unserer Werte.
      Quelle 1: Der Freitag
      Quelle 2: Der Freitag [PDF – 200 KB]
  10. Erbgesundheit gerettet – Daniel Bahr ist Gesundheitsminister
    Daniel Bahr (FDP) in einem Interview mit der BILD 2005: „In Deutschland bekommen die Falschen die Kinder. Es ist falsch, dass in diesem Land nur die sozial Schwachen die Kinder kriegen“ Würden mehr Akademiker Kinder bekommen, ständen wir auch in PISA besser da. Bahr fühlte sich zwar falsch wiedergegeben, nahm aber nichts zurück. 2005 begann eine sozialeugenische Wende in der Familienpolitik. 2008 wurde das sozialkompensatorische Erziehungsgeld durch das einkommensbezogene Elterngeld ersetzt.
    Quelle: Dishwasher

    Anmerkung unseres Lesers A.K.: Der Verweis auf die Nazi-Ideologie mag als „Keule“ erscheinen. Tatsächlich ist aber das Erbgesundheits-Paradigma von 1933 tradiert worden über Mediziner wie Verschuer, der nach dem Krieg Direktor der Uni Münster wurde und an der Zeitschrift Mankind Quarterly mitarbeitete, die einen bedeutenden Beitrag in der amerikanischen Bell Curve Diskussion hatte. Bahr ist wie Sarrazin und Heinsohn ein öffentlicher Vertreter dieser Ideologie. Es handelt sich aber mitnichten um eine abgehobene Ideologie, sondern um eine politische Praxis, die sich beipielsweise im Elterngeld niederschlägt.

    Ergänzende Anmerkung MB: Dazu ist mir keine Meldung und kein Kommentar in irgendeiner (Online-) Zeitung, Radio- oder Fernsehsendung bekannt, seit Daniel Bahr zum ersten Mal als Gesundheitsminister im Gespräch war. Das Originalzitat ist nicht mehr auffindbar, aber es wurde letztes Jahr noch mal hier im Zusammenhang mit Westerwelles Spätrömische-Dekadenz-Nummer zitiert.

  11. Volksverhetzung in den Spiegel-Online-Foren
    Beim morgendlichen überfliegen der Forenbeiträge auf den Seiten von Spiegel-Online lese ich, dass die Nordeuropäer rein von ihrer Mentalität her versuchen Schulden zurückzuzahlen, während der Südeuropäer das eben nicht tut. „Griechenland raus aus dem Euro?“ ist das Motto des SPONForums, in dem man ähnlich lautende Beiträge von Menschen lesen kann, die das Fragezeichen gerne durch ein Ausrufezeichen ersetzen würden.
    Quelle: Markus I. Fengler [PDF – 123 KB]
  12. Der Terrorismus der Privatheit
    Die Anti-Terror-Gesetze haben einen unglaublichen Beitrag dazu geleistet, den gläsernen Bürger zu installieren und zu legitimieren. Nur weil nun ein Terrorist tot ist, werden sie deshalb noch lange nicht verschwinden. Die Gesetze haben weniger Terroristen denn Bürger enttarnt, die auf irgendeine Weise verdächtig wurden – sei es berechtigt gewesen oder nicht. Sie waren nie als Anti-Terror-Gesetze gedacht, es sei denn, man betrachtet den Umstand, dass der Staat keine oder doch nur wenige Einblicke in die Privatleben seiner Bürger hat, als eine subtile Form des Terrorismus – als Terrorismus der Privatheit, der Abgeschiedenheit, des stillen Kämmerleins.
    Quelle: ad sinistram
  13. Doktor-Spiele
    1. Bericht der Kommission „Selbstkontrolle in der Wissenschaft“ der Universität Bayreuth
      „Nach eingehender Würdigung der gegen seine Dissertationsschrift erhobenen Vorwürfe stellt die Kommission fest, dass Herr Frhr. zu Guttenberg die Standards guter wissenschaftlicher Praxis evident grob verletzt und hierbei vorsätzlich getäuscht hat.
      Das wissenschaftliche Fehlverhalten von Herrn Frhr. zu Guttenberg liegt darin begründet, dass seine Doktorarbeit in großen Teil aus sog. Falschangaben im Sinne der „Regeln über den Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten an der Universität Bayreuth“ besteht…
      Diese objektiv bestehenden Täuschungen durchziehen die Arbeit als werkprägendes Bearbeitungsmuster…
      Herr Frhr. zu Guttenberg hat auch vorsätzlich gehandelt, also die Falschangaben bewusst getätigt bzw. sich die Autorschaft „angemaßt“, was bewusstes Vorgehen voraussetzt…
      Wenn, wie hier, feststeht, dass jemand fremde, also nicht von ihm stammende Texte in einem kaum vorstellbaren Ausmaß „in allen Einzelheiten einschließlich der Interpunktion“ ohne Kennzeichnung der Autorenschaft anderer übernommen hat, dann deutet bereits dieser Umstand auf bewusstes Vorgehen hin…
      Die Anzahl der einzelnen Plagiate und der Umstand, dass von anderen Autoren stammende Werke (ohne deren Namen hinreichend präzise oder überhaupt zu nennen) immer wieder, teilweise nur minimal geändert, verwendet wurden – dies lässt sich besonders gut an den übernommenen Ausarbeitungen des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages nachvollziehen –, lassen nur den Schluss auf vorsätzliches Handeln von Herrn Frhr. zu Guttenberg zu…
      Die diversen Erklärungen von Herrn Frhr. zu Guttenberg, seine berufliche und familiäre Mehrfachbelastung habe ihn offensichtlich den Überblick über die Quellen verlieren lassen (so sprachlich variiert auch in seiner Stellungnahme vom 22. 3. 2011), vermochte die Kommission nicht zu überzeugen. Das würde voraussetzen, dass gerade die nicht eben seltene Situation einer Mehrfachbelastung durch Beruf und Familie zu unerkannten Plagiaten führt, wofür es aber generell an plausiblen Erfahrungssätzen und überdies an nachvollziehbaren Anhaltspunkten im konkreten Fall fehlt. Die Kommission vermag nicht nachzuvollziehen, dass jemand, der über Jahre Quellen für seine Dissertation bearbeitet, derart in einen Zustand der Dauervergesslichkeit gerät, dass ihm die allerorten in seiner Arbeit nachweisbaren Falschangaben vollständig aus dem Bewusstsein geraten. Er hat damit sehenden Auges – gegen die ihm bewusste Einsicht, überfordert zu sein – in Kauf genommen, dass er eine Arbeitsweise gepflegt hat, der die fehlende wissenschaftliche Sorgfalt immanent ist. Wer jahrelang akzeptiert, dass er Sorgfaltsstandards nicht einhält, handelt nicht fahrlässig, sondern vorsätzlich, weil er die Sorgfaltswidrigkeit zum bewussten Arbeitsstil erhebt…
      Auch ist für die Kommission nicht zu erkennen, welches die hervorstechenden Thesen oder die besonderen Ergebnisse der Arbeit sind, derentwegen die Vergabe der Höchstnote gerechtfertigt erschien.
      Quelle: Uni Bayreuth [PDF – 5.7 MB]
    2. Nominierte des Grimme Online Award SPEZIAL: GuttenPlag Wiki
      Im „GuttenPlag Wiki“ dokumentierten und diskutierten tausende Freiwillige die Plagiate in der Dissertation des damaligen Bundesministers der Verteidigung, Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg. In kurzer Zeit wurden Quellen für unbelegte Textpassagen gesammelt und wörtlichen Übereinstimmungen sowie kleineren und größeren Abweichungen in den Texten der Doktorarbeit gegenübergestellt. Visualisierung und Dokumentation des Umfangs dieser Plagiate waren sowohl Hintergrund als auch Anlass für intensive Medienberichterstattung und öffentliche Diskussion.
      Quelle: Grimme-Institut

      Anmerkung MB: Das ist eine nicht zu unterschätzende Motivation für die Aufklärungsarbeit des privat betriebener Politblogs.

    3. passend dazu:

    4. Web-Jagd auf Promi-Doktoren: Im Visier der Plagiate-Polizei
      Guttenberg, Koch-Mehrin, Stoibers Tochter, wer kommt als nächstes? Plagiatsjäger im Netz feiern ihre Erfolge im Kampf gegen den Doktor-Schmu. 200 andere Prominente könnten das nächste Ziel der Dissertationsprüfer sein – allzu oft aber haben sie außer pauschalen Verdächtigungen nichts zu bieten.
      Quelle: Spiegel

      Anmerkung J.K.: Bei SPON versammeln sich offenbar die Auftragsschreiberlinge. Kaum wird die Kungelei, die offenbar bei der Vergabe von Doktortiteln für mehr oder weniger prominente Personen stattfindet, mehr und mehr publik, schon steht die SPON-Redaktion bereit unserer eitlen und korrupten politischen Elite den Rücken freizuhalten.

      Ergänzende Anmerkung MB: „Der Schwarm zieht offenbar weiter, sucht sein nächstes Ziel …“ Beim Spiegel ist mal wieder ein gewisser Beißreflex gegen die Aufklärungsarbeit aus dem Politblogger-, Initiativen- und Wiki-Spektrum festzustellen. Aber Politblogger, Initiativen und Plagiats-Wikis leisten Aufklärungsarbeit, die eigentlich u.A. von bezahlten Journalisten des Spiegel und Spiegel-online geleistet werden müsste. Dabei sollten sie beim Spiegel-online mal lieber die Klappe halten, wenn es um Blogeinträge geht.
      Ja, und dass die Gründlichkeit der Hintergrundarbeit bei Spiegel-Reportagen nicht besonders preisverdächtig ist, wissen wir inzwischen auch.

  14. Medienwissenschaftler warnt vor weiteren Qualitätseinbußen bei Tageszeitungen: „Einsparungen schlagen durch auf das Produkt“
    Die wirtschaftliche Situation vieler Zeitungsverlage ist angespannt: Sinkende Auflagenzahlen und immer weniger junge Leser haben Einsparungen zu Folge, auch bei den Gehältern. Der Medien-Experte Horst Röper warnt vor einem Teufelskreis, unter dem letztlich die Inhalte leiden.
    Quelle 1: Deutschlandradio (Text)
    Quelle 2: Deutschlandradio [Audio – mp3]

    Anmerkung eines Nachdenkseitenlesers: Dies gilt nicht nur für die Zeitungsverlage sondern auch für die elektronischen Medien. Auch wenn die Intendanten der ÖR immer wieder betonen, dass Einsparungen keinen Einfluss auf Qualität und Inhalt hätten.

  15. Hamburg: Roter Senat will bei den Hochschulen sparen
    Um jährlich 12,8 Millionen Euro will der neue Senat die Ausgaben des Wissenschaftsressorts kürzen. Zusammen mit den bereits von der schwarz-grünen Vorgängerregierung beschlossenen Einsparungen verringere sich das Budget der sechs Hochschulen in der Hansestadt um 32 Millionen Euro, rechnete die Uni Hamburg in einer Stellungnahme am Mittwoch vor. Die einzelnen Hochschulen müssten demnach im Jahr 2011 mit Kürzungen von sechs bis zehn Prozent ihrer Haushalte rechnen.
    Quelle: Spiegel Online
  16. Palästina: Revolte zur Versöhnung
    Die Versöhnung zwischen Abbas‘ säkularer Fatah-Partei und der islamistischen Hamas scheint das erste Resultat einer Social-Media-Kampagne palästinensischer Jugendgruppen zu sein, die ganz bewusst nach dem Vorbild der Revolten in Tunesien und Ägypten aufgezogen wurde. In den arabischen Ländern machten die Jugendlichen aus Facebook und Twitter wichtige Instrument, um die Repression der Regime zu unterlaufen und oppositionelle Kundgebungen zu organisieren, die zuvor undenkbar waren. Auch in Palästina hat man begonnen, sich die neuen Medien nutzbar zu machen, ohne dass es bislang zu ähnlichen Massendemonstrationen gekommen wäre…
    Das eigentlich Bedeutsame an der Forderung nach Einheit ist, dass die Demonstranten damit das Ziel der Befreiung – ob nun von israelischen Besatzung oder der Repression durch ihre eigenen Führungen – in den Hintergrund rückten. Statt sich gegen repressiven Regime aufzulehnen, wie in Tunesien und Ägypten geschehen, forderte die Bewegung des 15. März ihre eigenen Führungen zu einer engeren Zusammenarbeit auf. Damit sprach sie ein Problem an, mit dem sich die palästinensische Nationalbewegung seit den bewaffneten Auseinandersetzungen der beiden Fraktionen im Gazastreifen 2007 herumschlägt. Seither schienen sich Fatah wie Hamas darauf zu beschränken, ihre eigenen Herrschaftsbereiche zu verwalten, während Israel und die USA bemüht waren, die Spaltung in zwei Palästinas noch zu vertiefen…
    Wie brüchig die Versöhnung zwischen Fatah und Hamas ist, zeigte sich jedoch bereits während der Unterzeichnung des Abkommens in Kairo: Die Zeremonie begann mit Verspätung, weil der Hamas-Führer Meschal darauf bestand, neben Abbas auf dem Podium zu sitzen und nicht unter den anderen palästinensischen Delegierten im Parkett.
    Quelle: Le Monde diplomatique
  17. Zu guter Letzt: Mitternachtsspitzen
    Samstag, 14. Mai 2011, 21.45 – 22.45 Uhr im WDR-Fernsehen
    Zu Gast bei Jürgen Becker im Alten Wartesaal: Hagen Rether, Heinrich Pachl und Jess Jochimsen
    Quelle: WDR
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