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Albrecht Müller Wolfgang Lieb
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21. Dezember 2014
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„Merkel erkaufte Gipfel-Erfolg

Verantwortlich:

Viel gelobter EU-Finanzkompromiss kommt Deutsche teuer zu stehen Nettobeitrag steigt um zwei Milliarden im Jahr“
So titelt die Berliner Zeitung. Lohnt sich, zu lesen.
Dieser Vorgang interessiert uns, weil an ihm sichtbar wird, in welch weitem Maße unsere Medien steuerbar sind. Die Medien vom 18. und 19. Dezember waren voll von Lobeshymnen auf Angela Merkel. Es gab sich überschlagende Lobhudeleien. Manche Zeitgenossen haben daraufhin vermutlich schon begonnen, ihr Urteil über Angela Merkel zu revidieren.

Wie kommt eine solche Täuschung zu Stande? Zunächst hat Angela Merkel offenbar getrickst, indem sie das erreichte Ergebnis mit einem früheren Etatentwurf und nicht mit der früheren tatsächlichen Zahlung verglich und den Eindruck erweckte, Deutschland spare mit diesem Kompromiss. Entscheidend für das so einhellig lobende Echo dürften aber die Stichwortgeber gewesen sein. Von Regierungsseite, von Merkels Spindoctors und ihr ergebenen Medien wurden die Parolen über den großen Erfolg gestreut. Da fällt es Journalisten offenbar schwer, aus der Reihe zu tanzen. Man kann das in gewisser Weise verstehen. Aber verzeihlich ist es nicht.

Offenbar mangelt es an der Bereitschaft, kritisch zu hinterfragen, zu zweifeln. Erfahrene Journalisten müssten aber wissen, dass bei einem solchen Vorgang Parolen auch jenseits der Realität verbreitet werden. Dass sie darauf herein fallen, ist schon erstaunlich.

Es müsste in den Redaktionen – in Brüssel, in den Heimatredaktionen oder in Berlin – Fachleute oder Kontakt zu Fachleuten geben, die es möglich machen, einen solchen Gipfelkompromiss schnell zu prüfen und zu durchschauen. Dass des das nicht gibt, dass wir Tage warten müssen, bis die kritischen Stimmen sich zu Wort melden, ist nicht zu glauben und auch nicht akzeptabel.

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