Leserbriefe zu „Auf, auf liebe Freunde des Völkerrechts! Es gibt was zu tun“

Ein Artikel von:


In dieser Glosse thematisiert Jens Berger die „Verschleppung des venezolanischen Präsidenten Maduro samt seiner Frau“ und die Reaktionen in Deutschland dazu. Dass der militärische Angriff auf Venezuela einen eklatanter Verstoß gegen das Gewaltverbot der UN-Charta darstellt, werde von Friedrich Merz ernsthaft infrage gestellt. Da „wir Deutschen“ jedoch neuerdings so große Freunde des Völkerrechts seien, müssten nun auch Taten folgen. Es werden Ideen vorgeschlagen – u.a., dass man die Fußball-WM, die in diesem Sommer in den USA stattfinde, boykottieren werde und ARD und ZDF erbost die Übertragungsrechte an die FIFA zurückgeben würden. Von unseren Leserinnen und Lesern haben wir hierzu zahlreiche und interessante E-Mails erhalten, wofür wir uns herzlich bedanken. Es folgt nun eine Auswahl der Leserbriefe, die Christian Reimann für Sie zusammengestellt hat.


1. Leserbrief

Lieber Jens Berger,

sehr gut Ihre aktuelle Glosse! Nur schade, dass auf dem unteren Bereich der NDS-Seite noch die Facebook- und X- Symbole in Eintracht neben- einander glänzen! Wenn die verschwinden, wäre das ein wirksames Zeichen, ähnlich den auf das Brandenburger Tor projezierten Farben der venezolanischen Flagge!

Viele Grüße
Günter Steinke


2. Leserbrief

Einfach nur köstlich dieser Artikel, Herr Berger.

Unsere Kriegshetzer müssen das erst mal verdauen.

Interessant wäre jetzt auch was die Anna Lena, die Völkerrechtlerin ,dazu sagen würde.

Da müssen jetzt echte Spezialisten ran,um hier die richtige Rhetorik zu finden … ( das Thema ist zu komplex)…

Meist funktioniert es aber mit nicht berichten … Israel -Gaza.( wer nichts weiß, muss alles glauben.)

Viele Grüße
Helmut Schneider


3. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger, sehr geehrtes Nachdenkseitenream

Toller Artikel!!! Genau so ist es, zumindest wenn man die bisherige offizielle Einordnung der Vorkommnissse in Venezuela mit der Einordnung des Ukraine-Krieges durch die deutsche Politik vergleicht, insbesondere, wenn man die völkerrechtliche Perspektive auf beide Konflikte gleichermassen anwenden würde. Die Situation ist in vieler Hinsicht vergleichbar mit der in der Ukraine, wo allerdings durch die versuchte Osterweiterung der NATO um die Ukraine mittels hybrider Kriegsführung und einem erzwungenen unrechtmässigen Systemwechsel durch die USA in der Ukraine und die dadurch erfolgte Missachtung der Sicherheitsinteressen Russlands, dieser Stellvertreterkrieg erst provoziert wurde.

In Venezuela geht es ganz offensichtlich darum, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass US-Firmen die riesigen Erdölreserven des Landes ausbeuten können.

Fritz Gerhard


4. Leserbrief

Wieder mal Klasse – wie immer ! Mit seiner Ironie und seinem Witz lassen sich die Weltläufte etwas leichter ertragen.

Danke.

Iselin Boit


5. Leserbrief

Lieber Herr Berger,

vielen Dank für diesen schönen Text zum Völkerrechtsverständnis des Wertewestens, hätte fast von mir sein können (pardon, ist jetzt Angeberei von mir). Die ganze Nacht ging mir durch den Kopf, was es alles für Sanktionen gegen die USA geben könnte, Sie haben nichts ausgelassen.

Aber zur Sache, ich bin jetzt Trump: Was krächzen Sie denn da über das Völkerrecht, Sie German Bergerboy? Wir, die Vereinigten Staaten von Amerika, sind God’s Own Country, wissen Sie das nicht? Warum steht auf allen unseren Regierungspalästen “In God we trust”? Auch auf jeder Dollarnote steht’s drauf. Soll heißen, wir sind Weltpolizist von Gottes Gnaden, uns steht das Gewaltmonopol über den Rest der Welt zu – Völkerrecht ist eine gute Sache, gilt aber nur für den Rest der Welt, niemals für uns. Wir nennen das Exzeptionismus und nehmen diesen ernst, zusammen mit der uns verliehenen, ewigen Manifest Destiny. Wenn Sie so wollen, wir sind der wahre Gottesstaat auf Erden, und es war ja kein Zufall, dass wir einen US-Boy nach Rom sandten als neuen Papst. Passt doch – oder etwa nicht? Und nun müssen wir eben für etwas Ordnung in der Welt sorgen, da ist noch Einiges zu tun – wir schaffen das. Ihr Völkerrechtler bringt ja nichts auf die Reihe, könnt nur meckern. Merken Sie sich das, Bergerlein! Alles über Sie ist eh bei der NSA gespeichert, Sie werden uns nicht entkommen.

Freundliche Grüße
Emmo Frey


6. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger,

wie (fast) immer volle Zustimmung, zu Ihrem Artikel.

Dennoch ist Ihnen ein fataler Fehler unterlaufen, bei der Begriffichkeit zu den Vorgängen in Venezuela.
Richtig muss es heißen: „Trumps UNPROVOZIERTER völkerrechtswidriger Angriffskrieg“.

Wobei man natürlich trefflich darüber streiten kann, ob Venezuela den USA einfach deren eigenes ÖL vorenthalten hat, wie Präsident Trump ja schon mehrfach betonte. (Ironie off)

Herzlichst
Guido Huster


7. Leserbrief

Lieber Herr Berger,

haben Sie vielen Dank für Ihre herzerfrischende Glosse mit der Offenlegung all des Messens mit zweierlei Maß, das seitens unserer Regierung und Medien, in Bezug auf die heute stattfindenden Kriege und Interventionen und damit auch in der Auslegung des Völkerrechts, angewendet wird.

Einen markanten Unterschied zwischen der Behandlung der jeweiligen Präsidenten im Krieg in der Ukraine und dem kürzlichen (jawoll völkerrechtswidrigen) Überfall der US-Regierung unter Trump auf Venezuela möchte ich hervorheben (wobei die Motive selbstredend ganz unterschiedlich sind): Russlands Regierung hat, zumindest bisher, darauf verzichtet, analog des Beispiels der USA, den amtierenden Präsidenten der Ukraine Selenskij und dessen Ehefrau zu entführen, um ihn mit verbundenen Augen und in Handschellen wie einen Schwerverbrecher öffentlich vorzuführen und ihn, z.B. wegen Korruption, vor einem Moskauer Gericht anzuklagen. Man stelle sich den Aufschrei in unseren Medien vor! Während die USA behaupten, der venezolanische Präsident Maduro sei durch Wahlfälschung ins Amt gekommen (was noch lange keinen Angriff auf das Land rechtfertigen würde), ist Selenskijs Amtszeit in 2024 bekanntlich abgelaufen.

Ich finde es traurig, dass es eines solch tatsächlich offensichtlichen, unter den Augen der Weltöffentlichkeit unter fadenscheinigen Vorwänden begangenen, Völkerrechtsbruchs bedarf, um dieser vor Augen zu führen, wer der eigentliche Störenfried und Aggressor ist. Außer unserer Regierung und unseren Medien scheinen das so ziemlich alle anderen verstanden zu haben. Wie weit kann man selbst auferlegtes Vasallentum zum Schaden der eigenen Bevölkerung noch treiben? Amtseid schon vergessen?

Mit besten Grüßen und Wünschen für das Neue Jahr!
Gertrude Fernekes


8. Leserbrief

Lieber Herr Berger,

eine Glosse? Ist aber leider alles ernsthaft korrekt, was Sie schreiben. Wenn man das Völkerrecht ernst nimmt.

Am kürzesten hat es der Serbische Präsident Vucic formuliert: “Das Völkerrecht funktioniert nicht mehr”.

Da war doch was. Hat Lenchen Baerbock sich (ihre Kompetenz) nicht folgendermaßen definiert: “Ich komme aus dem Völkerrecht”? Nun stimmt’s, wo nichts ist, da kann auch nichts draus werden.

Und noch was. Siggi Pop beim Rewe in Goslar. Das ist große Weltpolitik.

Viele Grüße,
Rolf Henze


9. Leserbrief

Lieber Herr Berger,

Sie haben es immer noch nicht verstanden: das Völkerrecht brechen können nur die Staaten, die sich nicht zum Wertewesten ohne Wenn und Aber bekennen und sich der 5%BIP-Zahlung für die Nato verweigern.

Nur diese Staaten können Schurkenstaaten sein. Nur diese Staaten müssen dann sanktioniert werden und ggfs. mit Waffengewalt in ihre Grenzen gewiesen werden.

Der Wertewesten definiert doch was Gut und Böse ist, was Recht und Unrecht ist.

Schließlich vertritt nur er die freiheitlich demokratischen Rechtsstaaten.

Wie können Sie auf die Idee kommen, daß die anderen Staaten so etwas überhaupt richtig einschätzen könnten??

Und der Wertewesten hat NATÜRLICH auch freie Hand bei der Wahl seiner Mittel, wenn er einen Staat bzw. dessen unrechtmäßige Regierung bestafen will, weil sie gegen seine wichtigesten Ideale einer freiheitlich demokratischen Grundordnung (Gewinnmaximierung von Energie- und Rüstungskonzernen) verstoßen.

Und haben Sie denn die Bilder glücklicher Venezuelaner nicht gesehen?? Dafür hat sich doch der Einsatz der amerikanischen Soldaten gelohnt. Das wärmt das Herz jedes Demokraten in unserem Wertewesten.

Bedenken Sie doch, wie sehr die Venezuelaner in den letzten Jahrzehnten unter den westlichen Sanktionen leiden mußten. Weil diese Regierungen sich dort zu sozialistischen Verstaatlichungen verführen ließen von Russland und China. Jetzt kann der Wertewesten endlich diese Sanktionen beenden und die Ölförderung wieder anschmeißen, auf daß die amerikanischen (und villeicht sogar französischen und britischen??) Ölkonzerne wieder ihre Gewinne einfahren können.

Selbstredend werden diese Konzerne auch der armen notleidenden Mittelschicht, die immer schon ihre Werte unterstützt hat, am Reichtum teilhaben lassen.

Wenigstens in diesem Staat ist die Chance hoch, daß die richtigen Werte wieder gelten werden.

Und dank Donald Trump können wir auch darauf hoffen, daß sich diese Werte auch in den anderen lateinamerikanischen Staaten wieder durchsetzen werden, und wer weiß… vielleicht eines Tages sogar auch in Grönland und Kanada.

D.B.


10. Leserbrief

Meinen aufrichtigen Dank haben Sie redlich verdient, werter Herr Berger.

Ein Blick in die aktuelle Glaskugel – mit dem, was uns denn da so alles in Kürze bevorstehen dürfte, könnte wenn nicht müßte …
das kann ja wahrlich heiter werden, nicht auszudenken. Ob nicht letztendlich aus der neuerlich anstehenden ‚Zeitenwende’ gar eine ‚Endzeit’ zu entstehen hat?

Allerdings nicht ganz vollständig ihre Prophezeihung vor dem Berg der Tatsachen. Wir werden im bevorstehenden Spät-Winter frieren müssen und nicht zu knapp. Da wird wohl auch kein sofortiger Umstieg auf ‚Hotpumps‘ erst einmal wenig nützen, selbst wenn wir das Geld oder auch nur den Kreditrahmen bei der Sparkasse dazu hätten. Warum das denn, nun – weil unsere ‚Altvorderen’ ja schließlich flugs die ganze US-LNG-Schattenflotte in die Luft jagen müssen und die Dampferchen aus Quatar die Versorgung der Welt kaum schaffen werden, selbst wenn sie es denn wollten.

Ja, gewiß doch, die Lage wie auch die Aussichten sind ‚komplex‘. Da trifft es sich gut, dass gerade mein neuer gesetzeskonformer Holzofen installiert wurde. Dahinter ziehe ich mich jetzt bis auf Weiteres zurück, so wie es auch all meine Verwandtschaft und Nachbarn, Mitbürgerinnen und Mitbürger schon immer tun, klappe die Ohren nach hinten und warte ab, Besser so, man weiß ja nie!

Beste Grüße zum restlichen neuen Jahr – Ihnen und der gesamten Redaktion
Michael Kohle


11. Leserbrief

Moin Herr Berger,

herrlich erfrischend, Ihr Artikel! Er stellt genau das dar, was man gemeinhin als “Logik” bezeichnet: man wendet einfach die bisher angewandten Muster auf die “Feinde der Demokratie” an, die das Völkerrecht mißachten — bewußt mißachten. “Glauben Sie mir — wir werden in der Lage sein, es zu tun.” — so oder so ähnlich soll sich Biden vor dem größten Infrastruktur-Terroranschlag in der EU-europäischen Geschichte geäußert haben. Also, liebe EU-Bürokraten: laßt euch was von euren Lobbyisten ins Ohr flüstern! Ach halt, schlechte Idee: gefühlte 80% stammen ja von US-ansässigen oder mit ihnen sympathisierenden Firmen…

www.frag-annalena-baerbock.de: “Ich komme vom Völkerrecht!” Was würden Sie denn dazu sagen, Frau Baerbock? Wobei, überflüssige Frage: ihr ist es doch egal, was (ihre) Wähler davon halten. Ist der Ruf erst mal ruiniert, lebt es sich nach oben wegbefördert völlig ungeniert. Hat sie nicht einen hohen Posten innerhalb der “Völkerrecht”-UNO inne?

Nachdenklich geworden bin ich nach dem letzten Absatz Ihres Artikels:

“Wir haben gezeigt, dass es auch ohne russisches Gas und russisches Öl geht, warum soll es nicht auch ohne Google, Apple, Amazon, Visa, Mastercard, PayPal und die vielen anderen US-Monopolisten gehen?”

Hmm, das wäre ein Traum! Keine Gängelungen mehr auf der Arbeit mit einem ausspionierenden Windows im Verbund mit Klaut™-basiertem Office 365 (Ähnliches trifft auch auf Apple zu); aufgrund von gesperrtem PayPal ist das Bargeld wieder auf dem Vormarsch — und die “Better Than Cash”-Initiative aufgrund eingefrorener Spendengelder handlungsunfähig; Kreditkarten funktionierten in der EU fast gar nicht mehr, was den großen Anbietern Milliardenverluste beschert; US-gesteuerte Propaganda (vor allem vom militärischen NATO-Arm) hätte es deutlich schwerer, hier Fuß zu fassen; der Import von US-Fracking-Gas wurde gestoppt, was der umweltschädigenden Branche nun genau das Schicksal bescherte, das ihr blühte, bevor mit der Nord Stream-Sprengung endlich (!) ein großer Abnehmer für das zerstörerische Fracking-Gas auf dem Markt erschien: die längt überfällige insolvente Versenkung in der Bedeutungslosigkeit, denn genau dort stand die Branche kurz vor der Sprengung. Aber Eines würde ich mir dann doch sehr gerne wünschen, was in den USA tatsächlich gut ist, wenn auch unter nicht ganz so koscheren Begründungen: die Abschaffung von Windrädern, an erster Stelle Onshore. Gut, das hat jetzt nicht direkt etwas mit Völkerrecht zu tun, obwohl: Wenn man Tieren & Pflanzen eine Stimme gäbe, wären die dann nicht auch mit im Boot? Schließlich sind das auch “Völker” auf diesem Planeten, oder? Und was ist mit den ganzen Kriegen? Schade, daß der Jahreswechsel schon war: das wären gute Vorsätze. Obwohl: ist es dafür im Grunde nie zu spät? Braucht es dazu einen Jahreswechsel, sich etwas vorzunehmen, was die Welt besser machte?

Mit freundlichen Grüßen,
Michael Schauberger

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