Hinweise des Tages

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  1. Renditefieber in Nürnberg. Warum die Bundesagentur für Arbeit einen Jahresüberschuss von 7 Milliarden erwartet.
    Quelle: Freitag
  2. Jede Schule ein kleines Unternehmen. Der “gute Ruf” einer Schule hängt längst von ihrer Teilnahme an Projekten der Bertelsmann-Stiftung ab.
    Quelle: Freitag
  3. Nach den „Leser-Reportern“ von BILD nun die „Seher-Reporter“ des ZDF. Bald brauchen wir keine Überwachungskameras mehr.
    Quelle: ZDF
  4. Es ist jede Arbeit zumutbar, die nicht sittenwidrig ist – und Prostitution gilt eben nicht mehr als sittenwidrig.
    Quelle 1: taz
    Quelle 2: SZ
  5. Himmel und Hölle
    Die globale Konjunktur verlangsamt sich. Die deutsche Wirtschaft wird das treffen wie ein Blitz. Ich finde es erstaunlich, mit welcher Weltfremdheit die heimische ökonomische Zunft die Entwicklung der deutschen Wirtschaft betrachtet.
    Quelle: FTD

    Anmerkung (AM): Diagnose gegen den Strom, Therapie: Mainstream und ohne jede Logik. Denn wenn die Diagnose richtig ist, dass ein Konjunktureinbruch in den USA die Nachfrage nach deutschen Gütern treffen, das heißt verringern könnte, dann muss der Autor Münchau seinen Lesern mal erklären, wie man mit weitergehender Liberalisierung, mit einer Stärkung der Dienstleistungsindustrie die dann drohende Exportkrise auswetzen will. Der Kommentar ist wirklich ein gutes Beispiel dafür, dass selbst einigermaßen intelligente Redakteure Gefangene ihres eigenen Irr-Glaubens bleiben, wörtlich bei Münchau: „Am wichtigsten sind daher Reformen, …“

  6. Pensionskassen leiden unter Börsenbaisse
    Quelle: NZZ

    Anmerkung (AM): Da erfahren die Börsen eine kleine Korrektur, schon sausen die Pensionskassen in den Keller. Diesen Bericht sollte man den Befürwortern der Privatvorsorge in den Spiegel stecken.

  7. Warum schicken wir Truppen in alle Welt
    Klaus Brummer, Projektmanager für Europäische Außen- und Sicherheitspolitik bei der Bertelsmann Stiftung
    Quelle: FR

    Anmerkung (AM): Bertelsmann mahnt deutsche Interessen an. Dabei typisch für manche Bertelsmänner. Was die deutschen Interessen sein könnten, wird nur angedeutet. Ansonsten werden nahezu lächerliche fahren Vorschläge gemacht, zum Beispiel: unter Federführung des Kanzleramtes sollten sich die betroffenen Ministerien zusammensetzen, um die großen so genannten „W-Fragen“ zu beantworten – wann, wo, wie, warum Militäreinsätze. Insgesamt ein ausgesprochen flaches Stück.

  8. SPD lobt Schröder für Arbeitsmarktreformen
    Die zurückgehenden Zahlen Arbeitsloser in Deutschland seien ein Verdienst Gerhard Schröders, sagen SPD-Politiker. Nicht die Union, sondern er habe als Kanzler die richtigen Reformen eingeleitet.
    Quelle 1: netzzeitung
    Quelle 2: SPIEGEL

    Anmerkung: Dümmer geht’s nimmer. Interessant sind die gleich lautenden Lobeshymnen von Netzwerkern und Seeheimern. Offenbar abgesprochene Versuche, die vergangene Reformpolitik von Rot-grün nachträglich hoch zu loben. Und dies angesichts äußerst dürftiger Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt.

  9. Ifo-Institut: Auch in Osteuropa sind die Löhne noch zu hoch – Beitrittsstaaten haben an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt
    Quelle: FTD
  10. Hochschul-„Freiheit“: Der Staat geht – die Wirtschaft kommt
    Quelle: Telepolis

    Siehe auch NachDenkSeiten: „Hochschulfreiheitsgesetz“ in NRW – oder der Putsch von oben gegen ein öffentlich verantwortetes, demokratisches Hochschulwesen

  11. Eurotunnel: Margret Thatchers „glänzenden Erfolgsstory des freien Unternehmertums” steht vor dem Konkurs.
    Quelle: Die Welt
  12. Commerzbank: Angesichts einer Gesamtsteuerlast der Unternehmen von 87 Milliarden Euro sind 5 Milliarden Steuerentlastung durch die geplante Unternehmenssteuerreform nicht gering. Den privaten Haushalten wird nach Commerzbank-Berechnungen in den nächsten drei Jahren hingegen eine Zusatzlast von etwa 40 Milliarden Euro aufgebürdet.
    Quelle: Nicht mehr erreichbar (24.08.2006)
  13. Nach dem Beinahe-Gau in Forsmark: Schwere Zeiten für die schwedischen Atomkraftbetreiber.
    Quelle: taz
  14. Die EZB hat den Leitzins um weitere 25 Basispunkte auf nunmehr 3% erhöht.
    Quelle: Finanzen.net

    Anmerkung: Die EZB-Zinsanhebung sei die Reaktion auf die derzeit günstige Konjunkturlage. Als ob wir derzeit eine günstige Konjunkturlage hätten? Als ob die Inflation von einer überhitzten Nachfrage und nicht wesentlich von der Energiepreissteigerung ausginge? Man muss inzwischen befürchten, als wolle die EZB das wirtschaftliche Wachstum bewusst ausbremsen, damit die von ihr angestrebten „Strukturreformen“, nämlich Lohnsenkungen und Einschnitte ins soziale Netz noch drastischer durchgesetzt werden können.

  15. Die Gesundheitsreform tut jetzt richtig weh. Ab 1. Oktober sollen bei zahnärztlichen Eingriffen bei Kassenpatienten die Vollnarkosen nicht mehr bezahlt werden.
    Das berichtete heute die BILD-Zeitung. Der Präsident des Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, bestätigte diese Regelung auf Rückfrage der NachDenkSeiten.

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