Die Verhunzung unserer Sprache macht Fortschritte

Die Verhunzung unserer Sprache macht Fortschritte

Die Verhunzung unserer Sprache macht Fortschritte

Albrecht Müller
Ein Artikel von: Albrecht Müller

Wenn man zählen würde, welche Formulierungen heutzutage zu den meistgebrauchten Sprüchen zählen, dann würde wahrscheinlich ganz oben stehen: „in den Fokus rücken“ oder in der Variation: „in den Fokus gerückt“. – Diese Formel wird oft gebraucht, obwohl es deutsche Alternativen gibt, zum Beispiel: „Im Mittelpunkt des Geschehens steht …“. Oder: „In den Blickpunkt gerückt“. Albrecht Müller.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Immer noch und immer wieder beliebt sind dem Englischen entlehnte Formulierungen.

So waren in der hierzulande erscheinenden Regionalzeitung Die Rheinpfalz am 13. Juni gleich mindestens drei Beispiele zu finden:

Als Dachzeile auf der ersten Seite stand zu lesen: „Westpfalz-Klinikum plant Medical School in Kaiserslautern“.

Auf Seite 3 war eine Äußerung der bayerischen Bildungsministerin Anna Stolz (CSU) wiedergegeben: „Unser Ziel ist es, Kinder und Jugendliche zu einem reflektierten, kritischen und sicheren Umgang mit Social Media befähigen.“

Auf Seite 1 des Lokalteils der gleichen Ausgabe war dann zu lesen: „Hühnermast: Rückschlag für Landwirt. Das ist das Setting für die Sitzung des Bauausschusses.“

Man kann diese Erscheinungen allesamt für harmlos halten. Einverstanden. Wenn man allerdings Sprache für etwas Interessantes und Wichtiges hält, dann darf man die geschilderte Verhunzung nicht hinnehmen. Und man muss sie, wie hier geschehen, aufspießen.

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