Leserbriefe zu „Pistorius besucht Rüstungshersteller: „Man spürt den Geist der Erneuerung, der hier herrscht““

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In diesem Beitrag kommentiert Marcus Klöckner anlässlich eines Besuchs von Verteidigungsminister Boris Pistorius beim Rüstungshersteller KNDS die Umstellung auf Kriegswirtschaft. Sie nehme Fahrt auf. Was der Minister auf einer Pressekonferenz gesagt habe, lasse „tief blicken“. U. a. sei von „umswitchen in der Produktion von A auf B“, also: umschalten von der Produktion ziviler Güter hin zur Produktion von Kriegsgerät die Rede gewesen. Von daher sei die Anmerkung im Internet, dass aus Automechanikern bald Panzermechaniker werden, alles andere als falsch. Dass die Presse in einer solchen Situation dann auch noch Steigbügelhalterfragen stelle, passe zur Gesamtsituation. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken für die interessanten Leserbriefe hierzu. Die nun folgende Auswahl hat Christian Reimann für Sie zusammengestellt.


1. Leserbrief

Der “Geist der Erneuerung”? Das endet auf dem Friedhof, wenn es “gut” geht. Wenn noch jemand da ist, der die Gräber aushebt. Aber wahrscheinlich werden die meisten in einer radioaktiv verseuchten Ruinenlandschaft vor sich hin gammeln und stinken.

Das ist nicht Erneuerung, das ist Niedergang!

Intelligenz, Empathie, Sinn für die Wirklichkeit, das geht diesen Politikern a la Pistolius gänzlich ab. Man könnte sich tot lachen über diese Unwesen. Was vielleicht das Beste wäre, angesichts dessen was man von denen noch zu erwarten hat.

Kopfschüttelnde Grüße,
Rolf Henze


2. Leserbrief

Hallo,

KNDS…Kapitale Nationalsozialistische Dauer Sackgasse…

KNDS…Kriegs Nötigung Dummer Sozialdemokraten…

KNDS…Kinder Notfalls Dauer Schädigen..

KNDS…Kopfloser Niedergang Degenerierter Selbstüberschätzer…

KNDS…Katastrophale Niedertracht Dauerhafter Soziopathen…

KNDS…Komplette Nullnummern Die Siechen…

KNDS…Kann Nachhaltig Dauerhaft Schließen…..

Grüße
T. Rath


3. Leserbrief

Guten Tag,

die einzige Möglichkeit, die ein Mensch hat, der in friedlichen Verhältnissen und Frieden weiter leben will, ist den Kriegstreibern und ihren Spießgesellen entgegen zu halten. Jeder auf seinem Platz und seinem Umfeld. Eine Fragestellung könnte lauten: Wer soll denn das Kriegsgerät bedienen, um Menschen zu töten und zu verletzen, die er gar nicht kennt, oder selbst getötet zu werden? 

Außerdem, wer bedroht uns überhaupt und wie ist das jetzige konventionelle Kräfteverhältnis Nato, zu dem herbeigeredeten Feind Russland? 

Warum wird keine ernsthafte Diplomatie betrieben und die wirtschaftlichen Kontakte wiederbelebt, dann braucht es keine Geldvernichtungsmaschine Kriegswirtschaft?

Steckt das Geld in dringend benötigte zivile und zukunftsorientierte Projekte. (….)

Deutschland braucht zum Wohle der Menschen, Friedenswirtschaft und sonst rein gar nichts.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stöbe


4. Leserbrief

Werter Herr Klöckner,

„Die Automobilindustrie – wie soll ich sagen? – geht gerade durch schwere Zeiten.“ Politisch gewollt durch bewusste verirrte Vorgaben! Solche Wahnsinnsvorhaben entstehen nicht durch Zufall, da sind „Kranke“ beteiligt, welche sich bereichern wollen egal um welchen Preis. Bleibt zu hoffen, dass die Mehrheit der betroffenen Jungen den Stinkefinger zeigen bezüglich Musterung/Wehrdienst. Dass die Ableger der Kriegstreiber sich absetzen ist selbstverständlich, sollen doch die Nichtelitären, Loser, Normalos ihr Leben geben für „dieses Land“ (das ich schmerzlich vermisse in seinem mir bekannten Erscheinungsbild) und ihre „Gutmenschen“. Diese Kriegstreiberei und der Rüstungswahnsinn sind abartig und pervers, wer unsere Geschichte auch nur marginal kennt und verstanden hat, kann keine andere Meinung gewinnen. Wo sind alle die Friedensgruppen, welche diesem Irrsinn Paroli bieten wollen/können, wie damals gegen die Pershing – bevor alles zu spät ist und Verrückte das Ruder vollends übernehmen? Freundliche Worte sind hier vollkommen deplatziert, es geht um unser Land und viele Millionen Menschen, nicht nur Deutsche. Verrückte findet man zur Genüge in unseren Geschichtsbüchern, ebenso wie ihre unmenschlichen Auswirkungen. Stopp, sagt jeder gesunde Menschenverstand!

Mit freundlichen Grüßen
E. Bauer


5. Leserbrief

Zig tausendmal sollte der Wolfgang Borchert-Text an Pistorius gehen…

In brennender Sorge
Ute Plass

Dann gibt es nur eins!

Wolfgang Borchert

Du. Mann an der Maschine und Mann in der
Werkstatt. Wenn sie dir morgen befehlen, du
sollst keine Wasserrohre und keine Kochtöpfe
mehr machen – sondern Stahlhelme und
Maschinengewehre, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Mädchen hinterm Ladentisch und
Mädchen im Büro. Wenn sie dir morgen
befehlen, du sollst Granaten füllen und
Zielfernrohre für Scharfschützengewehre
montieren, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Besitzer der Fabrik. Wenn sie dir morgen
befehlen, du sollst statt Puder und Kakao
Schießpulver verkaufen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Forscher im Laboratorium. Wenn sie dir
morgen befehlen, du sollst einen neuen Tod
erfinden gegen das alte Leben, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Dichter in deiner Stube. Wenn sie dir
morgen befehlen, du sollst keine Liebeslieder,
du sollst Haßlieder singen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Arzt am Krankenbett. Wenn sie dir
morgen befehlen, du sollst die Männer
kriegstauglich schreiben, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Pfarrer auf der Kanzel. Wenn sie dir
morgen befehlen, du sollst den Mord segnen
und den Krieg heilig sprechen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Kapitän auf dem Dampfer. Wenn sie dir
morgen befehlen, du sollst keinen Weizen
mehr fahren – sondern Kanonen und Panzer,
dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Pilot auf dem Flugfeld. Wenn sie dir morgen
befehlen, du sollst Bomben und Phosphor
über die Städte tragen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Schneider auf deinem Brett. Wenn sie
dir morgen befehlen, du sollst Uniformen zuschneiden,
dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Richter im Talar. Wenn sie dir morgen befehlen,
du sollst zum Kriegsgericht gehen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Mann auf dem Bahnhof. Wenn sie dir
morgen befehlen, du sollst das Signal zur Abfahrt
geben für den Munitionszug und für den
Truppentransport, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Mann auf dem Dorf und Mann in der
Stadt. Wenn sie morgen kommen und dir den
Gestellungsbefehl bringen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Mutter in der Normandie und Mutter in
der Ukraine, du, Mutter in Frisko und London,
du, am Hoangho und am Mississippi, du,
Mutter in Neapel und Hamburg und Kairo und
Oslo – Mütter in allen Erdteilen, Mütter in der
Welt, wenn sie morgen befehlen, ihr sollt
Kinder gebären, Krankenschwestern für
Kriegslazarette und neue Soldaten für neue
Schlachten, Mütter in der Welt, dann gibt es
nur eins:
Sagt NEIN! Mütter, sagt NEIN!

Denn wenn ihr nicht NEIN sagt, wenn IHR nicht nein sagt, Mütter, dann:

In den lärmenden dampfdunstigen Hafenstädten werden die großen Schiffe
stöhnend verstummen und wie titanische Mammutkadaver wasserleichig träge
gegen die toten vereinsamten Kaimauern schwanken, algen-, tang- und
muschelüberwest den früher so schimmernden dröhnenden Leib, friedhöflich
fischfaulig duftend, mürbe, siech, gestorben –

die Straßenbahnen werden wie sinnlose glanzlose glasäugige Käfige blöde
verbeult und abgeblättert neben den verwirrten Stahlskeletten der Drähte und
Gleise liegen, hinter morschen dachdurchlöcherten Schuppen, in verlorenen
kraterzerrissenen Straßen –

eine schlammgraue dickbreiige bleierne Stille wird sich heranwälzen,
gefräßig, wachsend, wird anwachsen in den Schulen und Universitäten und
Schauspielhäusern, auf Sport- und Kinderspielplätzen, grausig und gierig,
unaufhaltsam –

der sonnige saftige Wein wird an den verfallenen Hängen verfaulen, der Reis
wird in der verdorrten Erde vertrocknen, die Kartoffel wird auf den
brachliegenden Äckern erfrieren und die Kühe werden ihre totsteifen Beine wie
umgekippte Melkschemel in den Himmel strecken –

in den Instituten werden die genialen Erfindungen der großen Ärzte sauer
werden, verrotten, pilzig verschimmeln –

in den Küchen, Kammern und Kellern, in den Kühlhäusern und Speichern
werden die letzten Säcke Mehl, die letzten Gläser Erdbeeren, Kürbis und
Kirschsaft verkommen – das Brot unter den umgestürzten Tischen und auf
zersplitterten Tellern wird grün werden und die ausgelaufene Butter wird
stinken wie Schmierseife, das Korn auf den Feldern wird neben verrosteten
Pflügen hingesunken sein wie ein erschlagenes Heer und die qualmenden
Ziegelschornsteine, die Essen und die Schlote der stampfenden Fabriken
werden, vom ewigen Gras zugedeckt, zerbröckeln – zerbröckeln – zerbröckeln

dann wird der letzte Mensch, mit zerfetzten Gedärmen und verpesteter
Lunge, antwortlos und einsam unter der giftig glühenden Sonne und unter
wankenden Gestirnen umherirren, einsam zwischen den unübersehbaren
Massengräbern und den kalten Götzen der gigantischen betonklotzigen
verödeten Städte, der letzte Mensch, dürr, wahnsinnig, lästernd, klagend – und
seine furchtbare Klage: WARUM? wird ungehört in der Steppe verrinnen, durch
die geborstenen Ruinen wehen, versickern im Schutt der Kirchen, gegen
Hochbunker klatschen, in Blutlachen fallen, ungehört, antwortlos, letzter
Tierschrei des letzten Tieres Mensch – all dieses wird eintreffen, morgen,
morgen vielleicht, vielleicht heute nacht schon, vielleicht heute nacht, wenn – –
wenn – –

wenn ihr nicht NEIN sagt.


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