Gemischte LBS zu Projekt Friedensnoten, Antikriegslieder

Ein Artikel von:


Marcus Klöckner stellt in diesem Beitrag das Projekt Friedensnoten vor, das er zusammen mit dem Künstler Jens Fischer Rodrian bereits im Jahr 2022 begonnen hat. Vielleicht vermögen jene großartigen Antikriegs- und Friedenslieder, die Künstler in den vergangenen Jahrzehnten verfasst haben, die Herzen der Leute zu erreichen. Jens Berger vertritt hier die These, dass die Kunst für das Schicksal der „Johnnys“, die elend in Schützengräben kauern und denen die Gliedmaßen von einer feindlichen Kugel weggerissen werden, zuständig sei. Vorgestellt wird das zeitlose Antikriegslied „Johnny I Hardly Knew Ye“. Marcus Klöckner hat hier seine Gedanken zu dem Lied „Eiszeit“ von Peter Maffay formuliert. Mit kritischem Ton habe Maffay in einem Facebook-Post Boris Pistorius gefragt, „ob wir bald ‚mit der Bekanntgabe der Mobilmachung rechnen’ müssten“. Beide Musiktitel sind Teil des Projektes. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir haben dazu interressante Zuschriften erhalten und bedanken uns dafür. Die nun folgende Auswahl der Leserbriefe hat Christian Reimann für Sie zusammengestellt.


Zu Der Politik des Krieges Lieder des Friedens entgegensetzen

1. Leserbrief

Werte NDS-Redaktion,

das Vorhaben “Friedensnoten” begüße ich sehr. Auch vielleicht als kleiner Beitrag zu Antonio Gramsci‘s bekannter These zur “Kulturellen Hegemonie”, die wo welche wir uns Schritt für Schritt wieder zurückholen sollten.

Zu einem der anrührendsten und kraftvoll sanftesten Antikriegslieder zählt für mich “No Man’s Land” von Peter Bogle – besonders in der Originalversion mit der Geigerin und einem weiteren Sänger neben Bogle. Auch Hannes Wader singt das Lied sehr gut. Ich ziehe in diesem Fall aber das Original vor.

Vielleicht passt der Song in das NDS-Projekt.

Viele Grüße
Fritz Feder


2. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Klöckner sehr geehrtes Nachdenkseitenteam

Super dass Sie an diese vielen Friedens- bzw. Antikriegslieder erinnern, die ja kaum noch im Radio gespielt werden, und sie mit dem Projekt Friedenslieder dauerhaft im Gedächtnis zu halten versuchen!!!

Leider fehlen noch mindestens die folgenden Lieder in der Liste:

  • Barry McGuire – Eve of destruction
  • Don McLean – The Grave
  • Bob Dylan – Masters of War
  • Bob Dylan – With God on our side
  • Bob Dylan – A hard rain’s a-gonna fall
  • Donovan – Universal soldier

mit friedvollen Grüssen
Fritz Gerhard


3. Leserbrief

Guten Tag,

ein ehrenwerter Weg und jeder Beitrag, die Menschen zu erreichen und wach zu rütteln, dem vernichtenden Irrsinn des Krieges entgegen zu treten, kann nicht hoch genug geschätzt werden.

Realistisch gesehen, werden mit den genannten Aktivisten, mehr oder weniger nur die Menschen erreicht, die sich dem Thema Kriegsgefahr und Krieg auch jetzt schon entgegen stellen, aktiv sind und das sind erschreckend wenige.

Massen, und die werden gebraucht, können nur durch prominente Künstler und Sänger erreicht werden. Beispielhaft waren da Ende der 60iger und Anfang der 70iger Jahre, als der Vietnamkrieg tobte, die Kultband CCR mit ,, Fortun Son “, die großartige Joan Baez mit ,, sag mir wo die Blumen sind, der unvergessliche John Lennon mit ,, Give Peace a Chance “, die Doors und weitere.

Das Ganze auf Festivals, mit tausenden und abertausenden Menschen, brachte mit Massenprotesten die Kriegspolitik der USA ins Wanken.

Prominente Künstler, die viele Menschen erreichen könnten, machen heute keine Anstalten, dem uns alle bedrohenden Thema Krieg musikalisch entgegen zu treten. Stellen wir uns einmal vor, eine Helene Fischer würde vor tausenden Menschen, das immer aktuelle Antikriegslied ,, Sag mir wo die Blumen sind ? ” singen und eine klares Zeichen für Frieden unter den Völkern setzen.

Sag mir, wo die Blumen sind, wo sind sie geblieben?
Sag mir, wo die Blumen sind, was ist gescheh’n?
Sag mir, wo die Blumen sind, Mädchen pflückten sie geschwind.
Wann wird man je versteh’n? Wann wird man je versteh’n? 

Sag mir, wo die Mädchen sind, wo sind sie geblieben?
Sag mir, wo die Mädchen sind, was ist gescheh’n?
Sag mir, wo die Mädchen sind, Männer nahmen sie geschwind.
Wann wird man je versteh’n? Wann wird man je versteh’n? 

Sag mir, wo die Männer sind, wo sind sie geblieben?

Sag mir, wo die Männer sind, was ist gescheh’n?
Sag mir, wo die Männer sind, zogen fort, der Krieg beginnt.
Wann wird man je versteh’n? Wann wird man je vesteh`n?

Sag, wo die Soldaten sind, wo sind sie geblieben?
Sag, wo die Soldaten sind, was ist gescheh’n?
Sag, wo die Soldaten sind, zogen in die Gräber blind.
Wann wird man je versteh’n? Wann wird man je versteh’n? 

Sag, wo die Gräber sind, wo sind sie geblieben?
Sag, wo die Gräber sind, was ist gescheh’n?
Sag, wo die Gräber sind, Blumen wachsen im Wind.
Wann wird man je versteh’n? Wann wird man je versteh’n? 

Sag mir, wo die Blumen sind, wo sind sie geblieben?
Sag mir, wo die Blumen sind, was ist gescheh’n?
Sag mir, wo die Blumen sind, Mädchen pflückten sie geschwind.
Wann wird man je versteh’n? Wann wird man je versteh’n? 

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stöbe


4. Leserbrief

Moin NDSler,

zwei der besten Anti-Kriegslieder aller Zeiten aus dem Rock/Metall-Bereich, aber eigentlich generell sind “Bulls on parade” von Rage against the machine und “B.Y.O.B.” (bring your own bombs) von System of a down. 

Auszug Bulls on parade:

“Weapons, not food, not homes, not shoes
Not need, just feed the war cannibal animal
I walk the corner to the rubble that used to be a library
Line up to the mind cemetery now
What we don’t know keeps the contracts alive and movin’
They don’t gotta burn the books, they just remove ’em
While arms warehouses fill as quick as the cells
Rally ’round the family, pocket full of shells”
Auszug B.Y.O.B.
“Everybody’s going to the party
Have a real good time
Dancin’ in the desert
Blowin’ up the sunshine
Where the fuck are you?
Where the fuck are you?
Why don’t presidents fight the war?
Why do they always send the poor?
Why don’t presidents fight the war?
Why do they always send the poor?
Why do they always send the poor?
Why do they always send the poor?
Why do they always send the poor?
Why do they always send the poor?
Why do they always send the poor?
They always send the poor!
They always send the poor!”

Speziell B.Y.O.B. muss man gehört haben mit den krassen Wechseln zwischen dem melodischen “dancin in the desert” und dem quasi nur noch geschrienen “Why don’t presidents fight the war” usw. 

Mir kommen da echt die Tränen. 

Bulls is schon 30 Jahre alt, byob auch schon über 20. Geändert hat sich leider nix. 

Beste Friedensgrüße an alle kriegsuntüchtigen ;)
H. Dietrich 

Anmerkung Jens Berger: Sie werden lachen, lieber Herr Dietrich. Der Text zu BYOB ist bei mir schon in Arbeit. Das wäre auch meine erste Wahl gewesen. Ich hatte mich aber entschieden, mit einem Stück anzufangen, das musikalisch bei unserer doch mehrheitlich älteren Leserschaft weniger polarisieren dürfte 😉

Beste Grüße
Jens Berger


Zu Gute Antikriegslieder sterben leider nie – sie warten auf den nächsten Krieg

5. Leserbrief

Liebe Nachdenkseiten, lieber Jens Berger!

was für ein tolles Projekt – die Friedensnoten.

So richtig ganz toll wäre natürlich, wenn ihr so eine richtige musikalische Noten-Sammlung anlegen könntet. Also mit Noten, Akkorden und Texten. 

Musik verbindet und das könnte ja dann die wenigen Friedensdemos auch noch mal richtig gut klingen lassen.

Oder gibt es so eine Notensammlung dieser Lieder schon bei den nds und ich habe sie nicht gefunden?

Herzliche Grüße,
Katrin McClean


6. Leserbrief

Lieber Herr Berger,

als Ergänzung zu Ihrem heutigen Text: Es gibt von „Jonny I hardly knew ye“ auch eine hervorragende Übersetzung von Wolf Biermann ins Deutsche. Ich zitiere aus dem Gedächtnis:

Jonny, nun liegst du so da

(deutsche Übersetzung: Wolf Biermann)

Der Krieg ist aus, du bist zuhaus – hurrah, hurrah!!
Der Krieg ist aus, du bist zuhaus – hurrah, hurrah!!
Der Krieg ist aus, du bist zuhaus, du siehst nicht mehr wie du selber aus
Dein Anblick reißt das Herz mir raus
Jonny, nun liegst du so da

Die Arme ab, die Beine ab – hurrah, hurrah!!
Die Arme ab, die Beine ab – hurrah, hurrah!!
Die Arme ab, die Beine ab, du warst einsachtzig groß und stark
Nun passt du in ein Kindergrab
Jonny, nun liegst du so da

Sag mir, wo deine Augen sind – hurrah, hurrah!!
Sag mir, wo deine Augen sind – hurrah, hurrah!!
Sag mir, wo deine Augen sind, warum hast du mich und das Kind
Allein gelassen in Kältewind
Jonny, nun liegst du so da

Das war die laute Blasmusik – hurrah, hurrah!!
Das war die laute Blasmusik – hurrah, hurrah!!
Das war die laute Blasmusik – fürs Vaterland, der alte Trick
Den Männern bricht er das Genick
Jonny, nun liegst du so da

Herzliche Grüße,
Ihr
Leo Ensel

Lieber Herr Berger,

nach der nochmaligen Lektüre Ihres Textes ist mir auch noch der Refrain eingefallen. Der vollständige Text geht so:

Jonny, nun liegst du so da
(deutsche Übersetzung: Wolf Biermann)

Der Krieg ist aus, du bist zuhaus – hurrah, hurrah!!
Der Krieg ist aus, du bist zuhaus – hurrah, hurrah!!
Der Krieg ist aus, du bist zuhaus, du siehst nicht mehr wie du selber aus
Dein Anblick reißt das Herz mir raus
Jonny, nun liegst du so da

Mit Blei und Schrei und Schrei und Blei – hurrah, hurrah!!
Mit Blei und Schrei und Schrei und Blei – hurrah, hurrah!!
Mit Blei und Schrei und Schrei und Blei – wer hat denn nun wen geschlagen?
Mein Mann, was ist an dir noch dran?
Jonny, nun liegst du so da

Die Arme ab, die Beine ab – hurrah, hurrah!!
Die Arme ab, die Beine ab – hurrah, hurrah!!
Die Arme ab, die Beine ab, du warst einsachtzig groß und stark
Nun passt du in ein Kindergrab
Jonny, nun liegst du so da

Mit Blei und Schrei und Schrei und Blei – hurrah, hurrah!!
Mit Blei und Schrei und Schrei und Blei – hurrah, hurrah!!
Mit Blei und Schrei und Schrei und Blei – wer hat denn nun wen geschlagen?
Mein Mann, was ist an dir noch dran?
Jonny, nun liegst du so da

Sag mir, wo deine Augen sind  – hurrah, hurrah!!
Sag mir, wo deine Augen sind  – hurrah, hurrah!!
Sag mir, wo deine Augen sind, warum hast du mich und das Kind
Allein gelassen in Kältewind
Jonny, nun liegst du so da

Mit Blei und Schrei und Schrei und Blei – hurrah, hurrah!!
Mit Blei und Schrei und Schrei und Blei – hurrah, hurrah!!
Mit Blei und Schrei und Schrei und Blei – wer hat denn nun wen geschlagen?
Mein Mann, was ist an dir noch dran?
Jonny, nun liegst du so da

Das war die laute Blasmusik  – hurrah, hurrah!!
Das war die laute Blasmusik  – hurrah, hurrah!!
Das war die laute Blasmusik – fürs Vaterland, der alte Trick
Den Männern bricht er das Genick
Jonny, nun liegst du so da

Mit Blei und Schrei und Schrei und Blei – hurrah, hurrah!!
Mit Blei und Schrei und Schrei und Blei – hurrah, hurrah!!
Mit Blei und Schrei und Schrei und Blei – wer hat denn nun wen geschlagen?
Mein Mann, was ist an dir noch dran?
Jonny, nun liegst du so da


7. Leserbrief

Hier ein Antikriegslied aus Dänemark

Text im Original und in Übersetzung

HUGORM NEDLÆGGER FORSVARET Songtext

[Vers 1: Simon Kvamm, Morten Gorm , Årni Bergmann , Alle ]

Paraderne sænket,

handskerne på

Nu må det gå som det går
kan ikke blive ved med at slå
kald det en syg fantasy
en vild utopi
Skal alting koste en krig?
naiv for enhver pris
Jeg hedder Simon og jeg påtager mig ansvaret
Jeg hedder Morten og jeg påtager mig ansvaret
Jeg hedder Årni og jeg påtager mig ansvaret
Vi hedder HUGORM og vi nedlægger forsvaret
Vi lægger forsvaret
Vi lægger forsvaret
Vi lægger forsvaret
Vi lægger forsvaret
Vi hedder HUGORM og vi nedlægger forsvaret

Paraderne sænket,
handskerne på 
Så må det gå som the går
Kan ikke blive ved med at slå
Har bare lyst til at sige det
Som ingen tor sige
Skal alting koste en krig
Og jeg har brug fot at blotte mit bryst
Jeg har brug for at mærke en lyst
Jeg mener, jeg kalder chancen
Nå den kalder på mig
Så kald mig bare naiv
Naiv for enhver pris
Jeg hedder Peter og påtager mig ansvar
Jeg hedder Peter og neglægger forsvaret
Vi nedlægger forsvaret
(Wow wow wow, nedlægger forsvaret)
Vi nedlægger forsvaret
Vi hedder HUGORM, og vi nedlægger forsvaret
Nedlægger forsvaret
(Wow wow wow, nedlægger forsvaret)
Vi nedlægger forsvaret
Naiv for enhver pris
Naiv for enhver pris
Naiv for enhver pris
Vi siger wow wow wow wow wow wow wow
Vi lægger forsvaret
(Wow wow wow, nedlægger forsvaret)
Vi lægger forsvaret
Vi hedder HUGORM og vi nedlægger forsvaret
Nedlægger forsvaret
Nedlægger forsvaret
Vi hedder hedder HUGORM og vi nedlægger forsvaret

Die Schilde sind gesenkt,
die Handschuhe angezogen
Jetzt muss es laufen, wie es läuft
Ich kann nicht weiter schlagen
Nenn es eine kranke Fantasie
eine wilde Utopie
Muss alles einen Krieg kosten?
Naiv um jeden Preis
Ich heiße Simon und ich übernehme die Verantwortung
Ich heiße Morten und ich übernehme die Verantwortung
Ich heiße Årni und ich übernehme die Verantwortung
Wir heißen HUGORM und wir legen die Verteidigung nieder
Wir legen die Verteidigung nieder
Wir legen die Verteidigung nieder
Wir legen die Verteidigung nieder
Wir legen die Verteidigung nieder
Wir heißen HUGORM und wir legen die Verteidigung nieder

Die Schilde sind gesenkt,
die Handschuhe angezogen
Dann muss es so kommen, wie es kommt
Ich kann nicht weiter schlagen
Ich möchte es nur sagen
Was niemand sagen will
Muss alles einen Krieg kosten
Und ich muss meine Brust entblößen
Ich muss ein Verlangen spüren
Ich meine, ich nutze die Chance
Nun, sie ruft mich
Dann nenn mich einfach naiv
Naiv um jeden Preis

Ich heiße Peter und übernehme Verantwortung
Ich heiße Peter und lege die Verteidigung nieder
Wir legen die Verteidigung nieder
(Wow wow wow, legen die Verteidigung nieder)
Wir legen die Verteidigung nieder
Wir heißen HUGORM und wir legen die Verteidigung nieder,legen die Verteidigung nieder

(Wow wow wow, legen die Verteidigung nieder)
Wir legen die Verteidigung nieder
Naiv um jeden Preis
Naiv um jeden Preis
Naiv um jeden Preis

youtube.com/watch?v=TQLZjvR9eaM&list=RDTQLZjvR9eaM&start_radio=1

Texte im Video:

En fredeligt handling i en voldsom verden.

Eine friedliche Handlung in einer gewalttätigen Welt.
Et simpelt håb i en kompleks tid.
Eine einfache Hoffnung in einer schweren Zeit.
Det virker dumt at tale om fred i verden, men nogen skal jo gøre det.
Es scheint dumm zu sein von Frieden zu sprechen, aber jemand muss es ja machen.

Meenhard Smit


8. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Jens Berger,

leider muß ich Ihnen, wie so oft, recht geben. Ich möchte auf folgendes hinweisen:
Ich hatte mir schon mehrfach das Antikriegslied von Hannes Wader “Es ist an der Zeit” auf “YouTube” angehört bzw. angesehen. Plötzlich war die Version, die ich bevorzugte ( https://www.youtube.com/watch?v=sYnxLSwQSeI&list=RDsYnxLSwQSeI&start_radio=1 ), nicht mehr vorhanden. Jetzt ist die Version wieder vorhanden. Jedoch  mit Altersbeschränkung. Inzwischen steht dort:  “Jetzt ALTERSBESCHRÄNKUNG für “Es ist an der Zeit” von Hannes Wader”.  Anscheinend ist der jungen Generation die unglaubliche Anzahl an Toten, anzusehen an den unendlich vielen Kreuzen und Grabsteinen in dem Video, nicht zuzumuten, während sie jedoch alle möglichen Spiele auf dem PC, wie “Counter Strike” etc., wo es um das Töten des Gegners geht, spielen dürfen.

Dieses Video sollte verpflichtend sein für alle Schüler, damit sie ungeheuren Ausmaße an Toten, die die Weltkriege hatten, überhaupt erfassen können, wenn dies überhaupt möglich ist, sie aber zumindest eine leise Vorstellung der ungeheuren Todesopfer bekommen.

Doch dies scheint in diesen Zeiten mental nicht angebracht, sonst könnten doch zu viele auf den Gedanken kommen, daß nicht als letztes von ihnen nur ein solches Kreuz oder ein solcher Grabstein eines Gefallenen übrig bleibt.

Bemerkenswert auch einigen Kommentare:

@Asgairsson
vor 3 Jahren

Der Text ist poetisch beiweiten wertvoller als das Original und immer noch so zeitlos notwendig, bedauerlicherweise. Stahlhelm ab dafür.

Dazu ein Gitarrenspiel, das ich nie gekonnt haben werde. Schweigend und schluchzend.

@Liebhaber1966
vor 13 Jahren

Ich habe als ich 19 Jahre alt der Wehrdienst nach diesem Lied verweigert

@Guenter51
vor 4 Jahren

Anscheinend hat YouTube nicht mehr alle Tassen im Schrank! Jedes Mordgesindel darf hier ihre abscheulichen Videos einstellen!!! Aber die engl. Version darf bleiben, trotz der gleichen Bilder?

Der dritte Kommentar gibt nur meine hier geäußerte Meinung wieder.

Und dem zweiten Kommentar kann ich nur recht geben. Auch ich habe den “Kriegs”dienst verweigert. Nicht aus moralischen Bedenken
des Tötens und Ähnliches. Ich wurde während meiner mündlichen Anhörung gefragt, ob ich ein Flugzeug abschießen würden, wenn ich
wüßte, daß dieses Bomben auf meine Stadt abwirft und Freunde und Verwandte tötet. Ich bejahte, denn ich hätte dieses Flugzeug abgeschossen.
“Allerdings” fügte ich hinzu, “entkräftet dies nicht meine Argumentation aus meiner schriftliche Begründung, die ich mit Verweigerung abgegeben
hatte. Dort habe ich geschrieben, daß ich nicht daß billige Bauernopfer für Leute sein will, die Milliarden an Waffen verdienen, währen ich für
einen Hungerlohn diese bedienen soll und dabei schwer verletzt werden oder sterben kann und dies unter Umständen für eine völlig abstruse Idee.”

Gerade heute scheint meine Argumentation richtiger zu sein als sonst jemals. Während einfache Männer in der Ukraine, die sich nicht freikaufen können,
von der Straße weg “bussifiziert” werden und nach kurzer oder gar keiner Ausbildung an die Front geschickt und verheizt werden, verdienen andere
an Korruption (Freikaufgeldern, Waffenverkäufen, Umleitung westlicher Gelder für Waffen usw.) Millionen oder sogar Milliarden.

Die sowjetische Soldaten während des zweiten Weltkriegs hatte wenigsten noch etwas wie eine Idee, für die es sich zu sterben lohnte.
Doch welche Idee soll ein ukrainischer Soldat, der “bussifiziert” wurde, haben?

Mit lieben Grüßen
Hans-Joachim Riegermann

P. S.: Zur Zeit lese ich ein zweites Mal  von “Gerry Docherty & Jim Macgregor – Verborgene Geschichte – Wie eine geheime Elite die Menschheit in den ersten Weltkrieg stürzte.”  ( kulturkaufhaus.de/de/detail/ISBN-9783864454967/Docherty-Gerry/Verborgene-Geschichte)

“Gewidmet den Opfern eines unsagbar Bösen”. Und es nicht die Geschichte eines Europa das scheinbar in den ersten Weltkrieg hineingestolpert ist, wie es uns viele Historiker weismachen wollen, sondern die Geschichte eines Krieges auf den gezielt und planvoll mittels eines Teils des britischen Establishments (natürlich auch mit weitreichenden Verbindungen in die USA) hingearbeitet wurde. Man könnte dies leicht für eine Verschwörungstheorie (Wie spöttelte schon Gabriele Krone-Schmalz: “Kennen Sie den Unterschied zwischen einer Verschwörungstheorie und einer Tatsache? – Ungefähr ein Jahr!”) halten. Doch sind die Autoren Briten, okay, skeptische Schotten, aber keine deutschen Verschwörungstheoretiker. Und sie belegen ihre Behauptungen recht gut. Klar ist aus machtpolitischer Sicht, daß der Aufstieg des Deutschen Reichs ab 1871 britischen Imperialisten ein Dorn im Auge war und einige skrupellose Kräfte derselben (wobei zu der Art des britischen Imperialismus sowieso schon eine gehörige Portion Skrupellosigkeit gehört. Der britische Kolonialismus soll rund 140 Millionen Todesopfer zu verantworten haben, mehr als Adolf Hitler: “Okay, der hatte aber auch weniger Zeit!” Hitler soll sich übrigens am britischen Kolonialismus orientiert haben.) Imperialisten bereit waren, alles zu tun, um den Aufstieg Deutschlands zu verhindern.  Deutschland lief GB den Rang ab und stieg wirtschaftlich zur kontinentalen Supermacht auf. Dem wollten Imperialisten einen Riegel mittels eins Krieges vorschieben. Doch konnten sie das natürlich nicht offen machen, da auch die britische Bevölkerung gegen den Krieg war. Statt dessen wurden jahrzehntelang mittels Propaganda, Geheimverträgen, Bestechung, Manipulation der Politik usw. darauf hingearbeitet.

Weshalb ich dies erwähne? Exakt dieselben Mechanismen und Vorgehensweisen kann man nun im Ukrainekrieg sehen. Vor allem die Bereitschaft, Millionen von Menschenleben für Macht und Profit zu opfern. Meiner Einschätzung nach dürften inzwischen rund 2,5 bis 3 Millionen Ukrainer und 300 000 bis 500 000 Russen ihr Leben verloren haben. Dieselben Kreise (wohlgemerkt: Kreise, nicht Personen. Die Personen wechseln, die Kreise bleiben dieselben. Die verantwortlichen Personen bzgl. des ersten Weltkriegs sind natürlich inzwischen wohl alle verstorben.) ziehen ihre Vorteile und ihren Profit aus dem Krieg. “Die Waffen liefern die Reichen. Die Armen liefern die Leichen!”

Darf man eigentlich, angelehnt an den Urteilen in den Nürnberger Kriegsprozessen, auch die Todesstrafe für Boris Johnson fordern?


Zu Projekt Friedensnoten: „Eiszeit“ – Peter Maffay über die nukleare Katastrophe

9. Leserbrief

Marcus Klöckner und Jens Berger haben interessante Artikel zum Thema Antikriegslieder geschrieben. Da ist das aufrüttelnde Lied “Johnny I Hardly Knew Ye” in verschiedenen Interpretationen. Dann wird da das Lied „Eiszeit“ von Peter Maffay genannt. Gut das sich Peter Maffay in seinem facebook-Post direkt an unsere Kriegstreiber in der Regierung gewandt hat. Davon habe ich aber als Nicht-Facebook-Nutzer nicht mitbekommen. Ich will damit sagen, dass solche Aussagen in den sogenannten “sozialen Medien” keine Breitenwirkung haben. Oder nehmen wir das großartige Lied von Reinhard Mey “Nein, meine Söhne geb ich nicht”. Es wurden in den beiden Artikeln noch andere Künstler genannt. Es ist gut, dass es sie gibt, oder sollte man richtigerweise sagen, gab? Die Lieder von Maffay und Mey sind zwar zeitlos aktuell, aber eben auch einige Jahre alt. 

Wo sind die vielen jungen Liedermacher von heute? In unseren gleichgeschalteten Propagandamedien werden sie natürlich nicht gespielt. 

Sie sind mir aber trotzdem zu ruhig. Vielleicht ist doch die Angst vor Auftrittsverboten zu hoch? Von irgendetwas müssen sie ja leben. Es sind ja nicht nur die jüngeren Künstler, die sich mit Protest zurückhalten. Mir fehlt auch der massenhafte Protest unserer Jugend. Ist ihnen nicht klar, dass sie es sind, die verheizt werden sollen. Nur gegen die Wehrpflicht zu rebellieren, reicht nicht.

Es ist ja schwer, das ist mir klar. Wenn zum Beispiel meine Leserbriefe, die sich gegen diesen Rüstungswahn und Kriegstüchtigkeit richten, in meiner Lokalzeitung nicht mehr veröffentlicht werden, dann kann man schon verzweifeln. Das dürfen wir aber nicht. Dazu passt auch, dass in den ÖRR-Medien keine Kriegsbilder von verwundeten oder getöteten Soldaten gezeigt werden. Harald Schmidt hatte das in seinem Gespräch mit Monika Gruber kurz angesprochen. Ich kann mich noch an die schlimmen Bilder aus dem Vietnam-Krieg erinnern. Sie waren fast täglich präsent. Die Kriegstreiber haben gelernt, das solche Bilder die Wehrbereitschaft nicht gerade fördern würde.

Ulrich Kleinecke


10. Leserbrief

Hallo an die Nachdenkseiten!

Ich lese und unterstütze die NDS schon sehr lange, heute mal mein erster Leserbrief. Ich habe mich sehr über den Artikel „Friedensnoten, Eiszeit – Peter Maffay über die nukleare Katastrophe“ gefreut. Da in dem Beitrag viel aus dem Songtext zitiert wird, hatte ich erwartet, dass auch das seit ca. 2017/18 hinzugekommene „Outro“ Erwähnung findet. Das fehlt aber leider, deshalb hier der Text der sehr intensiven Stelle an der Johannes Oerding auf die Bühne kommt und die neuen, im ursprünglichen Song nicht vorkommenden Zeilen singt:

„Es hat sich nichts verändert, die Eiszeit ist schon wieder so nah,
nur Wenige bringen uns den Frost und Milliarden in Gefahr!
Kalte Kriege, kalte Herrscher, Hass und Gier lassen die Welt erfrier‘n
und die Kinder unsrer Kinder werden fragen ‚Wie konnte das passier’n?‘,
wenn die Erde bricht…“

Diese neuen Zeilen stellen den Bezug zur Gegenwart schon sehr deutlich und bewusst her, sie werten den Song noch einmal sehr auf, wie ich finde!

Gut nachzuhören in diesem Video: Peter Maffay – Eiszeit (Live 2018)

Vielen Dank für die wichtige Arbeit der NachDenkSeiten!

Freundliche Grüße, Christof Kappler


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