Leserbriefe zu „Wagenknecht ein Fall für den Verfassungsschutz? Nordkorea-Sehnsucht im deutschen Journalismus“

Ein Artikel von:


Marcus Klöckner kommentiert hier die Forderung des Hauptstadtkorrespondenten des RedaktionsNetzwerkDeutschland (RND), Markus Decker, die BSW-Politikerin Sahra Wagenknecht durch den Inlandsgeheimdienst der Bundesrepublik beobachten zu lassen. Die Überwachung durch einen Geheimdienst in einem demokratischen System gehöre allerdings „zu einem der schärfsten Schwerter, die ein Staat einsetzen“ könne. Das gelte vor allem für die Bespitzelung von Politikern. Es sei traurig, wenn erklärt werden müsse, dass in einer Demokratie die Politik ihre politischen Gegner auf politischer Ebene zu stellen habe, mit den besseren Argumenten, mit der tragfähigeren Politik. „Politische Ausputzarbeit für ‚die Partei‘ zu leisten“, das sei Aufgabe der Stasi gewesen, habe jedoch nicht Aufgabe des Verfassungsschutzes zu sein. Und: „Journalisten sollten das begriffen haben“. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken für die interessanten E-Mails, die wir dazu bekommen haben. Es folgt nun eine Leserbrief-Auswahl, die Christian Reimann für Sie zusammengestellt hat.


1. Leserbrief

Hallo,

dieser Kommentator erweist sich als hardcore Stasisympathisant.

Deshalb ist offenkundig, wer hier tatsächlich beobachtet werden sollte: Markus Decker !!

Grüße
T. Rath


2. Leserbrief

Guten Tag,

vielleicht ist der besagte Journalist, der mit den Grundrechten anderer herumjongliert, selbst ein Fall für den Verfassungsschutz.

Es gilt die alte Erfahrung, die am lautesten herum krakeelen, unsere Verfassung, unsere Demokratie und weiteren Unseres, nehmen es selbst nicht so genau damit. Um es ganz deutlich zu sagen, jeder, der nicht ins Narrativ passt und von der vorgegebenen Richtung, wer auch immer diese vorgeben mag, abweicht, soll verdächtig sein. Da muss der Verfassungsschutz, wenn nicht gar die Schlapphüte, mit erweiterten, äußerst fragwürdigen Befugnissen zum Schutz unserer, ja was denn eigentlich ran ?

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stöbe


3. Leserbrief

Hallo Herr Klöckner,

zu Ihrem o.g. Artikel passt ein Kommentar aus der heutigen SZ-Online. Unterirdisch!

Dass immer noch sich politisch „links“ verortende Menschen die SZ als substantielle Informationsquelle nutzen, ist mir zunehmend unbegreiflich!

Beste Grüße
Heinz Klauke


4. Leserbrief

Folgende Einlassung von Marcus Klöckner:

“Es ist traurig, dass man es erklären muss: In einer Demokratie hat die Politik ihre politischen Gegner auf politischer Ebene zu stellen – mit den besseren Argumenten, mit der tragfähigeren Politik. Die Geheimdienste haben sich um Bombenbauer zu kümmern – wobei: In Sachen Celler-Loch müssten sie sich dann um sich selbst kümmern.”,

macht mich ebenfalls traurig bezüglich seiner Demokratie-Auffassung, weil er von einem fehl konstruierten System, welches sich “unsere Demokratie” nennt, immer noch erwartet, dass dieses konstruktive Lösungen im Sinne des Gemeinwohls liefern müßte.

Die Nachdenkseiten hatten doch vor geraumer Zeit Prof.R.Mausfeld zu den Pleisweiler Gesprächen eingeladen, der aufgezeigt hat wie es bestellt ist mit dieser “unserer Fassaden-Demokratie”.

Weiterer Denkimpuls: “Sahra Wagenknecht, Getriebene der Macht”

L.G.
Ute Plass

Anmerk. MK: In der zitierten Aussage wird bewusst und aus „Gründen“ die Perspektive einer naiven demokratietheoretischen Betrachtung eingenommen. Die realen Verhältnisse sind bekannt, nachzulesen etwa in diesem Beitrag.


5. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Klöckner,

für mich ist das BSW leider mit der Ankündigung, mit der AfD gemeinsame Sache zu machen, unwählbar geworden. Frau Wagenknecht macht sich damit zum Steigbügelhalter der Rechten, eigentlich hatten wir so etwas in der Geschichte schon. Nur leider wird daraus wohl nichts gelernt.

Eines hat mir jedoch in Ihrem Artikel massiv missfallen. Die NDS legen ja immer so viel Wert darauf, dass Anschuldigungen, insbesondere gegen Russland, auch belegbar sein müssen. Sie jedoch behaupten mit dem Satz “Die Geheimdienste haben sich um Bombenbauer zu kümmern. Wobei: In Sachen Celler Loch müssten sie sich dann um sich selbst kümmern.” dass die Vorfälle am Leipziger Flughafen eine Inszenierung westlicher Geheimdienste sei. Wo sind da Ihre Belege? Auch wenn es um Anschuldigungen gegen die USA geht, nehmen es die NDS mit Belegen nicht sehr genau. Das ist die gleiche Heuchelei, die Sie westlichen Politikern vorwerfen. Machen Sie es bitte zukünftig besser!

Freundliche Grüße
Martin Boremann

Anmerk. MK: Dass dem in Leipzig so “ist“, steht nicht im Artikel.


6. Leserbrief

Liebe NDS-Redaktion,

steht dauernd wer vor deinem haus
mach dir nichts draus, mach dir nichts draus
wahrscheinlich bist du radikal
verflixt nochmal, verflixt nochmal
und machst du einen kleinen schritt
die kriegen das mit, die kriegen das mit.
frag nicht beleidigt was das soll
es ist ja nur zu deinem Wohl
drum schlaf schön ein und gute Nacht
wir werden alle überwacht
kein Grund, dass man sich Sorgen macht
wir werden alle überwacht
mach Augen, Mund und Ohren zu
dann lässt man dich vielleicht in Ruh
doch wenn man dauernd aufbegehrt
das ist verkehrt, total verkehrt…

(Georg Danzer 1979, Wir werden alle überwacht)

Viele Grüße
Michael Wrazidlo


7. Leserbrief

Guten Tag Herr Klöckner,

ich gehe davon aus, das Narrativ der Querfront im neuen Gewand wird kultiviert. Anfangs über Kommentare linientreuer Medien wird der Bevölkerung das Narrativ schmackhaft gemacht. Je erfolgreicher es in möglichst weiten Teilen verfängt, kann dazu übergegangen werden, in die Tat zu schreiten, sprich Verbote werden verhängt. Die linientreue, verängstigte Bevölkerung ist dem Staat dafür dankbar, dass sie von ihm geschützt wird. Konservative FAZ-Leser, tapfere Grünen-Stammwähler und weitere Systemstreber haben die 10 Gebote der Kriegspropaganda nach Arthur Ponsoby verinnerlicht. Irgendwann hat der Spuk ein Ende. Die Frage, die ich mir stelle, was wird der Preis hierfür sein. Eines ist für mich sicher, die nachwachsenden Generationen machen Vorwürfe, und die Zeitzeugen müssen sich arrangieren. Kommt das einem bekannt vor?

Der von Ihnen aufgegriffene Kommentar von Markus Decker erscheint im Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Bei Wikipedia liest man zur Eigentümerstruktur und Geschäftsmodell des RND:

Die RND Redaktionsnetzwerk Deutschland GmbH (Eigenschreibweise RedaktionsNetzwerk Deutschland, kurz rnd bzw. RND) mit Sitz in Hannover ist die Redaktion für überregionale Inhalte der Verlagsgesellschaft Madsack GmbH & Co. KG. Deren größte Kommanditistin mit einem Anteil von 23,1 % ist die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft, das Medienbeteiligungsunternehmen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). …

Das RND versorgt nach eigenen Angaben mehr als 100 Partner mit Inhalten für Tageszeitungen bei einer täglichen Gesamtauflage von mehr als 2,5 Millionen Exemplaren und einer Reichweite von rund 8,5 Millionen Lesern am Tag. Es koordiniert auch Recherchen verschiedener Medien.

Das RND wurde 2013 als zentrale Mantelredaktion der Madsack Mediengruppe gegründet, zunächst um die verlagseigenen Tageszeitungen sowie externe Titel mit überregionalen Inhalten zu versorgen und Zeitungsseiten zu produzieren. Inzwischen übernimmt das RND diese Dienstleistung auch für Nachrichtenportale von Tageszeitungen.

Deutschland ist ein Parteienstaat. Neue Parteien haben sich zu entscheiden, sollen und wollen sie „dauerhaft“ in der Parteienlandschaft agieren, gilt es, sich anzupassen. Die Grünen haben es beherzigt; spätestens mit Joschka Fischer in Amt und Würden war es vollbracht. Die AfD scheint widerborstig zu sein, daher gilt „Und bist du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt.“. Das BSW springt bei der Zeitenwende aus der Reihe, doch für die nervösen Herrschenden besteht die berechtigte Hoffnung, die Fünfprozenthürde löst das Problem. Anfang Januar 2026 wurden in einem Kommentar der Allgemeinen Zeitung Mainz die Mitglieder des BSW als ungenierter Haufen verkrachter Existenzen und rechts-links Populisten gelabelt. Das war für mich der erfolgreiche Beginn, das BSW zur anstehenden Landtagswahl in Rheinland-Pfalz im März 2026 zu desavouieren. Wenn es nicht so traurig und bedrohlich wäre, könnte auf die Hilflosigkeit linientreuer Journalisten mit Heiterkeit reagiert werden.

Friedliche Grüße
Jan Schulz


Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten

Die NachDenkSeiten freuen sich über Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen Länge und mit einem eindeutigen Betreff.

Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:

Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer „Gebrauchsanleitung“.

Rubriken:

Leserbriefe

Schlagwörter:

Neu: unterstützen leicht gemacht

Unabhängiger Journalismus braucht unabhängige Finanzierung

Die NachDenkSeiten sind für eine kritische Meinungsbildung wichtig, das sagen uns sehr, sehr viele – aber sie kosten auch Geld. Deshalb bitten wir Sie, liebe Leser, um Ihre Unterstützung. Herzlichen Dank!

Jetzt unterstützen

Beitrag versenden

Sie kennen jemand der sich für diesen Beitrag interessieren könnte?
Dann schicken Sie ihm einen kleinen Auszug des Beitrags über dieses Formular oder direkt über Ihr E-Mail-Programm!