Hinweise des Tages

Ein Artikel von:

Hier finden Sie einen Überblick über interessante Beiträge aus anderen Medien und Veröffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)

Bitte beachten Sie: Wir weisen in den Hinweisen des Tages ausschließlich auf kostenlose Artikel hin. Es kann im weiteren Verlauf trotzdem vorkommen, dass Sie auf Texte stoßen, die sich hinter einer Bezahlschranke befinden. Der Grund dafür: Anbieter von Artikeln haben den kostenlosen Zugang nachträglich eingeschränkt oder/und in kostenpflichtige Angebote umgewandelt.

Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:

  1. Russlands neues Afghanistan?
  2. „Moskaus Mitschuld am Weltkrieg“
  3. London und Kyjiw schließen Abkommen zur militärischen Nutzung von KI
  4. Alle Zeichen auf »Weiter so«
  5. Wie Trump versuchte, den Chef der iranischen Revolutionsgarde zu bestechen
  6. In Erdoğans Friedensplan kommt das Wort «Kurde» nicht vor
  7. Die Likud-Partei feiert das Böse: Warum stellen sich israelische Politiker gern als Bösewichte dar?
  8. Große Milliardendeals: US-Investoren kaufen sich bei der deutschen Industrie ein
  9. Die digitale Welt des Silicon Valley und ihre Gefahren aus psychoanalytischer Sicht
  10. Sozialforum in Cotonou: Agnoletto: „Afrika baut Widerstand gegen den globalen Neoliberalismus auf“
  11. Faktenchecken war gestern, jetzt wird das kritische Milieu auseinandergenommen
  12. Slawa Ukrajini? Jedem das Seine?
  13. Zeitung gegen den Krieg – Herbst 2026
  14. „Autsch, das schmerzt“: Ein Bekannter entdeckt Fehler in Kowalczuks Buch „Freiheitsschock“
  15. Geheime Corona-Sitzung: Warum waren die Krankenhäuser leer?
  16. Das Letzte: Selbstständig gemacht: Ex-SPD-Abgeordneter Michael Roth berät Lottogesellschaften

Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Verantwortlich für die Richtigkeit der zitierten Texte sind die jeweiligen Quellen und nicht die NachDenkSeiten. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.

  1. Russlands neues Afghanistan?
    Westliche Kommentatoren unterstellen Wladimir Putin gerne neokoloniale Ambitionen und hoffen, der andauernde Ukraine-Krieg werde in den Kollaps Russlands münden, so wie Ende der Achtzigerjahre der Krieg in Afghanistan den Niedergang der Sowjetunion beschleunigt hatte. Damals erwiesen sich handlungsunfähige Polit-Greise wie Leonid Breschnew, Juri Andropow und Konstantin Tschernenko als unfähig, die politische und wirtschaftliche Krise zu überwinden und den Krieg zu beenden. Doch die Voraussetzungen heute sind fundamental anders als damals.
    Wenn am 18. bis 20. September in Russland 450 Abgeordnete von Staatsduma und Föderationsversammlung gewählt werden, werden nicht wenige westliche Presseerzeugnisse die sattsam bekannten Narrative benutzen, wonach Putin unbedingt noch Jahre an der Macht blieben möchte, um den territorialen Bestand der Sowjetunion wiederherzustellen oder zumindest, um in den Nachbarländern gefügige Regierungen an die Macht zu bringen. Das aber würde den Erfahrungen der Generation widersprechen, welche den Niedergang der Sowjetunion noch selbst miterlebt hat und heute in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft eine führende Rolle spielt.
    Quelle: Globalbridge

    dazu auch: Andrej Bezrukov: Der neue Krieg und was wir tun sollten
    Der Autor des Artikels. Andrej Bezrukov, ist ein kühler Analytiker der russischen Gegebenheiten und äußert sich immer wieder zu möglichen Entwicklungen seines Landes. Schon im Juni Jahres hatte er auf dem Petersburger Wirtschaftsforum mit einer fulminanten Rede Aufsehen erregt, die er praktisch aus dem Stegreif hielt.
    Im folgenden Artikel geht er auf eine Vielzahl von Fragen ein, vor denen die russische Gesellschaft steht: Das Verhältnis zu den USA, Wirtschaft, Bildung, Demografie, Möglichkeiten und Notwendigkeiten der Verlagerung des Schwerpunktes des Landes nach Sibirien, die Rolle Chinas, nachhaltige wirtschaftliche Souveränität. Die Aufzählung ist nicht vollständig. Die größte Herausforderung dabei: Alle diese Aufgaben muss Russland praktisch gleichzeitig lösen, und das unter den Bedingungen gewaltiger Sanktionen und eines Krieges, den der Westen im besten Falle ewig am Laufen halten will.
    Der Duktus des einleitenden Absatzes zeigt, dass der Beitrag für das russische Publikum geschrieben wurde, was dem Leser einen im Westen inzwischen seltenen Einblick erlaubt.
    Quelle: Seniora.org

  2. „Moskaus Mitschuld am Weltkrieg“
    Eine führende deutsche Tageszeitung öffnet sich für die Relativierung der deutschen Alleinschuld am Zweiten Weltkrieg. Wie es in einem ganzseitigen Beitrag heißt, den die einflussreiche Frankfurter Allgemeine Zeitung in der vergangenen Woche veröffentlichte, habe die Sowjetunion – „diktiert von dem Bedürfnis nach Krieg in Europa“ – per Unterzeichnung des deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrags am 23. August 1939 „grüne[s] Licht“ für den deutschen Überfall auf Polen gegeben. Dies erst habe „die destruktive Entfaltung“ der „gleichsam instinktiven Disposition“ von Adolf Hitler zum Krieg „ermöglicht“; „ein vorsätzlich handelnder Stalin“ habe sich dadurch „mitschuldig“ am Zweiten Weltkrieg gemacht. Der Autor des Textes, der Historiker Manfred Kittel, sorgte bereits vor Jahren für Schlagzeilen, als in der Berliner Staats-Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung unter seiner Leitung drastisch revisionistische Tendenzen zutage traten. Aktuell beklagt Kittel „Stalins Mittäterschaft beim Entfesseln des Krieges 1939“ und will eine „fatale Rolle des russischen Imperialismus klar und deutlich […] benennen“ – bis heute. Bereits 2025 hatte er Russlands Krieg gegen die Ukraine zum „Vernichtungskrieg“ erklärt.
    Quelle: German Foreign Policy
  3. London und Kyjiw schließen Abkommen zur militärischen Nutzung von KI
    Die Ukraine setzt KI in ihrem Verteidigungskampf gegen Russland ein, um Drohnen zu steuern, Ziele für Angriffe festzulegen oder groß angelegte Einsätze zu koordinieren. Laut einer Mitteilung der britischen Regierung sollen Daten aus den Kampfeinsätzen demnächst in Großbritannien getestet werden, um militärische Einrichtungen, Flughäfen, Schienennetze, Kraftwerke sowie Gefängnisse zu schützen.
    Die Ukraine überlässt Großbritannien dazu einen Datensatz mit Millionen Aufnahmen vom Schlachtfeld. Dieser unter dem Namen »Rächer« bekannte Datensatz wird im Augenblick genutzt, um autonome ukrainische Drohnen zu trainieren. London sprach von einer »Goldmine«.
    Im Gegenzug wird das Vereinigte Königreich den Angaben zufolge die Ukraine durch seine Universitäten, Wissenschaftler und Technik-Unternehmen wie auch durch sein »KI-Ökosystem« unterstützen.
    Quelle: DER SPIEGEL
  4. Alle Zeichen auf »Weiter so«
    Zum 35. Jahrestag der ukrainischen Unabhängigkeit hat Staatspräsident Wolodimir Selenskij gefordert, Russland müsse »auf die Knie gezwungen« werden. In einem 20minütigen Video, das am Montag veröffentlicht wurde, sagte Selenskij, die Ukraine sei zu einem militärischen Giganten geworden, der russische Soldaten »zu Dünger« mache. Wladimir Putin und das russische Volk hätten die Hartnäckigkeit unterschätzt, mit der die Ukrainer um ihre Unabhängigkeit kämpften.
    Bundeskanzler Friedrich Merz revanchierte sich mit dem Kompliment, die Ukraine führe einen »beispielhaften Freiheitskampf«. Bundesaußenminister Johann Wadephul sagte am Montag morgen im Deutschlandfunk, andere Länder sollten »ebenso ins Risiko gehen wie Deutschland«. Gleichzeitig räumte Wadephul ein, dass Berlin ebenso wie der ganzen EU derzeit keine weiteren diplomatischen Druckmittel auf Russland mehr zur Verfügung stünden. Die Bundesregierung sei im Gespräch mit Ländern wie der Türkei und Ägypten, die »noch Gesprächskanäle nach Moskau« hätten. Der Außenminister rief auch die deutschen Kommunen auf, der Ukraine eventuell noch bei ihnen vorhandene Stromerzeuger und Wasserbehälter zu spenden. Die Ukraine brauche dieses Gerät derzeit dringender.
    Quelle: Reinhard Lauterbach in junge Welt
  5. Wie Trump versuchte, den Chef der iranischen Revolutionsgarde zu bestechen
    Eine Quelle von Transition Procol*, wie wir hier live enthüllten, ist unmissverständlich: Der Präsident der USA – obwohl er den Krieg gegen den Iran unzählige Male “gewonnen” hat, zumindest was das laute Geschrei angeht – unternahm einen groß angelegten Versuch, den Befehlshaber der Revolutionsgarde (IRGC), General Ahmad Vahidi, und hochrangige iranische Militärführer durch enorme finanzielle Anreize dazu zu bringen, mit der Regierung in Teheran zu brechen. (…)
    Es ist kein Wunder, dass ein krasser Neo-Crassus in War-a-Lago/Washington tatsächlich glaubte, ein kampferprobter Militärführer – und die Leute um ihn herum – könnten das Schicksal eines Zivilisationsstaates für ein bloßes Bestechungsgeld verkaufen und dazu verleitet werden, überzulaufen, sich abzuwenden oder einen Regime Change zu ermöglichen.
    Die gleiche Methode wie in Venezuela anzuwenden, bedeutet, dass die Trump-Regierung tatsächlich glaubte, sie ließe sich auf den Kontext des schiitischen Iran übertragen. Das beweist einmal mehr ein erstaunliches Maß an kultureller Dummheit.
    Quelle: Pepe Escobar auf RT DE
  6. In Erdoğans Friedensplan kommt das Wort «Kurde» nicht vor
    Ein Abkommen zwischen der Türkei und dem Kurdenführer Öcalan besiegelt zwar das Ende des Kriegs – den Frieden jedoch nicht.
    Der 10. August hätte in der Türkei zu einem seltenen historischen Moment werden können, als die stärksten Männer im Land versprachen, eine neue Seite im hundertjährigen Konflikt mit der kurdischen Minderheit aufzuschlagen und Frieden mit ihr sowie mit sich selbst zu schliessen. Während zweieinhalb Jahren liefen bereits die Verhandlungen zwischen dem türkischen Staat und dem auf der Insel Imrali vor der Küste Istanbuls inhaftierten Kurdenführer Abdullah Öcalan sowie der pro-kurdischen DEM-Partei.
    Quelle: Infosperber
  7. Die Likud-Partei feiert das Böse: Warum stellen sich israelische Politiker gern als Bösewichte dar?
    Israelische Politiker, insbesondere aus der Likud-Partei, bedienen zunehmend Bilder und eine Rhetorik, die mit Grausamkeit und Böswilligkeit assoziiert werden. Dazu gehören zum Beispiel Äußerungen von Likud-Politikern und anderen rechten Persönlichkeiten über Praktiken, die gegen palästinensische Häftlinge angewendet werden. So prahlte Minister Itamar Ben-Gvir damit, dass er die Essensrationen der Gefangenen auf das Minimum herabgesetzt habe. Soldaten, denen mutmaßliche Misshandlungen von Gefangenen vorgeworfen werden, werden mit Äußerungen verherrlicht, die Palästinenser entmenschlichen. Ben-Gvir forderte, dass jeden Tag 30-40 Palästinenser in Gaza getötet werden sollten. Netanjahus „Super-Sparta“-Rede wirft ein Licht auf die Ursachen für diese bösartigen Klischees.
    Quelle: BIP-Aktuell
  8. Große Milliardendeals: US-Investoren kaufen sich bei der deutschen Industrie ein
    In den USA beheimatete Investoren suchen zunehmend nach Geldanlagen im Ausland. Dabei steht einer Datenanalyse zufolge auch verstärkt die deutsche Industrie auf der Einkaufsliste. Dafür gibt es mehrere Gründe.
    US-Investoren nehmen offenbar verstärkt deutsche Industrieunternehmen ins Visier. Im vergangenen Jahr sei es insgesamt zu 76 Übernahmen und Beteiligungen an deutschen Industrie- und Fertigungsunternehmen durch US-Akteure gekommen, berichtet das “Handelsblatt” unter Berufung auf eine Auswertung des Finanzdatenanbieters Pitchbook. Dabei handle es sich um den höchsten Wert seit Beginn der Auswertung im Jahr 2022.
    Quelle: n-tv
  9. Die digitale Welt des Silicon Valley und ihre Gefahren aus psychoanalytischer Sicht
    In seinem Buch „Menschlichkeit in digitalen Zeiten – Warum wir ohne lebendige Wirklichkeit nicht leben können“ warnt Joachim Bauer vor dem totalitären Zugriff auf den Menschen in digitalen Zeiten. Digitalisierung und Transhumanismus führten zu Neurotisierung, Verunsicherung und gesellschaftlichen Spaltungstendenzen. Dies seien nicht nur Nebenwirkungen der Digitalisierung, sondern Teil der im Silicon Valley beheimateten Strategie. Ein Plädoyer für Menschlichkeit und für Lust und Freude an der Körperlichkeit.
    Quelle: Gela-News
  10. Sozialforum in Cotonou: Agnoletto: „Afrika baut Widerstand gegen den globalen Neoliberalismus auf“
    Aus Benin kommt eine Botschaft, die weit über die Grenzen Afrikas hinausreicht: Frieden lässt sich nicht von sozialer Gerechtigkeit, dem Schutz des Landes und der Befreiung der Völker von neuen Formen des wirtschaftlichen Kolonialismus trennen. Dies ist die Erkenntnis, die sich aus dem XVII. Weltsozialforum in Cotonou ergibt. Bei dieser Veranstaltung kamen Hunderte afrikanische Organisationen und internationale Bewegungen zusammen, die sich gegen Rohstoffraub, Kriege und Neoliberalismus engagieren.
    Zu den Hauptakteuren des Forums gehörte Vittorio Agnoletto, der langjährige Sprecher des Genua-Sozialforums. Er schildert, wie Afrika heute eine der fortschrittlichsten Keimzellen für eine neue Annäherung zwischen Bauern-, Gewerkschafts-, Umwelt-, Frauen- und Friedensbewegungen darstellt. Eine Annäherung, die gerade wegen ihrer politischen Kraft bereits vor der offiziellen Eröffnung der Veranstaltung mit Repression seitens der beninischen Behörden konfrontiert war.
    Quelle: pressenza
  11. Faktenchecken war gestern, jetzt wird das kritische Milieu auseinandergenommen
    Der Deutschlandfunk diente kürzlich den mit Steuergeld gekauften Wissenschaftlern des Wahrheitskomplexes als Verkündungsorgan ihrer neuesten Masche. Nachdem bisher der Schwerpunkt darauf lag, mit sogenannten Faktenchecks und dem sogenannten Prebunking Menschen, welche den Regierenden noch vertrauen, gegen Botschaften des kritischen Milieus unempfänglich zu machen, rückt nun das kritische Milieu selbst in den Fokus.
    Quelle: Norbert Häring

    Anmerkung unserer Leserin S.P.: hier ein, wie ich finde, sehr lesens- und empfehlenswerter Artikel von Norbert Haering. Die Vita und Vernetzungen der ‘verlinkten’ Herrschaften (und weitere Links im Text) anzusehen, lohnt sich, meines Erachtens, ebenfalls. Es ist doch immer wieder bemerkenswert, was alles getan wird, um ‘Teile und Herrsche’ nie aus den Augen zu verlieren. In meinen Augen hingegen: wieder ein perfektes Beispiel für die kognitive Kriegsführung gegen die eigene Bevölkerung.

  12. Slawa Ukrajini? Jedem das Seine?
    Nicht zu fassen: Der Bundeskanzler grüßt auf X mit ukrainischem Gruße, als sei das das Normalste von der Welt. Bei anderen historisch belasteten Phrasen gilt das ganz und gar nicht als normal.
    Friedrich Merz ist eine gescheiterte Kanzlerexistenz – eine, die offenbar längst jegliche Bodenhaftung verloren hat. Nun hat er – sein Social-Media-Stab in seinem Namen – bei X klargemacht, wie sehr ihm die Ukraine am Herzen liege. Ein kurzes Video zeigt einen Zusammenschnitt deutsch-ukrainischer Freundschaft, darübergelegt: Eine kurze Ansprache des Kanzlers. Darüber zu lesen: »Slawa Ukrajini! Слава Україні!«
    Frage: Wie tief kann ein deutscher Bundeskanzler eigentlich sinken? Friedrich Merz‘ Antwort: »Ja!« »Slawa Ukrajini!« – übersetzt: Ruhm der Ukraine! Ist doch nett, dass der Regierungschef eines fremden Landes so viel Ruhmreiches für ein anderes Land erübrigt, könnte man nun einwenden. Aber ist das seine Aufgabe? Wird er dafür vereidigt? Doch wen interessiert schon dieser leidige Amtseid? Nun ist dieser Gruß auf Ukrainisch historisch vorbelastet. Die ukrainischen Faschisten begrüßten sich auf diese Weise. Dazu hoben sie den rechten Arm – man kannte diese Form der Begrüßung auch auf deutschem Boden. Dort wünschte man jedoch nicht dem Land Ruhm – oder Heil –, sondern dem Mann an der Spitze dieses Landes.
    Quelle: Roberto De Lapuente auf Overton Magazin
  13. Zeitung gegen den Krieg – Herbst 2026
    Quelle: ZgK Ausgabe Nr. 63 (PDF)
  14. „Autsch, das schmerzt“: Ein Bekannter entdeckt Fehler in Kowalczuks Buch „Freiheitsschock“
    Kowalczuk gilt als wichtiger Kenner der DDR-Geschichte und wird bald wieder omnipräsent sein, wenn Medien die Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern deuten. Unser Autor kennt ihn seit 1990 – und hat Zweifel an seinen Thesen […]
    Von alledem ausgehend schaue ich nun auf Kowalczuks Debattenverhalten, seinen Umgang mit Andersdenkenden: In Katja Hoyers Diesseits der Mauer komme der Staat überhaupt nicht vor, sagte er einmal. Ich habe es stichprobenartig überprüft: Es stimmt nicht. Dirk Oschmann behaupte in Der Osten: eine westdeutsche Erfindung, alle Ostdeutschen seien so wütend wie er. Stimmt ebenfalls nicht. Er habe mit seinen Vorstellungen die Debatte intellektuell um Jahre „zurückgeworfen“ – doch Debatten haben kein vorherbestimmtes Ziel.
    Was nun Kowalczuks Eloquenz betrifft, hier nur ein Satz aus einer Besprechung: Christoph Links‘ Buch Verschwundene Verlage sei „ein Denkmal für die Verschwundenen, deren Lücken nicht nur bis 1989, sondern im übertragenen Maße bis heute schmerzen“. Autsch, das schmerzt wirklich.
    Fazit: Man verteidigt Freiheit und Demokratie nicht mit Verfälschungen und unbewiesenen Behauptungen. In seinen Geschichtsdarstellungen und Immer-feste-druff-Polemiken nutzt Kowalczuk die Methoden genau jener gesellschaftlichen Strömung, gegen die er nach eigenem Bekunden ankämpft. Warum ihm trotzdem so viele folgen, wäre noch zu klären.
    Quelle: der Freitag
  15. Geheime Corona-Sitzung: Warum waren die Krankenhäuser leer?
    Interne Dokumente zeigen, wie die Corona-Enquetekommission bei brisanten Themen ins Schwimmen kommt. Manches ist gar dubios.
    Ein Sitzungssaal im Paul-Löbe-Haus, Kameras aus, Mikrofone stumm. Was hier passiert, wird offiziell erst nach Ende der Wahlperiode aktenkundig. Die Berliner Zeitung hat trotzdem einen exklusiven Einblick in sogenannte nichtöffentliche Sitzungen der Corona-Enquetekommission des Bundestags erhalten.
    Die Corona-Enquetekommission des Bundestags gilt gemeinhin als zahnloser Tiger. Die öffentlichen Sitzungen folgen fast immer demselben Drehbuch: Auf der einen Seite Vertreter der etablierten Parteien, die lieber mauern als aufklären. Auf der anderen Seite ein paar unbequeme Sachverständige, die meisten von ihnen von der AfD benannt.
    Herausgekommen ist dabei bislang wenig – meist bleibt es beim Schaulaufen, echter Erkenntnisgewinn ist eher die Ausnahme. Ganz anders verläuft es hinter verschlossenen Türen, wo offenbar immer wieder die Fetzen fliegen – und erstaunliche Dinge werden zutage gefördert.
    Quelle: Berliner Zeitung
  16. Das Letzte: Selbstständig gemacht: Ex-SPD-Abgeordneter Michael Roth berät Lottogesellschaften
    Der ehemalige SPD-Abgeordnete Michael Roth hat einen neuen Job. Mit seiner Beratungsfirma hilft er dem Lotto- und Totoblock.
    Der frühere SPD-Außenpolitiker Michael Roth wechselt ins Beratergeschäft: Wie der “Stern” berichtet, berät der langjährige Bundestagsabgeordnete ab dem 1. Oktober den Deutschen Lotto- und Totoblock (DLTB), den Zusammenschluss der 16 Landeslotteriegesellschaften. Auf Nachfrage bestätigte Roth das Engagement gegenüber dem Magazin.
    Beruflich hat sich der ehemalige Außenpolitiker Roth mit der Freedomfighter GmbH selbstständig gemacht, einer Beratungsfirma für internationale und europäische Themen. In diesem Rahmen werde er künftig die deutschen Lottogesellschaften unterstützen –unter anderem bei europarechtlichen Fragen rund um das Glücksspielmonopol sowie bei der bevorstehenden Überarbeitung des Staatsvertrags, erklärte er.
    Quelle: t-online

    dazu auch: Frühere Außenministerin: Baerbock wird nach Medienberichten Professorin an der New Yorker Columbia University
    Die frühere Bundesaußenministerin und scheidende Präsidentin der UNO-Vollversammlung, Baerbock, wechselt nach Medienberichten im Herbst zur New Yorker Columbia University.
    Dort wird die 45-Jährige laut dem Portal „Table Briefings“ Professorin für Global Leadership und befasst sich mit Fragen der internationalen politischen Führung. Baerbock wird zudem Co-Chefin des entsprechenden Masterprogramms. Ihre Vollzeitstelle ist auf drei Jahre angelegt und praxisorientiert, also keine klassische Forschungsprofessur.
    Quelle: Deutschlandfunk

Rubriken:

Hinweise des Tages

Schlagwörter:

Neu: unterstützen leicht gemacht

Unabhängiger Journalismus braucht unabhängige Finanzierung

Die NachDenkSeiten sind für eine kritische Meinungsbildung wichtig, das sagen uns sehr, sehr viele – aber sie kosten auch Geld. Deshalb bitten wir Sie, liebe Leser, um Ihre Unterstützung. Herzlichen Dank!

Jetzt unterstützen

Beitrag versenden

Sie kennen jemand der sich für diesen Beitrag interessieren könnte?
Dann schicken Sie ihm einen kleinen Auszug des Beitrags über dieses Formular oder direkt über Ihr E-Mail-Programm!