Leserbriefe zu „Wir müssen mehr Ambiguitätstoleranz wagen!“
In diesem Essay plädiert Jens Berger dafür, mehr „Ambiguitätstoleranz“ zu wagen. Gemeint sei damit die Fähigkeit, Mehrdeutigkeit, Widersprüche und Unsicherheiten auszuhalten, ohne sofort in einfache Erklärungsmuster zu flüchten. Wer diese Widersprüche toleriere, akzeptiere, dass die Welt komplex sei. Gefragt wird, ob es nicht „bittere Ironie“ sei, dass gerade diejenigen, die sich selbst als aufklärerisches Bollwerk der Demokratie gegen den Autoritarismus verstehen, sich mit autoritären Mitteln vor jeglicher inhaltlichen Debatte abschotten. „Ambiguitätstoleranz“ sei eine Lösung. Sonst werde es nichts mehr mit „unserer schönen Demokratie“ in der Gesellschaft. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken für die interessanten Zuschriften, die wir hierzu erhalten haben. Es folgt nun eine Auswahl der Leserbriefe, die Christian Reimann für Sie zusammengestellt hat.
1. Leserbrief
Lieber Herr Berger,
ihr Beitrag ist ein Appell an die Vernunft.
Ihr Ausgangspunkt muss daher wohl lauten, unsere Gesellschaft sei unvernünftig.
Ich füge hinzu, die Gesellschaft wird von irrationalen Mechanismen beherrscht, wie wir sie aus Corona (und aus der ehemaligen Sowjetunion) kennen.
Ein Appell der “Vernünftigen” an die “Unvernünftigen” – es lebe die Vernunft!
Liegt das Problem nicht darin, dass die Kategorie der Vernunft menschlichem Verhalten völlig unangemessen und die Aufklärung ihrerseits ein Glaubensgebäude ist?
Ist – um Sie als Ökonomen anzusprechen – homo oeconomicus – nicht ein Kloon des autonomen Individuums der Aufklärung?
Und welchen Anteil hat demnach die Aufklärung am Neoliberalismus als angeblichem Höhepunkt menschlicher Entwicklung, nach dem angeblich die ganze Welt sich sehnt – sich sehnen muss, wenn sie “vernünftig” wäre? So der Neoliberalismus westlicher Gesellschaften, der sich hochrüstet zur Verteidigung der Vernunft – gerne auch als Angriff.
Appelle an die Vernunft sind … – die Schlussfolgerung überlasse ich Ihnen.
Mfg
Erik Jochem
2. Leserbrief
Hallo Herr Berger,
liebe NDS-Redaktion,
“Ambiguitätstoleranz” – musste ich erstmal nachschlagen. 🙂
Die Vorwürfe gegen euch sind ja nicht neu – derselbe Professor hat sie 2023 mit oder in der ZEIT schon mal erhoben. (Harald Neuber hat am 13. Dez. 2023 einen Beitrag dazu auf Telepolis verfasst).
- Demokratischere Verhältnisse sind Verhältnisse, in denen mehr Personen ihre Absichten durchsetzen als bisher. Von einem bestimmten Stadium an heißt Absichten durchsetzen, sich selbst regieren. (Ich brauche kein betreutes Lesen oder Denken, ich bin schon groß. Was Campact macht, ist übergriffig).
- Schreibende haben Schwierigkeiten mit Obrigkeiten. Guter Stil zeichnet sich durch Deutlichkeit aus. Obrigkeit hat kein Interesse an Deutlichkeit.
- Texte werden verboten, weil Wörter gefährlich werden können für Verbieter. Die Gefährlichkeit von Wörtern kommt aus ihrer Überzeugungskraft. Die Überzeugungskraft kommt aus der Übereinstimmung mit der Wirklichkeit. (Alles Gründe, warum die NDS schon über einen langen Zeitraum gelesen werden).
Campact hat auch einige Tochterunternehmen, die staatlich gefördert werden. Da Campact sich in den Wahlkampf einmischt (und solch eine Einmischung Geld kostet), wäre es vielleicht interessant, die Geldflüsse transparent zu machen. Wohin das Geld fließt, wofür es verwendet wird.
Mit lieben Grüßen
Michael Wrazidlo
3. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Berger, sehr geehrtes NachDenkSeiten-Team
Sie haben in dem Artikel sehr gut und sehr freundlich, offen und entgegenkommend beschrieben, was in diesem Land medienpolitisch im Argen liegt.
Ambiguitätstoleranz ist das mindeste was man in einer Demokratie erwarten können sollte, da die Forderung nach Wahrhaftigkeit derzeit leider unrealistisch erscheint.
Es geht vielen Akteuren, insbesondere denen des Mainstreams, offensichtlich leider nicht um einen Wettstreit der Ideen und um Wahrhaftigkeit sondern, man muss es so deutlich sagen, um Verschwörungstheorien und Desinformation und um Diffamierung und letztlich Kriminalisierung Andersdenkender und deren Meinungsäußerungen.
Sie verweisen zurecht auf die Praxis der unterkomplexen Etikettierungen und die wenig hilfreichen Schlagworte (wie z.B. rechts/links, garantiert rechtsradikal, völkerechtswidriger Angriffskrieg) zum Verständnis komplexer Problemlagen in den Leitmedien, die aber offensichtlich nur der Stimmungsmache und Propaganda für die Interessen der hier oder sonstwo Herrschenden dienen.
Mit diesen Etikettierungen wollen sie letztlich nur ihre Deutungshoheit manifestieren bzw. zurückgewinnen. Dem kann man nur mit stichhaltiger Argumentation und mit Verweis auf offensichtliche Tatsachen serieus begegnen. Dafür ist aber nicht immer und überall Zeit und Raum wie z.B. in diesem Lesermail, das ja nicht die ganze aktuelle Diskurssituation dementsprechend aufschlüsseln kann, um die entsprechenden Nachweise zu erbringen. Dazu müsste man dicke Bücher schreiben und diese Lesermail muss sich demnach auch auf einfache Behauptungen beschränken, was aber nicht bedeuten muss, dass diese prinzipiell nicht in umfangreichen Erörterungen gestützt werden könnten.
Fritz Gerhard
4. Leserbrief
Was nützt „Ambiguitätstoleranz”, wenn am Ende die Welt verbrennt … und eine „NGO“ wie Campact dazu beigetragen hat?
Was gebraucht wird, ist ein neues Bewusstsein, ein neues, echtes, tolerantes und humanes, allumfassendes „Wir“.
Was Campact, Politik und Mainstream will und unnachgiebig propagiert ist Spaltung und Konformität und JEDER der nicht mitmacht wie vorgegeben, ist raus.
Was Campact und Konsorten will, ist eine Spaltung in ein „Die“ und „Wir“ … DAS Wesensmerkmal des Faschismus, den es absolut nicht braucht.Punkt!
Aber genau da sind sie zu finden die Faschisten und Rechtsradikalen von heute ! Und es ist schon lange an der Zeit das Glasklar zu benennen :
Die aktuelle Politik und die Mainstreammedien sind Rechtsradikal, verfolgen eine totalitäre Ideologie und verpacken das als neue Freiheit, die im besten Orwellschen Sinne Sklaverei bedeutet und ALLE die dabei stören werden mir braunem Dreck beworfen.
Das ist das Hauptgeschäft von Politik und der Medien, denn Verblödung und Indoktrinierung der Massen bedeutet Machterhalt, das einzige was zählt!!
Auch für angeschlossene Regierungsorganiationen wie es Campact schlicht und einfach ist….!
Das alles ist pures Gift für eine wirklich freie, aufgeschlossene, gebildete, selbstdenkende Gesellschaft.
Campact ist genau das gleiche, was jetzt „Gretchen AI” für dich tut, es ordnet ein und färbt dann dich ein und maskiert gleichzeitig seine eigentlich tiefstbraune menschenfeindliche spalterische Gesinnung im Namen des „Guten“ was nichts anderes als das Böse ist!
Was wir wirklich brauchen ist nicht weniger als eine Revolution die diesen neuen „Internationalsozialismus“ mit Geduld, Wissen und Bewusstsein ins Gegenteil transformiert…. und dazu schlicht den Mut zu dieser jetzigen Entwicklung klar NEIN !!! zu sagen.
Von unserem Leser T.R.
5. Leserbrief
Sehr geehre Redaktion,
hier ein Leserbrief zu “Wir müssen mehr Ambiguitätstoleranz lernen” von Jens Berger.
“Diskurse herrschen nicht” (vermutlich Habermas), der Boulevard tut es aber. Er ist der – journalistische – Ort des Sehens und Gesehenwerdens, die – mediale – Straße derer, die sich sehen lassen können und dürfen und derer, die “es (was auch immer) geschafft haben”. Der Boulevard hat nicht nur Rudi Dutschke ermordet, ohne dafür juristisch belangt werden zu können. Der Boulevard hat “seine Bestien” und “seine Grazien”, ist selber aber keine Person, schon gar keine öffentlichen Rechts und entsprechend beklagbaren Unrechts. Medien, die ausschließlich noch danach urteilen, wer Ansehen verdient und wer eine zwielichtige Gestalt zu sein hat und die Inhalte dem Autoritarismus des “was der Fall ist” unterordnen – oder sie gleich als überflüssig erachten – machen sich selber zu Boulevardmedien. Sie werden zu dem, vor was sie uns alle zu schützen vorgeben und was sie anderen antun. Wenn sie “für Demokratie” (ein) zu stehen vorgeben, stehen sie real statt für einen Diskurs und also für Demokratie für eine bereits vorgefertigte “An-Sehens-Würdigkeit”. In einem begrenzten und transparenten Sinne ist das für eine gewisse Expertise, ein inhaltliches Niveau und einen Realbezug auch wichtig. Wenn Diskurs aber durch boulevardeskes Ansehen ersetzt wird, werden sowohl Wissenschaftlichkeit wie Journalistik wie die Würde des Menschen durch einen Autoritarismus des “Ansehens-Würdigkeit” ausgetauscht. Wer darin dann – und nicht aller Bezüge beraubt wie der aus seinem Umfeld und aktuellem Geschehen entkoppelte Schiedsrichter aus einem Beispiel der systemischen Beratung – die schillernde Leere des Boulevard als einen toten Ersatz für die Lebendigkeit des Diskurses erkennt, kann sich auf die Suche nach “where the streets have no name” (yet) machen. Momentan werden all die vom Boulevard Abweichenden, aus der Reihe Tanzenden und Seiteneinsteiger:innen noch mittels der uns allen bekannten Beschämungen und Beschandungen als “Wahrheits”-Ungläubige markiert und so der Drohnenlogik des Boulevard und seiner durch ihn “Informierten” ungeschützt – von der freundlichen Ermahnung über den feindlichen Ausschlusss bis in die delegierte Lebensgefährdung (Dutschke) – ausgesetzt wie der in die Wüste Gehetzte der Sonne. So wie Europa flüchtende Menschen in den afrikanischen Wüsten verdursten lässt, “verdursten” hier in Innern zahlreiche Boulevard-Abweichende. Die Unmenschlichkeit unserer imperialen Lebensweise ist im Außen wie in verminderter Form im Innern erkennbar an dem, was strukturell unterbelichtet wird. Worüber der Boulevard eben auch niemals berichten würde, er schlachtet im Gegenteil Verdurstende auch noch als “Bestien” aus. Das Grauen beginnt in kleinen Schritten und ich wehre mit den Anfängen. Ich trete für Demokratie und also für Diskurs ein und benenne mal ganz salopp die Boulevardeskratie als “das Licht für die Motten”, dass alles “Undenkbare” ins Dunkel setzt und mittels simpelster Belohnungs- und Betrafungsmechanismen die Gehirne von uns homo sapiens auf einfache Reiz-Reaktions-Muster reduziert. Marcuse nannte das “Lurchniveau”, was der Boulevard gerne dethematisiert und derealisiert als “da behauptet wer, es gebe Echsenmenschen”. Keine Leere ist zu leer, um im gut-böse-doppelnden Zwie-Licht des Boulevard nicht einen “Inhalt” und somit Klicks, Profit und “Wahrheit durch Bestätigung durch die Fangemeinde” zu ergeben. Der Boulevard freut sich, wenn wir ihn “Matrix” nennen, dann hat er vermeintlich etwas in der Hand, um uns zu figurieren als … na, welche Bestiengestalt aus der Vielfalt des Abschreckungskabinetts “dessen, was der Fall ist” passt dazu, was haben wir alle durch die Gossensprache des Boulevard bereits “gelernt”?
Mit herzlichen Grüßen,
Mario Primavesi
6. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Berger, liebes NDS-Team,
gleichwohl ich bei vielen Aussagen in die selbe Richtung tendiere, stellt sich mir die Frage:
Warum will “Die Politik” den WK III wirklich?
Wurde “früher” unsereins noch mit “Arschloch” betitelt, allerdings benötigte die Industrie und das Handwerk unsere Arbeitskraft, umso unerträglicher gehen Exe- und Judikative gegen “die Kleinen” vor. Die “Rote Socke” wurde hier (BRD) benötigt. “Dann geh doch nach Drüben” (DDR) war letztlich nicht gewollt. Nun, nach Jahrzehnten, gilt unsereins als Rechtsradikal. Der Frieden ist seit 2014 – vielleicht auch seit einer Münchner “Sicher”heitskonferenz – “Im Freien Westen” mit der Kontaktschuld besetzt, sprich besudelt.
Sogenannte Vorfälle werden einem sogenannten “Herrscher im Kreml” angekreidet, ohne die Spur oder einen Piko-Beweises vorzuweisen. Diesen Mangel anzuzeigen gilt nun als Beweis der Unredlichkeit des Fragenden (aufgeschnittene Kasernenzäune, Drohnen”vorfälle” die erfunden werden, Sprengstofffunde (deren “Aufklärung”skontext an das Celler Loch erinnert), Kriegsaussagen von Hybrid und “noch nicht ganz”, bis zu “Eindeutig”), denn wir wollen schließlich Kriegstüchtig werden:
“Seit 2028 (oder etwas anderes als Reaktionsdatum) wird zurückgeschossen”!
Bedenkt man einmal, wie viele “Verschwörungstheorien” sich in den letzten vierzig Jahren bewahrheitet haben – das Bundespresseamt kennt immer noch keine Chemtrails, obwohl es die Wetterbeeinflussung seit über 100 Jahren gibt – dann müssen diese Schlapphüte, Polizisten, Politiker und Richter offenbar ein “Buch der Staatlichen Rechtsbrüche” erhalten.
Übrigens war “die große Depression” von vor hundert Jahren die beste Voraussetzung, um die Völker Kriegs-bereit-tüchtig zu bekommen:
Arme Menschen lassen sich leichter an die Front zwingen!
Wenn daher Campact, LibMod oder “Die Männer in Grau” unsereins – mit Geld aus dem Bundeshaushalt – unbedingt zum Verstummen zwingen wollen, muss ich das auch so benennen. – – Herr Berger oder die NDS dürfen das sicherlich nicht, denn dann droht ihnen das VERBOT !
Die geheime Anklage gegen die NDS lautet nicht, eine Meinung zu vertreten. Die Anklage lautet: eine andere Meinung – eine falsche Meinung – zu vertreten!
Das seien zwei unterschiedliche Dinge – und daher sei die Unterscheidung so richtig!
Da wir doch wissen sollten, dass nur innerhalb eines begrenzten Rahmens eine Diskussion, also Meinungsäußerung erlaubt ist, dürfen “Falsche (Fake) Meinungen” nicht geäußert werden.
Wer beispielsweise die Worte Israel + Genozid benutzt, äußert demnach Fakes.
Wer beispielsweise die Worte Gaza und 16 Jahre Freiluft Gefängnis benutzt, gilt automatisch als AntisemitIn.
Wer Benjamin Franklin zitiert: „Wer die Freiheit einer Nation stürzen will, muss damit beginnen, die Redefreiheit zu unterdrücken”, gilt als Verbalterrorist.
Wer George Orwell zitiert: „Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht, den Menschen das zu sagen, was sie nicht hören wollen”, die sollten mit unfreundlichen Konsequenzen drangsaliert werden.
Wer Deutsche PolitikerInnen an ihren Amtseid mißt und das in der Öffentlichkeit äußert, bekommt bekanntlich Briefe und Besuche.
Zwar gibt es lt. GG Meinungsfreiheit – aber es gilt inzwischen keine Freiheit der Rede mehr.
Der Verlust dieser Freiheit (gem. GG) geschah nicht über Nacht. Diese Unterdrückung steht nicht mit einer Hakenkreuzarmbinde auf der Straße. Schritt für Schritt merken bisher nur Wenige, dass diese verschwunden ist.
Wenn daher in Plauen gegen diesen Zerstörungs-Prozess demonstriert wurde, muss dies verschwiegen werden (NetzDG etc.). Statt einer Diskussion im ÖR gilt einzig die sogennate Kontaktschuld.
Wenn man nun bedenkt, dass ein Heer von “Studierten Sloganschreibern” sich diesen Mist zusammenschwurbelt:
- “Kontaktschuld”
- “Ganz Deutschland hasst . . .”
- “Querdenker” als Schimpfwort
- “Covidioten”
- “Impfgegner”
- “Aluhut-Träger”
wird einem Angst und Bange – und das ist so gewollt!
Alle diese armen Menschen, die sich diese Slogans ausdenken, müssen für die Spaltung unserer Gesellschaft und das friedliche Zusammenleben Gehirnschmalz absondern:
– wie kommt man sich da vor? Sind das Normalos?
Fazit: Die “Einschläge” der “Grauen Anzüge” kommen inzwischen bei den NDS an.
Kopf hoch – die Königin (Lewis Caroll) hat ihn noch nicht gefordert – und spart nicht mit Kritik.
Mit freundlichen Grüßen
Reinhard Lerche
7. Leserbrief
Guten Tag Herr Berger,
Sie sind so ein netter Mann und haben noch Hoffnung, ich nicht. Muss ich auch nicht mehr haben. Denn nächste Woche sagen wir „Tschüss Deutschland“ – Hoffentlich für immer.
Man sollte aus meiner Sicht nicht ewig lange versuchen mit Ideologen ins Gespräch zu kommen. Es gibt für diese Leute keinen Diskurs mehr, nur noch den eigenen böswilligen Schwachsinn. Ohne Rücksicht darauf, was Menschen mit normal funktionierendem Gehirn darüber denken mögen.
Ein paar Beispiele gefällig?
„Putin“ wird aktuell zeitgleich in der Ukraine besiegt UND bald die NATO angreifen, um seine Westerweiterung weiter voranzutreiben, oder so. Deswegen fährt man hierzulande Aggressivität, Schuldenstand und die „Wir sind Opfer“-Paranoia hoch. Dem Mann mit Bärtchen wäre es eine helle Freude gewesen. Primär mal wieder wegen der Angst keinen Platz an der Sonne zu bekommen.
CO2 wird neuerdings nicht mehr als Abfallprodukt ausgestoßen, sondern „produziert“. Denn klar, ich setzte mich in mein Auto, um eine Runde um den Block CO2 zu produzieren. Und wer etwas produziert, wird natürlich besteuert. Endlich gibt es sie also, die Luftsteuer, es fehlt nur noch eine Atemumlage. Man könnte sie an die Steuern auf Lebensmittel hängen, denn es ist doch ein StoffwechselPRODUKT. Global bewegt das alles gar nichts. Die CO2 „Produktionszahlen“ gehen immer weiter hoch. Aber macht nichts, irgendwann wird schon Wasserstoff vom Himmel fallen. Also einfach immer weiter von schwachsinnigen Zielen schwafeln. Egal wie weit man sie verfehlt und nebenher schön weiter Braunkohle verfeuern.
So hat die AfD zum einen gar nicht das Personal, um eine Regierung zu bilden, wird aber gleichzeitig sofort den Faschismus wiedereinführen, wenn sie an die Macht kommt. Obwohl es für Letzteres meiner Meinung nach ohnehin schon zu spät ist. Sie ist ein Übel, diese Partei. Da ist man den Bonzen-Lobbyverein FDP endlich los, kommt sie in Blau mit vielfacher Kraft wieder. Kann man so allerdings auch nicht sagen, weil die Politik deckungsgleich zur asozialen Politik „der Mitte“ ist. Also geht es ersatzweise um Migranten rein/raus und Abschiebung aber die RICHTIGE bitte… Als wüsste irgendwer was „richtig“ ist. Man verharrt also im endlosen wie belanglosen Blabla. Es ändert sich aber gar nichts. Dies erschließt mir meine Lebenserfahrung. Den ewig gleichen Antagonisten, fest im Würgegriff ihrer Ideologie, natürlich nicht.
Könnte noch reichlich Themengebiete anfügen. Eigentlich praktisch alles, was hier endlos und inhaltlich bis zur totalen Widersprüchlichkeit vermurkst sinnfrei im Kreis gedreht wird. Der Untergang des letzten klaren Gedankens scheint in Deutschland jedenfalls nicht mehr fernzuliegen.
Apropos Platz an der Sonne, diese Selbstwahrnehmung hängt damit zusammen, dass die deutsche Wirtschaft schon seit Jahrzehnten nur noch aus Export besteht. Ob die hiesige Arbeiterklasse noch einkaufen gehen kann, also was man im Rest der Welt unter „Wirtschaft“ versteht, ist völlig egal. Daher sind die Ergebnisse nur eine logische Folge. Und keine Angst, da kommt noch so einiges an Ergebnissen rein. Denn irgendwann sind Investitionsstau, Sozialleistungen (eher Lohnersatzleistungen), nebst Lohndrückerei ausgereizt und ausreichend viele ehemalige Handelspartner zu Feinden erklärt worden. Dann kann es richtig nachhaltig und in angemessener Geschwindigkeit bergab gehen. Die deutsche Bonität muss dafür offensichtlich zuerst in den Sinkflug. Dafür unternehmen diese Künstler aktuell alles, was denkbar ist.
Darum ist z.B. China auch deren Systemfeind. Denn die bekommen dort noch etwas auf die Reihe, anders als sie in Deutschland. „WEIL ES EINE DIKTATUR IST!“ – Nein, weil man dort weiß, was man tut und hier nur frei erfundene Gespenster gejagt werden.
In China haben sie die Arbeitsplätze, welche man hier nicht mehr haben will. Das kann man China nicht ernsthaft anlasten. Man will hier kein produzierendes Gewerbe, inkl. „CO2-Produktion“, was noch da ist, sind Restbestände. Dienstleistungen besser auch nicht. Rechenzentren hätte man gerne. Denn „wir“ sind jetzt eine Informationsgesellschaft!
Aber nun, diese Energiepreise… generell die langfristigen Aussichten der Energieversorgung, des Binnenmarktes und Staatswesens. Da investiert ein gesunder Verstand lieber sonst wo anders. Der Staat könnte sie natürlich subventionieren, diese neuen „Arbeitsplätze“. Damit man in Tagesschau & Co weiter so tun kann, als täte die Politik irgendetwas sinnvolles und alles wäre in Ordnung.
Aber das geht gerade auch nicht mehr, es muss jetzt nämlich auch noch aufgerüstet und an der zeitnahen “Kriegsbereitschaft“ gefeilt werden. Damit sollten endlich alle potenziellen Investoren, die nicht nur immer weitere Kosten verursachen, wirksam abgeschreckt sein.
Der offensichtlich hirnverbrannte Output dieser Content-Creators weist generell eher auf eine reine Ideologiegesellschaft statt einer Informationsgesellschaft hin. Ja, die Gedanken sind frei und die sehen vielleicht sogar anders aus als der Output, nur verändern sie so überhaupt nichts.
Die ganze Welt ist also böse? Aber nicht doch. USA und Israel, also die mit Abstand aktivsten Schurkenstaaten des Planeten, sind ironischerweise ausdrücklich die „Guten“. Ist so verordnet worden. Mögen diesen Leuten ihre ausformulierten „Werte“, die sie in einer Tour mit Füßen treten, im Halse stecken bleiben. Damit wird es für die ach wie freien Gedanken auch schon wieder merklich enger. Worauf werden sich diese Leute später berufen? Jahrzehntelange Selbstverleugnung oder wollte man nur dazu gehören und hat darum bei jedem noch so offensichtlichen Mist laut mitgekräht?
Jetzt werden Sie, Herr Berger, sich wahrscheinlich denken, warum es denn so flamboyant sein muss, und wo bleibt bei mir denn nur die Ambiguitätstoleranz? Zum einen, ich haue ab, weil ich es nicht mehr ertrage und mir auch denken kann, wohin die Reise geht. Ich werde den Teufel tun solche finsteren Figuren auch noch mit Kommunikationsversuchen aufzuwerten und bin außerdem ein Klinkhammer/Bräutigam-Fanboy.
Welche gesellschaftlich relevanten Themen gibt es denn überhaupt noch, die noch nicht in den Orkus des bösartigen Hauptsache-Anti-Wahns gezogen wurden? Darüber sollten Sie mal einen Artikel schreiben, wenn Sie so etwas noch finden. Hoffen wir mal, dass nicht nur die Fußballergebnisse übrigbleiben.
Mit freundlichen Grüßen
Kai P.
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