Hinweise des Tages II

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Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:

  1. Demos in Stuttgart und Berlin: „Deutschland soll diplomatische Streitmacht werden“
  2. Trump droht Iran, USA könnten Truppen erhöhen
  3. Wenn die Maschine den Feind erfindet
  4. Werft fordert 4,7 Milliarden Euro von Deutschland
  5. Ziehen Europas kleinste Staaten den Kontinent in einen Krieg hinein?
  6. Gesetzliche Feiertage kosten die Wirtschaft weniger als angenommen
  7. Drei Viertel der Deutschen spüren vor allem Belastungen
  8. Gipfel gegen soziale Ungleichheit: „Billiger kann ich gar nicht leben“
  9. ÖPNV in Niedersachsen: Hannover hui, Fläche nicht wirklich
  10. Vergesellschaftung: „Die Gewerkschaften müssen mehr Marx wagen“
  11. EU schafft Basis für Abschiebezentren in Drittstaaten
  12. „Die haben das alle ignoriert“
  13. Ungarische Außenpolitik: Anpassung an den europäischen Mainstream
  14. Verquere Globalgeschichte
  15. Veranstaltungshinweise der Woche

Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Verantwortlich für die Richtigkeit der zitierten Texte sind die jeweiligen Quellen und nicht die NachDenkSeiten. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.

  1. Demos in Stuttgart und Berlin: „Deutschland soll diplomatische Streitmacht werden“
    In Berlin und Stuttgart sollen am dritten Oktober große Demonstrationen gegen den Krieg stattfinden. Offenbar ist das Interesse vor allem bei jungen Leuten groß.
    Ein Bündnis von über 280 Organisationen und Friedensgruppen ruft zu Demonstrationen am 3. Oktober in Berlin und Stuttgart auf. Das Motto lautet: „Nein zu Hochrüstung, Wehrpflicht und Krieg! – Für Frieden, demokratische Rechte und soziale Sicherheit!“ Die Demonstrationen finden vor dem Brandenburger Tor in Berlin und auf dem Schlossplatz in Stuttgart statt.
    Quelle: World News Monitor
  2. Trump droht Iran, USA könnten Truppen erhöhen
    Im Nahen Osten könnte es schon bald wieder zu einem neuen Militäreinsatz kommen.
    Präsident Donald Trump erklärte, verstärkte Militärschläge gegen den Iran seien nach den Zwischenwahlen im November „möglich“, während seine Regierung nach einem Ausstiegsplan für den nun schon achten Monat andauernden Krieg sucht.
    Trump deutete in den letzten Wochen an, er glaube, der Iran verzögere die diplomatischen Gespräche bis nach den Wahlen, bei denen seine Republikanische Partei vor einer schwierigen Aufgabe steht, die Kontrolle über den Kongress zu behalten. Der US-Präsident lehnte einen jüngsten Vorschlag des Irans ab, der die Wiedereröffnung der Straße von Hormus im Austausch für US-Zugeständnisse wie die Aufhebung der Blockade iranischer Häfen oder die Lockerung der Ölsanktionen vorgesehen hätte.
    Quelle: World News Monitor
  3. Wenn die Maschine den Feind erfindet
    Ein KI-gestützter Analysefehler des US-Militärs hätte fast eine Operation gegen ein chinesisches Schiff ausgelöst. Der Vorfall macht deutlich, was über eine fehlerhafte Software hinausgeht: Wenn KI bestimmt, was Militärs für einen Angriff halten, könnte aus einem verkehrten Datensatz eine brenzlige Eskalation zwischen zwei Atommächten werden.
    Quelle: Overton Magazin

    dazu auch: Nach Sicherheitsproblemen: Unternehmen setzen auf KI – ohne Plan für den Ausfall
    Der jüngste Sicherheitsvorfall stoppt OpenAIs KI-Training. Das wirft die Frage auf, was geschähe, schaltete man die größten KI-Systeme weltweit ab.
    In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass OpenAI das Training seiner leistungsstärksten Modelle vorübergehend ausgesetzt hat. Grund war ein weiterer Sicherheitsvorfall, dessen genaue Umstände das Unternehmen bislang nur in Grundzügen offengelegt hat. Erst wenn die entdeckten Schwachstellen behoben sind, soll das Training fortgesetzt werden.
    Für sich genommen ist das eine nachvollziehbare und verantwortungsvolle Entscheidung. Sie wirft jedoch eine Frage auf, die weit über das einzelne Unternehmen hinausreicht: Was würde eigentlich geschehen, wenn aus Sicherheitsgründen nicht nur das Training neuer Modelle gestoppt werden müsste, sondern die größten und leistungsfähigsten KI-Systeme der Welt tatsächlich abgeschaltet würden?
    Quelle: Focus Online

  4. Werft fordert 4,7 Milliarden Euro von Deutschland
    Massive Verzögerungen und eine Kostenexplosion – im Juni hatte Verteidigungsminister Pistorius ein neues Fregatten-Projekt für die Bundeswehr gestoppt. Nun fordert die betroffene niederländische Werft Milliarden vom Bund.
    Im Streit über das gestoppte Fregatten-Projekt F126 fordert die niederländische Werft Damen von der Bundesrepublik Deutschland rund 4,7 Milliarden Euro. Dies geht aus einem Schreiben der Anwaltskanzlei Gauweiler an den Haushalts- und den Verteidigungsausschuss des Bundestages hervor, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.
    Bei der Summe handele es sich um vertraglich vereinbarte Zahlungs- und Freistellungsansprüche wegen des Vertragsbruchs durch den Bund. Zusätzliche Schadensersatzforderungen würden derzeit geprüft, heißt es in dem Schreiben weiter.
    Quelle: tagesschau
  5. Ziehen Europas kleinste Staaten den Kontinent in einen Krieg hinein?
    Die drei baltischen Staaten haben das außenpolitische Wort in der EU an sich gerissen. Sie verwickeln die größten Volkswirtschaften Europas in eine Konfrontation, für die sich deren Wähler nie ausgesprochen haben.
    Sechs Millionen Menschen. Das ist die Gesamtbevölkerung von Estland, Lettland und Litauen – weniger Einwohner als im Großraum London leben. Dennoch geben diese drei Anrainerstaaten nun den Ton in der Außenpolitik einer Union mit 450 Millionen Einwohnern an und erklären Berlin, Rom und Madrid, wie gefährlich die Welt ist und wie viel die westlichen Steuerzahler zahlen müssen, um das Problem zu beheben.
    Quelle: Forum Geopolitica
  6. Gesetzliche Feiertage kosten die Wirtschaft weniger als angenommen
    Um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, forderten Politiker in der Vergangenheit die Abschaffung von Feiertagen. Das brächte laut einer Untersuchung weniger als gedacht.
    Gesetzliche Feiertage haben laut einer Untersuchung einen weniger negativen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum als gedacht. Die Einbußen durch einen Feiertag liegen auf das ganze Jahr gerechnet zwischen 0,06 und 0,28 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, wie das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim mitteilte. Eine rein mechanische Hochrechnung, in der keine Gewichtungen oder Korrekturen vorgenommen werden, komme auf einen Wert von bis zu 0,4 Prozent.
    Der niedrigere Wert, den die Forscherinnen und Forscher errechneten, ergibt sich aus einer Hochrechnung der für das verarbeitende Gewerbe gemessenen Effekte. Der höhere Wert folgt der Annahme, dass diese Effekte auch für die übrige Wirtschaft gelten.
    Quelle: Zeit Online
  7. Drei Viertel der Deutschen spüren vor allem Belastungen
    Inmitten weltweiter Krisen und innenpolitischer Herausforderungen erreicht die Bewertung der Bundesregierung Tiefstwerte, zeigt der ARD-DeutschlandTrend. Versprochene Entlastungen werden vermisst.
    Die Stimmung hellt sich nicht auf – im Gegenteil. Jeweils nur zehn Prozent sind mit der Arbeit der Bundesregierung und den Leistungen des Kanzlers zufrieden – beides historische Tiefstände im ARD-DeutschlandTrend. In der Sonntagsfrage erreicht die CDU/CSU 20 Prozent (-1 zu September). Auch für die Union bedeutet das einen Tiefstand: So gering lag sie im DeutschlandTrend erst einmal – im September 2021. Die SPD käme wie im Vormonat auf 13 Prozent.
    Stärkste Partei wäre die AfD mit unverändert 27 Prozent.
    Quelle: tagesschau

    dazu auch: An den Parolen der SPD kann man ihren Niedergang ablesen
    Quelle: NachDenkSeiten

  8. Gipfel gegen soziale Ungleichheit: „Billiger kann ich gar nicht leben“
    Auf dem Armutsgipfel kommen Betroffene und Verbände zusammen. Viele Probleme seien für Menschen aus der Mittelschicht gar nicht nachvollziehbar, heißt es.
    Es sind keine zehn Gebote, sondern zehn Zitate, die in der Heilig-Kreuz-Kirche in Berlin-Kreuzberg an diesem Donnerstag vor dem Altar aufgestellt sind. Auf einem steht: „Behördenbriefe kann ich nur noch mit Beruhigungsmittel schreiben.“ Auf einem anderen: „Billiger kann ich gar nicht leben.“
    Es sind zehn Aussagen von Menschen, die darüber berichten, wie Armsein in ihren Alltag hineinwirkt. Es geht um die Sorge, seinen Kindern nichts mehr bieten zu können, ums Sparen, um mediale Stigmatisierung, die Schikane von Ämtern oder auch die Angst, kleine Fehler zu begehen – zum Beispiel sich versehentlich auszuschließen und dann einen Schlüsseldienst bezahlen zu müssen.
    Quelle: taz
  9. ÖPNV in Niedersachsen: Hannover hui, Fläche nicht wirklich
    Seit Februar sind die Energiemärkte kriegsbedingt in Aufruhr. Doch mit der Zuspitzung in den letzten Wochen ist es nochmal zu deutlichen Preissprüngen bei Öl und Gas gekommen. Wie schon im Sommer hat die Bundesregierung nun einen „Tankrabatt“ aufgelegt, um für sofortige Entlastung bei privaten und gewerblichen Fahrten zu sorgen und die Inflation zu bremsen. Jenseits dieses Krisenmanagements hapert es aber weiterhin an einer politischen Vorsorgestrategie, mit der sich in Zukunft fossile Abhängigkeiten reduzieren und Schocks bei den Mobilitätskosten verhindern lassen. Klar ist: Viele Menschen werden von den hohen Kraftstoffpreisen an den Tankstellen finanziell hart getroffen.
    Quelle: DGB Niedersachsen #schlaglicht
  10. Vergesellschaftung: „Die Gewerkschaften müssen mehr Marx wagen“
    Nicht nur Wohnraum vergesellschaften, sondern auch Stromnetze und Stahlindustrie: Das schlägt Ökonom Tom Krebs vor. Aber wer soll das durchsetzen?
    taz: Herr Krebs, seit ein paar Tagen gibt es einen neuen Tankrabatt in Deutschland. Benzin und Diesel sind wieder günstiger. Hilft das gegen die anhaltende Wirtschaftskrise?
    Tom Krebs: Nein. Diese Bundesregierung ist unfähig, eine überzeugende Krisenpolitik zu machen. Ihr fehlt einfach ein vernünftiges Konzept.
    taz: Was ist falsch am Tankrabatt?
    Krebs: Er kommt zu spät und ist auch nicht richtig. Die Energiekonzerne zocken gerade die Verbraucher*innen ab und machen dadurch wahnsinnige Gewinne. Da muss der Staat viel stärker in den Markt eingreifen und die Preise kontrollieren. Doch die Union und weite Teile der SPD leiden an einer naiven Marktgläubigkeit. Das macht sie unfähig, bestimmte Sachen infrage zu stellen und eine effektive Krisenpolitik mit einer umfassenden Energiepreisbremse zu betreiben.
    Quelle: taz
  11. EU schafft Basis für Abschiebezentren in Drittstaaten
    Zwei Monate nach der Krise in Ceuta verschärfen die EU-Länder ihre Asylregeln weiter. Künftig dürfen sie umstrittene Abschiebezentren in Drittstaaten betreiben. Innenminister Dobrindt hofft noch in diesem Jahr auf eine erste Vereinbarung.
    Die Mitgliedsländer der EU haben die rechtliche Grundlage zur Errichtung umstrittener Abschiebezentren in Drittstaaten geschaffen. Als letzten formellen Schritt gaben die EU-Innenminister dem Gesetz bei einem Treffen in Luxemburg grünes Licht.
    Quelle: tagesschau
  12. „Die haben das alle ignoriert“
    Anfang 2022, ein Jahr nach dem Start der Corona-Impfkampagne, wies Andreas Schöfbeck, damals Chef der Krankenkasse BKK ProVita, mit einem öffentlichen Brandbrief auf das immense Ausmaß von Nebenwirkungsfällen bei seinen Versicherten hin. Er rechnete die Daten für Deutschland hoch und warnte: Es sei von 2,5 bis 3 Millionen Betroffenen auszugehen. Große Medien und Verbände wiegelten damals ab. Schöfbeck wurde wenige Tage darauf entlassen. Gegenüber Multipolar äußert er sich nun erstmals öffentlich.
    Quelle: Multipolar
  13. Ungarische Außenpolitik: Anpassung an den europäischen Mainstream
    Der folgende Beitrag des ungarischen Außenpolitik-Experten Gábor Stier stammt direkt von der aktuellen Jahrestagung des Waldai-Diskussionsklubs, die in diesen Tagen (28. September bis 1. Oktober 2026) in der Region Moskau läuft. Der Text beleuchtet die gravierende Neuausrichtung der ungarischen Außenpolitik nach dem Regierungswechsel im Frühjahr 2026. Aus Sicht des Autors bricht die neue Regierung unter Péter Magyar radikal mit dem bisherigen Kurs der Souveränität und ordnet sich dem westlichen Mainstream unter. Stier bietet eine meinungsstarke osteuropäische Perspektive auf die geopolitischen Machtverschiebungen und die Zukunft der Beziehungen zu Russland.
    Quelle: Globalbridge
  14. Verquere Globalgeschichte
    Der Historiker Philipp Blom deutet in seinem neuen Buch die Jahre 2001 bis 2014 und verzerrt die Ereignisse genauso wie sein Schweizer Rezensent.
    In den vergangenen Jahren sind in kleineren Verlagen sehr viele Sachbücher zu den gesellschaftspolitischen Veränderungen auf den Markt gekommen. Die Liste namhafter Autoren ist lang: Ulrike Guérot, Patrik Baab, Walter van Rossum, Rainer Mausfeld und viele mehr. Sie alle üben Machtkritik, analysieren Systemstrukturen, nehmen offizielle Narrative auseinander oder rekonstruieren den Zerfall der alten Weltordnung, so wie es der Historiker Daniele Ganser in seinem neuen Buch „Kampf der Giganten“ tut.
    Quelle: Freie Medienakademie
  15. Veranstaltungshinweise der Woche
    1. Finanzmarkt trifft Steuergerechtigkeit – Eine Debatte mit Anne Brorhilker (Finanzwende) und Christoph Trautvetter (Netzwerk Steuergerechtigkeit)
      Wo hakt es beim Kampf gegen Cum-Ex und andere Fälle von organisiertem Steuerbetrug? Wie hängen Finanzialisierung und große Vermögensverwalter mit der ungleichen Verteilung von Vermögen zusammen? Und was kann man für mehr Steuergerechtigkeit tun?
      Diese Fragen wollen wir am 21.10. ab 18:30 Uhr im Campus Center der Universität Kassel mit Ihnen diskutieren.
      In drei abwechslungsreichen Runden aus kurzen Inputs, Publikumsbeteiligung und Diskussion wollen wir gemeinsam die Herausforderungen von Steuerhinterziehung und Ungleichheit erkunden und Lösungsvorschläge entwerfen. Im Anschluss laden wir Sie herzlich ein, sich bei Snacks und Getränken mit uns und untereinander zur Stärkung der finanzpolitischen Bildung in Kassel auszutauschen.
      Die Veranstaltung ist für Sie kostenlos. Ihre Anmeldung hilft uns bei der Planung und Vorbereitung.
      Quelle: eventbrite

      dazu: Passend zur Veranstaltung gibt es beim Donnerstag für Neugierige im Future Space am 22. Oktober 2026 von 18 bis 19 Uhr folgendes Thema: “Mit ChatGPT und Co gegen Steuerkriminalität? Wie die hessische Steuerverwaltung mit KI für mehr Steuergerechtigkeit sorgt”
      Quelle: Futurespace

    2. Die Bergpredigt – Wie Frieden möglich wird
      Vortrag von Dr. Eugen Drewermann

      Veranstalter: Lebenswege
      Datum: Freitag 23. Oktober 2026
      Uhrzeit: 19:00
      Ort: 77654 Offenburg, Schillersaal am Schiller-Gymnasium

      „Mit der Bergpredigt kann man keine Politik machen“, heißt es immer wieder. Doch vielleicht ist es gerade umgekehrt: Was wäre, wenn die Bergpredigt uns zu einer anderen Politik herausfordert?
      In seinem Vortrag spricht Eugen Drewermann über die Aktualität und politische Sprengkraft der Bergpredigt – und darüber, warum der Frieden nicht nur ein Ideal, sondern ein Weg der Menschlichkeit ist.
      Quelle: Lebenswege

    3. Der lange Weg zu sich selbst – Fjodor M. Dostojewski und Hermann Hesse im Denken Eugen Drewermanns
      Begegnungstag mit Dr. Eugen Drewermann

      Veranstalter: Lebenswege
      Datum: Samstag 24. Oktober 2026
      Uhrzeit: 9:00
      Ort: 77654 Offenburg, Schillersaal am Schiller-Gymnasium

      Armut und Erbarmen, Schuld und Vergebung, Tod und Unsterblichkeit der Seele – dies sind die zentralen Themen, die Eugen Drewermann im Werk des russischen Dichters Dostojewski findet. Dostojewski ernst zu nehmen bedeutet für ihn: angesichts einer gnadenlosen Welt von der Gnade zu sprechen und im Schatten der Verzweiflung vom Glauben.
      Darf man den eigenen Lebensweg, die eigenen Vorlieben und Neigungen in freier und persönlicher Entscheidung erwählen und befolgen? Sein Leben lang wird Hermann Hesse nicht müde zu beteuern, dass man es nicht nur darf, dass man es muss. In seinem Vortrag lädt Eugen Drewermann dazu ein, Hermann Hesses Werk als Wegbegleiter in einer Zeit der Orientierungssuche neu zu entdecken – als literarischen Kompass auf der Suche nach dem eigenen Ich.
      Quelle: Lebenswege

    4. Gabriele Gysi: Brauchen wir Feinde zum Glück ?

      Mittwoch, 7. Oktober 19 Uhr
      im Haus der Wissenschaft, Sandstraße 4/5, Bremen

      Brauchen wir Feinde, um glücklich zu sein? Diese provokante Frage stellt Gabriele Gysi in ihrem Vortrag in den Mittelpunkt. Sie nimmt das Publikum mit auf eine Reise durch die Mechanismen der Feindbildung – von der klassischen Sozialpsychologie über das Theater als Ort der Erkenntnis bis zu den gesteuerten Narrativen unserer Gegenwart. Wer ist das „Wir”, das ständig vom Guten und Bösen spricht? Und auf welche Weise beschreibt diese Suche von Feinden uns selbst? Gysi verbindet historische Überlegungen mit wacher Zeitbeobachtung und scheut dabei auch unbequeme Fragen nicht. Kein Vortrag mit fertigen Antworten, sondern eine Einladung zum Nachdenken – für alle, die nicht bereit sind sich mit gewohnten Perspektiven ab zu finden.

      Zur Person
      Gabriele Gysi ist Schauspielerin, Theaterregisseurin und Buchautorin.
      In zahlreichen Interviews, Büchern und Texten greift sie Fragen auf,
      die die Menschen bewegen
      Quelle: Deutsch-russische Friedenstage [PDF]

    Anmerkung der Redaktion: Wenn Sie auf eine interessante Veranstaltung hinweisen wollen, dann schicken Sie uns bitte die nötigen Informationen mit dem Betreff „Veranstaltungshinweise“ an [email protected]. Die Veranstaltungshinweise erscheinen wöchentlich am Freitag im Rahmen der Hinweise des Tages II.

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