Steinbrück erweist sich immer mehr als Katastrophe für die SPD. Mit der Wahl des BILD-Mannes Kleine auch inhaltlich und nicht nur wahltaktisch.

Albrecht Müller
Ein Artikel von:

Einer unserer großartigen Hinweisgeber, J.K., mahnt heute einen Beitrag zu Steinbrücks neuem Schritt in Richtung Untergang bei der Wahl am 22.9. an. Er schreibt: Über Steinbrück ist eigentlich alles gesagt, aber die Borniertheit Steinbrücks grenzt schon an Autismus und lässt an den intellektuellen Fähigkeiten Steinbrücks zweifeln. Deswegen komme ich noch einmal auf Steinbrücks neuen Sprecher zurück. Wie nun bekannt wurde, zeichnete Rolf Kleine sich während seiner Zeit als Bild-Journalist auch durch Hetzartikel gegen Hartz IV Bezieher, gegen Griechenland und wohlwollende Statements über Sarrazin aus. Von der Lobbyistentätigkeit für den größten deutschen Immobilienkonzern einmal abgesehen. Kann so jemand wirklich sozialdemokratische Positionen in der Öffentlichkeit glaubwürdig vertreten? Ich bin doch verwundert, dass die NDS darüber so nonchalant hinweg gehen?“ Das wollen wir nicht und übernehmen die Hinweise von J.K.: Von Albrecht Müller

Die Süddeutsche Zeitung schreibt:

„Rolf Kleine soll SPD-Kanzleranwärter Peer Steinbrück endlich medial da positionieren, wo der nach eigener Auffassung hingehört: im politischen Olymp. Doch wenn sich Steinbrück nur im Ansatz daran hält, was der frühere “Bild”-Mann einst in seinen Kommentaren schrieb, dann gute Nacht, SPD.

Es gibt noch so einiges mehr, was an dieser Personalentscheidung zweifeln lässt. Wenn nämlich Steinbrück auch nur im Ansatz auf das hört, was Kleine in seinen früheren Kommentaren als Politik-Journalist der Bild-Zeitung von sich gegeben hat, dann gute Nacht, SPD.

Ginge es nämlich nicht nach Steinbrück sondern nach seinem neuen Sprecher Kleine, dann würden die Griechen keinen Cent von uns Deutschen bekommen. Für die Griechenland-Rettung sollte “uns JEDER EURO zu schade sein”, schrieb er in einem Kommentar. “JEDER EURO” in Bild-typischen Versalien. Ähnlich hier.

Bundestagspräsident Norbert Lammert hatte sich im März 2010 in einem Brief an den griechischen Parlamentspräsidenten Philippos Petsalnikos für manch “hämischen” Kommentar in den Medien entschuldigt. Das brachte Kleine auf den Plan. Unter der Überschrift: “Warum müssen wir uns bei den Pleite-Griechen entschuldigen?” schreibt er: “Ganz Europa sorgt sich über die desaströse Finanzlage Griechenlands und die Stabilität des Euro – und was macht unser Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU)? Er entschuldigt sich in einem Brief”. In pseudo-kindlichem Unschuldston fragt er: “ABER WEN MEINT ER DA BLOSS?”

Nun ja, offenbar auch die Bild-Zeitung, bei der Kleine arbeitete und die mit Überschriften Kasse machte wie “Verkauft doch eure Inseln, ihr Pleite-Griechen!” Oder: “Ihr griecht nix von uns!” Oder: “Bild macht Bettel-Test in Athen.” Der Bildblog hat das hier mal schön zusammengefasst.

Als Thilo Sarrazin gerade die SPD mit seinen ausländerfeindlichen Thesen nervte, da war es Rolf Kleine, der Sarrazin in der Bild-Zeitung verteidigte. Sarrazin habe “in den vergangenen Jahren immer wieder auf Missstände in Deutschland hingewiesen, u. a. den mangelnden Willen vieler Ausländer kritisiert, sich bei uns zu integrieren”, stellte Kleine fest. Abwatschen lassen musste sich dagegen SPD-Chef Sigmar Gabriel, der Sarrazin lieber gleich als später aus der SPD geschmissen hätte.

Weiter Text von AM:

Wenn ein Redakteur der SZ schon so fundamental kritisch schreibt, dann Gute Nacht.
 
Für Menschen, die den Kanzlerkandidaten Steinbrück von früher kennen oder ihn nur gut beobachtet haben, ist die Entscheidung zum Engagement des Rolf Kleine keine Überraschung und Steinbrücks fortgesetztes Versagen auch nicht. Wir haben in den NDS im vergangenen Herbst die SPD-Führung rechtzeitig vor der Entscheidung für den Kandidaten Steinbrück gewarnt und dies auch gut begründet. So z.B. hier am 1. Oktober 2012 um 16:52 Uhr:

Als Multiplikator und Journalist finden Sie auf den NachDenkSeiten und in unseren Büchern viele Infos und Anregungen zum Fall Steinbrück

Verantwortlich: Albrecht Müller

In den Hinweisen vom 28. September haben wir schon darauf aufmerksam gemacht, dass Sie in den NachDenkSeiten schon viel Material über Peer Steinbrück finden. Zugegebenermaßen kritisches Material. Wir halten ihn für einen ausgesprochen schlechten Ökonomen, aus unserer Sicht steht er in Abhängigkeit zur Finanzwirtschaft, wir glauben, dass es mit ihm keine Alternative zu Schwarz-Gelb geben wird, die Wahlniederlage der SPD wird damit besiegelt sein. Darüber freuen wir uns nicht, weil wir glauben, unser Volk habe eine Alternative zu Angela Merkel und Schwarz-Gelb verdient.

Gibt es in der SPD-Spitze eine Planung für den wahrscheinlichen Ernstfall?

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