Wenn sich die Rechten in der Linken durchsetzen, sind alle fünf Bundestagsparteien auf US-Interventionskurs

Albrecht Müller
Ein Artikel von:

Jene vielen Menschen in Deutschland, die die vielen militärischen Interventionen von USA und NATO kritisch sehen, hätten dann keine Stimme mehr im Deutschen Bundestag. Zum Vorgang ein paar Hinweise: 14 prominente linke Politiker hatten sich am 7. Oktober in einem Aufruf, auf den am Ende dieses Artikels im Neuen Deutschland verlinkt wird, für eine militärische Intervention gegen den IS ausgesprochen. Daraufhin hat Oskar Lafontaine unter der Dachzeile „Die Linke und der Krieg“ am 10. Oktober einen Beitrag im Tagesspiegel „Gegen den globalen Interventionismus von USA und NATO!“ veröffentlicht. Lafontaines klares Bestehen auf der friedenspolitischen Programmatik der Linkspartei löste wiederum Widerspruch und eine heftige Diskussion aus. Siehe hier zum Beispiel. Nebenbei: Am hier verwendeten Foto, das Oskar Lafontaine mal wieder verzerrt präsentiert, ist sichtbar, dass Leitmedien wie der Tagesspiegel keine Chance auslassen, diesen Menschen zu diffamieren. Albrecht Müller.

Wer sich mit dieser Debatte beschäftigen will, sollte die Dokumente lesen. Lesenswert.
In diesem Zusammenhang weise ich noch auf die Wiedergabe einer Diskussion im Reichstag hin, die die Fraktion der Linken im Deutschen Bundestag und die Rosa Luxemburg Stiftung am 28. August organisiert hatten. Die Diskussion folgte auf eine beeindruckende szenische Lesung zum Beginn des Ersten Weltkriegs. Die Links zur Diskussion wie auch zur szenischen Lesung finden Sie im angefügten Text der Fraktion Die Linke.
Es fiel auf, dass die Fraktion fast vier Wochen gebraucht hat, bis sie die Diskussion ins Netz gestellt hat. Das war etwas schade. Ich kenne einige Leute, die diese interessante Diskussion mit Peter Gauweiler, Gregor Gysi, Oskar Lafontaine und Willy Wimmer, moderiert von Jakob Augstein und Luc Jochimsen, gerne gleich zusammen mit der Lesung verfolgt hätten.

Es folgt der Ausschnitt aus der Webseite der Fraktion Die Linke:

Die Linke und das Militär

1914: Die Reichstagsdebatten zu den Kriegskrediten (Diskussion nach der szenischen Lesung)

28.08.2014 — Die Rosa-Luxemburg-Stiftung lud am 28. August 2014 gemeinsam mit der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag zu einer szenischen Lesung und anschließenden Diskussion ein. Im Fokus standen die damaligen Reichstagsdebatten zum Beginn des Ersten Weltkriegs. Welche Rolle spielte das damalige Parlament bei der Vorbereitung des Krieges und welche Reden wurden gehalten? Und die Bedeutung der einhundert Jahre alten Argumente, Voten und parteipolitischen Positionen für heute? Um diese Frage geht es in der anschließenden Diskussion, die wir hier dokumentieren. Es diskutierten: Peter Gauweiler, Gregor Gysi, Oskar Lafontaine und Willy Wimmer. Es moderierten: Jakob Augstein und Luc Jochimsen. Den Mitschnitt der szenischen Lesung finden Sie hier

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