Mails und Einträge im Netz zur Lobhudelei auf Gauck

Albrecht Müller
Ein Artikel von:

Der gestrige Beitrag hat ein großes Echo ausgelöst – in Mails an die Redaktion und im Netz. Weil im gestrigen Beitrag letztlich auch wenig zu der Präsidentschaft von Joachim Gauck enthalten war und die Leserinnen und Leser sehr viel mehr dazu beisteuern, geben wir eine Auswahl wieder. Albrecht Müller.


Hallo Herr Müller,

ich habe gerade Ihren Artikel über Gauck gelesen, den ich schon erwartet hatte. Sie kritisieren diesen Mann und die Schönfärberei der Medien treffend. Hier noch ein älterer Artikel von Spiegel-online mit einigen Zitaten von Gauck, die alles sagen. Zum Beispiel dieses:

“Und dass es wieder deutsche Gefallene gibt, ist für unsere glücksüchtige Gesellschaft schwer zu ertragen.” 

Link zum Artikel

Mit besten Grüßen 

Udo B.


Thomas Schmid

Lobhudelei auf Gauck – auch von als aufgeklärt und links geltenden Personen, konkret vom Redakteur der „Blätter“

… ich beobachte dies auch seit einigen Monaten, daß A.v.Lucke sich auf Teufel komm raus in die Wahrnehmung und den Ritterschlag der “Großen” der veröffentlichten Meinung hineinschreiben/hineinreden möchte und sich dafür nicht zu schade ist, Bündnis- und Anschlußfähigkeit mit den konservativen Kräften der BRD herzustellen. (Ich finde, daß sich in einer Gegenüberstellung von A.v.Lucke und S. Wagenknecht z.B. sehr gut demonstrieren läßt, wie man als “zoon politikon” unter verschiedensten Umständen dennoch und jederzeit zu einer integeren politischen Haltung finden kann.)

Da die Blätter-Redaktion wissen soll, daß diese Verschiebung nicht unbemerkt bleibt, habe ich ihr vor diesem Hintergrund gerade folgende E-Mail geschrieben:

Vielen Dank blätter-Redaktion,

daß Sie Ihrem Mitglied A.v.Lucke freie Hand geben, sich in anderen Medienanstalten (Politologe Albrecht von Lucke: “Gauck hat dem Amt wieder zu Reputation verholfen”) ideologisch zu outen und mit einer Lobhudelei auf die hohllaufende Freiheitswumme Gauck in den bürgerlichen Mainstream hineinzuschreiben.

Dies erleichtert mir meine Entscheidung, bis auf weiteres auf die blätter-URL in meinen Browser-Lesezeichen zu verzichten. 

Denn noch eine politische Publikation mehr, die — historisch-materialistisch erblindet — auf die Linie eines schwarz-grünen bürgerlichen Lagers einschwenkt, ist für das Zeitmanagement meiner politischen Meinungsbildung und kritischen Analyse staatlicher Regime nicht besonders effizient.

Und es läuft ja wohl irgendwas falsch, wenn ich als abhängig beschäftigtes Element einer der erzbürgerlichsten Branchen der sog. freien Wirtschaft, des Bankwesens, gegenwärtig zu einem klassenmäßigen Bewußtsein von den gesellschaftlichen Verhältnissen finde, während ein schreibendes Mitglied Ihrer Redaktion, von keinem arbeitsvertraglichen Zwang und von nichts und niemandem getrieben, sich gerade aus eigenen Stücken davon verabschiedet.

sorry! können Sie ja gerne machen, ist schließlich Ihr Magazin … aber dann ohne mich und meine Lesezeit!

Beste Grüße

Thomas Schmid

Nürnberg

… tja, man wird sicherlich genau verfolgen müssen, wohin sich die “Blätter” innenpolitisch bewegen!

Viele herzliche Grüße an die NachDenkSeiten-Redaktion

Thomas Schmid

Nürnberg


Einige wenige von vielen Einträgen bei Facebook:

La Citoyenne Bitte, den Hinweis auf “als aufgeklärt und links geltende Personen” nicht überlesen. Albrecht von Lucke glänzt mit zunehmender Häufigkeit als Verbreiter gängiger Erklärungen und Einschätzungen. Als langjährige Blätter-Abonnentin weiß ich nicht so recht, wurde er, wurde die von ihm mit verantwortete Zeitschrift vom Mainstream mitgerissen, oder hat er sich selbst in den Strudel gestürzt?


Lars Kolbe jaja… die blätter. hab mir letztes jahr mal das probeabo gegeben. und dann war auch wieder schluss. durchaus interessante sachen drin, aber insgesamt doch ziemlich elitär und neolinks…


Johannes Düben … gauck war ein meister der eingeschlafenen füße! … seine reden hatten die staubfrische von provinzgottesdiensten. er hat den neobiedermeier nicht erschreckt, er hat seine schreckliche nette bürgerrechtlergeschichte weitergestrickt. schlimmsten falles wäre er vor selbstrührung und eitelkeit hinweggerafft worden. … er ist keiner der 39 gerechten, aber einer von mio. selbstgerechten. fünf jahre peinlichkeit enden. gott sei ehrlich dank!!!


Olivia P. Moore Dieser selbstverliebte Gockel, manche nennen ihn ja einfachshalber auch kurz “Gauck”, erinnert mich oft an diesen schmierigen Diederich Heßling, der in Heinrich Mann’s Roman als “kriechender Untertan und zynischer Tyrann zugleich” charakterisiert wird.


Norbert Piechotta Gauck, der übleste aller Präsidenten bisher, noch unfähiger als Lübke, ließ sich die Reden von kriegstreiberischen Atlantik-Brücken-Journalisten schreiben – ein Präsident, der aus der Geschichte nichts gelernt hat. Möge er seine 200.000,-€ fürderhin verschwenden und im Orkus der Geschichte verschwinden.


Simon Pietsch Worst of Gauck


Sehr geehrte Damen und Herren,

Herrn von Lucke muß doch die Schamesröte ins Gesicht schießen, wenn er auf der Internetseite des DLF seine eigene Aussage im Interview, zum Verzicht auf eine 2. Amtszeit des jetzigen BP, nachliest:

“Gauck hat dem Amt wieder zu Reputation verholfen.“ Armer Herr von Lucke!

Wie sind Millionen Deutsche und wie bin ich froh darüber, daß wir den Bellizisten und Freiheits-Junkie Gauck als BP bald wieder loshaben.

Und die ganze Polit- und Medienschickeria inklusive Ihres Herrn von Lucke vergießt Krokodilstränen wegen des Aufhörens des jetzigen BP, was für ein verlogenes, opportunistisches Theater.

Mit freundlichen Grüßen

P. R.


Lieber Herr Müller,

Sie schreiben:

“Die lange zähe Periode der Wulffschen Selbstdemontage ist vorbei”

Dazu möchte ich anmerken, dass es nach meiner Wahrnehmung nicht nur Selbstdemontage war. Seine mediale Demontage war der Beginn meines Aufwachens, später kam noch der “Putinversteher” hinzu, der mir dann endgültig die Augen öffnete, bzw. die Wahrnehmung für die propagandistischen Machenschaften der Medien schärfte. Nach der Hetze auf Weselsky und die Griechen war mir endgültig klar, wie die arbeiten.

Mit freundlichen Grüßen

Bernhard M.

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