Deutsche Rüstungsexporte gefährden den Frieden

Jürgen Todenhöfer
Ein Artikel von Jürgen Todenhöfer | Verantwortlicher:

Ich finde es schlimm. Deutschland liefert weiter Waffen in die gefährlichsten Krisengebiete der Welt. Hubschrauber an Saudi-Arabien, Raketen an Südkorea. Ein abenteuerliches Spiel mit dem Frieden. Eigentlich unfassbar! Weil Deutschland meist eine relativ maßvolle Außenpolitik betreibt. Dennoch wurden diese Waffenexporte gestern im Kabinett durchgewinkt. Von Jürgen Todenhöfer.

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Unser Waffenkunde Saudi-Arabien ist einer der Hauptbeteiligten an den explosiven Konflikten des Mittleren Ostens. Auch am Syrienkonflikt. Der Mittlere Osten braucht alles, nur nicht noch mehr Waffen.

Angriffs-Waffen an Südkorea sind genauso problematisch. Sein kommunistischer Zwillingsbruder Nordkorea, seit Jahrzehnten vom Westen isoliert und ausgehungert, hat sich Atomwaffen zugelegt. Das ist schlimm. Aber je mehr seine Führung in die Enge gedrängt wird, desto größer wird die Gefahr einer nuklearen Katastrophe.

Gegen die in Bodennähe fliegenden deutschen Taurus-Marschflugkörper hat Nordkorea keine Verteidigungschance. Für WELT-Autor Gerhard Hegmann sind sie “Teil einer Tötungs-Kette” gegen die nordkoreanische Führung. Da die deutschen Marschflugkörper mit ihren ‘Mephisto-Gefechtsköpfen’ mehrere Ebenen eines Bunkers durchschlagen können, gelten sie als ‘Enthauptungswaffe’. Auf die das unberechenbare Nordkorea nuklear antworten könnte. Wollen wir dieses Risiko wirklich eingehen? 

Frieden ist etwas Zerbrechliches. Nur kluge, zähe und faire Verhandlungen können den Korea-Konflikt entschärfen. Dasselbe gilt für die komplizierten Konflikte im Mittleren Osten. In dieser Situation deutsche Taurus-Marschflugkörper nach Südkorea zu liefern und Kriegswaffen nach Saudi-Arabien, ist unverantwortlich. Und entspricht nicht den Grundsätzen einer maßvollen deutschen Außenpolitik.

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