Ein Kurzbericht aus Österreich: Die Jagd auf Armin Wolf

Albrecht Müller
Ein Artikel von:

Politiker fast aller österreichischen Parteien haben sich in diesen Wochen vereint, um den kritischen TV-Moderator Armin Wolf aus der ORF-Nachrichtensendung „Zeit im Bild 2“ (ZIB 2) zu verdrängen. Ihr Vorwurf: Seine Politiker-Interviews seien unfair und seine penetrante Fragerei gehe unter die Gürtellinie. In Wahrheit wollen sie Armin Wolf loswerden, weil er darauf besteht, auf seine sorgfältig vorbereiteten Fragen konkrete Antworten anstelle von Ausflüchten zu bekommen. Dadurch gibt er seinen Interviewpartnern jede Gelegenheit, sich wöchentlich vor großem Publikum um Kopf und Kragen zu reden, was diese auch fleißig tun. Hinrichtungsjournalismus sei dies, sagen sie. Von Hans Bleibinhaus

Die Kampagne gegen Armin Wolf hat dieser Tage neue Nahrung bekommen, weil die zurückgetretene Vorsitzende der österreichischen Grünen Eva Glawischnig ihre Resignation damit begründet hat, im Internet und in einem Teil der analogen Medien zunehmend persönlichen und gehässigen Angriffen ausgesetzt zu sein, die sie ihrer Familie nicht mehr zumuten möchte. Gezielt war diese Klage vor allem gegen das österreichische Zentralorgan für politische Hinrichtungen, die Neue Kronen Zeitung, die eine tägliche Hetze gegen alles betreibt, was nicht ins rechtskonservative Weltbild passt.

Statt nun ihre „Krone“ dafür zu attackieren, hat das Wiener Establishment den Scheinwerfer der Frau Glawischnig um 180 Grad herum und auf Armin Wolf gerichtet.

Man wird sehen, ob dieser Taschenspielertrick aller Manipulatoren, das Austauschen von Zielen, beim ORF verfängt.

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