Seriosität ist in vielen deutschen Medien nicht gefragt. Stattdessen gut gemachte Irreführung. Neues, gutes Material für Ihre Aufklärungsarbeit
Seriosität ist in vielen deutschen Medien nicht gefragt. Stattdessen gut gemachte Irreführung. Neues, gutes Material für Ihre Aufklärungsarbeit

Seriosität ist in vielen deutschen Medien nicht gefragt. Stattdessen gut gemachte Irreführung. Neues, gutes Material für Ihre Aufklärungsarbeit

Albrecht Müller
Ein Artikel von: Albrecht Müller

Heute zwei Beispiele. Es begann gestern Abend mit der heute-Sendung des ZDF. Da ging es um den Mord im Tiergarten. Da wurden gleich zwei Manipulationsmethoden angewandt. Im Einzelnen siehe unten Beispiel B. – Heute früh beglückt das Handelsblatt seine Leser des Morning Briefing mit dem im Folgenden Wiedergegebenen als Aufmacher. Da wird in der ersten Zeile hinter die Behauptung „Staatsterrorismus aus Moskau?“ noch ein Fragezeichen gesetzt. Dieses wird aber schon mit einem Foto, das Putin mit Pistole zeigt, aufgehoben. Die Antwort auf die Frage wird zur Gewissheit. Russland steckt hinter dem Mord. Dies gelingt auch dadurch, dass die Frage nach dem Mordversuch im Falle Skripal als beantwortet zulasten Moskaus dargestellt wird. Und das Ganze wird gekrönt mit einem Wort von Solschenizyn. Gewalt und Lüge werden zusammengepackt. Damit ist das Fragezeichen in der ersten Zeile endgültig weg. Albrecht Müller.

Beispiel A: Handelsblatt Morning Briefing

Beispiel B: heute-Sendung des ZDF vom 4.12.2019 19:00 Uhr

In der heute-Sendung von gestern Abend ging es auch um den Mord im Tiergarten. Auch hier wurde der Vergleich zum Fall Skripal gezogen und auch hier wurde so getan, als sei jener Fall geklärt. Das erinnert an die Manipulationsmethode, mit einem Sammelsurium von Andeutungen Halbwahrheiten zur Wahrheit werden zu lassen. (Siehe die Methode III.13. in „Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst“.)

In der gleichen Sendung kann man ungefähr bei Minute 9:10 eine weitere Manipulationsmethode entdecken. Der allseits bekannte Elmar Theveßen, früher zuständig für Terrorismus beim ZDF und heute Studioleiter des ZDF in Washington, berichtete vom NATO-Gipfel in London. An der besagten Stelle flocht er im Nebensatz ein, „dass Russland mit seinen Provokationen nicht aufhören wird“. Das passte zu dem gesamten Bericht und verstärkte die Schuldzuweisung im Fall des Mordes im Tiergarten. Es ist ein Beispiel für eine wirklich beliebte Methode, nämlich gewünschte Botschaften in einen Nebensatz zu packen, sozusagen die Hauptbotschaften beiläufig loszuwerden und einzutrichtern. Achten Sie darauf, Sie werden des Öfteren solche Versuche entdecken.

Wer für den Mord im Tiergarten und den Mordversuch im Falle Skripal verantwortlich ist, wissen wir nicht. In beiden Fällen wurde übrigens die Glaubwürdigkeit des westlichen Vorwurfs dadurch verstärkt, dass Diplomaten ausgewiesen wurden bzw. werden. Und in beiden Fällen wird kräftig daran gearbeitet, das Feindbild der Fünfzigerjahre des letzten Jahrhunderts neu aufzubauen und die Erfolge der Entspannungspolitik zu überwinden. Mit dem Ziel, siehe NATO-Gipfel, Front zu machen und aufzurüsten.

Die NachDenkSeiten sind für eine kritische Meinungsbildung wichtig, das sagen uns sehr, sehr viele - aber sie kosten auch Geld und deshalb bitten wir Sie, liebe LeserInnen, um Ihre Unterstützung.
Herzlichen Dank!