Leserbriefe zum Hinweis auf Vergessene und zu den Meinungsunterschieden zwischen Drosten und Wodarg

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Das Wort Duell in diesem Beitrag – Wer hat recht? Drosten oder Wodarg? Eine Aufforderung zum Duell und Hinweise auf Vergessene und die notwendige Korrektur der Kommerzialisierung – zu verwenden, war nachträglich betrachtet ein Fehler. Darauf lassen jedenfalls die Reaktionen schließen. Es kam uns partout nicht auf ein Duell an. Wie wir geschrieben hatten, sind viele Empfänger der widersprüchlichen Informationen über die Gefährlichkeit des Virus und die Dringlichkeit der Maßnahmen hin- und hergerissen. Deshalb – so wörtlich im gestrigen Beitrag – wäre dringend zu empfehlen, dass der eine mal öffentlich beschreibt, was der andere falsch sieht, und umgekehrt. Dann – so weiter – wäre vor allem auf jene Menschen hinzuweisen, die in der Debatte und auch bei den radikalen politischen Entscheidungen vermutlich vergessen worden sind. Albrecht Müller.

In den Leserbriefen kommt diese letzte Beobachtung, die für uns beim Formulieren des Textes eigentlich die Hauptsache war, kaum zur Sprache. Aber diese Fehlleitung haben wir wohl selbst durch den Gebrauch des Wortes „Duell“ verursacht.

Noch etwas Wichtiges: Bitte schreiben Sie keine Mails oder sonstigen Botschaften mehr an die beiden Exponenten der Debatte Drosten und Wodarg.

Hier sind die Leserbriefe:

1. Leserbrief

Hallo Nachdenkseiten-Team,
guten Tag Herr Müller,

Beide Seiten kommen einigermaßen überzeugend rüber.

Ich kann mir vorstellen, dass im Gegensatz zu einem “Duell” ein Blick in die Realität zielführender ist, um den Ernst der Lage einzuschätzen:

Angeblich liegt die besondere Gefährlichkeit dieser Corona-Epidemie auch darin, dass relativ viele Erkrankte eine Lungenentzündung bekommen.
Sie benötigen dann klinische Pflege mit Sauerstoffgaben bzw. Beatmungsgeräten, und dafür gibt es zu wenig Krankenschwestern/-pfleger und Geräte.

Es werden vielfach die verschiedensten Zahlen der erkannten COVID-19-Fälle genannt. Diese hängen aber stark von verschiedenen Faktoren ab, z.B. davon, wie intensiv getestet wird, und ob Todesfälle nachträglich noch getestet wurden. Und sie sagen wenig über die Gefährlichkeit aus.

Aussagekräft ist deshalb meiner Meinung nach am ehesten die Zahl der Patienten mit ernsten Lungenproblemen im Vergleich zur “normalen” Anzahl.

Deshalb fände ich es aufschlussreicher, wenn Sie glaubwürdige Quellen zur Situation und Entwicklung in den Krankenhäusern erzählen lassen könnten. Vielleicht haben Sie oder andere Leser entsprechende Kontakte?

Mit den besten Grüßen,
Arnold Schulz


2. Leserbrief

Betr.: zur Wodarg-Drosten-Kontroverse (NDS#59303)
nachdenkseiten.de/?p=59303

In aller Kürze zur Wodarg-Drosten-Kontroverse:

Ich sehe da keinen so großen Konflikt. Klar war die Tamiflu-Affäre skandalös, aber davon ist aktuell nur relevant, dass man jetzt nicht nochmal solche Fehler macht.

Man muss bedenken, dass die Äußerungen von Prof. Drosten tagesaktuell sind. – Es sollte der Redaktion des NDR obliegen, bei älteren Folgen auf die Ergänzungen/Änderungen in neueren Beiträgen hinzuweisen.

Ich habe keinen Bedarf an der Flut von “Informationssendungen”, die nur inkompetentes Politgeschwafel sind. (Sollen die später nachkarten und ihre Süppchen kochen.)

Prof. Drosten sagte selbst, er hatte die letzte Woche vollauf mit Politikerberatung zu tun (um das Notwendigste an die Entscheider zu bringen) und würde sich jetzt gerne wieder der aktuellen Forschung widmen, auch um uns auf dem Laufenden halten zu können. Der Mann macht einen guten Job. Haltet ihm den Rücken frei.

A.B.


3. Leserbrief

Liebe Nachdenkseiten,

Vielen Dank für den Hinweis auf Dr. Wodarg.

Ich habe ja schon vor einiger Zeit geschrieben, dass ich die damaligen Maßnahmen für ausreichend halte. Die jetzigen Maßnahmen halte ich für weit überzogen, aber auch nicht schlimm, wenn sie nur ein paar Wochen anhalten. Viele meiner Kollegen sind verunsichert, denn auch sie können nicht hundertprozentig beurteilen, wie ernst die Lage wirklich ist.

Was Dr. Wodarg sagt, ist meiner Meinung nach sehr richtig, gerade was unsere Immunantwort betrifft, wie Impfungen Platz für andere Viren schaffen, wie unsere ungesunde Lebensweise unsere Atemwege schädigt und auch unsere Darmschleimhaut, die ja 70 bis 80 prozentig für unsere Immunabwehr verantwortlich ist, und die ja schon durch harmlose Zusatzstoffe wie Emulgatoren in unserer Fertignahrung verändert wird, um nur ein Beispiel zu nennen, dazu kommt Luftverschmutzung, Stress usw.
 
Ob der Test andere Coronaviren auch anzeigt ausser dem einen neuartigen Coronavirus, kann ich nicht beurteilen, aber wenn das so wäre, wäre das eine Sauerei, weil Virologen wie Dr. Drosten und Co uns sagen, dass sie dieses neuartige Virus genau kennen und gut erforscht haben und der Test spezifisch diesen Virustyp testet. Wenn das nicht so wäre, dann wäre  das ein Skandal, wir werden sehen!
 
Wenn es nur darum ginge, Menschenleben  zu retten, dann dürften keine Autos mehr mit 200 kmh über die Autobahn brettern, dann müssten noch viele andere Dinge verboten werden.
 
Zu recht werden Missstände im Gesundheitssystem genannt, ich muß das nicht alles aufführen, sie haben wiederholt die Dinge beim Namen genannt. Es wird sich aber meiner Meinung nach durch diese Krise nichts ändern.
 
Ich habe bereits geschrieben, dass ich es schade finde, dass naturheilkundliche Therapien überhaupt nicht genannt werden, wie ich mein Immunsystem stärke, welche Pflanzen Viren eindämmen können (Wissenschaftlich gut erforscht) und vieles andere mehr.  Virologen wissen viel über ihr Fachgebiet, haben aber auch einen Tunnelblick und sehen das große Ganze nicht mehr.
 
Seit Jahrtausenden leben Menschen auf diesem Planeten mit allen möglichen Viren und Bakterien zusammen. Unser Immunsystem ist eigentlich extrem leistungsfähig, wenn wir gesund sind und auch wenn dieser Virus neu ist, so kennt unser Körper Coronaviren schon lange sehr gut. Er kann sich gut auf veränderte Viren einstellen.

Ganz anders wäre eine Epidemie wie Ebola oder ähnliche gefährliche Erkrankungen, mit denen sich unser Immunsystem noch nicht auseinandergesetzt hat.
 
Es wäre meiner Meinung nach sinnvoll, alte und kranke Menschen zu schützen und andere Menschen wie Kinder und gesunde Erwachsene könnten sich mit dem  Virus auseinandersetzen und so eine Immunität aufzubauen, so wie das jedes Jahr mit anderen Viren passiert .
 
Im Moment hat das ganze eine Eigendynamik angenommen und mir kommt es vor, wie ein riesiges Experiment mit der Menschheit. Ich habe aber keine Verschwörungsgedanken, ich glaube, dass die Politiker im Zugzwang sind, auch wenn sie sich teilweise in der Rolle als Retter der Menschheit und Krisenmanager ein  wenig gefallen.
 
Ich finde es gut, dass die Nachdenkseiten verschiedene Experten mit unterschiedlichen Sichtweisen aufführen. Vielen Dank dafür.
 
Mit freundlichen Grüßen,
Maria McCray


4. Leserbrief

Hallo liebe Nachdenkseiten,

meine Idee zur Rekommunalisierung des privatisiserten Krankenhaussektors:
Unbegrenzte Darlehen (wie für die Wirtschaft vorgesehen) zur Aufrechterhaltung des KH-Betriebes in Aussicht stellen.

Wenn dann die Krankenhäuser nach der Krise total überschuldet sind folgendes Angebot, das sie nicht ausschlagen können

  • Schulden tilgen oder
  • verstaatlichen

Mal sehen, wofür die sich entscheiden…

Bei Nennung bitte anonymisieren!

Mit freundlichen Grüßen
A. N.


5. Leserbrief

Hallo NDS-Team,

den Shut-Down in der aktuellen Lage kann ich nur begrüßen. Was würde man tun , wenn einem auf einer wenig bekannten und markierten Landstraße im Wald in einer bewölkten Nacht die Scheinwerfer am Auto ausgehen würden? Ich nehme an, dass jeder vernunftbegabte Mensch eine Vollbremsung einleite würde und sich vortasten und neu orientieren würde. Wenn es heller wird kann man ja wieder etwas Fahrt aufnehmen.

Mit freundlichen Grüßen
Karl Michalok


6. Leserbrief

Zur Coronavirus-Krise – Verantwortung der Medien

Wie soll man ihr hartnäckiges und bösartiges Vertuschen der größten Massenveranstaltung seit dem Zweiten Weltkrieg erklären?

Das Kriegsmanöver “Defender 2020” ist in vierfacher Hinsicht gefährlich und menschenfeindlich durch

  1. unkontrolliertes Verbreiten des Corona-Virus
  2. Beschädigung unserer Umwelt
  3. Gefährdung des Friedens
  4. Kosten in Millionen – vielleicht sogar Milliarden? – höhe, die bei der Bekämpfung des Corona-Virus und seiner Folgen fehlen werden.

von: Walter Hilbig, Essen


7. Leserbrief

Hallo Liebe Nachdenkseiten,

die Stellungnahme von Dr. Wodarg erscheint unter bestimmten Gesichtspunkten schlüssig und nachvollziehbar. 

Meine intensivste Frage ist jedoch, wie passt das zusammen mit der Situation in den italienischen Kliniken? 

z.B. hier: tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/aus-dem-coronavirus-krisengebiet-tsunami-der-uns-ueberwaeltigt-hat-der-verzweifelte-bericht-eines-italienischen-arztes/25629010.html

Daher würde ich jetzt erst mal ergebnisoffen und nüchtern fragen: Stimmen diese Berichte ggf. nicht?

Ist das ggf. nicht neu, sondern jedes Jahr in der Grippe-Saison so, also nicht corona spezifisch?

Wenn es jedoch stimmt, das es trotz vergleichbarer milder Grippewelle (Wodarz, euroMOMO) zu wenig Beatmungsgeräte gibt, ergibt sich die Frage: Erwartet Deutschland ähnliches?

Eine Recherche dazu wäre glaube ich sehr wertvoll. 

Denn wenn das so ist, das wäre, obwohl mir Dr. Wodarg`s Argumentation nahe liegt, das ja die Basis, auf der ich z.B. die Maßnahmen zur Eindämmung nach meinem Gefühl rechtfertigen kann. Jetzt mal abgesehen davon, das es ein Skandal ist, das die Kliniken wider besseren Wissens und unabhängig von Corona weitaus besser ausgestellt sein sollten. Und der mediale Tenor, usw.. Und das hieße ja nicht, dass Dr. Wodarg an sich viele wichtige und richtige Aspekte anspricht. 

Beste Grüße,
T. N.


8. Leserbrief

Hallo NDS,

wer recht hat? Wer kann das schon wissen? Behaupten kann jeder viel.

Da ich den Vordersten in unserem System – ganz ausdrücklich eingeschlossen die Chefs der Pharmakonzerne – mittlerweile alles zutraue, was ihnen im aus dem Ruder gelaufenen Wettbewerbswahn, in Zeiten von Nullzins, massenhaftem Prekariat, weltweitem Rohstoffkrieg noch irgend eine Form von Rendite einbringt, und weil ich glaube, daß solche Verhältnisse eher Soziopathen als Empathen nach vorne befördern, weigere ich mich an der Panik teilzunehmen, und bevorzuge die nüchterne Feststellung, daß sich – aus der Sicht jener der Gesellschaft weitgehend entrückten Geschäftemacher – gut neue Medikamente und Impfstoffe verkaufen lassen, wenn man der Wintererkältung einen neuen Namen gibt, und Dinge für diese Erkrankung verantwortlich macht, die es wahrscheinlich schon lange gegeben hat, bevor sie entdeckt worden sind, ohne daß die Weltbevölkerung deshalb dahingerafft worden ist.

Dabei denke ich außerdem an “Tamiflu”, “Gilead” und “Bums-“, Verzeihung, “Rumsfeld”, und frage mich, weshalb der Herrgott den meisten von uns ein so mangelhaftes Gedächtnis mitgegeben hat; und darüberhinaus die Dinge so eingerichtet hat, daß die Mehrheit sich gerne von Hochhaussprengern und Menschenschlächtern an der Nase herumführen läßt.
Ich jedenfalls denke nicht, daß diese Typen schlechter schlafen, bloß weil sie die restlichen 7 Milliarden in Angst und Schrecken versetzen, womit auch immer.

Sich näher mit der PCR auseinanderzusetzen, sowie mit den RKI-Berechnungsmethoden von Sterbefällen, wäre ebenfalls angebracht.

Na ja, bald wird es wärmer werden, dann werden wir ja sehen, was von dem Spuk übrig bleibt.

Mit freundlichen Grüßen

Johannes Bichler


9. Leserbrief

Liebe Redaktion der Nachdenkseiten,
 
bei allem Verständnis in der derzeitigen Corona Situation auch mäßigende Stimmen zu Wort kommen zu lassen, muß ich doch anmerken das aus dem Lager außer Allgemeinplätzen in der Regel wenig zielgerichtet Nützliches kommt. Ich persönlich kann es leider nicht beurteilen, aber würde den Tenor der “Mäßiger” unter “alles übertrieben, gestorben wird immer” zusammenfassen. Konkrete Handlungsempfehlungen sehe ich aus deren Reihen bis jetzt nicht.
 
Betrachtet man ein paar “nüchterne Fakten” kann ich die Ruhe mancher nicht wirklich nachvollziehen.

  1. das Italienische Gesundheitssystem steht bei ca. 25000 bekannten Infekten kurz vor dem Zusammenbruch
  2. Das Wachstum der Infektionsraten ist Rasant, da ist eher keine Zeit für eine Politik der “ruhigen Hand”
  3. schaut man sich die 30000 Intensivplätze in Deutschland an und und stellt denen die Überlegung einer Durchseuchung in 2 Jahren (wie immer das passieren soll bei den Wachstumsraten) hat man in 2 Jahren ca. 3 Millionen “Intensiv Wochen” Kapazität. Setzt man dagegen 40 Millionen Infizierte von denen 5% ca 2 Wochen in Behandlung sind hat man 4 Millionen benötigte “Intensiv Wochen”, und selbst wenn die Kapazitäten reichen würden, würde das eine 2 jährige Auslastung der Kapazitäten nur mit Corona Patienten bedeuten. Obwohl mir nicht wirklich klar ist wie man diese “geplante Durchseuchung” durchfühen will. Obwohl ich davon ausgehe, selbst wenn das machbar sein sollte, mit Sicherheit nicht mit “einer Ploitik der ruhigen Hand”.
  4. Es ist nicht davon auszugehen, das China die gewalltigen Anstrengungen um die Epedemie innerhalb Chinas einzudämmem aus Jux und Dollerei durchgeführt hat. So schmerzhaft diese Maßnahmen sind ich gehe davon aus, das eine Politik des Zauderns und Aussitzens wesentlich schmerzhafter sein wird.

 
Viele Grüße und Alles Beste
 U. Schneider 


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