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  1. Farbrevolutionen als Bumerang
  2. “Americans Are Now Getting a Mild Taste of Their Own Medicine” of Disrupting Democracy Elsewhere
  3. Schule funktioniert nicht von zu Hause
  4. Infektiologe Reinhard Berner: “Kinder sind nicht Treiber der Pandemie”
  5. Homeoffice auf Kosten der Gesundheit?
  6. Wir sind finanziell am Limit angelangt
  7. Analyse von Virus-Mutationen: Spahn ignorierte Virologen-Warnung
  8. Bombiges Konjunkturprogramm
  9. Naher Osten: Neuer Geist, neue Allianzen?
  10. Die tragende Rolle grüner Transatlantiker im Kampf gegen Peking: China wird zum neuen Feindbild
  11. Cum-Ex: Zentrale Figur im Steuerskandal: Internationaler Haftbefehl gegen verdächtigen Ex-Banker
  12. 50 Jahre BAföG: “Wir brauchen einen Neustart für das BAföG”
  13. Gute Wirtschaftspolitik 2021: Investitionen stärken, konjunkturschädliche Konsolidierung vermeiden
  14. Frau Professor aus dem Arbeitermilieu?

Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Verantwortlich für die Richtigkeit der zitierten Texte sind die jeweiligen Quellen und nicht die NachDenkSeiten. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.

  1. Farbrevolutionen als Bumerang
    Trotz breiter verbaler Distanzierung vom Sturm auf das Washingtoner Kapitol vermeiden Berlin und Brüssel die Debatte um mögliche Folgen für die transatlantischen Beziehungen. Zwar erklärt der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen, “jetzt” sei “der letzte Zeitpunkt”, an dem die US-Republikaner “sich entscheiden können zwischen Demokratie und Trump”. Laut einer Umfrage billigen 45 Prozent der US-Republikaner das gewaltsame Eindringen ins Parlament. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen geht demgegenüber jedoch zum Alltag über: Sie “freue” sich auf eine Kooperation mit dem künftigen US-Präsidenten Joe Biden, teilte sie gestern mit. Dabei wird es der Westen in Zukunft wohl beträchtlich schwerer haben, sich in der Weltpolitik als “Leuchtturm der Demokratie” zu inszenieren: Allzu deutlich ähneln die Bilder vom Sturm auf das Kapitol den Bildern vom Sturm auf die Parlamente in Belgrad (2000), Tbilisi (2003) oder Hongkong (2019), die jeweils einen prowestlichen Umsturz herbeiführten oder herbeiführen sollten und hierzulande bejubelt wurden.
    Quelle: German Foreign Policy
  2. “Americans Are Now Getting a Mild Taste of Their Own Medicine” of Disrupting Democracy Elsewhere
    (…) Biden said, “This isn’t who we are.” But, in fact, this is consistent with a lot of deep traditions of the U.S. rulers, restricting the franchise, which the Founders always sought to do and which the U.S. right today sees as their only hope for political survival, and also the basic bipartisan U.S. principle of the current establishment that no election is sacrosanct.
    Any election can be overturned, as long as it’s a foreign election. The U.S. has supported coups consistently, nonstop, through every administration. Obama and John Kerry — after the Egyptian Army staged a coup and overthrew the elected president, Kerry said they were acting to restore democracy. Trump, when he was president, along with General Kelly, his chief of staff, supported the stealing of an election in Honduras, where the candidate, Nasralla, was winning the vote count, and where, just shortly before, the U.S. had supported a coup to overthrow the elected president of Honduras, Zelaya. That was under Obama.
    More recently, Trump supported a coup in Bolivia to overthrow the president, Evo Morales. And after that, Elon Musk, the second-richest man in the world, worth $184 billion, he tweeted this just on July 24th. He said, “We will coup whoever we want! Deal with it.” And I think that’s a pretty good statement of U.S. foreign policy. But now Trump, in a sense, is bringing that foreign policy home. (…)
    Although I have to say, what has shaken the U.S. population so badly, this assault on the Capitol yesterday, is really nothing by comparison to what U.S. operations have done in Latin America, in Asia, in Africa, in the Middle East, to other democratic movements and elected governments over the years. You know, just days before this, remember, the U.S. Congress, by an overwhelming margin, passed the defense authorization bill to pump more money toward the Pentagon and overseas special operations, and, through other measures, is backing those operations of the CIA, basically dedicated to, whenever the order comes down, being ready to go in and overthrow democracy. So, Americans are now getting a mild taste of their own medicine, in a sense.
    Quelle: Democracy Now!

    dazu: The Insurrection Was Predictable
    About a decade ago, I wrote a book called The Uprising, which described how we were entering an era of chaos in which right-wing groups would try to seize power under the guise of populism. Clearly, that has been happening — we saw it speed up during the Tea Party backlash, and it was further accelerated by Donald Trump, who is a unique president in his willingness to use the White House megaphone to foment and destabilize. […]
    The opposition must also deliver tangible, material gains for working people — rather than continuing to be an elite and effete caretaker of a let-them-eat-cake establishment that right-wing provocateurs can forever burn in effigy.
    The New Deal delivering such gains to the working class helped tamp down the outbreak of right-wing fascism in America. Nearly a century later, the Georgia elections this week proved the same point. There, two right-wing Republican authoritarians were defeated by the black reverend who runs Dr Martin Luther King Jr’s church and by a Jewish guy — and the Democratic duo won by relentlessly campaigning on a simple promise to deliver $2,000 checks to millions of Georgians facing eviction, starvation, and bankruptcy.
    Of course, no matter what Democrats might deliver — survival checks, a higher minimum wage, guaranteed medical care, massive investments in job creation, a crackdown on abusive corporations — there will always be a right-wing authoritarian movement in America willing to weaponize racism and illiberalism for its cause.
    So it’s not simple: there is not a straightforward one-to-one relationship between enacting policies that improve people’s lives and instantly snuffing out the kind of fascism that reared its head at the Capitol on Wednesday. But delivering for millions of people who’ve been economically pulverized for generations is the best and probably only way to try to halt fascism’s wider spread to more of the general population over the long haul.
    Quelle: Jacobin

  3. Schule funktioniert nicht von zu Hause
    Schulschließungen wegen Corona haben “digitale Bildung” als hohle Phrase entlarvt. Auch sonst sollte man gegenüber Lernsoftware skeptisch sein. Interview mit dem Wirtschaftsjournalisten und Dozenten Ingo Leipner
    Wie digitale Medien unser Leben und unseren zwischenmenschlichen Umgang verändern, diese Frage beschäftigt den Wirtschaftsjournalisten und Dozenten Ingo Leipner schon seit mehreren Jahren (Digitale Bildung – eine Lüge?). Gemeinsam mit Gerald Lemke verfasste er die Bücher “Zum Frühstück gibt’s Apps” und “Die Lüge der digitalen Bildung”, und mit der Medienpädagogin Paula Bleckmann fügte er der Kritik anschließend konstruktive Handlungsvorschläge hinzu: “Heute mal bildschirmfrei”.
    Kürzlich ist nun sein neuestes Buch zum Thema erschienen: “Die Katastrophe der digitalen Bildung”. Die Steigerung von der “Lüge” zur “Katastrophe” spießt Leipner gleich im Vorwort selbstironisch auf. Kommt danach der “Untergang des Universums”? Nein, aber angesichts dessen, was die aktuellen Entwicklungen für die Bildungslandschaft befürchten lassen, ist “Katastrophe” jedenfalls angemessen. Ich habe Ingo Leipner zum Gespräch getroffen und ihn nach den Gründen für seine Sorgen gefragt.
    Quelle: Telepolis
  4. Infektiologe Reinhard Berner: “Kinder sind nicht Treiber der Pandemie”
    Prof. Reinhard Berner war in der Lockdown-Runde mit der Kanzlerin. Als Einziger war er gegen weitere Schul- und Kitaschließungen. […]
    Sie haben sich in der großen Runde mit der Kanzlerin für die Öffnung von Kitas und Schulen ausgesprochen? Warum?
    Berner: In der Runde habe ich stellvertretend für die wissenschaftlichen kinderärztlichen Fachgesellschaften gesprochen und ich habe versucht, ein paar Punkte deutlich zu machen. Denn wissenschaftlich gesehen, gibt es keine klaren Gründe, warum Kitas und Schulen längerfristig geschlossen bleiben sollen. Von daher war ich gegen die Verlängerung der Schul- und Kitaschließungen über einen begrenzten Zeitraum hinaus. In Dresden führen wir ein Register der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI), dort melden alle Kinderkliniken ihre stationären Fälle, freiwillig, aber flächendeckend. Heißt wir haben eine gute Übersicht darüber, wie viele Kinder seit Beginn der Pandemie in Deutschland mit dem Coronavirus im Krankenhaus waren. Und das waren seit März bis Ende Dezember etwa 800 Kinder in Deutschland.
    Ist das viel oder wenig?
    Berner: Enorm wenig! 800 von 14 Millionen Kindern und Jugendlichen! Diese 800 Kinder waren mit einer Coronavirus-Infektion im Krankenhaus, darunter gab es schwer erkrankte und leicht erkrankte Kinder. Manche waren im Krankenhaus, weil sie sich den Arm gebrochen hatten und man durch Zufall festgestellt hat, dass sie positiv waren. Andere waren schwerer krank oder mussten auf der Intensivstation behandelt werden. Und man darf die beiden Kinder nicht vergessen, die am Virus gestorben sind. Das ist furchtbar und tragisch.
    Grundsätzlich besagen die Zahlen aber, dass Kinder nicht so häufig am Coronavirus erkranken?
    Berner: Ja. Wir wissen, dass Kinder weniger empfänglich für Infektionen sind. Vor allem je jünger sie sind. Und wenn insbesondere junge Kinder mit Coronavirus infiziert sind, das ist ausreichend gut belegt, kommt es seltener zu einer Weitergabe der Infektion.
    Quelle: WAZ
  5. Homeoffice auf Kosten der Gesundheit?
    Die Erfahrungen im Lockdown zeigen auch die Schattenseiten des Homeoffice-Booms auf. Bei der Arbeitsplatzgestaltung ist der Regelungsbedarf genauso offensichtlich wie in anderen arbeitsrechtlichen Themenfeldern. Graubereiche führen zu Nachteilen der ArbeitnehmerInnen und deren Gesundheit.
    Im Frühjahr 2020 galt es, erstmals großflächig die Bildschirmarbeit vom Büro möglichst ins Homeoffice zu verlagern. Technisch und ergonomisch erfolgte dies auf stark unterschiedlichem Niveau. Gleichzeitig herrschte Leere in vielen Büros und diese ist teilweise geblieben. In den letzten Monaten und mittlerweile im zweiten Lockdown festigt sich diese Situation – und sie wird nicht ohne Folgen für die Zukunft bleiben. Welche langfristigen Auswirkungen sind nun aufgrund der verstärkten Homeoffice-Nutzung in Bezug auf die Gesundheit der ArbeitnehmerInnen und die Nutzungsweise von Büroarbeitsplätzen im Betrieb zu erwarten?
    Quelle: A&W blog
  6. Wir sind finanziell am Limit angelangt
    Verlage klassischer und neuer Musik leben vom Verkauf oder Verleih des bei ihnen herausgegebenen Notenmaterials sowie von den Tantiemen der bei ihnen erschienenen, noch nicht gemeinfreien Werken. Die gegenwärtigen Einschränkungen oder gar Stilllegungen des Spielbetriebs bei Orchestern, Chören und Opernhäusern gefährden dieses Wirtschaftsmodell in seiner Substanz. Auf die Folgen dieser Situation gibt es eine kurzfristige und eine längerfristige Perspektive. Die kurzfristige folgt dem Motto „Nicht Genaues weiß man nicht“, wobei drei Phasen zu unterscheiden sind: Im Frühjahr hoffte man auf den Herbst.
    Im Herbst herrschte eine kaum verhehlte Empörung über „die Frechheit der Bundesregierung, zu sagen, dass die ganzen Vorschriften, die von unseren Kulturstätten im Laufe des Sommers mit viel Herzblut und Hirnschmalz umgesetzt wurden, um weiterspielen zu können, nun plötzlich nicht mehr gelten sollen“ – so die Worte des Geschäftsführers eines großen Musikverlags. Und jetzt, im Winter, greift beim erneuten Total-Lockdown die blanke Ratlosigkeit um sich. Die Musikverlage des Klassikbereichs sind mit dem Musikleben auf Gedeih und Verderb verbunden. […]
    Bei Aufführungen hängen die Tantiemen, die sich Verlag und Komponist teilen, von der Zahl und dem Preis der verkauften Tickets ab. Das heute gern praktizierte Streaming ohne Publikum ist für die Rechteinhaber eine schlechte Alternative: Sie erhalten nur einen Bruchteil der Einkünfte aus einer Aufführung im vollen Saal.
    Quelle: FAZ

    Anmerkung JK: Hier sieht man welche weiteren Dimensionen der bisherige beispiellose kultureller Kahlschlag durch den Lockdown hat. Aber das macht ja nichts. Wer braucht schon Kultur live? Es reicht, wenn sich die im Home-Office isolierten Bürger über digitale Streamingplattformen wie Netflix oder Amazon Prime der kompletten Verblödung hingeben.

  7. Analyse von Virus-Mutationen: Spahn ignorierte Virologen-Warnung
    Kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie forderten Fachleute vom Gesundheitsminister, die Überwachung von Virus-Mutationen zu verbessern. Laut NDR, WDR und SZ änderte sich aber nichts – nun fehlen wichtige Daten. […]
    “Die Dänen und die Engländer machen dieses Virusmonitoring sehr gut”, sagt Hendrik Streeck. Der Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Bonn hat mit seinem Diagnostiklabor bisher 143 Sequenzen von Sars-CoV-2 zur deutschen Datenbank beigesteuert. Zuletzt hat er auch nach der neuen Variante geschaut, sie aber kein einziges Mal gefunden. Eine ebenso starke Virenüberwachung wie in Großbritannien ließe sich auch in Deutschland sehr schnell aufsetzen, sagt Streeck. “Wenn wir den Auftrag hätten, jede hundertste oder zehnte Probe zu sequenzieren, dann würden wir das sofort tun.” Eine Sequenz schlage, wenn man viel davon macht, mit etwa 50 Euro zu Buche – also genau so viel, wie die Krankenkassen heute für jeden PCR-Test ausgeben.
    Streeck hält es für sehr wichtig, neben Coronaviren weitere Viren im Auge zu behalten, um frühzeitig zu erkennen, ob sich neue Varianten bilden. Im ungünstigsten Fall könnten Viren schließlich auch der Diagnostik entgehen: Mutationen könnten dazu führen, dass Viren durch Antigen- oder PCR-Tests nicht mehr erkennbar sind. Auch in solchen Fällen wären Sequenzierungen sehr hilfreich.
    Quelle: Tagesschau
  8. Bombiges Konjunkturprogramm
    Wehrministerin Kramp-Karrenbauer warnt vor Kürzung der Rüstungsausgaben wegen Coronakrise
    Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), in friedensbewegten Kreisen auch “Shopping Queen” genannt, macht sich Sorgen, dass wegen der Coronakrise ihr Etat für die Rüstungsgüterbeschaffung schrumpfen könnte. “Wenn wir über große Rüstungsprojekte reden, reden wir auch über nationale Industriepolitik”, sagte die CDU-Chefin laut einer Meldung der Deutschen Presseagentur (dpa) vom Donnerstag in Berlin. “Es macht aus meiner Sicht keinen Sinn, dass wir im vergangenen Jahr durch große Konjunkturpakete versucht haben, die Wirtschaft zu stabilisieren und nun dort, wo der Staat etwa im Bereich Rüstung selbst Auftraggeber ist, Aufträge zurückziehen und damit selbst dazu beitragen, dass Arbeitsplätze gefährdet sind”, so Kramp-Karrenbauer weiter.
    Im Frühjahr 2020 hatte sie allerdings mit der Vorentscheidung für den Kauf von US-F-18-Kampfjets wenig Standorttreue bewiesen.
    Quelle: Telepolis
  9. Naher Osten: Neuer Geist, neue Allianzen?
    Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar wollen sich versöhnen. Der Streit entstand mit Trumps Anti-Iran-Front. Was kommt nun?
    Wie sieht die neue Iran-Politik aus, wie die neue Syrien-Politik? Biden ist Präsident und wird Trump am 20. Januar ablösen.
    Gestern gehört die Show gehörte noch dessen Anhängern, QAnon-Schamanen wie dem Buffalo Guy und anderen bizarren Gestalten, die das Kapitol stürmten (Liveticker zum “Putschversuch” in Washington). Auch im Nahen Osten war das Geschehen Top-Nachricht. In den sozialen Netzwerken mokierte man sich über die Ereignisse im Herzen der sendungsbewussten Demokratie mit Zitaten oder Parodien von diplomatischen Warnungen, die immer dann aus der US-Regierung kamen, wenn sich solche “Putsch-Szenen” in ihren Hauptstädten zutrugen.
    In den Hintergrund rückte ein Ereignis, das seinerseits von einem türkischen Journalisten spöttisch mit “Love is in the Air” kommentiert wurde: die Wiederannäherung zwischen Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Bahrain und Katar; auch Ägypten spielte eine Rolle.
    Quelle: Telepolis
  10. Die tragende Rolle grüner Transatlantiker im Kampf gegen Peking: China wird zum neuen Feindbild
    “China versucht, Deutschland mit der Einheitsfront aufzurollen”, titelte die Neue Zürcher Zeitung kürzlich. Die Schweizer Tageszeitung übernahm damit unkritisch eine Stoßrichtung der westlichen Politik, die in diesem Jahr einen neuen Höhepunkt erreichen dürfte – nämlich die Etablierung des Feindbildes China in der westlichen Politik, flankiert von einer dem entsprechenden Medienkampagne.
    Weiter heißt es in dem Artikel:
    “Ein von der Kommunistischen Partei und dem Ministerium für Staatssicherheit in Peking gesteuertes Netzwerk nimmt in Deutschland im Verborgenen Einfluss. Die chinesische Diaspora, Austauschstudenten und Wirtschaftsverbände spielen dabei genauso eine Rolle wie die chinesischen Geheimdienste.”
    Interessant, chinesische Studenten sind also genauso gefährlich, agieren ähnlich im Verborgenen wie der chinesische Geheimdienst. Da kommt der geneigte Leser schon ins Grübeln.
    Quelle: RT Deutsch
  11. Cum-Ex: Zentrale Figur im Steuerskandal: Internationaler Haftbefehl gegen verdächtigen Ex-Banker
    Die Staatsanwaltschaft will im Cum-Ex-Steuerskandal den einstigen Rainmaker in Deutschland auf die Anklagebank setzen. Paul Mora hat sich nach Neuseeland zurückgezogen.
    Quelle: Handelsblatt
  12. 50 Jahre BAföG: “Wir brauchen einen Neustart für das BAföG”
    Forderungen für eine grundlegende Reform
    Chancengleichheit schaffen: Das war das erklärte Ziel beim Start der staatlichen Studienförderung. Davon ist nicht viel übrig geblieben. “Im vergangenen Jahrzehnt ist das BAföG auf den Hund gekommen”, kritisiert DGB-Vize Elke Hannack. Nur 11 Prozent der Studierenden erhalten die Leistung noch, viele sind akut von Armut bedroht. Das muss sich dringend ändern.
    Quelle: DGB
  13. Gute Wirtschaftspolitik 2021: Investitionen stärken, konjunkturschädliche Konsolidierung vermeiden
    Deutschland kann im neuen Jahr trotz des aktuellen Lockdowns auch wirtschaftlich langsam aus der akuten Corona-Krise kommen. Allerdings wird das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2021 immer noch unter dem Niveau von 2019, vor dem Einbruch durch die Pandemie, liegen. Zudem ist Voraussetzung dafür neben wirksamen Impfungen eine weiterhin aktive Wirtschaftspolitik. Wenn die Politik den enormen Investitionsbedarf von rund 450 Milliarden Euro bis 2030 für die anstehende Dekarbonisierung und Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft zügig und konsequent angeht, können notwendige längerfristige Modernisierung und kurzfristige konjunkturelle Belebung aber Hand in Hand gehen. Bundesregierung und EU haben dafür im abgelaufenen Jahr wichtige Weichen gestellt, der eingeschlagene Weg sollte unbedingt fortgesetzt werden. Die zur Bekämpfung der Corona-Krise aufgenommene höhere Staatsverschuldung ist kein Hindernis für verstärkte Zukunftsinvestitionen, diese sollten vielmehr absolute Priorität haben gegenüber einer forcierten Rückzahlung der Kredite. Der in der Schuldenbremse vorgesehene Tilgungszeitplan ist zu eng und sollte zumindest stark gestreckt werden. Wenn das geschieht, stünden die Chancen gut, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden Jahren aus der höheren Verschuldung herauswächst – so wie nach der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/9. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung in seinem wirtschaftspolitischen Ausblick für 2021.
    Quelle: Hans Böckler Stiftung
  14. Frau Professor aus dem Arbeitermilieu?
    Die Debatte über Diversität an Hochschulen hat einen blinden Fleck: nämlich die soziale Herkunft des akademischen Personals. Der Weg zur Professur wird für Arbeiterkinder immer schwieriger. Das gilt besonders für Frauen.
    Die soziale Herkunft von Hochschul-Professorinnen und Professoren wird kaum thematisiert. Ist es doch die intellektuelle Leistung, die vermeintlich den Ausschlag gibt, ob jemand einen Lehrstuhl bekommt oder nicht. „Ich denke, dass in der Wissenschaft ein immer noch besonders ausgeprägter meritokratischer Glaube vorherrscht.“, sagt Christina Möller, Soziologieprofessorin an der Fachhochschule Dortmund. Dabei werde häufig vergessen, dass allein die Möglichkeit eine akademische Karriere einzugehen stark von der sozialen Herkunft abhängt.
    Quelle: ORF

    Anmerkung JK: Gut getroffen. Ähnliches gilt natürlich auch für Spitzenpositionen in der Wirtschaft. Was ändert sich eigentlich grundsätzlich an den gesellschaftlichen Verhältnissen bzw. für die alleinerziehende Mutter in prekären Verhältnissen, wenn in den Vorständen großer Unternehmen jetzt anstatt nur Männer aus der oberen Mittelschicht oder der Oberschicht nun auch eine Anzahl privilegierter Frauen aus der oberen Mittelschicht oder der Oberschicht sitzt?

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