Leserbriefe zu „Ein Jahr Lockdown. Was sind Ihre Erfahrungen?“ – Teill II

Ein Artikel von:

Jens Berger hat in diesem Beitrag an den Jahrestag der Lockdown-Politik und an den Appell für eine Öffnung erinnert. Zugleich ist die Leserschaft der NachDenkSeiten gebeten worden, über ihre Erfahrungen zu berichten. Danke für die vielen E-Mails mit sehr verschiedenen Erlebnissen, es dürfte genug Lektüre für die Osterfeiertage sein. Den ersten Teil der Leserbriefe hatten wir bereits am 25. März veröffentlicht. Es folgt der zweite Teil: eine Auswahl der Leserbriefe, zusammengestellt von Ala Goldbrunner.


1. Leserbrief

Sehr geehrte Damen und Herren,

gerne nehme ich Ihren Aufruf an und schildere Ihnen meine Erfahrungen, Eindrücke und momentane Befindlichkeit. Meinen Namen dürfen sie ruhig nennen. Ich stehe zu meinen Aussagen.

Als hauptberuflicher Mitarbeiter, seit 1995 im Rettungsdienst, würden meine Erfahrungen zur aktuellen Pandemie mittlerweile ein dickes Buch füllen. Der Schwachsinn der verzapft wird, ist wie aus dem Drehbuch eines Irrenhauses. Ich darf mir erlauben zu erwähnen, dass ich über sehr viel Erfahrung im Infektionsschutz verfüge. Bis heute dürfte ich auf mehrere tausend Einsätze kommen, die als Infektionstransporte von mir begleitet, durchgeführt wurden. Diese Einsätze sind im Prinzip nichts außergewöhnliches, sie dauern länger, sind körperlich anstrengender, benötigen eine längere Vor – und Nachbereitungszeit und müssen entsprechend den Richtlinien durchgeführt werden. Dabei ist es egal, ob Grippe, Noro, ORSA, MRSA, 3MRGN, 4 MRGN, Clostridien oder SARS – CoV 2. Der Rettungsdienst ist diesbezüglich sehr erfahren und konnte bis heute, in meinem Bereich der Stadtrettung, alle Patienten die Hilfe benötigten, gut – und zeitgerecht versorgen. Zu keinem Zeitpunkt gab es in meinem Tätigkeitsbereich Ausfälle durch eine „Corona – Überlastung“. Zwar waren Fahrzeuge manchmal länger gebunden, was aber nicht zu einer generellen Unterversorgung führte. Das nur mal vorweg.

Laut RKI sind die Grippeinfektionen im Jahr 2020 signifikant gesunken. Begründet wird das mit den bundesweit durchgeführten Schutzmaßnahmen. Die Masken wirken also. Das SARS CoV 2 Virus, so gefährlich es auch ist, beißt sich nun mal nicht durch die Schutzmasken, sondern schützt den Träger und auch andere, wenn dieser sie fachgerecht trägt. Das Ganze scheint so wirksam zu sein, das die Krankenhäuser es mittlerweile unterlassen können, bei grippalen Infektzeichen auf Influenza (Grippe) abzustreichen. Es wird nur noch auf SARS CoV 2 untersucht. So wird manipuliert. Das eine lässt man weg, das andere wird getestet auf Teufel komm raus. Wer mehr testet, findet auch mehr. Vergleichbarkeit ade.

Wer im Rettungsdienst arbeitet, weiß das viele Einsätze unnötig sind und in den Behandlungsbereich der Hausärzte gehören. Es gilt nicht für alle Patienten, aber die Erfahrung zeigt, dass etliche Patienten mit einer grippalen Infekt – Symptomatik verängstigt den Rettungsdienst rufen und nach eingehender Erstuntersuchung zu Hause genesen können. Ausgenommen hiervon sind gefährdete Patienten (Ältere, chronisch Kranke) und Patienten mit einer kritischen Symptomatik. Es muss ein Umdenken erfolgen und die vulnerablen Patienten/ – Personengruppen und Alten – und Pflegeheime konsequent geschützt werden. Ein Umstand den etliche Einrichtungen noch bis zum Sommer 2020 nicht begriffen hatten. Ich unterstelle, das der Lockdown sofort beendet werden kann, wenn alle Personen beim Einkaufen, wie bisher und ordnungsgemäß einen Mund-Nasen Schutz, respektiv eine FFP II – Maske tragen. Dazu eine gute Händehygiene und etwas Abstand. Mehr braucht es nicht. Man braucht kein Land in den wirtschaftlichen Ruin zu stürzen. Es gibt kein erhöhtes Infektionsgeschehen in Baumärkten, Einkaufszentren etc.. Überfüllte Stadtbahnen gibt es übrigens auch noch und das stört niemanden der Verantwortlichen. Alles einfach nur noch sinnlos, zumindest der Versuch, es noch mit normalem Menschenverstand zu begreifen.

Nach zweiwöchiger krankheitsbedingter Abwesenheit fiel mir die Stimmung auf unserer Rettungswache besonders auf. Viele sind gereizt und haben ein erhebliches Verständnisproblem, was die neuen und fortgeführten Lockdown – Maßnahmen angeht. Für viel Unmut sorgt in meinem Tätigkeitsbereich auch immer noch, die uneinheitliche Verfahrensweise in den Notaufnahmen unserer Landeshauptstadt. Jedes Krankenhaus macht es anders. In einer Woche habe ich in einem Krankenhaus 3 (!) verschiedene Verfahrensweisen bei Patienten mit dem Verdacht auf eine SARS CoV 2 Infektion erlebt. Als mir der Kragen platzte, war nur zu hören, das ist halt teamabhängig (!). Überstunden, ein medial gehypter Impfdruck, eingeschränkte Freizeit – und Sportmöglichkeiten tun ihr übriges und nagen an der Substanz. Dazu kommt in unserem Land eine noch nie dagewesene Demokratiefeindlichkeit, Stigmatisierung Andersdenkender und eine Presse die auf übelste Weise hetzt. Ich bin Jahrgang 71 und habe viele gesellschaftliche Krisen miterleben dürfen; müssen. Die jetzige erscheint mir die Größte zu sein. Auch habe ich ein Déja-vu. Ich erinnere mich an die 1980er Jahre. Damals titelte die Springerpresse, allen voran die Bild Zeitung „ neue Todesseuche bedroht Europa – müssen wir jetzt alle sterben?“. Gemeint war HIV. Eine bis dato unbekannte Infektionskrankheit. Bei mir als Teenager löste das massive Ängste aus. Die anderen Boulevardblätter titelten ähnlich, veröffentlichte Bilder schürten weitere Ängste. Die Angstmache steckt scheinbar in den Genen der bekannten Blätter. Ein Unterschied zu heute: Damals gab es die sozialen digitalen Netzwerke nicht. Eine weitere neue Waffe dieser Blätter und mittlerweile auch der politische Kaste.

Ein weiteres Déja-vu: Als vor Jahren die Demonstrationen gegen das Freihandelsabkommen TTIP stattfanden, berichtete der Spiegel über die Berliner Demonstranten; „da laufen sie wieder,die Rechten“. Ein Begriff der aktuell auch sehr inflationär gebraucht wird. Eine Frechheit hoch drei. Da setzt man sich als Demokrat vehement für Freiheit, Demokratie und gegen eine Verschlechterung der bürgerliche Rechte ein und wird vom Spiegel öffentlich als Rechter beschimpft. Seit dem ist der Spiegel für mich ein „no-go“.

Was kann man machen. Ich rede viel, tausche mich aus und lasse mir den Mund nicht verbieten. Der CDU in Niedersachsen habe ich einen saftigen Brief geschrieben und mir Luft gemacht. Bis heute bleibt eine Antwort aus. Respekt vor mir als Bürger, Fehlanzeige. Ich handele nach der Devise, erst reden wir, dann schreiben wir, dann demonstrieren wir. Für Einigkeit, Recht und Freiheit. Frau Merkel ist für mich nur noch der linkssozialistische Wolf im CDU – Schafpelz. Meine Geduld ist am Ende. Wir sehen uns auf der Straße.

Mit freundlichen Grüßen
Hein Bradhering
Notfallsanitäter
– Hannover –


2. Leserbrief

Liebes Team der Nachdenkseiten!

Als treue Leserin eurer Seite seit 2014 schreibe ich hier das erste Mal (überhaupt im Leben) einen Leserbrief.

Nach einem Jahr Lockdown schwanke ich meistens zwischen Frust, depressiver Verstimmung, Resignation und vor allem dem Gefühl der Machlosigkeit gegenüber all dieser Maßnahmen und die weiteren Folgen die jetzt schon absehbar sind! Ich habe das Gefühl nur noch in die Arbeit zu fahren und der wöchentliche Supermarkt-Einkauf ist das Highlight der Woche! Keine privaten Treffen, kein Sport, kein Urlaub -alles private ist gestrichen! Ich bin mittlerweile etwas dicker, unbeweglicher und träger geworden. Aber Hauptsache ich funktioniere in meinem Job! Schließlich bin ich ja Systemrelevant!

Für mich erschloss sich bereits im März 2020 – nachdem ich viele Informationen zum Thema C verschlungen hatte – die Gefährlichkeit dieses Virus und der angeblichen “Pandemie” nicht! Fassungslos erlebte ich den ersten Lockdown und schon damals diskutierten mein Mann und ich über die möglichen Folgen für Gesellschaft und Wirtschaft. Leider muss ich sagen das alles genauso bzw. noch schlimmer gekommen ist als gedacht – über die Folgen wurde ja hier bei den Nachdenkseiten schon genug geschrieben.

Meine größte Belastung aber ist mein Job bzw. mein tägliches Jobumfeld! Dort werde ich jeden einzelnen Tag mit dem Thema C ; Meinungen dazu und auch den direkten Auswirkungen mancher Regeln und Verordnungen konfrontiert! Ich arbeite als Fachkrankenschwester in der Anästhesie (also im OP) in einer größeren Klinik. Ich liebe meinen Job! Ich mache ihn seit über 20 Jahren -aber seit diesem Winter denke ich darüber nach aufzuhören!

Letztes Jahr Mitte März reduzierten wir von einen Tag auf den anderen unser OP-Programm auf ca. 20% Auslastung. Es wurden Kollegen auf die “vergrößerte und erweiterte” Intensivstation “ausgeliehen” um auf den großen “Ansturm” der prophezeiten Patienten zu bewältigen. Fazit: bis auf ein paar einzelne Covid-Patienten blieb unsere Intensivstation, der OP und das restliche Haus quasi bis Mitte Mai leer! Die meisten von uns hatten diese 2 Monate der ersten Welle sehr wenig zu tun! So erging es ja vielen Kliniken.

Seit Ende April wird jeder Patient einem PCR Test unterzogen. Und alle Mitarbeiter und Patienten müssen die ganze Zeit einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Seit Anfang November -pünktlich zur zweiten Welle- wurden wieder Kollegen auf die Intensiv “ausgeliehen”, alle müssen jetzt die komplette Schicht eine FFP-2 Maske tragen (es gibt eine Maske/Tag!!!) -nur in den Pausen darf die Maske abgenommen werden! Seitdem klagen wir fast alle täglich über Kopfschmerzen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Ich leide sehr darunter! Erst seit Mitte Dezember gibt es wöchentliche Schnelltests für Mitarbeiter – freiwillig, aber es wird schon etwas Druck ausgeübt sich daran auch zu beteiligen.

Ich hinterfrage PCR-Tests, Schnelltests, FFP-Masken-Pflicht, Kontaktverbote,Schulschließungen etc. Ich mache mir Gedanken was die Zukunft bringt z.B. Impfpass, elektronische Verfolgung. Leere Kliniken, keine Übersterblichkeit, das Verschwinden der Grippe etc -all das darf man nicht mehr laut aussprechen! Ich spreche es auch nicht laut aus, außer bei den wenigen Kollegen die genauso denken. Eine Diskussion findet zwischen den zwei Lagern nicht statt. Man ist entweder für die Maßnahmen, oder dagegen!

Bei vielen, den meisten meiner Kollegen stoße ich auf Unverständnis, werde als “asozial” beschimpft weil ich mich nicht habe impfen lassen. Die Maßnahmen dürfen doch nicht hinterfragt werden und meine Kollegen sinnieren über “Privilegien” für Geimpfte – haben aber völlig vergessen das das mal Grundrechte waren!

Privat zähle ich meinen Mann (beide Mitte 40) und mich zu den privilegierten Menschen in dieser Krise. Wir wohnen zusammen in einer großen Wohnung am Rande einer Großstadt in Bayern, beide haben wir immer noch unsere Jobs (mein Mann war letztes Jahr insgesamt 3 Monate in Kurzarbeit -was zwar ein Einkommensverlust bedeutete, aber uns in keine finanzielle Nöte brachte), die auch immer noch genauso stressig sind wie davor. Er macht halt jetzt mehr Homeoffice!

Private Treffen finden kaum statt -alle sind von den Mainstream-Medien in Angst und Schrecken versetzt. Sogar Junge, gesunde Freunde bemühen sich krampfhaft um Impftermine -man will ja schließlich wieder Reisen, ins Kino gehen, etc.

Unsere beider Eltern (alle um die 70 Jahre alt) sind die einzigen, die wir in den letzten 12 Monaten regelmäßig sehen und treffen. Alle vier sind – Gott sei Dank -wie wir beide, entspannt, haben keine Angst vor dem Virus, versuchen ihr Immunsystem fit zu halten und haben alle unabhängig voneinander beschlossen sich nicht impfen zu lassen.

Meine Hoffnung, die ich letztes Jahr noch hegte, das irgendwann die Fakten die Politik zum Kursumschwung zwingen würden, schwinden mit jeden Monat. Trotzdem versuche ich mich nicht unterkriegen zu lassen! Man hat mir fast alles genommen, was das Leben außerhalb der Verpflichtungen lebenswert macht – aber das uns (meinen Mann und meine Familie) – das kann man mir nicht nehmen! Und deswegen erfreue ich mich an Kleinigkeiten im Alltag.

In diesem Sinne, vielen, vielen Dank an das Team der Nachdenseiten! Ich bin immer noch hoffnungsvoll, und eure Seite macht mir meinen Alltag erträglicher, da ich weiß, das ich nicht alleine bin…

Mit freundlichen Grüßen,
H.I.


3. Leserbrief

Dieses Corona-Jahr war in jeder Hinsicht irre. Beruflich, politisch, persönlich.

1. Beruflich: Dass hier etwas nicht stimmt, merkte ich das erste Mal kurz nach der Ausrufung des 1. Lockdown:

a) Ich bekam – als vom Gericht bestellter Berufsbetreuer –

Anrufe von Schwerbehinderten: Hilfe! Hunger! Der ambulante Pflegedienst kauft nicht mehr für mich ein! Tatsächlich hatten die Pflegedienste ihre Dienste sofort auf das Notwendigste reduziert, und sie hatten mich nicht einmal informiert !…

Ein Betreuter kam 2 x in der Notaufnahme nicht dran, wegen „Umstellung auf Corona“. Als er kollabierte, stellte sich heraus: Tumor. Nach kurzer Behandlung wurde er entlassen, er solle erst in 10 Tagen wieder zur Palliativ-Bestrahlung (!) im Krankenhaus erscheinen. Er starb davor… 

Dann las ich von der besonderen Gefahr für Risikogruppen. Ein Gutteil meiner Betreuten gehören zur Risikogruppe, da sie chronisch krank sind. Also bestellte ich ffp 2 Schutzmasken für sie und beantragte beim Sozialamt der Stadt Regensburg die Kostenübernahme. Die Kostenübernahme wurde von der Stadt und von der Regierung der Oberpfalz als Widerspruchbehörde abgelehnt. Ich zitiere aus dem Widerspruchsbescheid der Regierung: „Die derzeit zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus vorgeschriebenen Gesichtsbedeckungen sind aus dem SGB II- Regelbedarf zu finanzieren , da sie als Bestandteil der Kleidung angesehen werden können.“ …

Fortlaufend bemerkte ich, dass der Schutz der Risikogruppen nur unter ferner liefen läuft.

Im Winter begann im Landkreis Regensburg das Covid 19-Sterben relativ  vieler Altenheim-Bewohner . Ich erkundigte mich zu den Schutzmaßnahmen und bemerkte: Es wird auch weiterhin nicht einmal das Notwendige getan. Es finden viel zu wenig Tests bei Personal, Besuchern und u Bewohnern statt. Und es wird weiterhin nichts für die Stärkung des Immunsystems getan. Die alten Menschen bekommen unverändert das gleiche schlechte Essen. Oder aber die Altenheime isolierten – ohne zu fragen – die alten Menschen und raubten ihnen so den Rest Lebensfreude durch Angehörigenkontakte. Einige sind dann quasi an Einsamkeit gestorben…

b) Als Rechtsanwalt vor allem im Sozialrecht, der ich auch bin, habe ich seit über 1 Jahr keinen einzigen Termin mehr am Sozialgericht Regensburg bekommen, „wegen Corona“. Auch sonst ist es mit der Rechtsstaatlichkeit nicht mehr weit her: Bei der Vertretung einer Minderjährigen wegen „Teilnahme an einer Corona-Party“ im Freien entnahm ich das Behördenakte: Die Stadt Regensburg hat pauschal einfach alle von der Polizei an einem Ort eingefangenen Jugendliche mit Bußgeldbescheiden über 300 EUR „wegen Verstoß gegen das Kontakt- und Feierverbot“ bestraft . Ohne irgendeinen Einzelschuld-Beweis gegen die Jugendlichen . Wer sich nicht wehrte, hatte „Pech gehabt“ !

2. Politisch: Ich schrieb 4 Jahre lang pro bono regelmäßig an einem regionalen kritischen Blog mit.

Nach dem ersten Protest gegen den Lockdown vor Ort erschien auf dem Blog der erste einer inzwischen großen Zahl pauschaler Diffamierungsartikel, wonach die Protestierer irgendwie alle rechts seien. Ich hatte mir den Protest ebenfalls angesehen , und wollte daraufhin einen differenzierenden Gegen-Artikel „Die Verschwörungstheoretiker-Keule: Ohne mich !“ veröffentlichen. Abgelehnt ! Stattdessen wurde ich binnen kurzem selbst aus dem Blog „entfernt“. Wie ich inzwischen lese, bin ich nun selbst ein „Verschwörungstheoretiker“ ; dazu eine erheiternde Anekdote : Ich nahm damals in Regensburg an einer „Meditation für Freiheit und Liebe“ teil und trug ein T-Shirt , auf dem vorne „Ich bin ein Verschwörungstheoretiker…“ und auf der Rückseite „…denn ich glaube an die Macht der Liebe !“ mit einem Regenbogensymbol stand. Seitdem steht auf den Hetzseiten der anonym agierenden „Antifa“ neben diversen Beschimpfungen und Verleumdungen gegen mich : „Der Rechtsanwalt Otmar Spirk trug bei der Kundgebung ein T-Shirt mit der Aufschrift „Ich bin Verschwörungstheoretiker““…

Ich habe aus dieser fortdauernden Hetze den Schluß gezogen: Wer nicht selber Öffentlichkeit herstellt, wird heutzutage einfach verhetzt. Seitdem betreibe ich mit Hilfe anderer Menschen einen eigenen Blog namens leben und leben lassen in Regensburg, mit dem Anspruch, sachlich fundiert zu argumentieren . Denn in Regensburg sind seit März 2020 bis heute nur 66 Menschen wegen/mit Covid 19 gestorben, bei über 142000 Einwohnern. Gleichwohl hält eine SPD/CSU-Koalition mit Unterstützung der Grünen und der Ortspresse die Stadt fest im Würgegriff.

3. Persönlich: Meine Kreise haben sich gespalten in Menschen ohne Angst und in Menschen mit Angststörungen und Unterwürfigkeit. Ich empfinde da keinen Verlust, ehrlich gesagt.

Diese Menschen ohne Angst sind eine große Kraftquelle….

Danke für Eure Engagement !

Otmar Spirk


4. Leserbrief

Sehr geehrte Redaktion,

ich habe mich von Ihrem Aufruf sehr angesprochen gefühlt.

Seit einem Jahr verhaftet, höre ich auf Nachfrage “Mir fehlt es ja an nichts.”

Also sende ich Ihnen CORONALES – EIN JAHR LOCKDOWN.[…]ICH MELDE MICH ZU WORT

Begegnungen – Entgegnungen

Die Künstlerschaft, zu der ich mich als Grenzgängerin zwischen angewandter und freier Kunst zähle, schweigt vorwiegend laut. Sie nimmt in meinem Bekanntenkreis grössten Teils solch angepasste Positionen ein, die ich vor der SARS-CoViD-2-Krise lediglich schwerst beamtösem Denken und Handeln zugeordnet hätte. Nach einigen Reaktionen auf meinen ersten und zweiten Text im Januar und Februar 2021 ist für mich klar: Schweigen geht gar nicht mehr. Ich habe fast ein Jahr lang erstaunt, verwundert, erschüttert, empört und gleichermaßen benommen zugehört und zugesehen. Habe beobachtet, auf der Straße, im Supermarkt, am Arbeitsort als freiberufliche Dozentin, im Freundes-, im Familienkreis. Mein Schweigen und meine Benommenheit gehörten der sozial-politischen Entwicklung, dem Sterbeprozess, der Begleitung meiner Schwester, der Anerkennung der Anwesenheit des Todes, mitten in meinem Leben. Ich wollte nicht wahr haben was ich sah. Veränderungen an mir, im Habitus, in den Gesprächen mit Freunden und Verwandten, ebenso mit mir völlig fremden Menschen. Anfangs habe ich die seltsamen Veränderungen als bitteres Spiel gesehen. Ich konnte, wollte nicht wahrhaben, dass es so sein solle. Sehr schnell, Anfang April 2020, die gesellschaftspolitischen Entwicklungen betrachtend, wurde klar: zurückrudern geht nicht. Die eingeschränkte oder beschränkte oder beschränkende Regierung kann sich diesen Schritt nicht erlauben. Sie muss, sie will auf Linie bleiben. Vorwärts. Vorwärts! Zurück, das geht nicht. Das ist kein bitteres Spiel, das ist bitterster Ernst. Ein Albtraum, aus dem es kein Erwachen zu geben scheint. Ich habe im Januar 2021 meinen ersten Text an über 100 ausgewählte Menschen per email gesandt. Die Resonanz war prozentual der einer Kaltakquise mit 10% im grünen Bereich. Von daher hätte ich behaupten können, ich sei zu frieden. Aber ich bin erschüttert. Ich will nichts verkaufen. Ich möchte mit Menschen aus meinem Leben in Kontakt und im Austausch bleiben. Auch wenn sich Menschen aus meinem Freundeskreis sehr vor den Kopf gestossen fühlen. „Gepackt oder dahingerafft“, diese Worte wurden mir u.a. als zynische Äußerung vorgeworfen. Die Worte habe ich bewußt gewählt. „Packen“ oder „dahinraffen“. Ich bleibe dabei. Im kurzen Ablauf von drei Jahren sind drei Menschen meiner engsten Familie an Krebs gestorben. Ja, da rafft Gevatter Tod. Eine Viruserkrankung mit grippalem Verlauf oder schlimmsten Falls mit tödlichem Ende ist keinem Menschen zu wünschen. Und doch steht der Tod uns allen immer zur Seite. Von Beginn an: Es geht um das Leben! Im zweiten Text, im Februar 2021 beschreibe ich meine Teilnahme an einer Demonstration in Hamburg, am Jungfernstieg. Ich beschreibe meine Anreise per Rad, meine Gefühle in unterschiedlichen Augenblicken. Dieser Text führte zu meinem ersten „Shitstorm“. Es ist eine äusserst unangenehme Erfahrung. Einige haben mich aufgefordert sie aus meinem Verteiler zu nehmen. Die meisten von ihnen sind Kulturschaffende.Und noch mehr von ihnen schweigen. Ich bleibe verunsichert zurück, bis zum nächsten Text und zur nächsten Reaktion. Denn: Schweigen geht nicht mehr! Und ich danke all denen sehr herzlich, die sich positiv geäussert haben.

Mit besten Grüßen

Juliane Plöger


5. Leserbrief

Liebes Nachdenkseiten-Team,

auch wenn Sie diese Zuschrift vielleicht ein wenig zu spät erreicht, möchte ich trotz allem eine sehr einschneidende persönliche Erfahrung mit Ihnen teilen.

Zunächst möchte ich meinem Leidensgenossen C.R. aus dem ersten Schwung der Leserbriefe vorbehaltlos zustimmen, treffender hätte ich meine Lebenssituation nicht beschreiben können. Als Masterstudierender nach Umzug in eine fremde Stadt ist es in kompletter Isolation wirklich nicht leicht. Unsere vielleicht besten Lebensjahre, in denen man Land und Leute erkunden will, werden uns ersatzlos gestrichen. Ich habe Freunde, bei denen diese niederschmetternde Lage Depressionen hervorgerufen hat – sie werden mittlerweile psychologisch betreut.

Jedoch ist mir eine Sache in den vergangenen zwölf Monaten besonders aufgefallen, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Ich bewege mich viel in sehr weltoffenen akademischen Kreisen, die sich stark machen gegen Diskriminierung, die sich für Minderheiten und sexuelle Vielfalt einsetzen. In meinen Augen alles sehr wichtige Aspekte, die Toleranz steht hierbei über allem. Allerdings vermisst man ebendiese Toleranz, die jene Personen unermüdlich gegenüber den genannten Gruppen einfordern, im Meinungsaustausch über kontroversere Themen – wie die Corona-Politik. Unter allen Gesellschaftsschichten scheint mir diese „akademische Elite“ besonders kräftig und voreilig mit der Moralkeule zuzuschlagen und jegliches kritische Hinterfragen an den beschlossenen Maßnahmen vorzuverurteilen. Man wiegt sich in moralischer Überlegenheit und macht sich innerhalb der neunmalklugen Blase permanent über „Corona-Leugner“ und „Aluhüte“ lustig. Ein konstruktiver Austausch ist oft gar nicht möglich, maximal wird man von oben herabschauend belächelt und fragt sich, wo die Weltoffenheit eigentlich diesbezüglich bleibt. Das kritische Hinterfragen scheint vielen in ihrer schulischen und akademischen Laufbahn vollständig abtrainiert worden zu sein. Ich will es mir nicht ausmalen, was dieser Umstand auf lange Sicht für Folgen mit sich bringt.

Vielen Dank für Ihre unermüdlich friedens- und gerechtigkeitsstiftende Arbeit!
F


6. Leserbrief

Guten Tag,

ich finde es eine super Idee, die Menschen mal zu Wort kommen zu lassen.  Ein  Jahr ist eine lange Zeit, es ist wie ein nie endender  Alptraum.

Ich habe vier Kinder. Eins davon hat ein Belastungsasthma entwickelt, früher sehr sportlich und an vielen Wettbewerben teilgenommen. Ein Kind hat eine Angststörung entwickelt und hat sehr viel zugenommen. Und die Politik und Medien schweigen darüber, was alles passiert. Mittlerweile ist es ja mehr geworden. Im letzten Jahr habe ich ein Buch geschrieben, weil ich es wichtig fand und finde die Kollateralschäden öffentlich zu machen, die Menschen zu Wort kommen zu lassen – so wie Sie hier. Das Buchformat halte ich noch für besser, digital kann schnell gelöscht werden. 

Es heißt passend “Pandemie des Leids – sie wollten Corona bekämpfen und trafen das Volk”

Ein Jahr politisches Versagen. Die Risikogruppen sterben immer noch, alle anderen werden ihren Grundrechte beraubt . Ich wünschte, es wäre endlich vorbei, die Lügerei, Zahlenverdreherei hätte ein Ende.

Liebe Grüße
Amsa Hope


7. Leserbrief

Hallo liebes Nachdenkseitenteam,

Ein Jahr Spießrutenlaufen für Leute die unter der Maske Beklemmungen kriegen.

Der gesunde Menschenverstand ist bei vielen Menschen abhandengekommen, von welcher Seite auch immer betrachtet

Im Anhang möchte ich Ihnen ein Schreiben des Kirchenvorstandes, das meine Mutter bekommen hat übersenden.

Sie ist eine regelmäßige Kirchgängerin, 80 Jahre alt und hat gewagt die Maske beim Beten abzunehmen. Es wurde Abstand zu anderen gehalten (ist ja in den schlecht besuchten Kirchen auch gut möglich) und sie hat ihrer Meinung nach nimanden gefärdet.

Sie hat sich nur nicht an jede obskure Regel gehalten.

Hausverbot in allen Kirchen der Gemeinde, das nicht mal der Papst, sondern nur der Gemeindevorstand aufheben kann.

In zwanzig Jahren glaubt einem das kein Mensch mehr…hoffentlich.

Mit Freundlichen Grüßen
M.H.


8. Leserbrief

Guten Tag das Team von den Nachdenkseiten,

vielen Dank für Ihren hervorragenden Einsatz mittels einer konstruktiven und kritischen Berichterstattung zum Thema SARS-COV-2 sowie zu den vielen anderen Themen, die das Team jeden Tag akribisch verfasst.

Zuerst gibt es drei Punkte, die mir seit Anfang der SARS-COV-2-“Schein“krise aufgefallen sind und mir sehr gut gefallen. Erstens wegen dem reduzierten Auto- und LKW-Verkehr ist die Luftqualität in Köln etwas besser geworden. Zweitens fast Mitten in der Stadt die Stille am Abend und Nachts genießen und drittens das Fehlen großer Menschenversammlungen.

Aber die bitteren Krisenpunkte, die ich selber auf meine Zunge zergehen lassen muss, sind unendlich. Starken Eingriff in das persönlichen Freiheitsrecht, erheblichen Eingriff im Patientenrecht, Abschaffung aller Arten von Demonstrationen, die totale Rodung und Abschaffung unserer Pseudodemokratie, oder das, was noch davon übrig bleiben könnte, Eingriff in das Familienrecht und und und… die Liste ist unendlich bitter.

Seit mehr als einem Jahr muss man sich Maßnahmen unterwerfen, die ich noch vor ein Paar Jahren für undenkbar gehalten hätte. Um Klartext zu schreiben: Ich lebe in einem Einpersonenhaushalt, bin im EDV-Bereich gemütlich von Zuhause aus berufstätig, muss keine finanzielle Einschränkung im Kauf nehmen, verfüge über einen kleinen Garten, kann mich sehr gesund ernähren und nicht zuletzt wegen meinen Interessen bin ich fast immer mit etwas wie lesen, schreiben, malen, fotografieren, kochen usw. tätig. Und am wichtigsten weder lese oder höre ich nach der öffentlichen rechtlichen Propaganda. An sich: Obwohl ich theoretisch zur Risikogruppe gehören könnte, mir geht es gut. Und bis heute habe ich persönlich keine*n SARS-COV-2-Erkrankte*n gesichtet.

Jetzt komme ich auf eine Familie mit zwei Kindern. Beide Elternteil von Zuhause aus berufstätig. Die Wohnung ist 80 qm groß. Viel Spaß! Durch diese Art von Situation sind die verursachten psychischen Schaden weit höher als die möglichen SARS-COV-2-Schaden, die dieser Familie sich mal zuziehen könnte . Diese Regierung hat kein Konzept oder folgt vielleicht einen vorgegebenen Plan der Elite. Dennoch, wenn man in einem anarchistischen Zustand kommt, d. h., wenn man nicht mehr das weißt, was man von einer Sache halten kann, dann kommt man sehr schnell in einer Panikzustand (Siehe Frédéric Lordon, La condition anarchique, Seuil). Und genau dieser Panikzustand kann beim Betroffenen zu suizidalem Gedankenablauf hinführen.

Zum Schluss gibt es drei Hoffnungsansätze, die mir eine positive Stimmung geben. Und zwar der erste: Die Mehrheit wird sehr bald die Lunte riechen und anfangen die SARS-COV-2-Lügen auf dem Kopf zu stellen. Der Zweite: Ein Verantwortungsselbstbewusstsein (mehr Selbstinitiative in und mit der Gruppe zeigen) wird geboren und die Menschen kommen mehr denn je wieder zusammen. Der Dritte: Die Mehrheit ruft ein neues Gesellschaftssystem ins Leben. Kapitalismus in seiner jetzigen Form wird abgeschafft.

Hoffentlich werden meine Hoffnungen sehr bald Realität. Und kommt bitte zahlreich zu unseren Gesprächskreisen, denn nur, wenn wir zusammen kommen,  können wir vielleicht die Menschen aus ihrem Dornröschenschlaf schneller bewegen (aus dem Latein movere, motivieren).

Schöne Grüße von Thierry Vandries


9. Leserbrief

Hallo NachDenkSeiten Redaktion,

Wenn man alleine ist, ist es ganz schwer.

Mein Kind ist 250 km entfernt. Meine Eltern sind 150 km entfernt. Meine Eltern sind für die Maßnahmen der Regierung. Besuchen kann ich sie nicht, da alle und jeder sagt “Maske” obwohl ich auf Grund meiner Erkrankungen “maskenbefreit” sogar mit Attest. Da dann ab. ca. 09.2020 auch noch die Möglichkeit sich mit Bekannten z.B. im Cafe sich auszutauschen von der Regierung genommen ist, und die “Maskenpflicht” kontroliert wird wie in der “DDR” oder “1933” mache ich immer mehr zu. Vielleicht ist es wirklich besser wieder einen Schaganfall zu bekommen und zu sterben.

Hoffnung habe ich nur noch wenig.

Viele Grüße
R.B.


10. Leserbrief

1 Jahr Lockdown – 1 Jahr mit vielen neuen Erfahrungen.

Heute am 27.3. vor genau einem Jahr verstarb der beste Freund meines Sohnes, 20 Jahre alt.

Ohne Lockdown würde er meiner Meinung nach noch leben.Ich hoffe so sehr, dass die heutige Gedenktrauerfeier nicht denunziert wird.

Mein Sohn versuchte damals seinen toten Freund zu reanimieren und bekam anschließend eine Posttraumatische Belastungsstörung plus Psychose. Er wurde eingewiesen, aber erst, nachdem er sich fast selber umbrachte, denn die Kliniken sind übervoll und weisen möglichst erstmal alles ab, was da eigentlich noch rein muss. Bei der Erstvorstellung zur Einweisung ließ der Arzt meinen Sohn, trotz Kenntnis der Gefahrenlage, laufen. Der Polizei verdanke ich, dass mein Sohn noch lebt, sie brachten ihn zwei Stunden nachdem er dort nicht aufgenommen wurde, in Sicherheit.

Man behandelte dort in der Psychiatrie seine Diabetes falsch, ließ mich nicht mehr zu ihm und nur durch fürchterlichsten Kampf, inklusive Anwalt , konnte letztendlich sein Leben vor weiteren Unheil geschützt werden.

Denn trotz Bescheinigung seines Diabetologen, dass ich jederzeit aufgrund der Diabetes meines Sohnes Zugang zu ihm haben muss(!), verwehrte man mir den Zutritt – ich kann keine Maske tragen, nicht mal eine Minute und mein Faceshield wurde nur am Anfang toleriert, dann wurde willkürlich anders entschieden. Ein Diabetiker in Psychose ist ein Gau, dazu unfähiges medizinisches Personal, es wurde ein Supergau.

Ich werde nie vergessen, was ich in dieser Psychiatrie zu sehen und zu hören bekam.

Es gibt keine Plätze mehr für Therapien, Präventionen, etc., die Psychiatrien platzen aus allen Nähten. Chance auf Heilung kann man nur noch haben, wenn man private Therapeuten bezahlen kann.

Wir hatten unfassbares Glück, durch Beziehungen, dass wir nach den 8 Wochen Klinik, bereits nach 4 Monaten einen Termin bei einer Psychiaterin bekommen haben. Es war eine unvorstellbare Tortur bis dahin, da die Sorgen uns alle mürbe gemacht haben.

Die Genesung ist noch nicht abgeschlossen; nach der Tagesklinik hoffen wir auf weitere heilende Maßnahmen. Plätze, Angebote gibt es so gut wie gar nicht.

Mein maskenfreies Dasein führte zu vielen Neuem in meinem Leben:

Mein Hausarzt warf mich schreiend raus, mein Orthopäde setzte mich leise vor die Tür, mein Physiotherapeut kündigte mir nach 12 Jahren Dauerbehandlung im 2. Lockdown die Termine. Meine empfohlene engmaschige Mammographie die mir vor 1 1/2 Jahren aufgelegt wurde, konnte ich bisher nicht einmal wahrnehmen.

In Wurmstorf wurde mir das Essen auf einer Terrasse im Freien verweigert, ich war überrascht, wie sehr mich diese Abfuhr getroffen hatte, ich fühlte mich wie eine Aussätzige. In Einkaufsläden wurde ich beschimpft und regelmäßig von Blockwarten genervt. Ich war seit Monaten nicht mehr selber einkaufen, nun war ich vor Corona keine Shoppingqueen, aber mal selber einkaufen zu gehen fehlt mir sehr. Von einem Frisörtermin träumte ich tatsächlich auch schon- so weit ist es gekommen. Reisen sind für jemanden wie mich komplett gestrichen.

Dazu kommen die Geschichten von meinen Kindern: mein großer Sohn wurde von seinem Chef als „Reichsbürger“ beleidigt, weil er wegen Asthma und einem angeborenen Herzfehler die Maske nicht tragen kann. Rauswerfen können sie ihn nicht, da er systemrelevant ist, aber er sollte regelrecht genötigt werden, diese Virenschleuder aufzusetzen.

Meine Tochter hat schlimmste Beleidigungen hinnehmen müssen, weil auch sie die Maske nicht tragen kann. Als „Genschrott”, betitelte uns eine Ärztin und ihre Berufsschule ist an Armut nicht zu überbieten…

Die vielen kleinen Nebengeschichten die ich mit meiner Familie in einem Jahr Lockdown erlebt habe, würden ein Buch füllen, welches niemand freiwillig lesen möchte – ich auch nicht.

(Meinen 83 jährigen Vater haben sie gerade mit schwersten Vorerkrankungen geimpft; da fällt mir nichts mehr, absolut gar nichts mehr zu ein.)

Wir erleben versuchte Nötigungen, versuchte Demütigungen, Lebensgefahr durch Coronaextremisten, aber unsere Familie hält schön zusammen, das lindert vieles.

Ich denke jeden Tag an die Mutter, die heute ihren Sohn betrauert und vor Schmerz kaum leben kann und ich wünschte, es wäre nicht passiert. Das wird von uns allen nie vergessen sein, egal wann dieser Irrsinn aufhört.

S.B.

Gestern habe ich übrigens zum ersten Mal in meinem Leben die Videofunktion meines Handys benutzt: Ich saß im Auto auf dem Baumarktparkplatz, während mein Sohn mir von drinnen Klobürsten am Handy vorführte…wir haben Tränen gelacht…


11. Leserbrief

Liebes Nachdenkseiten-Team

Nachdem ich vorhin die erste Veröffentlichung von Leserbriefen zum Thema durchgelesen hatte, musste ich nun auch noch schreiben.

Ich hatte letztes Jahr, noch im Januar, als man von Corona nur auf der dritten Seite der Tageszeitung gelesen hatte, das grosse Glück, einen Aufenthalt auf der Traumastation einer psychiatrischen Klinik zu verbringen.

Vermutlich hat mich dieser Umstand in der kurz nach meiner Rückkehr zusammenbrechenden Welt am Leben erhalten.

Als der Lockdown über uns hereinbrach, offenbarte mir meine Frau, dass sie eine heimliche Affäre hat und kurz danach auch noch, dass sie bereits schwanger sei. Ihr Freund lebte in Frankreich, die Grenzen waren dicht, das öffentliche Leben stand still, Hilfsangebote fielen weg. Die meisten Stellen, an die man sich in einer solchen Ehekrise hätte wenden können, wurden schlicht geschlossen. Meine ambulante Psychotherapie fiel entweder ganz aus, oder wurde gegen meinen Widerstand auf Whatsapp ausgelagert (ein Datenschutzalbtraum, aber in der Non frisst der Teufel bekanntlich Fliegen).

Über Monate sass ich also mit meiner schwangeren Frau im Haus fest, ohne Plan, wie es weitergehen soll. Dass es in solchen Situation zur schon fast euphemistisch genannten ‘häuslichen Gewalt’ kommen kann, verwundert mich nach dieser Erfahrung nicht mehr. Ich hingegen habe alles schon fast stoisch ausgehalten und dem Treiben der Welt um mich nur noch verwundert zugeschaut. Der Kindsvater ist dann irgendwann aus der Affäre mit meiner Frau abgesprungen, so dass ich dann ‘Vater’ geworden bin, wobei es mir trotz allem Effort nicht mehr gelungen ist, unsere Ehe zu retten. Wir sind mittlerweilen getrennt; meine Frau hat, wen mag es verwundern, nach der Schwangerschaft keine Arbeit mehr gefunden, die Jobabsagen türmen sich, eine Zusage, ob sie Sozialhilfe erhalten wird, steht nach wie vor aus. Ich selbst wollte meine Ausbildung wieder aufnehmen, erhlelt aber nach 4 Monaten Warten und Vertröstet werden, weil ja alle im Homeoffice feststecken und die Behörden offenbar noch mehr als sonst mit sich selbst beschäftigt sind, gerade erst eine Absage, was bedeutet, weiterhin in der Arbeitsunfähigkeit festzuhängen.

Da ich schon vorher ein sehr isoliertes Leben geführt habe, betrifft mich der Lockdown persönlich nicht so sehr, da ich selten an Konzerte oder in ein Kino gehe. Allerdings mache ich mich Sorgen um meinen Sohn, der jetzt mitten in dieser Krise geboren wurde, und ich frage mich mehr als je zuvor, was soll denn noch werden? Ich lehne es grundsätzlich ab, wie oft in unserer Gesellschaft die Wirtschaft von der Politik gepampert wird, aber gleich weite Teil der Wirtschaft platt zu machen, kann es ja nicht sein. Insofern tue ich mich als genuin Linker schwer mit der Position gewisser exponierter Linker, die Zero-Covid und einem totalen Lockdown das Wort reden. Schon als chronisch kranker Psychiatriepatient kann ich sowas nicht unterstützen, weil viele andere Betroffene auf Angebote wie Tageskliniken und Beschäftigungsprogramme angewiesen sind.
Ich selbst habe nach mehr als 20 Jahren Invalidität meinen eigenen stringenten Tagesablauf aufgebaut und komme mit dem Lockdown klar, aber ich weiss von anderen Betroffenen, dass ich damit die grosse Ausnahme bin; viele treiben im luftleeren Raum vor sich hin, wenn ihnen von aussen keine Angebote zur Strukturierung des Tages geboten werden. Aber das scheint kein Politiker wirklich zu kümmern; und dass dabei auch namhafte Linke in dieselbe Kerbe hauen wie die übrigen neoliberal geprägten Dummschwätzer, finde ich erbärmlich.

Dass es mich natürlich vorderhand belastet zu sehen, wie unsere Grundrechte plötzlich zu ‘Privilegien’ umdefiniert werden, brauche ich ja kaum noch zu erwähnen. Erdrückend dabei ist allerdings primär die Tatsache, dass die Bevölkerung das einfach so hinzunehmen bereit ist. Es scheint heute keinerlei Bewusstsein mehr für die Grundfeste unserer Demokratien mehr zu geben. Es ist ein starker, und historisch vorbelasteter Begriff, das ist mir bewusst, aber immer mehr sehe ich bei meinen Mitmenschen einen Hang zum Kadavergehorsam. Die Obrigkeit ordnet an, die Untertanen gehorchen. Für mich hat dieser Eindruck zur Folge, dass ich mich heute noch viel mehr (wohl zu viel als wirklich gut für mich wäre) vor meinen Mitmenschen zurückziehe und Schutz im eigenen Haus suchen, welches zum Glück gross genug ist. Aber ich bedaure all diejenigen, die unter beengten Verhältnissen, mit wenig Geld, mit psychischen Leiden in dieser Lockdown-Odyssee aushalten müssen. Und ich bedaure die Kinder, die entweder vor den digitalen Medien noch weiter isoliert werden, als sie ohnehin schon durch die Omnipräsenz dieser Geräte sind, oder dann mit Masken den ganzen Tag in kalten Schulzimmer sitzen müssen, weil es offenbar auch ein Jahr seit Ausbruch der Pandemie keinerlei Schlussfolgerungen gibt, um wieder zur Vernunft zurückzukehren.

Liebe Grüsse

Pascal Spring


12. Leserbrief

Liebes NDS team,

ich weiß‘ gar nicht, wo ich an fangen soll, mit meiner Reflexion nach einem Jahr Lockdown.
Das Wichtigste: Mein Weltbild hat sich komplett geändert.

  • Wenn ich Politiker sehe, denke ich an Raffgier, Unfähigkeit und die ‘Alternativlosigkeit’
  • Wenn ich Polizisten sehe, denke ich an Einsatz von Wasserwerfern, Tränengas, Schikanen gegen die ‚normalen‘ Bürger
  • Wenn ich an die Medien (Massenmedien) denke, denke ich an Indoktrination und einseitiger Berichterstattung
  • Wenn ich eine andere Meinung habe, werde ich sofort in eine Ecke gestellt
  • Wenn ich an Amerika (USA) denke, denke ich an die größte derzeitige Pein der Gegenwart
  • Wenn ich an die EU denke, sehe ich ein abgehobenes, gescheitertes Bürokratenmonster
  • Wenn ich an die obszön Superreichen, denke ich an die verstärkte Armut in der Welt
  • Wenn ich an die Pandemie denke, frage ich mich, wie man ernsthaft die Bürgerrechte dauerhaft außer Kraft setzen kann
  • Wenn ich an Deutschland denke, frage ich mich, was aus dem freien, offenen Land mit selbstbestimmten Bürgern geworden ist
  • ….

Absolut ‚verdammenswert‘ ist das Außerachtlassen, der durch den ‚alternativlosen‘ Lockdown, verursachten ungeheuren Kollateralschäden, insbesondere an unseren Kindern und unseren Alten – das ist unverzeihlich!

Danke, dass es sie (NDS Team) gibt – schätze dieses sehr breite, offene, Meinungsspektrum!
Wir brauchen Sie!

Bg
Peter Stark


13. Leserbrief

Ein Jahr Lockdown: Meine Erfahrungen

Also wenn ich zusammenfassen sollte, wie ich dieses eine Jahr sehe, dann fällt mir folgendes ein: Es war ein historischer Einschnitt, der meine Wahrnehmung sehr verändert hat. Während ich überall Leute herumlaufen sehe, die Masken tragen bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit, habe ich doch den Eindruck, dass zumindest für mich persönlich und auch für andere Leute die Masken gefallen sind. Nicht nur die Masken der Politiker und der meisten Journalisten sondern auch die der ganz normalen Leute, zu denen ich mich selber auch zähle. Man kann uns offenbar den allerletzten Blödsinn erzählen und uns dazu zwingen unsere eigene materielle Situation durch Gehorsam so zu verschlechtern, dass wir einfach nicht mehr wissen wo oben und unten ist und links und rechts. Alles was dazu nötig ist, ist eine gleichgeschaltete Presse und eine Regierungspolitik, deren Grundlage schwarze Pädagogik ist. Und natürlich der weiße Kittel von Wissenschaftlern, die ganze offensichtlich den Verstand verloren haben, denen man aber bei jeder sich bietenden Gelegenheit das Mikrofon vor die Nase hält. Während alle anderen einen Tritt in den Hintern erhalten. Jetzt wird endlich deutlich, zu was unser Bildungssystem und die Institutionen wirtschaftlicher, kultureller oder gesellschaftlicher Art eigentlich gut sind. Sie erzeugen eine Art Homunkulus, der auf betreutes Denken angewiesen und hochgradig gefährdet ist, seine eigenen Metzger zu wählen. 

Ich habe das alles schon früher geahnt, aber jetzt wurde mir der Sachverhalt in einer Deutlichkeit klar die ich noch ein Jahr vorher nicht für möglich gehalten hätte. Die ganze menschliche Gesellschaft ist buchstäblich auf Sand gebaut.

Es erfüllt mich mit großem Schmerz, zu sehen, wie Leute um mich herum dazu verführt oder sogar gezwungen werden, die Verantwortung für ihre eigene Gesundheit in fremde Hände zu legen. Ich kenne genau fünf Leute die sich letzte Woche haben impfen lassen. Alle zwischen 25 und 35, eine davon freiwillig den anderen wurde gedroht, dass wenn sie sich nicht impfen lassen sie ihren Arbeitsplatz verlieren würden. Das, was ich bei allen wenige Stunden nach der Impfung ereignet hat, dürfte die Mediziner vom RKI ins Frohlocken versetzt haben: Kopfschmerzen, Schmerzen an der Einstichstelle, Mattigkeit, Übelkeit mit mehrmaligem Erbrechen und Fieber. Alle haben sich für eine Woche krank gemeldet. Das Immunsystem arbeitet offensichtlich, so denkt man in Berlin. Meine eigene Meinung dazu sieht so aus: Ich weiß nicht wie deren Immunsystem in einem halben Jahr oder einem Jahr oder erst in 5 Jahren aussieht. Das kann ja definitiv keiner sagen zum jetzigen Zeitpunkt. Ich weiß aber, dass keiner von den fünf Impflingen in der Lage war, eine rationale Entscheidung für oder gegen die Impfung zu treffen. Das gab schon deren Bildungshintergrund einfach nicht her. Was hier wirklich gut funktioniert hat, ist Desinformation, die Erzeugung von Angst und Erpressung. 
Tom P.


14. Leserbrief

Wie viele andere fürchte auch ich Stigmatisierungen und wäre Ihnen dankbar für Anonymisierung.

Liebe Redaktion der Nachdenkseiten, liebe andere LeserInnnen,

kennen Sie das? Sie denken ständig an diese irren Maßnahmen, ärgern sich, fühlen sich ohnmächtig, recherchieren Studien, die die offizielle Berichterstattung widerlegen? Sie sprechen mit Freunden über fast nichts Anderes? Sie denken noch beim Einschlafen daran, wie menschenfeindlich diese Maßnahmen sind, wie groß das Leid, was sie über alle bringen, wie bizarr die Berichterstattung? Sie ecken regelmäßig mit Menschen an, die der offiziellen Meinung der Regierung folgen? Mir ging es oft so… und dann liege ich manchmal schlaflos wach neben meinem neugeborenen Baby und… und denke seit einigen Wochen: So will ich nicht leben. Ich möchte nicht, dass Politik eine so große Macht über mein Wohlbefinden hat.

Ich bin Psychotherapeutin, 36J., in einer Kleinstadt und beobachte seit einiger Zeit meine eigenen niedergeschlagenen Gedankengänge wie auch die meiner Freunde und Bekannten. Egal ob sie die Maßnahmen begrüßen oder ablehnen (Mehrheit), gut geht es keinem von ihnen. Meine Familie (mein Mann, meine große Tochter 3J., mein kleiner Sohn 3 Mon.) trifft die Maßnahmen ebenso hart. Hier nur einige Beispiele: Kita auf, Kita zu. Meine Tochter sieht ihre Freunde nicht. Mein Bruder muss die Hälfte seiner Hochzeitsgäste im Sommer 2020 ausladen. Mein Großvater erleidet einen Schlaganfall und niemand darf ihn in der Klinik besuchen. Geburt meines Sohns unter Coronabedingungen, Wochenbett ohne Kinderbetreuung, denn für Frauen in Elternzeit ist der Kitaplatz als erstes weg, was mich vier stressbedingte Brustentzündungen mit Fieber gekostet hat. Wir sind finanziell ins Straucheln geraten, weil in unserer Stadt Elterngeld monatelang nicht ausgezahlt wird, da das Personal ins Gesundheitsamt abgezogen worden ist. Drei befreundete Familien von uns sind inzwischen das vierte Mal in Quarantäne, weil ein Kind Kontakt mit einem anderen Kind hatte, das positiv getestet wurde in Schule oder Kita, alle symptomlos. Immer wieder soziale Isolation und Drängen in die Kriminalität, da schon ich mit einem Baby in Begleitung in meinem Bundesland gleich als zwei Personen zähle und eigentlich niemanden besuchen darf. Keine Möglichkeiten mehr mein Baby unterwegs zu stillen oder zu wickeln, denn alles hat zu (wir sind tapfere Winterdraußenstiller geworden). Kein Sportverein mehr, keine Museen und immer wieder erschwerte Bedingungen meine Eltern in einem anderen Bundesland zu besuchen, was uns schon so einige Autopolizeikontrollen eingehandelt hat. Lauter so Irrsinn und noch viel mehr, wie wir ihn alle täglich erleben.

Vor dem Beginn meiner Elternzeit habe ich als Psychotherapeutin bei vielen meiner PatientInnen eine massive psychische Belastung erlebt. Die überwiegende Mehrheit war belastet durch die Maßnahmen und ihre Folgen, einige auch durch die Angst vor Corona.

Aber ich wollte meine Zeilen hier dafür nutzen, von meinem Entschluss zu berichten, mich nicht mehr zu sehr mit Corona zu beschäftigen. Ich bin es leid, denn es führt zu den oben beschrieben schlaflosen Nächten. Ich habe entschieden, dass es keinen Sinn mehr macht, weitere Studien zu recherchieren, da mein Urteil feststeht und ich muss auch nicht mit meinem Mann ständig über das Thema sprechen oder meinen Freunden, denn wir sind uns ohnehin einig, wie bizarr und gefährlich wir alles finden. Wir drehen uns sonst in einem wirkungslosen Kreis, der krank macht. Ich frage mich nun regelmäßig, was ich tun kann, um meine Kinder vor der Politik zu schützen. Wir versuchen, so gut es geht, ein normales Familienleben zu führen. Ich habe beschlossen mich auf andere Art gegen den Irrsinn zu wehren: mit Lebensfreude! Und Lebendigkeit und Humor! Wir umgehen das Thema C. so weit wie möglich, haben uns darauf geeinigt höchstens einmal täglich kurz Wichtiges darüber auszutauschen und führen einen witzigen Wettkampf darüber, wer doch versehentlich „Corona“ sagt und 50 Cent in das Sinnlosschwein stecken muss. Wir treffen heimlich Freunde mit anderen Kindern, helfen einander, wenn wir an der Belastungsgrenze sind, machen Sport, trotzen der Isolation und der Tristesse. Wir lachen mit unseren Kindern, basteln, sind viel draußen und erfinden immer wieder Beschäftigungen, die Schwimmhalle, Verein etc. ersetzt.

Ich möchte meine Lebensweise aber nicht verstanden wissen, als resignierten Rückzug ins Private oder aus der Politik. Nein, ich erlebe uns als sehr politisch im lebensbejahendem, friedlichen Widerstand. Wir diskutieren nicht mehr mit Menschen, die den Leitmedien folgen, sondern wir setzen ihnen handelnd etwas entgegen und das macht auch noch Freude und unser Leben sinnvoll und, was vielleicht das Wichtigste für mich ist: es schützt unsere Kinder. Wenn mal eine Demo nicht abgesagt wird, nehmen wir teil, natürlich. Und danach trotzen wir wieder dem Wahnsinn da draußen mit Lebensfreude und Normalität, so gut es uns gelingt. Probieren Sie es auch einmal, es tut der Seele ungemein gut, steckt andere an und ist zugleich eine wunderbare Form des Widerstands. Finden Sie dafür die Räume in Ihrem Alltag! Ich glaube fest daran, dass es das sein wird, was uns alle am Ende wieder aus dieser politischen Situation herausführen wird: der Wunsch nach Lebensfreude der Menschen, das tiefe Bedürfnis nach Nähe und Kontakt, der nicht unterdrückbare Spieltrieb aller Kinder, die Lebendigkeit in uns allen. 

Mit hoffnungsvollen Grüßen
S.V.


15. Leserbrief

Liebes Nachdenkseitenteam,

[…]Am Anfang stand ich voll hinter unserer Regierung, ohne wenn und aber.

Nach einem Jahr hat sich das völlig geändert.

Mein Vertrauen in die Regierung ist zerstört.

Guten Abend an das Team der Nachdenkseiten,

ich schätze ihre Arbeit sehr und bin hoch erfreut darüber, dass sie uns Menschen, die wir selten öffentlich gehört werden, sprechen lassen.

Ich persönlich kann nicht über Probleme materieller Art berichten. Ich bin 60+ und nicht mehr im aktiven Beschäftigungsverhältnis. Obwohl ich zu der „Risikogruppe“ gehöre, habe und hatte ich keine Angst vor diesem Virus, die mich gelähmt hätte.

Ich verhalte mich so, dass ich weder mich noch andere willentlich gefährde. Das geht. Alles andere – ob ich krank werde, egal, woran oder womit, steht nicht vollumfänglich nur in meiner eigenen Macht.

Ich fühle mich psychisch beschädigt. Die Distanz zu anderen Menschen macht mir sehr zu schaffen. Was ich noch weit aus belastender bis unerträglich finde, ist die gesamte politische Situation, die immer größer werdende Spaltung dieser Gesellschaft.

Ganz schlimm finde ich die Sprache, die viele Politiker und Medien benutzen.

Es herrscht eine durchgängige emotionale Erpressersprache vor, die ich brandgefährlich finde.

Ständig werden Feindbilder geschaffen, Schuldige, jedes normale Bedürfnis, das sich Freiheiten wünscht und vor noch nicht allzu langer Zeit „normal“ war, wird gebrandmarkt als Gefährlich, egoistisch, rücksichtslos,,, wir sind mittendrin in einer Sprach“kultur“, die uns zurückführt in Zeiten der „Schwarzen Pädagogik.“ Jeder Mensch, der kritische Gedanken äußert, wird schnell und öffentlichwirksam in die Schublade der „Coronaleugner, Covidioten, Egoisten, … gesteckt. Und muss viel Zeit damit verbringen, sich zu erklären, zu rechtfertigen, egal, wer er ist, wie er gelebt hat, ob er klug ist oder weniger klug, differenziert denkt, oder was auch immer. Es lohnt sich nicht mehr, zu argumentieren, man wird „niedergeknüppelt“ mit Moral, Argumente zählen nicht… Kritik scheint unerwünscht und gefährlich zu sein. Mal sind es „feierwütige“ Jugendliche, Urlauber, Glühweintrinker, die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Das ist unerträglich. Diese meine Sprache ist nicht in der Lage, meine Gefühle wirklich wiederzuspiegeln. Ich empfinde eine große Ohnmacht, mich einer Willkür ausgesetzt, die ich nicht mehr be- greifen kann. Ich fühle mich wie ein Kind behandelt, das „Übermenschen“ ausgeliefert ist, die mein Leben bestimmen. Einfach so… sie beschließen und ich muss schlucken. Das macht mich wütend. Zum Glück. Sonst wäre ich wahrscheinlich längst depressiv geworden. Dieses von oben herab, oft arrogant und überheblich und irgendwie „alternativlos“ empfinde ich als eine zunehmend traumatisierende staatliche Allmacht, die mich fragen lässt: Wo führt das alles hin? Was kommt da noch? Wozu wird das in Zukunft benutzt? Was geschieht da mit unseren Grundrechten, mit der Demokratie?

Ich habe noch nie so viel Angst um unsere Demokratie gehabt wie jetzt.

Wer bezahlt den Preis dafür- materiell und seelisch? Nicht die, die bestimmen. Es sind – wie so oft – die ganz normalen Menschen ohne Lobby. Mein Leben gehört mir. Auch das ist alternativlos!

Herzlichen Gruß M. O.


16. Leserbrief

Phase 1 bis 3 im Jahr des Wahnsinns

Ich spreche mittlerweile von meinen drei Corona-Phasen. Man könnte sie auch Wellen nennen, da der Begriff jedoch aktuell inflationär verwendet wird, möchte ich gerne bei Phasen bleiben.

Gestartet bin ich mit Angst. Angst um meine Mutter, um meine Familie und mein Umfeld. Verfestigt hat sich diese Sorge, als mir jemand im April 2020 erklärte mit wie vielen Sterbefällen er in seinem Umfeld in nächster Zeit in etwa rechnen würde. Oh mein Gott. So schlimm wird es werden? Zwei Monate blieb diese Starre mein stiller Begleiter. Dann kamen Fragen. Erst wenige, dann immer mehr. Die Angst wich durch die Antworten, die ich fand, als ich anfing meinen Blickfeld zu erweitern.

Ich verwettete noch im September meinen Allerwertesten darauf, dass es niemals zu einem zweiten Lockdown kommen würde. Das wäre wirtschaftlich und mit den Erfahrungen, die wir gesammelt haben, definitiv nicht tragbar verargumentierte ich meine Prognosen. Doch es kam anders.

Obwohl Antworten und Fakten für mich so klar auf der Hand lagen und ich mir sicher war, dass sie jeder das sehen muss – so denn er denn sehen will – kam das Unfassbare. Wieder Lockdown. Anschließend Start von Phase zwei: pure Wut und das dringende Bedürfnis rausgehen zu wollen und einfach nur schreien zu müssen. Und immer wieder die Worte um mich herum: „Uns geht es doch gut, wir haben einen Job, wir haben keinen Grund zu jammern.“ Und ja, natürlich taten allen die vielen Menschen um sie herum, die hart kämpften, Leid und sicherlich sind auch die Kollateralschäden schlimm, aber eigentlich, eigentlich geht es uns doch gut und wichtig ist, dass wir alle gesund sind. „Gesundheit geht vor. Die Inzidenzen steigen wieder, was soll man anderes machen, sie müssen die Läden doch schließen.“

Ich verordnete mir, eingewiss dessen, dass sich die leisen Schreie in mir, bald in ein lautes orkanartiges Brüllen verwandeln würden, ein paar Tage C-Abstinenz. Keine Medien, keine Diskussionsrunden im Umfeld, kein Nachdenken.

Übergang in Phase drei: Ruhig und bestimmt zeigen, dass ich mit dem, was hier, was in der Welt passiert, nicht einverstanden bin. Ohne wahlloses „Ummichschlagen“ und trotzdem eindringlich und klar.

Ich war auf Demonstrationen. Die erste wird mir für immer im Gedächtnis bleiben: Wurde mir medial doch monatelag vorgebetet, dass Demos momentan eine bunte Mischung aus rechter Szene und Verschwörungstheoretikern seien, ging ich erst als Beobachterin neben dem Tross von vermeintlich „rechten Theoretikern“ her, um mir ein Bild von der Lage zu machen. Vergeblich suchte ich Aluhüte und Nazis, überall Menschen wie Du und ich. Eine bunte Mischung? Ja, klar. Aber mehr auch nicht. Also rein und mitlaufen. Mit Abstand, mit Maske und mit Polizisten, die gut sortiert und freundlich waren. Aber natürlich auch mit Gegendemonstranten, die ihre Schilder mit der Aufschrift: „Nazis raus“ schnell wieder einwickelten, als sie feststellten, dass keine Nazis an Board waren. Ein bewegender Zug, eine bewegte Menge, die mir den Glauben daran zurück gab, dass viele bereit sind, selber zu denken und ihre eigene Wahrheit zu finden. Was am kommenden Tag in den großen Medien über die Veranstaltung berichtet wurde, steht auf einem anderen Blatt.

Ich weiß, dass Demonstrationen zum polititschen „Bild“ dazugehören. Dass ich damit nichts Großes ausrichte. Aber nur daheim sitzen und in größter Sorge um unser aller Zukunft mit anzusehen, was geschieht, dass kann und will ich nicht. Das machen schon genügend Meckerer um mich herum.

Das zweite, was ich aktiv tue ist den Mikrokosmos, der mich umgibt, aktiv dazu zu motivieren, immer alles zu hinterfragen und den Blick für alle Richtungen offen zu halten. Ganz besonders meine Kinder, die gerade ihren Weg ins Leben finden oder zumindest finden sollten, wenn sie nicht durch die gegenwärtige Situation daran gehindert werden würden.

Vermehrt fragen mich nun auch Freunde nach der „wirklichen” Wahrheit, sie sind auf der Suche nach etwas, dass es nicht gibt und wünschen sich es doch so unendlich herbei. Wir reden, diskutieren und suchen gemeinsam, finden müssen sie ihre eigene Wahrheit jedoch alleine. Manchmal bin ich in diesen Gesprächen ruhig und ganz bei mir, manchmal aufgewühlt und ungestüm und manchmal fehlt mir auch die Kraft, die zu motivieren, die Kraft und Sicherheit gerade so dringend benötigen. 

Vor allen Dingen versuche ich mich in meiner aktuellen Phase drei in Toleranz zu üben, denn die benötigen wir in dieser Zeit einmal mehr denn je. 

Summa summarum ist das alles nicht viel. Aber wenn viele ein wenig tun, wird es irgendwann etwas großes Ganzes.

Das ist mein Stand heute, hier und jetzt nach einem Jahr Wahnsinn, gesellschaftlicher Spaltung und Schäden in einer Breite, die wir uns hier, jetzt und heute noch nicht einmal im Ansatz vorstellen können. 

Hochachtungsvolle Grüße sendet
S.G.


17. Leserbrief

Samstag, 13.3.2020, zog ich nach 55 Berliner Jahren nach Bonn. Nachdem keines meiner Kinder und Enkelkinder mehr in Berlin lebte, wollte ich nicht im Alter (79 Jahre) auf familiäre Nähe und eventuell notwendig werdende Hilfe verzichten und zog in die Nähe meines Sohnes. Die Freitags verladenen Möbeln sollten Dienstags ausgeladen werden. Nachdem mein Sohn die „Corona-Paniknachrichten“ im Autoradio hörte, hielt er die familiären Kontakte in seinem Haus, wo ich wie geplant die Tage bis zur Möbelankunft überbrücken sollte, zu gefährlich für mich und Frau und Kind. Er lud mich also in meiner leeren neuen Wohnung ab und brachte mir das nötige Bettzeug. Ich fühlte mich wie betäubt…

In den ersten Wochen nach meiner Ankunft war meine Aufmerksamkeit  konzentriert  auf die Bewältigung des Umzugschaos: Der „Lockdown“ im öffentlichen Leben realisierte sich für mich erst danach als eine einzige deprimierende Katastrophe der verschlossenen Türen: Die Suche nach der dringend benötigten Gymnastikgruppe für Senioren? Fehlanzeige: “coronabedingt“ vorläufig nicht durchführbar. Wandern mit Senioren? Interessengruppen bei Volkshochschule, Arbeiterwohlfahrt, kirchlichen Gemeinden? Nicht durchführbar, keine Aufnahme! Stadtführungen? Eingestellt. Museums-, Galerien-Konzert-,Theater-, Kinobesuche? Doch, 1 mal Kino, 1 mal Museum, ansonsten verschlossene Türen! Dann wenigstens nach Alleinstadterkundungen  gemütliche Restaurant-, Cafebesuche? Nichts da, stattdessen Umstellung auf Wegebank  und Thermoskanne.

Am meisten vermißte ich meine NDS-Gesprächsgruppe in Berlin, deren langjähriges Mitglied ich war. Ich vermißte die „alternativen“ Diskussionsbeiträge der Teilnehmer sehr, zumal das offiziell zugelassene Meinungsspektrum in Politik, Wissenschaft und Mainstreammedien und die daraus resultierenden Entscheidungen höchst „alternativlos“ waren und sind („alternativlos“, ein Lieblingswort der Kanzlerin). Entsprechend totalitär wirken sich die Maßnahmen des „Corona-Menagements“ im gesellschaftlichen Leben aus.

Die Bonner NDS-Gesprächsgruppe, deren Koordinator ich lt.   Adressliste der Nachdenkseiten tel. und per email kontaktierte, stellte sich als nicht mehr „vital“ heraus, angeblich mangels „Obdach“ und auch wegen „Corona“.

Schlimmer noch: Enkelbesuche? Erst einmal nicht, aber dann doch…die berufstätigen Eltern hatten nicht immer eine Betreuungslösung für ihren  vom Schulbesuch in die virtuelle Schule verbannten Erstklässler…

Dabei hatte ich noch Glück: Zu meiner Wohnung gehört eine kleine Gartenparzelle direkt am Haus. Hier, im Garten, konnte ich wenigstens  meine neuen Nachbarn, Eigentümer- und Mieter der 6 Häuser umfassenden Neubauanlage, bei Gartenarbeiten kennenlernen (teilweise selbst von weit her zugezogen),  Erfahrungen austauschen und wertvolle Tips zur Erschließung meiner unmittelbaren Wohnumgebung und Infrastruktur erhalten. Kann eine Hausarzt-,Zahnarzt-,Orthopäden-,  Physiotherapie-Podologiepraxis empfohlen werden, wie kommt man dahin?

Was liegt unter solchen Umständen näher, als krank zu werden? Nächtliche heftige Brustschmerzen Ende Mai zwangen mich, die nächstbeste Arztpraxis aufzusuchen, die mich  nach einem besorgniserregenden  Laborbefund ins nächste Krankenhaus einwies, wo man mich schließlich von meiner Galle befreite…

Der Fabrikbetrieb Krankenhaus (seit Jahren nicht von innen erlebt) war ein Schockerlebnis für mich; auf meine schriftlich geäußerte Beschwerde an die Krankenhausverwaltung erhielt ich keine Antwort.

Im Sommer war noch gemeinsames „Singen“ im weitläufigen Naturgarten der Naturfreunde möglich, sogar ohne Maskenzwang!  Winterliche Kälte, Regen und frühe Dunkelheit beendeten diese von depressiven Gefühlen und aufgestauten Aggressionen befreienden Outdoor-Treffen.

Im November dann der „Durchbruch“: Vor dem Kölner Dom besuchte ich eine Mahnwache für Assange und wurde aufgenommen in den aktiven Kölner NDS-Gesprächskreis. Hier treffe ich die wachen und kritischen Menschen, die ich brauche, um in  dieser Gesellschaft nicht mutlos zu werden und zu vereinsamen… Die „alternatvlose“, irrationale Panik und Angst erzeugende Maßnahmendiktatur der Politik gegen das „Pandemiemonster“ bedroht zunehmend auch diese Möglichkeit mitmenschlicher Kommunikation in face to face – Präsenz.

Danke, daß es die Nachdenkseiten gibt! Dem NDS-Team wünsche ich von Herzen alles Gute und Mut und Beharrlichkeit zur Weiterarbeit.
Ursula Brümann


18. Leserbrief

Liebe Redaktion der NachDenkSeiten,

bis Mitte März 2020 lebte ich, seitdem existiere und funktioniere ich nur noch.

Einst konnte ich meiner Leidenschaft für Opern-, Kammerkonzert- und Theaterbesuche regelmäßig folgen, konnte aktiv in einer Laientheatergruppe mitwirken, konnte Stadtbesichtigungen mit kunsthistorischem Interesse verbinden, konnte mit meiner Freizeitpartnerin Museumsausstellungen besuchen. Einst gehörten an jedem Sonntag und an den meisten Feiertagen Gottesdienstbesuche zu meinem Lebensinhalt. Einst konnte ich immer mal wieder mit interessanten Menschen ins Gespräch kommen und zudem monatlich an meinem Stammtisch für Singles teilnehmen. Einst war ich Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel, denn sie waren nicht nur ein entspanntes Fortbewegungsmittel, sondern ein Ort, in dem Begegnungen möglich waren, in dem sich Leben abspielte. Einst gab es in meinem Betrieb regelmäßige Treffen und Feierlichkeiten für alle Mitarbeitenden und im Arbeitsalltag generell viel unmittelbare persönliche Kommunikation. Das alles war einmal. Der Lockdown und speziell die Abstands- und Maskenpflicht haben dies alles für mich unmöglich gemacht. Auch zeitweise praktizierte Konzepte wie z. B. Abstands- und Maskenpflicht bei wegen des Verzichts auf Pausen auf jeweils eine Stunde beschränkte Opernaufführungen waren für mich nie eine Alternative, denn dabei kann für mich kein Kunstgenuss aufkommen. Gottesdienstbesuche mit Abstand, ohne Singen, mit dem Empfangen der Kommunion hinter eine Glaswand etc. sind beispielsweise ebenfalls für mich nicht denkbar.

Ich lese sehr gerne sowohl klassische als auch moderne Belletristik und schaue mir gerne interessante Filme an. Aber auch dies ist auf Dauer keine wirkliche Ablenkung, denn es lässt immer wieder in mir das Bewusstsein entstehen, dass einst ein vergleichsweise normales menschliches Zusammenleben möglich war.

Der Zweite Weltkrieg dauerte rund sechs Jahre und das Beseitigen der gröbsten Trümmer und ein gewichtiger Teil des Wiederaufbaus umfasste bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten rund vier Jahre. Als Summe ergibt dies zehn Jahre und die gleiche Dauer setze ich schon seit Monaten für die Dauer des Lockdowns an, denn der Lockdown bedeutet nicht nur beispielsweise das Schließen wichtiger Einrichtungen und Geschäfte, sondern auch das Vertiefen zwischenmenschlicher Entfremdung. Lockdown bedeutet “Herunterfahren” und damit wird auch die Menschlichkeit heruntergefahren, denn das Bedürfnis nach menschlicher Nähe ist ein Grundbedürfnis. Digitale Angebote, gleich welcher Art, stellen für mich nicht im Entferntesten eine Alternative zur unmittelbaren Begegnung eines Menschen, zum unmittelbaren Zugang zu einem Kunstwerk oder zu einem nachhaltigen Zugang zu Bildungsinhalten dar.

Ich verstehe diese Mehrheitsgesellschaft, diese Mehrheitskultur immer weniger. Je länger ich auch über die Argumente der Lockdown-Befürwortenden nachdenke, desto weniger verstehe ich sie. Auf mich wirkt der Anblick der maskierten Menschen immer noch verstörend, an die Maßnahmen des Lockdowns werde ich mich nie gewöhnen können. Ich weiß nicht, wie lange ich noch durchhalte, für mich schwindet immer mehr der Sinn meiner gegenwärtigen Existenz.

Ein Jahr durchlittener Lockdown betrachte ich als verlorenes Jahr für alle Menschen. Niemand kann dieses verlorene Lebensjahr ersetzen. Und durch das Leiden verringert sich nach meiner Auffassung zusätzlich die Lebenserwartung.

Ein für mich wichtiger Trost bleibt mir in dieser Situation: Ich bin froh, keine Kinder zu haben, denn es würde mir das Herz brechen, wenn ich ihr Leiden in dieser elenden Gegenwart mit meiner eigenen glücklichen Kindheit vergleichen würde.

Einmal mehr sende ich Ihnen meinen herzlichen Dank für Ihre Arbeit.

Eduard Wiesenfeld


19. Leserbrief

Hallo liebe NachDenkenSeiten-Redaktion,

Ein Jahr Maßnahmen, Einschränkungen und immer noch Single. Was für ein Glück für alle, die vorher in einer Beziehung waren und diese besondere Zeit zusammen durchleben dürfen! Nein, ich bin nicht mehr Mitte zwanzig, sondern über dreißig und finde mich echt okay,  bin groß, schlank, ziemlich selbstreflektiert, habe einen kreativen Beruf. Und ich hatte vor Corona einige, fast zu viele Hobbys wie z.B. Tanzsport. Mir gelang kurz vor der Pandemie keine feste, lange Beziehung. Scheint irgendwie out zu sein? Obwohl ich keine Angst davor habe im Alltag, in der Offline-Welt, nach Signalen von Frauen zu handeln und die Dame anzusprechen. Oder im Supermarkt gekonnt flirte. Pastens: Vergangenheit. All das ist seit März 2020 nicht mehr möglich. Auf einmal haben immer mehr Menschen Masken getragen. In den Supermärkten und öffentlichem Nahverkehr wird dezent auf Abstand und die Gesundheit hingewiesen. Die Angst ist sichtbar und spürbar. Alles absolute Killer für’s flirten und kennenlernen. Präsent ist die Hoffnung, dass das alles nur ein zeitlich temporärer Zustand ist. Es wird ja bald wärmer, dann machen die Cafés wieder auf und alles wird wieder normal – das Verhalten der Menschen inklusive. Im Sommer 2020 war es dann nur bedingt so: Die Angst vor Nähe ist geblieben. Die Regeln vom ersten Lockdown waren fest eingebrannt. Die Gewohnheit für Abstand halten war sichtbar. Der Kontakt offline, nicht unmöglich aber mit vielen Hemmungen verbunden.

Also doch die Online-Kennenlernbörsen ausprobieren. Ein One-Night-Stand und drei Dates in der die Angst vor einer möglichen Infektion omnipräsent ist. Die Zurückhaltung bleibt. Irgendwie ergibt es kein Sinn wenn Intimität und Nähe tabu sind und die Virusgefahr nicht richtig greifbar ist. Im November 2020 ist dann erstmal das letzte Date für mich. Es endete mit einer Umarmung. Das war schon was besonderes. Als ich als zweites Date gemeinsames Kochen bei mir oder bei ihr vorschlug, habe ich wohl eine rote Linie überschritten. Alle Cafés und Restaurants hatten ja zu! Dann kam Weihnachten, das Jahr war rum und ich vermisste Berührungen und Nähe, selbst in der Familie an Weihnachten verzichteten wir alle darauf. Zum Jahresende bin ich dann aufgewacht. Vielleicht war der springende Punkt, dass ich bei meinen Eltern wieder zwangsläufig mit der tagesschau und dem heute journal in Kontakt kam. Und ich habe Supermärkte erlebt, die völlig überfüllt waren. Der Gedanke, dass die Angst vor dem Virus geringer sei, als die Angst vorm nicht-perfekten Weihnachts- und Sylvesterfest(essen) drängte sich mir auf. Dieser Gedanke wurde auf der Heimreise mit dem ICE verstärkt: Es gab Zugwagen die nahezu Menschenleer waren und der nächste Wagen war fast voll besetzt! Dank der NachDenkSeiten konnte ich mir endlich ein vollständiges Bild machen und wurde kritischer, alles andere wäre ja viel zu gefährlich! Die ständigen Lockdown-Verlängerungen auf unbestimmte Zeit sind das eine Hindernis wieder in Kontakt zu kommen. Masken verhindern Emotionen, Signale wie ein Lächeln. Masken sind total unsexy und verdecken ein Drittel des Gesichts. Subjektiv ist die Akzeptanz für das Tragen der Masken eher gestiegen. Leider keine guten Aussichten für Kontakte in der realen Welt. Es kommt noch hinzu, dass die Pandemie-Meinung an Relevanz zugenommen hat. Die Spaltung macht bei der Partnerwahl nicht halt. Zuerst “muss” abgecheckt werden, wie der Andere zum Virus und der Gefahr steht bevor Gefühle entstehen “dürfen” oder sich überhaupt erst getroffen wird. Online-Kennenlernbörsen kompensieren nach meiner Meinung das Problem der Angst und Distanz nicht. Sie verlagern es nur und forcieren eine Suggestion: Bald wird der offizielle Startschuss kommen und dann ist alles wieder normal! Daran glaube ich nicht. Ich bin trotzdem gespannt auf die warmen Frühjahrs- und Sommermonate 2021. In der Hoffnung Frauen zu treffen, die wenig Angst vor dem Virus haben und stattdessen an die Liebe glauben! Eine Krise ist immer auch eine Chance!

Das waren die Worte eines Singles in Coronazeiten! Viel Glück und Zuversicht allen Singles da draußen!

BestenDank,beste Grüße … weiter so!
T.K.


20. Leserbrief

Liebes Team der Nachdenkseiten,

schon bei “die im Dunkeln sieht man nicht” war ich begeistert von Ihrer Idee! Auch jetzt finde ich es toll, dass Sie wieder die Schattenseiten sichtbarer machen möchten. Ich bin bei solchen Fragen oft erinnert an die zweite Strophe des Liedes “Der Mond ist aufgegangen”: “Seht ihr den Mond dort stehen, er ist nur halb zu sehen und ist doch(!) rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost verlachen weil unsre Augen sie nicht sehen.” In diesem Sinne auch ein Beitrag zur aktuellen Aktion:

Hoffnungsvolle Grüße sendet
M.M.

Beitrag:
Habe ich Angst? (Ohne zu irgendeiner Risikogruppe zu gehören…)
Muss ich mich schon wieder rechtfertigen? (Ohne den Sinn der Regel, gegen die ich scheinbar verstoße, zu verstehen…)
Bin ich eigentlich gesund? (Ohne irgendwelche Symptome zu haben…)
Kann ich eine Gefahr für andere sein? (Ohne mit 180km/h durch Spielstraße oder Baustelle zu brettern…)
Ist es wahrscheinlich einem Infizierten zu begegnen, der mich anstecken könnte? (Ohne eine relative Verteilung der dauernden absoluten Zahlen zu kennen…)
Bleibt mein Kind zufrieden und gesund? (Ohne richtig spielen zu dürfen…)
Schützen Masken tatsächlich meine Gesundheit? (Ohne mir durch Schadstoffe, Atemwiderstand, Pilze oder Schimmelsporen oder durch what-ever eher noch zu schaden…)
Habe ich Existenzängste? (Ohne große finanzielle Einbussen erlitten zu haben…)
Habe ich mich in der Situation bequem eingerichtet und ducke mich weg? (Ohne aus Not oder Betroffenheit zum Handeln gezwungen zu werden…)
Möchte ich lieber im Kollektiv mitlaufen? (Ohne meine eigene Meinung zu vertreten und damit mein Rückgrat endgültig zu verlieren…)
Wenden sich meine Freunde von mir ab, wenn ich mich kritisch äußere? (Ohne eine Chance auf ein neues Einvernehmen…)
Lasse ich mich Impfen? (Ohne darin einen Vorteil im Sinne von Selbst- und Fremdschutz zu haben…)
Würde ich jemandem beispringen, der wegen einer Krankheit keine Maske tragen darf und deswegen von anderen angepöbelt wird? (Ohne wieder und wieder den Schwanz einzukneifen…)
Brauche ich einen Test, der mir sagt, dass ich krank bin? (Ohne das selbst zu spüren…)
Verweigere ich mich dem Schnelltestwahn? (Ohne die Einschränkungen nicht mehr ertragen zu wollen…)
Ertrage ich die Gespräche über Impftermine noch länger? (Ohne durch die Furcht vor einem sozialen Impfzwang oder sozialer Ächtung auf Grund meiner Kritik gelähmt zu werden…)
Werden wir die Spätfolgen und adversen Effekte der bereits Geimpften noch lange bedauern? (Ohne die Warnungen jetzt ernst genug zu nehmen…)
Wird es bald ein ganz arges Erwachen geben? (Ohne jetzt sicher sein zu können, ob das wegen des Virus oder seiner Mutationen, wegen der Folgen der Maßnahmen oder wegen einer der vielen noch nicht eingetretenen Verschwörungstheorien sein wird…)
Möchte ich in einem technik-basierten Impffaschismus leben, der sich als Gesundheitsfürsorge tarnt? (Ohne meine Ideale von weniger Stress, Ökologie, positivem Miteinander und Mitbestimmung aufzugeben…)
Wird die Menge an Zensur noch zunehmen? (Ohne dass dabei berechtigte kritische Stimmen auf der Strecke bleiben…)
Was passiert mit den Kindern, die jetzt in der Schule auf der Strecke bleiben? (Ohne dass sich jemand wirklich um sie kümmert…)
Hat sich eigentlich irgend ein Aspekt unserer Lebensumstände im letzten Jahr wirklich zum positiven verändert? (Ohne den Luxus des kürzeren Arbeitswegs und des mehr an Zeit mit der Familie schmälern zu wollen…)

Wenn alles vorbei ist: Könnte ich eingestehen, dass ich falsch lag? (Ohne mir aktuell irgendetwas vorwerfen zu müssen…)
Wenn alles vorbei ist: Könnte ich den jetzt völlig regierungs- und regeltreuen Menschen verzeihen, wenn sie falsch lagen und es trotzdem nicht eingestehen wollen? (Ohne dass mir meine Arroganz zu Kopf steigt…)


21. Leserbrief

Liebes Nachdenkseiten-Team, liebe kritische LeserInnen,
danke für die Chance meine Gedanken mit Ihnen teilen zu dürfen.

Wir bestehen aus einer fünfköpfigen Familie mit Haus/ Garten/Elektroauto und viel Idealismus. Ökonomisch hat uns die Krise nicht getroffen.

Wir gehören zum Teil sogar zu den finanziellen Profiteuren der Krise. Ich traue mich das kaum zu sagen. Wir haben das so nicht gewollt. Unsere Fachhändlerkunden kämpfen ums Überleben, unsere Discounterkunden befinden sich in einem gigantischen Plus, werden immer gieriger und auch ihren Zwischenhändlern gegenüber immer rüder und unverschämter. Anstatt sich über den Zugewinn zu freuen, befürchten sie mögliche entgangene Geldsummen durch nicht nachgefüllte Regale und machen Druck.

Emotional bewegt uns dies und anderes täglich sehr. Ich kann Ihnen unzählige Geschichten aus unserem Alltag erzählen, die innerhalb des letzten Jahres zusammengekommen sind. Von missgünstigen Blicken oder Worten unseren drei kleinen Kjndern gegenüber, die es als sogenannte “Superspreader” wagen mit uns gemeinsam Lebensmittel einkaufen zu gehen oder kurz Ihre Maske lüften. Und das sind Szenen, bevor sie eine Maskenbefreiung bekamen. Ich kann Ihnen erzählen von Menschen, die mein Mann auf der Rolltreppe (mit Maske!!) einfach nur anlächelte und diejenigen in Folge erschrocken zurückwichen mit den Worten: “Abstand halten!”. Ich könnte Ihnen von unzähligen Telefonaten mit geliebten Menschen berichten, mit denen jede noch so wohlwollend begonnene Diskussion über die Corona Strategie der Politik ausartete in laustarke Debatten ohne Aussicht darauf, auch nur im Ansatz den anderen verstehen zu können.

Ich liege Nachts in letzter Zeit manchmal lange wach und grübele. Dabei überrascht mich das Handeln der politischen Mächte nicht. Seit Jahren regieren Sie weltweit an den wirklich existentiellen Menschen-Themen vorbei. Der Staatsmann und die Staatsfrau zeigen sich nun jeweils in Ihrer wahren Gesinnung versteckt hinter angeblichen Sorgenfalten.

Es ist schon lange nicht mehr so, dass ich mich in diesem Land per se sicher wägte. Ein Land, ein Europa, welches fast tatenlos zuschaut, wie Mitmenschen in Lagern wie Moria den westlichen kapitalistischen Ideologien “zum Fraß” vorgeworfen werden, scheint nicht wirklich zu den “Guten” zu gehören.

Es war niemals so, dass ich auch nur im Ansatz davon ausging, dass es einem Gesundheitsminister um die Gesunderhaltung von Menschen ginge: Das Schließen unzähliger kleiner Kliniken, das “Wegekeln” der so wichtigen Hebammen in unserem Land durch aberwitzige Versicherungsbeiträge, das Unterlassen von Aufklärung und das mangelnde Handlungsbild zugunsten des Erhaltens von Gesundheit durch Lebensumstände, Ernährung, Umwelt,…das entspringt nicht einem Gesundheitsgedanken.

Schon lange ging ich nicht davon aus, dass das Gro der Bevölkerung verstünde, was wir mit unserer Art zu leben aufs Spiel setzen, wie zivilisatorisch physisch und psychisch krank viele von uns eigentlich bereits sind und uns an ein Leben in Inkohärenz gewöhnt haben.

Und doch: Nach einem Jahr Corona bin ich tatsächlich überrascht. Eine möglicherweise drohende Impfplicht durch die Hintertür durch rigides Einteilen der Menschen in Geimpfte und Ungeimpfte – davor habe ich tatsächlich Angst. Ein Denunzieren durch Nachbarn, weil man mit Menschen beisammensitzen möchte – das ängstigt mich. Kleinkinder, welche “Corona” spielen erschreckt mich. Frauen, die von Geburten in Krankenhäusern berichten, allein gelassen, ohne Ehemann, dafür mit Maske(!!!) – das lässt mich fassungslos und wortlos zurück. Ich verstehe nicht, warum Menschen sich das gefallen lassen und nicht wenigstens im Rückblick auf das Geschehene aufbegehren. Ich werde mich dem nicht unterordnen können.

Eher verzichte ich auf Annehmlichkeiten. Oder ich klage. Oder ich gehe woanders hin. Hier geht es ums Prinzip und eine Position.

Und um das Vorbild der Mutter ihren Kindern gegenüber. A propos Kinder:

Wir fühlen uns hier als Familie mehr und mehr fremdbestimmt (nicht nur seit Corona) und dabei trotzdem nicht ernst genommen – obwohl wir seit jeher Eigenverantwortung üben. Wir haben vieles stemmen können, aber an folgender Stelle endet unsere Akzeptanz von Beeinträchtigungen definitiv: Bei unseren Kindern. Die Art und Weise wie dieser uns Erwachsenen anvertraute Teil der Gesellschaft erst ignoriert und nun (nicht nur) an den Schulen durch Masken und-Testpflicht gegängelt wird, entbehrt jeglicher sinnhaften Grundlage und Ethik. Kinder und Jugendliche werden bewusst einer fragwürdigen Strategie untergeordnet. Unsere Mittel und Wege- wie auch immer sie sein mögen- dürfen nicht die Belange der Schwächsten einer Gesellschaft verletzen. Und dies passiert jetzt tagtäglich in umfassendem Maße. Wir als Eltern konnten bis jetzt viele Absurditäten von unseren Kindern fernhalten, da wir keine Fremdbetreuung in Anspruch nehmen und den Großen in der Schule bis jetzt erfolgreich davor schützen konnten. Anderen Kindern ergeht es nicht so gut. Sie müssen eine Welt erleben, welche sie bis in die privatesten Belange konditioniert und in Form presst und ihnen abtrainiert in den Diskurs zu gehen. Die Neurowissenschaft lehrt uns, dass Prägungen tiefer und langfristiger im kindlichen Gehirn verankert werden und Entwicklung geschieht beim Kind schneller und effektiver – ein Jahr Corona stellt hiermit ein immenses Zeitfenster dar.

Zu was für einen Erwachsenen entwickelt sich möglicherweise ein solches Kind, wenn es auch sonst wenig positive  “Oasen” in seinem Umfeld hat? Dystopisch denkende Menschen wähnen nichts Gutes..

Mich verwundert das zustimmende Abnicken vieler -durchaus in anderen Belangen engagierten- Eltern sehr, es herrscht im Allgemeinen eine breite Kritiklosigkeit. Den meisten Eltern geht es prioritär darum, dass ihre Kinder in der Leistung bleiben – bereits zwei Tage nach dem ersten Lockdown vor einem Jahr bekundeten besorgte Eltern, wo denn die Arbeitsunterlagen blieben…

Wir ziehen nun noch mehr in Erwägung Deutschland in Naher Zukunft zu verlassen und nach Schweden überzusiedeln. Nicht weil wir grundsätzlich vor Problemen fliehen wollen, auch Schweden hat seine Themen. Wir möchten unserer Verantwortung als Eltern gerecht werden können.

Wir bevorzugen es, unsere Energie einem Staat zu geben, welcher zumindest in Ansätzen seinen Bürgern ein Mindestmaß an Eigenverantwortung zuspricht und in dem aufgrund der Grundgesinnung der dort lebenden Menschen zumindest einige der oben beschriebenen Szenarien im Alltag so hoffentlich nicht erwartbar sind. Aus dieser Kraft heraus wollen wir weiterhin versuchen, das Leben “richtig” und lebenswert zu gestalten.

Ob wir hierin Deutschland eine Demonstration besucht haben mit den Kids von “Fridays for Future” oder wählen gehen, Unmengen an Geld ausgeben für ökologisch hergestelltes Essen oder Waren, ob wir Diskussionen führen oder Boykottieren: Wenn die Institution Staat ein Umdenken nicht will, können wir uns hier offensichtlich auf den Kopf stellen – es interessiert ihn nicht! Unsere Kinder werden jetzt geprägt, wir können nicht mehr ewig warten auf Erleuchtung der Politik, auch hier gilt die Eigenverantwortung. Louisa Neubauer beschreibt in ihrem Buch, dass es sehr schwer fällt in einem nicht nachhaltig geführten Land nachhaltig zu leben. Das können wir nur bestätigen und erweitern dies: In einem sehr tief durch Kapitalismus und Lobbyismus durchwurzelten Staat ist es sehr schwer idealistisch und nicht auf Kosten anderer zu leben.

Seit einigen Jahren bereiten wir unsere berufliche Neuausrichtung vor. Wir möchten zu mehr Achtsamkeit beitragen und das jetzige System nicht noch unterfüttern.

Ich denke es wird die Zeit kommen, in der wir alle auf diese Ära zurückblicken als Beginn des großen Paradigmenwechsels.

Ob die Paradigmen uns Menschen wohlgesonnen sein werden? Ich hoffe es inständig und dass uns diese Zeit aufrüttelt.

Wir werden es alle gemeinsam sicher bald entscheiden.

Liebe positive Grüße,
Nadine W.


22. Leserbrief

Sehr geehrtes NDS-Team,

ich melde mich auf Ihren Aufruf und möchte erneut von meinen Erfahrungen berichten. Ich habe Ihnen schon einmal einen Brief zu diesem Thema geschrieben und darin geschildert, wie sehr mich die Hygienemaßnahmen, besonders die Maskenpflicht, in einer ambulanten Reha belastet und retraumatisiert hat, so dass ich keinen anderen Ausweg als den Abbruch sah. Dieser Brief wurde auch in Ihrem Buch „Die im Dunkeln sieht man nicht“ veröffentlicht.

Aus gesundheitlichen Gründen bin ich nicht berufstätig und lebe von Hartz IV. Darunter habe ich lange Zeit gelitten aber jetzt bin ich sehr froh darüber. Denn dadurch kann ich mich dem Alltagswahnsinn größtenteils entziehen. Besonders belastend empfinde ich die Maskenpflicht. Diese halb vermummten Gesichter machen mir große Angst. Aus diesem Grund habe ich von meinem Hausarzt eine Befreiung bekommen. Aber ich traue mich nicht, ohne Maske in ein Geschäft zu gehen, weil ich die Reaktionen fürchte. Anfangs habe ich es noch getan, aber nachdem ich mehrfach angemacht wurde, dass ich gefälligst eine Maske zu tragen hätte, traue ich mich nicht mehr. Ich habe nicht die innere Kraft darüber hinwegzuhören aber ich möchte auch nicht jedem Fremden erklären, dass ich eine Befreiung habe, da mein Gesundheitszustand niemanden etwas angeht. Gleichzeitig ärgere ich mich aber auch über meine Mutlosigkeit. Einkaufen gehe ich nur noch selten und öffentliche Verkehrsmittel benutze ich gar nicht mehr.

Aber auch die ständigen Gängelungen überall belasten mich stark. Zum Glück sind diese nicht mehr so stark wie im ersten Lockdown. Trotzdem bin ich als erwachsene Frau in der Lage eine Treppe so zu benutzen, dass ich nicht ständig in entgegenkommende Mitmenschen reinrenne. Ich brauche keine Schilder, die mir sagen, wie ich die Treppe zu benutzen habe. Ich brauche auch keine Hinweisschilder an Geschäften, die mir sagen, wie ich zu husten und niesen habe. Auch vor Corona habe ich niemanden angehustet und angenießt. Ich will nicht von jedem behandelt werden, als sei ich der wandelnde Tod.

Ich lebe in NRW. Montag kam die Nachricht, dass das Oberverwaltungsgericht in NRW die Regelungen für den Einzelhandel gekippt hätte. Zuerst habe ich mich gefreut aber dann dachte ich mir, dass wird die Regierung nicht auf sich sitzen lassen und so kam es ja auch. Nach kürzester Zeit wurde beschlossen, dass dann eben alle wieder schließen müssten. Kann eine Regierung deutlicher sagen, dass sie die Entscheidungen eines Gerichts einen Sch… interessiert? Das ist ein weiterer Punkt, der mir große Angst bereitet. Ich sehe, wie unser Land immer mehr Richtung Totalitarismus abdriftet und bin dieser Entwicklung hilflos ausgeliefert. Zum Glück habe ich Freunde und Verwandte, die meine Befürchtungen verstehen und teilen. So habe ich zumindest Menschen, mit denen ich darüber reden kann. Aber ich frage mich auch, was eigentlich noch passieren muss, damit die Menschen in diesem Land endlich aufwachen. Dann denke ich wieder, dass es vielleicht vielen geht wie mir. Man sieht die Entwicklung, weiß aber nicht, wie man sich wehren kann, wenn Demonstrationen verboten sind und man möglicherweise um seinen Job bangen muss, weil man trotzdem auf einer Demo war. Und wenn man sich allzu kritisch im Netz äußert, riskiert man die Auslöschung der digitalen Identität. Ist meine Angst vor einem totalitären Regime wirklich so unberechtigt? Warum soll ich Verständnis für die Angst der Menschen vor dem Tod haben, wenn genau diese Menschen mir sagen ich soll mich nicht so anstellen und endlich meine Manske anziehen.

Mittwoch war ich noch einmal mit meiner Schwester in der nächsten größeren Stadt. Wir wollten in ein oder zwei Geschäfte rein. Überall mussten wir einen Termin vereinbaren und dann unsere Adresse hinterlassen. Das will ich so nicht! Ich will anonym einkaufen können, ohne die ganzen „Hygienemaßnahmen“.

Ich würde meine Ängste und Gefühle gerne in einer Therapie aufarbeiten. Leider war es vor der Krise schon sehr schwer einen Platz zu bekommen. Mittlerweile ist es fast unmöglich. Außerdem hätte ich dann vermutlich wieder genau dasselbe Problem wie in der Reha. Ich kann meine Angst vor den vermummten Gesichtern nicht aufarbeiten, wenn ich gleichzeitig gezwungen werde, eine Maske zu tragen.

Wie ich schon sagte, bin ich froh, dass ich durch meine Arbeitslosigkeit dem Wahnsinn größtenteils entkommen kann. Ich habe zum Glück auch einige Bekannte, denen es egal ist, mit wie vielen Leuten man sich gerade treffen darf und deshalb treffen wir uns auch mit mehr als einer Person, die nicht zum Haushalt gehört. Ich traue mich fast gar nicht das hier zu schreiben. Aber diese kleine Form des Ungehorsams hilft mir zusätzlich den Wahnsinn zu ertragen. Ich hätte vor einem Jahr nicht gedacht, wie schnell die Menschen in unserem Land bereit sind, alle Grundrechte über Bord zu werfen und sich bedingungslos dem Regime zu unterwerfen. Sollte irgendwann alles hoffentlich wieder normal sein, wird es sehr lange dauern, bis ich das Vertrauen in die Menschen zurückgewinne.

Mit freundlichen Grüßen
NH


23. Leserbrief

Guten Tag, wertes Nachdenkseiten-Team,
 
was hat der Lockdown mit mir angestellt?
 
Er hat mich noch weiter entmenschlicht, als ohnehin schon. Und so scheint es allen zu gehen. Denn egal in welches “Lager” man fällt, alle werden wie Objekte behandelt.

  • Bestimmte Menschen dürfen nicht mehr arbeiten, müssen aber Miete zahlen.
  • Kinder werden in den Fernunterricht geschickt, dürfen dort aber außer Schule nichts tun.
  • “Risikogruppen” werden durch Abschottung “geschützt”, dürfen dort aber nur vegetieren.
  • Pflegepersonal rettet vielen Menschen das Hinterteil, wird aber verheitzt und erhält genau 0€ mehr Geld und keine besseren Arbeitsbedingungen oder Verstärkung.

 
Es gibt keinerlei Kompensation für diese Schwerstbelastungen. Gleichfalls geht es momentan bei mir an der Uni zu. Es wird wie selbstverständlich erwartet, dass alle Studenten innerhalb normaler Fristen Arbeiten leisten. Ohne ordentlichen Zugang zur Bibliothek. Ohne Möglichkeit, Lerngruppen zu bilden. Ohne Sprechstunden bei der Bürokratie usw.

Wenn man sich mal alle Arbeit im Land anschaut, geht es wahrscheinlich allen so. Es werden einfach ersatzlos Dinge weggekürzt, ganz so als seien die Menschen Maschinen.
 
Der Gedanke, dass es Zustände gibt, in denen man nicht leben sondern nur überleben oder verkümmern kann, scheint nicht oft gedacht zu werden. Sicher, man kann auch Corona mit Lockdowns überleben, aber ob man danach noch ein Mensch ist, das bezweifle ich. Veteranen haben oft ähnliche Probleme. Oder Kriegskinder.
 
Schon zu meinen Schulzeiten wusste ich, dass ich sterbe. Und ich bin gestorben. Heute bin ich ein teilnahmsloser Sack Fleisch der trübäugig auf die Welt blickt, da meine Gefühle zerstört wurden.

Was wir heute sehen, ist Gefühlszerstörung im ganz großen Stil. Egal, ob man konform geht oder ob man sich demonstrativ irgendwogegen auflehnt. Beides ist Symptom vom Falschem Selbst (Konzept geklaut von Arno Gruen: Wahnsinn der Normalität).

Beide Vorgehen sind ein fortdauernder Beweis von Stärke nach dem Muster: “ich bin stark, weil ich mich (nicht) an die (schwachsinnigen) Regeln halte.” (Auf Ebene der Bevölkerung, Politclowns haben da andere Illusionen.)
 
Menschlich wäre es, wenn alle, auf die es zutrifft, gesagt hätten: ich habe Angst, ich kann nicht mehr, ich verstehe nicht was geschieht. Es ist kurios: Von irgendwoher ist ein Druck zur Parteinahme zu vernehmen. Entweder konform oder rebellisch, aber nie hilflos oder verwirrt oder schwach darf man sein.
 
Und wenn man das bzgl. Corona einmal erkannt hat, dann sieht man es auch in der wahnsinnigen Normalität: Schwäche ist nicht vorgesehen. Die allermeisten scheinen Schwäche nicht einmal aushalten zu können. Sie müssen sie leugnen und, fatalerweise, in sich und der Welt bekämpfen.
 
Mithin wird alles Krieg. Corona und Lockdownerei passen ins Schema.
 
Ein anderer Weg, eine Welt in der Gefühle nicht zerstört werden, bleibt so undenkbar. Und deswegen ändert sich in der Welt auch nichts. Egal welches Land oder welches System, immer basiert es auf Macht und “Stärke” und zerstört Gefühle. Da kann es keine Besserung geben.
Ein Weilchen noch ist Substanz da zum Verzehren. Dann jedoch werden die Menschen so ausgebrannt sein, dass sie einander verzehren.
 
In diesem Lockdown bin ich noch mehr Einsiedler geworden als ohnehin schon. Ich treibe im Strom des Wahnsinns dahin. Ich kann nicht einmal Empörung oder dgl. aufbringen. Vielleicht nicht so schlimm, denn das würde den Machtmechanismus eher anfeuern.
 
Ich wünsche mir nach einem Jahr Lockdown einen tiefen Urwald, in dem ich mitsamt der Familie verschwinden kann.
 
MfG,
G.C.


24. Leserbrief

Hallo Team der Nachdenkseiten,

danke für den Aufruf zu den Lockdown-Erfahrungen. Danke an die Leser, die bisher so wertvolle Antworten gesendet haben!

Ich arbeite seit März 2020 im Home Office, habe zum Glück keine Existenzsorgen, bin gesund, aber durchaus besorgt.

Sorgen machen mir die vielen neuen Schulden, die der Staat aufnimmt. War früher immer kein Geld da, um die schwarze Null zu erfreuen, so wird es jetzt nur so herausgeschleudert. Wer soll jemals für diese Schulden aufkommen? Von welchen Gläubigern machen wir uns da abhängig? Schon aufgrund dieser Schulden wird es kein Zurück zum alten Normal geben.

Ich vermisse die Verhältnismäßigkeit bei all den Maßnahmen. Ich kann nicht erkennen, dass hier eine Abwägung stattfindet, eher ist es ein Überbietungswettbewerb, um sich zu profilieren.

Grundrechte hielt ich immer für universell. Dass diese so lange und massiv eingeschränkt werden, konnte ich mir nicht vorstellen. Noch weniger vorstellen konnte ich mir, dass es diese jetzt nur bei wohlwollendem Verhalten zurückgibt. Eine Pandemie erfordert sicherlich persönliche Einschränkungen, diese sollten jedoch auf Evidenz beruhen und demokratisch legitimiert sein.

Schon im Mai 2020 kamen mir die ersten Zweifel am Verhalten einzelner Akteure. Davor war ich völlig verängstigt. Ich hatte per Livestream die ersten großen Demonstrationen verfolgt und anschließend mit den Berichten in den Medien verglichen. Da gab es eine erhebliche Diskrepanz, Vorverurteilung und Pauschalisierung.

Selbst meine Gewerkschaft Ver.di machte da mit. Zusammen mit der Antifa schrie man gegen Demonstrationen für das Grundgesetz an. Sicherlich waren da die verschiedensten Gruppen auf der Straße. Es wurden jedoch häufig auch die Schicksale und das Leid von Kindern, alten Menschen, kleinen Unternehmern, Künstlern usw. thematisiert. Hatte sich eine Gewerkschaft bisher für finanziell Schwache und Gruppen ohne große Lobby eingesetzt, so war und ist ihr dieses Klientel jetzt offensichtlich völlig egal.

Zu Erntedank habe ich einen Gottesdienst besucht. Die Pastorin sagte, sie hätte keine Lust eine eigene Predigt zu schreiben. Deshalb hat sie sich eine aus dem Internet herunter geladen. Die Predigt, die sicherlich in mehreren Hundert Gemeinden verwendet wurde, enthielt u. a. folgenden Inhalt: “Und ja, ich weiß, es sind schwierige Zeiten. Erntedank ganz anders. Coronazeiten und eine ganz andere Bibelgeschichte als sonst. Und es gibt die Protestler, die sowieso alles blöd finden, und noch schlimmer sind die Hasser und Hetzer. Letztere haben garnichts mit Jesus zu tun. Die sehen nur auch ihr Eigenes. Man könnte die Plakate auf ihren Demos mit einem einzigen Wort beschriften: »Ich«. Und »Ich«. Und »Ich«. Die Bedachteren darunter sollten nachdenken, mit wem sie da marschieren.”

Ich war entsetzt! Was ist aus der Kirche geworden? Bisher hat sich diese doch immer für Minderheiten, Benachteiligte und auch die Opposition (Rückzugsort in der DDR) eingesetzt. Und jetzt? Es wird wie zu Kaisers Zeiten die Regierungsmeinung kund getan und anders Denkende werden in die Ecke von (rechten) Hetzern gestellt. Die eigenen Werte wurden offensichtlich über Bord geworfen.

Ich hoffe, dass all die kritisierenswerten Dinge, die im letzten Jahr passiert oder unterblieben sind, bald rechtlich aufgearbeitet werden. Ich möchte keine Rache, das bringt nichts. Jedoch müssen sich Strukturen ändern und Verantwortliche persönlich zu Verantwortung gezogen werden. Es darf nicht sein, dass es anschließend keiner gewesen sein will. Es gibt immer Schuldige, Belastete und Mitläufer. Ohne die vielen Mitläufer, hätten sich manche Dinge anders entwickelt.

Zu meinen Freunden habe ich Anfang November 2020 gesagt – der Lockdown dauert bis Ostern. Dafür wurde ich ausgelacht. Jetzt sage ich – seht, meine Prognose war korrekt und bezüglich des Jahres habe ich mich ja nicht festgelegt.

Ich hoffe, dass es doch nicht so weit kommt und immer mehr Menschen nicht alles glauben, Dinge hinterfragen und selbst denken.

Grüße aus Hessen
Jörg Schmidt


25. Leserbrief

Sehr geehrtes Team der Nachdenkseiten,

hiermit möchte ich Ihrem Aufruf folgen und Ihnen meine Erfahrungen des letzten Jahres schildern.

Für mich persönlich war wohl der Verlust meines Arbeitsplatzes die bis dato weitreichendste Folge des LockDowns. Ich war in einer amerikanischen Firma beschäftig, die mich letzten August betriebsbedingt gekündigt hat, da meine Stelle Corona bedingt umorganisiert werden mußte und mein Job ohne Reisetätigkeit eh nicht sinnvoll zu erfüllen ist. Hat mich jedoch nicht sonderlich erschüttert da ich langsam das Alter habe aufzuhören und ich auf Grund der vielen interkontinental Reisen eh ein permanent schlechtes Gewissen gegenüber meinen Enkeln hatte (Flugscham).

Psychisch hat die „Pandemie”, die dadurch erlassenen  LDs mit sinnfreien Begründungen der Maßnahmen, mich viel mehr belastet. Ich wache jeden Morgen auf und hoffe der Albtraum ist endlich vorbei…, aber dann höre ich Nachrichten und die Corona Realität wird mir bewusst. Nahezu unerträglich finde ich die Panikmache durch Regierung und RKI und am schlimmsten seitens der sog. Qualitätsmedien mit ihrer Dauerpropaganda. Statt kritischem Journalismus, nur noch gleichgeschaltete Regierungspropaganda und Diffamierung anderer Meinungen. Ein ausgewiesener Versager (Schweinegrippe) wie  C. Drosten erhält einen gottgleichen Status dessen Erkenntnisse  “niemals hinterfragt werden dürfen “(O-Ton Wieler). Am Anfang hat man ja den LD mitgemacht, man wusste ja nichts über das Virus. Ein Jahr später und 3 LD später weis man immer noch nichts… ausser dass hier irgendwas nicht stimmen kann. Ich will hier nicht all die Versäumnisse aufzählen die gemacht wurden, auch nicht die ungeeigneten PCR Tests die einfach nur als Fälle gelistet werden, ohne Bezug zur Testzahlen usw, und so fort. Es wurde schlicht nichts getan um die ach so gefährliche Pandemie zu bekämpfen oder sich schlau zu machen wie wir mit dem Virus umgehen oder wie wir die Gefahr des Virus mit den Folgen der LD abwägen, Nichts !!!! in Summe führt das für mich zu dem Schluss, dass hier ganz andere Dinge laufen. Am allerwenigsten geht es um die Gesundheit der Menschen.

Was mich zunehmend depressiv macht, ist dass wir uns wehrlos die Grundrechte nehmen liessen, ein seltsames Gremium das sich MPK [Ministerpräsidentenkonferenz,Anm.d.Red.] nennt, noch seltsamere Beschlüsse fasst und sich wenig Widerstand regt. Der Mittelstand wird regelrecht abgeschlachtet, Kunst und Kultur ausgeknipst und einige Zeitgenossen kommen auf die Idee mit Zero oder No Covid noch mehr Schaden einzufordern. Opposition der Nichtregierungs-Parteien findet nicht statt (die AFD zählt für mich eh nicht zu den demokratischen Parteien), die Medien haben sich gleichgeschaltet und üben Gesinnungsjournalismus, die Internetkonzerne fühlen sich zur Zensur autorisiert  (früher waren es Bücher- Verbrennungen, das geht im Internet Zeitalter eleganter und effektiver)  – ich denke wir sind de facto in einer Diktatur gelandet und (fast) alle machen mit. Man hat ja schon Einiges erlebt, die schleichende Zersetzung der Demokratie durch die neoliberale Ideologie. Der obszöne Kapitalismus, der eine neue Kaste von superreichen Feudalherren erschafft und dabei die Lebensgrundlagen der Menschheit vernichtet, aber man hatte sich mit dieser Entwicklung irgendwie arrangiert, versucht ein wenig Sand im Getriebe zu spielen und vor allem die Hoffnung auf Einsicht der Menschen nicht zu verlieren. Man dachte gar die Jungen werden es evtl. richten (F4F)… Aber dann findet man sich plötzlich in der Gesundheits- Diktatur,  ich weiß, es wird niemand ins Lager gebracht, aber auch das geht heute eleganter und die totale Kontrolle ist in Sichtweite, die Menschen werden isoliert und zu gläsernen Konsumenten dressiert und vor allem in ständiger Angst gehalten und verdummt (siehe # wir bleiben zu Hause).  Ich dachte, dass nach der Erfahrung mit dem 3. Reich, wenigstens wir Deutsche die Lektion gelernt hätten, aber weit gefehlt, die alten deutschen “Tugenden” wie Denunziantentum, Duckmäuserei, Gehorsamkeit, blinde Gefolgschaft usw. werden wieder gelebt als wäre nichts gewesen.

Am meisten Angst (dagegen ist das Virus echt nicht der Rede wert), machen mir aber meine Mitmenschen. Als ich den Sinn der Masken hinterfragt habe wurden mir von den Kollegen erstmal verbal der Aluhut verpasst (nicht so schlimm ich mag die lieben Kollegen weiterhin gut leiden), aber ich bin schon erschrocken über das generelle  Blockieren, die haben noch nicht mal zugehört als ich sagte dass Masken ja schön und gut sind aber die Art und Weise wie die meisten  Menschen sie handhaben kontraproduktiv ist und sie deshalb nicht vor dem Virus schützen. Selbst darauf wollte sich keiner einlassen. Maske auf und durch, scheint das Motto zu sein. Auswirkungen auf Kinder, Menschen mit Atemproblemen u.v.a mehr werden, wie auch generell seitens der Regierung und der angepassten Gesundheitsindustrie, ausgeblendet. Erschüttert hat mich auch der Umgang mit den Alten. Anstatt sie zu schützen lassen wir sie buchstäblich allein verrecken und unsere. Politiker verkaufen uns dass als Akt der Solidarität (wirklich?) Was soll daran solidarisch sein wenn ein alter Mensch, der nicht mehr lange zu leben hat seine Lieben nicht mehr sehen darf. Wen schützen wir hier vor was? Noch eine persönlicher Erfahrung die mir zu schaffen macht war die Beerdigung einer alten Freundin. Es durften nur 15 Menschen in den Kirchenraum, die Beisetzung fand mit Abstand im Freien statt. Man durfte die Hinterbliebenen nicht umarmen (wir haben’s dennoch gemacht, irgendwo hat der Irrsinn den man mitmacht ja Grenzen). Wenn wir uns selbst in den dunkelsten Stunden nicht mehr gegenseitig die einfachsten Gesten der Menschlichkeit versagen, dann können wir alle einpacken.

Geradezu gespenstisch finde ich auch die Angst in den Augen mancher Menschen bei Begegnungen im Supermarkt oder in der Stadt. Ich kann diese Angst verstehen aber nicht nachvollziehen, versuche aber wenigstens diese Angst zu respektieren.

Ebenfalls erschreckend sind die Reaktionen von z. B. Nachbarn, die, aufgehetzt von den Medien, den Querdenkern Krankheit und Tod wünschen. Soweit sind wir schon. Andere fragen mich besorgt ob ich jetzt auch zu den Querdenkern gehöre, nur weil ich den offensichtlichen Betrug des Sturmes der Reichsbürger auf den Reichstag benenne und nicht mit Protest friedlicher Menschen vermischen möchte. Es können sich halt nicht Alle damit abfinden ihre Grundrechte an einen Herrn Spahn abzugeben. Wer solche Meinungen äussert wird sofort als Querdenker eingeordnet und man geht besser auf Abstand. Andere finden man sollte sich nicht mit Nazis gemein machen und solche Demos vermeiden, auf mein Argument dass ich erstens von mir selber weis, dass ich kein Nazi bin und das Hinnehmen von faschistoiden Verhältnissen eben Niemanden mehr gefällt als den Nazis  und dass ich, wenn ich in der U Bahn fahre und es fährt zufällig  auch ein Nazi mit, ich deshalb nicht auf das U-Bahn fahren verzichten werde, regieren die meisten mit Kopfschütteln . Das wird leider nicht verstanden.

Zum Glück versteht mich meine Familie, einige alte Freunde und einige neue Freunde und Bekannte, die meine Einstellung teilen und verstehen. Oft treffen wir auf fremde Leute und nach kurzem Austausch wird klar, dass das Gegenüber in etwa. genauso denkt wie wir. Diese. Begegnungen machen Mut und ich kann nur alle Menschen auffordern, schaltet Facebook, WhatsApp etc einfach mal ab und redet direkt und von Angesicht zu Angesicht mit euren Mitmenschen. Nehmt dazu die Masken ab  (haltet Abstand wenn ihr euch dann besser fühlt), damit ihr die ganze Vielfalt der menschlichen Kommunikation nutzen könnt. Hört einander zu und verurteilt nicht voreilig Menschen die euch nichts Böses wollen nur weil sie eine andere Meinung haben und diese vertreten. Und vor Allem: lasst euch die Menschlichkeit nicht ausreden. Angst essen Seele auf, hieß mal ein alter Film von R.M. Fassbinder, also achtet auf eure Seelen und lasst euch nicht Bange machen.   

Danke an die Nachdenkseiten für die gute Arbeit und die Perspektiven die ihr euren Lesern bietet.. Danke auch für die Anregung, sich die eigenen Erfahrung im LD bewusst zu machen und das Jahr zu reflektieren. Als ich diesen Leserbrief nochmal durchlas merkte ich, dass ich ihn vor allem für mich geschrieben habe. Ich habe viel über mich gelernt.

Mit freundlichen Grüßen
Peter F.


26. Leserbrief

Liebes Nachdenkseiten-Team,

nach einem Jahr Lockdown schildere ich Ihnen gerne meine Erfahrungen, die sich sicherlich mit denen vieler anderer Menschen decken.

Innerhalb meines Freundeskreises sah ich mich gleich zu Anfang als “alleinige Ruferin in der Wüste”, die den meisten Maßnahmen  zumindest skeptisch gegenübersteht bzw. sie ablehnt, mit heftigen Vorwürfen und massiven “Bekehrungsversuchen” konfrontiert. was bis heute  einen unguten Nachgeschmack hinterlassen hat. Deshalb vermeide ich dieses Thema in Gesellschaft tunlichst.

Die mit dem Lockdown einhergehenden Einschränkungen machen mein Leben um einiges ärmer, als da sind:

  • Theater- und Konzertbesuch – verboten
  • Restaurantbesuche, wie sie regelmäßig wöchentlich im Freundeskreis stattfanden – verboten; 
  • ein geplanter Sprachkurs, der z.B. im Alter die Gehirnzellen frisch halten soll – verboten;
  • ein Gedächtniskurs, den ich bis zum Lockdown besuchte – verboten
  • Fitnessstudio, wo ich bis vor dem Lockdown regelmäßig meine Muskeln trainieren konnte – geschlossen
  • Schwimmen im städtischen Schwimmbad – unmöglich, weil geschlossen;
  • Besuch eines Malkurses in einer Nachbarstadt – seit dem Lockdown verboten;
  • Einkaufen beim Metzger oder im Fischgeschäft – in der Kälte draußen warten, bis man eintreten darf (max.2-3 Personen).
  • Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. 

Trotz zweier Corona-Impfungen (erhalten wegen der “Gnade der frühen Geburt” – die zweite fand vor 6 Wochen statt)), darf ich ohne Maske kein Geschäft, kein öffentliches Verkehrsmittel betreten und muss seit kurzem die Maske wieder in der Innenstadt tragen, wo die Polizei mit strenger Miene patrouilliert, um die Einhaltung dieser unsinnigen Maßnahme zu kontrollieren.

Der Gedanke an Geschichten aus dem Dritten Reich drängt sich mir auf, und ich hoffe sehr, dass dieser unwürdige Spuk bald ein Ende haben wird.

Mit bestem Gruß
G. Fernekes


27. Leserbrief

Hallo Nachdenkseiten-Team,
 
zu Beginn des letzten Jahres haben wir mir unseren zwei erwachsenen Kindern (23 und 21) zu viert im selben Haushalt in der Nähe von München gelebt. Die Kinder sind gerade dabei, sich von zu Hause zu entkoppeln.
 
So ist unsere Tochter am letzen Februarwochendende nach Wien umgezogen, sie hat sich dort ganz allein eine neue Arbeitsstelle und eine eigene kleine Wohnung gesucht. Gerade mal nach zwei Wochen in der neuen Arbeitsstelle kam in Österreich der erste Lockdown. Zum Glück hat sie ihre Arbeit nicht verloren. Aber für eine Eingewöhnung und den Aufbau neuer Kontakte in Wien war das letzte Jahr eine Katastrophe. Zumal für einen so jungen Menschen. Sie wird bereits seit einigen Monaten wöchentlich am Arbeitsplatz getestet und konnte uns zumindest zu Weihnachten besuchen. Seitdem sitzt sie wieder allein in ihrer Bude und kann nur zwischen Arbeitsplatz und Supermarkt zum Rausgehen wählen. Ihr Arbeitsplatz liegt genau am Ende der Schwedenbrücke und sie war auch am Tag des Amoklaufs am Wiener Schwedenplatz in der Arbeit (Rezeption eines großen Hotels). Das hat uns schon einige Nerven gekosten. Jeder vereinbarte Besuch in Wien unsererseits wurde durch irgendwelche Restriktionen zu Fall gebracht.
 
Unser Sohn ist ebenfalls von den Auswirkungen betroffen. Er hat im September eine Ausbildung zum Techniker für Elektrotechnik begonnen (die Lehre und die Praxis als Geselle hat er bereits hinter sich). Diese schulische Weiterbildung erfolgt in Vollzeit und dauert zwei Jahre. Anschließend wollte er beruflich durchstarten und auch eine eigene Wohnung suchen. Nun, die Schule war für den Lockdown und den Online-Unterricht ab November überhaupt nicht vorbereitet. Da ich im Homeoffice arbeite, hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, einige Unterrichtseinheiten mitzubekommen. Im Februar dieses Jahres zog er nun die Reißleine, wie auch viele Mitschüler seiner Klasse. Er sagte, er kann nicht riskieren, nach zwei Jahren ohne Abschluss von der Technikerschule zu gehen. Lieber wartet er noch ab und steigt evtl. später noch mal ein. Als Fachkraft für Brandmeldeanlagen hat er innerhalb von zwei Tagen einen Job bekommen, zum Glück. Ob die weitere Planung so auch eintritt? Zumindest auf seine berufliche Laufbahn hat Corona deutliche Auswirkungen.
 
Ich selbst sehe die direkten Auswirkungen ebenfalls. Als ehrenamtlicher Jugendleiter und Trainer in einem Sportverein (Motocross) bin ich im Bereich Nachwuchsarbeit tätig. Wir versuchen in unserem Verein den Kindern und den Eltern den Einstieg in den Sport zu erleichtern. Im Gegensatz zu anderen Sportarten ist im Motocross ein deutlich größerer Einsatz der Eltern nötig. Doch die Auflagen für unsere Arbeit wurden so hoch, dass wir im Bereich Neueinsteiger nun fast zwei komplette Jahrgänge verlieren. Gerade in dieser Sportart ist die Einhaltung von Abstandsregeln und die Bewegung an frischer Luft von selbst gegeben. Auf einer Motocrossstrecke gibt es sicher keinen Aerosolaustausch. Zu diesem Thema hat sich übrigens vor wenigen Tagen auch Felix Neureuther im Fernsehen geäußert und uns, die sich im Jugendsport engagieren, aus der Seele gesprochen.
 
Auch meine Frau kann die Auswirkungen unmittelbar beobachten. Sie ist in der Kulturförderung tätig und sieht täglich, wie die jungen Künstler, die gerade von den Akademien abgehen, um ihre berufliche Kariere fürchten müssen. Fast alle Möglichkeiten, sich dem potentiellen Publikum zu präsentieren, sind weggefallen.
 
Bitte, bleiben Sie weiter am Ball bei diesen Themen. Ich bin ein fleißiger Leser der Nachdenkseiten und Ihnen für die aufklärende Arbeit dankbar. Leider habe ich immer weniger ein gutes Gefühl, wenn ich an die kommende Bundestagswahl denke. Die einzige noch verbleibende Partei, die sich gegen die Maßnahmen stemmt oder diese hinterfragt, ist für mich ein no go. Leider ist meine politische Heimat (deutlich links der SPD, also ur-sozialdemokratisch) in dieser Hinsicht ein Totalausfall. Einzig die Wochenberichte Sahra Wagenknechts kann man hervorheben.
 
Mit freundlichen Grüßen
Franz Kopecky


28. Leserbrief

Liebes Nachdenkseiten-Team,

wenn Sie erlauben, möchte ich Ihnen keine Rückschau auf das vergangene Jahr, sondern ganz aktuelle Beobachtungen nach einem Jahr Corona schildern.

Meine Mutter (Witwe, 74) war seit Anfang an durch Corona verängstigt und hat aus Angst vor Infektion mehrere Monate lang notwendige Zahnarzttermine „geschwänzt“. Nach langem Zureden hat sie sich vergangenen Dienstag von mir zum Zahnarzt fahren lassen, auch weil sie immer stärkere Schmerzen im Mund verspürte.

Der Zahnarzt hat uns noch am selben Tag an das Klinikum Süd in Nürnberg verwiesen, da der dringende Verdacht einer bösartigen Tumorerkrankung bestünde, die sofortiger Behandlung bedürfe. Diese Behandlung wäre absolut überfällig und hätte schon lange begonnen werden müssen.

In der Klinik angekommen, wurde nur ihr der Zugang ins Gebäude gewährt (das Klinikum Süd in Nürnberg ist ein unübersichtliches Monstergebäude, da verirrt man sich als Unkundiger schnell). Mir wurde vom Sicherheitsdienst der Zutritt verweigert. Auch eine negative Testung und die Einhaltung aller Hygieneregeln hat/hätte nicht ausgereicht.

Gestern nun musste meine Mutter zu einer weiteren Untersuchung erneut in die Klinik. Da sie sehr unsicher und verängstigt war, bat ich die anwesende Securitykraft (eine andere als zwei Tage zuvor), sich um meine Mutter zu kümmern. Das tat sie sehr rührend und sie hätte mir sogar erlaubt, meine Mutter auf die Station zu bringen. Bei dem anstehenden Arztgespräch hätte ich aber nicht anwesend sein dürfen, sondern umgehend das Gebäude wieder verlassen müssen. Da meine Mutter nur ihre Alltagsmaske trug, erhielt sie von der Security eine OP-Maske.

Ich frage: Wie kann es sein, dass ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie in der Klinik noch kein Konzept erstellt und umgesetzt wurde, das es Angehörigen ermöglicht, bei derart schwerwiegenden Arzt-Patienten-Gesprächen anwesend zu sein (und sei es nur virtuell)?

Wie kann es sein, dass eine Patientin ungetestet mit einer OP-Maske in die Klinik gelassen wird und Angehörige trotz Testung und FFP2-Maske nicht?

Wie kann es sein, dass die Möglichkeit einer Schnelltestung vor der Klinik überhaupt nicht existiert?

Ist der Tod meiner Mutter ggf. eigentlich auch irgendwo eine Schweigeminute wert? Wird er in eine Statistik einfließen, die von unseren Regierenden Beachtung findet?

Sind wir eigentlich noch ganz bei Trost, dieses ganze „Schauspiel“ der letzten Monate weitgehend klag- und widerspruchslos hinzunehmen?

Ab Montag wird sie stationär behandelt. Ab dann sehe ich sie tagelang gar nicht mehr. Ich gebe zu, es ist grad zum Verzweifeln…

Besten Dank für Ihre Arbeit. Sie sind ein Leuchtturm in dunkler Zeit.

Herzlichst,
M. V.


29. Leserbrief

Guten Tag zusammen,

meine Erfahrungen mit Corona und Lockdown usw. sind nicht besonders unterschiedlich zu den Erfahrungen, die hier in den NDS schon oft besprochen und berichtet wurden. Ich bin auch fassungslos über den politischen Umgang mit der Pandemie und wirklich erschüttert darüber, wie viele meiner Mitbürger sich trotzdem mit dem Management dieser Regierung einverstanden erklären bzw. erklärt haben, zur Zeit geht die Stimmung etwas in die andere Richtung. Die Massenmedien leiten die “Schäfchen” auf die mittlerweile karge, kaum noch grüne Wiese (Grüße an Professor Mausfeld!) und die meisten sind damit einverstanden und finden das gut.

Was mich zornig macht, hat nur indirekt mit den Maßnahmen zu Corona zu tun. Als ich 2007 arbeitslos wurde, kam das, was mittlerweile viele ebenfalls erfahren haben, der Sturz in die Hartz-4-Falle. Als Single musste ich plötzlich mit sowenig Geld auskommen, wie noch nie in meinem Leben. Dies wird bis heute ja u.a. damit begründet, dass der Staat finanziell nicht mehr in der Lage (gewesen) sei, die bisherige Höhe der Arbeitslosenversicherung zu tragen. Für mich hatte dies z.B. auch zur Folge, dass ich alle meine Sparverträge u.ä. zwangsauflösen musste. Das war nicht viel, sollte aber eine kleine Rücklage für Zeiten wie diese – ich bin jetzt Rentner auf Hartz4-Niveau – und für Notfälle sein.

Als 2015 die sogenannte Flüchtlingskrise in Deutschland war, habe ich mich Anfangs sehr gefreut, wie positiv in der Öffentlichkeit die Politik und die Gesellschaft in Deutschland darauf reagiert hat. Meine Eltern hätten sich gefreut, wenn sie damals aus dem Osten kommend ähnlich positive Reaktionen erfahren hätten. Es war für mich auch logisch, dass die Regierung plötzlich viel Geld brauchte und ausgab, um die Situation zu beherrschen. Von den Verwerfungen und dubiosen Verträgen mit Hotelbetreibern will ich jetzt mal nicht reden. Ich war überrascht, wie plötzlich doch relativ viel Geld locker gemacht wurde und fand dies richtig.
Aber dennoch fühlte ich mich als Arbeitsloser das erste Mal so richtig massiv betrogen und hintergangen! Ich lebte seit Jahren vom Staat gewollt von der Hand in den Mund. Meine mühsam ersparten Rücklagen waren zwangsweise per Gesetz alle weg, spätestens am 20. des Monats war bei mir fast immer geldmäßg Monatsende. Ich konnte kaum mit anderen Menschen darüber sprechen, weil ich Angst hatte, sie würden mich in die rechte Ecke drängen und glauben, ich hätte etwas gegen Flüchtlinge. Das Gegenteil ist der Fall, ich bin selbst Mitglied einer Flüchtlingsinitiative! Aber alle Argumente, mit denen man mir und Millionen andere Arbeitslosen staatlicherseits das überleben bewusst erschwerte, erwiesen sich jetzt endgültig nur noch als Betrug. 

In der aktuellen Corona-Pandemie ist mein Zorn dann noch einmal gewachsen. Ähnlich wie 2015 haut der Staat diesmal sogar mehrere hundert Milliarden Euro raus als wäre das alles kein Problem. Selbst verordnete – aus meiner Sicht unsinnige – Schuldenbremsen werden locker wieder aufgehoben, weil es gerade mal nicht passt und offiziell auch als aktuell nicht hilfreich angesehen wird. Auch hier geht es mir nicht um Subventionsbetrug und ähnliche Betrügereien auf Kosten der Steuerzahler. Es ist ja nicht so, dass ich die finanzielle Unterstützung durch den Staat mit Zahlungen an die Wirtschaft und an die Bürger ablehne oder grundsätzlich als falsch empfinde! 

Aber die Leichtigkeit, mit der die politisch verantwortlichen heute Geld ausgeben ist für mich persönlich vergleichbar mit der Leichtigkeit, wie sie mir und Millionen anderen Arbeitslosen das Geld verweigert haben oder in meiner Notlage sogar abgenommen haben! Was meinen Zorn noch steigert, ist nicht nur die Planlosigkeit, mit der sich die Politiker in der aktuellen Corona-Pandemie präsentieren, sondern das in den meisten Fällen die hunderte von Milliarden falsch bzw. an der falschen Stelle ausgegeben werden. 

Für die Pandemie kann  niemand etwas, aber wie damit umgegangen wird ist unverantwortlich. Lüften und Schal und Mütze in den Schulen als staatliches Hygienekonzept und sonst nichts ist mehr als armselig! In 2020 wurden mindestens 20 Krankenhäuser wegen Unrentabilität geschlossen, warum hat man dies nicht finanziell aufgefangen, zumal angeblich die Intensivstationen schon wieder am Limit arbeiten sollen?

Warum lässt der Staat den Pflegenotstand zu, wobei in 2020 ca. 9.000 Pflegekräfte den Beruf verlassen haben? Warum kümmert sich der Staat nicht um finanziell lukrative Löhne im Pflegebereich und finanziert lieber die Arbeitslosigkeit? Die Borniertheit mit denen manche Politiker sich gerade in der Krisenzeit selbst darstellen und ihre Inkompetenz durch andauernde Panikverbreitung in den Medien von ihrem politischen Versagen ablenken wollen ist zum Himmel schreiend. Wir werden wahrscheinlich erst in 10 oder mehr Jahren erfahren, wer auf Grund der “Pandemie” und des aus meiner Sicht hilflosen Umgangs davon profitiert hat.

Es gibt aktuell kaum noch Politiker, die ich ernst nehmen oder gar vertrauen kann. Gemessen am relativ planlosen Politikversagen in der Coronakrise macht mir das zielgerichtete Hetzen gegen Russland – verbunden mit weiteren Milliarden für die Rüstung-  unseres Außenministers zusätzlich Angst. Der irritierend plan- und hilflose Umgang in der Coronakrise hat brutal die Unfähigkeit unserer aktuellen Politiker und den mehr als zerbrechlichen Zustand unserer Gesellschaftsstruktur incl. Demokratiegefährdung aufgedeckt. Für mich ist die politische Glaubwürdigkeit leider endgültig gestorben!

Mit freundlichen Grüßen
C.H.


30. Leserbrief

Sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Nachdenkseiten,

gerne komme ich Ihrer Anfrage nach, meine persönlichen Eindrücke nach einem Jahr Lockdown aufzuschreiben.

Insgesamt fühle ich mich von den Corona-Maßnahmen weiterhin nicht allzu stark eingeschränkt. Ich habe auch vor Corona schon eine Art “social distancing” praktiziert. Ich bin gerne daheim, brauche nicht dauernd andere Menschen um mich herum. Massenveranstaltungen wie z.B. dem Oktoberfest, kann ich nicht viel abgewinnen.
Ich habe das Glück, in einem Beruf zu arbeiten, wo Homeoffice gut machbar ist. Und einen Arbeitgeber zu haben, der das auch ermöglicht. Es war daher kein Problem, letztes Jahr ab März und dann wieder ab Dezember für mehrere Monate nur von zu Hause aus zu arbeiten.

Die Schule meines Sohnes ist auch sehr gut organisiert, und Ende März 2020 gab es schon ersten Fernunterricht. Es hat von Anfang an sehr gut funktioniert, gibt meinem Sohn eine Tagesstruktur, und die Wissenslücken werden hoffentlich nich zu groß. Er geht in die 6. Klasse.
Insgesamt lässt sich feststellen, dass ich noch nie so viel Zeit zusammen mit meinem Kind hatte, wie jetzt. Er ist schon mit einem Jahr in die Kinderkrippe gekommen, und auch in der Schule ist er den ganzen Tag.

Gut finde ich auch, dass es viel mehr Online-Veranstaltungen gibt. Dadurch ist es für mich einfacher, an Sportkursen oder Vorträgen teilzunehmen. Die Anfahrt entfällt, und ich kann es mir auf der Couch gemütlich machen (außer beim Sportkurs natürlich).

Nur bei Konzerten ist ein Livestream kein so richtiger Ersatz. Wobei ich auch da das Glück hatte, zwischen Juli und September 2020 drei schöne Konzerte besuchen zu können, die die Veranstalter mit den entsprechenden Hygienemaßnahmen auf die Beine gestellt haben.

Geärgert habe ich mich das erste Mal, als die FFP2-Maskenpflicht in Bayern für Läden und öffentliche Verkehrsmittel eingeführt wurde. Das war für mich nicht nachvollziehbar, warum das Virus in Bayern gefährlicher sein soll als in anderen Bundesländern, wo die Verwendung von medizinischen Masken ausreichend ist. Aber zwischenzeitlich ist ja herausgekommen, dass einige Politiker gut an Maskendeals verdient haben, vielleicht war das der Grund?

Insgesamt finde ich die Stimmung in der Gesellschaft schlimm. Die Angstmache durch Medien und Politik ist seit einem Jahr ungebrochen. Wo ist die Vernunft? Und wo sind langfristige Konzepte? Dass manche Mitmenschen sich als Blockwarte aufspielen (zum Glück nicht in meinem näheren Umfeld), finde ich mehr als bedenklich.

Daher auch ein großes Dankeschön an die Nachdenkseiten. Euer Beiträge helfen mir, die Situation (nicht nur, was die Corona-Politik betrifft) besser einzuschätzen und nicht alles zu glauben, was in den “Mainstream”-Medien berichtet wird.

Mit besten Grüßen,
Johanna Wiesheu


31. Leserbrief

Guten Tag zusammen,

meine Erfahrungen mit Corona und Lockdown usw. sind nicht besonders unterschiedlich zu den Erfahrungen, die hier in den NDS schon oft besprochen und berichtet wurden. Ich bin auch fassungslos über den politischen Umgang mit der Pandemie und wirklich erschüttert darüber, wie viele meiner Mitbürger sich trotzdem mit dem Management dieser Regierung einverstanden erklären bzw. erklärt haben, zur Zeit geht die Stimmung etwas in die andere Richtung. Die Massenmedien leiten die “Schäfchen” auf die mittlerweile karge, kaum noch grüne Wiese (Grüße an Professor Mausfeld!) und die meisten sind damit einverstanden und finden das gut.

Was mich zornig macht, hat nur indirekt mit den Maßnahmen zu Corona zu tun. Als ich 2007 arbeitslos wurde, kam das, was mittlerweile viele ebenfalls erfahren haben, der Sturz in die Hartz-4-Falle. Als Single musste ich plötzlich mit sowenig Geld auskommen, wie noch nie in meinem Leben. Dies wird bis heute ja u.a. damit begründet, dass der Staat finanziell nicht mehr in der Lage (gewesen) sei, die bisherige Höhe der Arbeitslosenversicherung zu tragen. Für mich hatte dies z.B. auch zur Folge, dass ich alle meine Sparverträge u.ä. zwangsauflösen musste. Das war nicht viel, sollte aber eine kleine Rücklage für Zeiten wie diese – ich bin jetzt Rentner auf Hartz4-Niveau – und für Notfälle sein.

Als 2015 die sogenannte Flüchtlingskrise in Deutschland war, habe ich mich Anfangs sehr gefreut, wie positiv in der Öffentlichkeit die Politik und die Gesellschaft in Deutschland darauf reagiert hat. Meine Eltern hätten sich gefreut, wenn sie damals aus dem Osten kommend ähnlich positive Reaktionen erfahren hätten. Es war für mich auch logisch, dass die Regierung plötzlich viel Geld brauchte und ausgab, um die Situation zu beherrschen. Von den Verwerfungen und dubiosen Verträgen mit Hotelbetreibern will ich jetzt mal nicht reden. Ich war überrascht, wie plötzlich doch relativ viel Geld locker gemacht wurde und fand dies richtig.
Aber dennoch fühlte ich mich als Arbeitsloser das erste Mal so richtig massiv betrogen und hintergangen! Ich lebte seit Jahren vom Staat gewollt von der Hand in den Mund. Meine mühsam ersparten Rücklagen waren zwangsweise per Gesetz alle weg, spätestens am 20. des Monats war bei mir fast immer geldmäßg Monatsende. Ich konnte kaum mit anderen Menschen darüber sprechen, weil ich Angst hatte, sie würden mich in die rechte Ecke drängen und glauben, ich hätte etwas gegen Flüchtlinge. Das Gegenteil ist der Fall, ich bin selbst Mitglied einer Flüchtlingsinitiative! Aber alle Argumente, mit denen man mir und Millionen andere Arbeitslosen staatlicherseits das überleben bewusst erschwerte, erwiesen sich jetzt endgültig nur noch als Betrug. 

In der aktuellen Corona-Pandemie ist mein Zorn dann noch einmal gewachsen. Ähnlich wie 2015 haut der Staat diesmal sogar mehrere hundert Milliarden Euro raus als wäre das alles kein Problem. Selbst verordnete – aus meiner Sicht unsinnige – Schuldenbremsen werden locker wieder aufgehoben, weil es gerade mal nicht passt und offiziell auch als aktuell nicht hilfreich angesehen wird. Auch hier geht es mir nicht um Subventionsbetrug und ähnliche Betrügereien auf Kosten der Steuerzahler. Es ist ja nicht so, dass ich die finanzielle Unterstützung durch den Staat mit Zahlungen an die Wirtschaft und an die Bürger ablehne oder grundsätzlich als falsch empfinde! 

Aber die Leichtigkeit, mit der die politisch verantwortlichen heute Geld ausgeben ist für mich persönlich vergleichbar mit der Leichtigkeit, wie sie mir und Millionen anderen Arbeitslosen das Geld verweigert haben oder in meiner Notlage sogar abgenommen haben! Was meinen Zorn noch steigert, ist nicht nur die Planlosigkeit, mit der sich die Politiker in der aktuellen Corona-Pandemie präsentieren, sondern das in den meisten Fällen die hunderte von Milliarden falsch bzw. an der falschen Stelle ausgegeben werden. 
Für die Pandemie kann  niemand etwas, aber wie damit umgegangen wird ist unverantwortlich. Lüften und Schal und Mütze in den Schulen als staatliches Hygienekonzept und sonst nichts ist mehr als armselig! In 2020 wurden mindestens 20 Krankenhäuser wegen Unrentabilität geschlossen, warum hat man dies nicht finanziell aufgefangen, zumal angeblich die Intensivstationen schon wieder am Limit arbeiten sollen?
Warum lässt der Staat den Pflegenotstand zu, wobei in 2020 ca. 9.000 Pflegekräfte den Beruf verlassen haben? Warum kümmert sich der Staat nicht um finanziell lukrative Löhne im Pflegebereich und finanziert lieber die Arbeitslosigkeit? Die Borniertheit mit denen manche Politiker sich gerade in der Krisenzeit selbst darstellen und ihre Inkompetenz durch andauernde Panikverbreitung in den Medien von ihrem politischen Versagen ablenken wollen ist zum Himmel schreiend. Wir werden wahrscheinlich erst in 10 oder mehr Jahren erfahren, wer auf Grund der “Pandemie” und des aus meiner Sicht hilflosen Umgangs davon profitiert hat.

Es gibt aktuell kaum noch Politiker, die ich ernst nehmen oder gar vertrauen kann. Gemessen am relativ planlosen Politikversagen in der Coronakrise macht mir das zielgerichtete Hetzen gegen Russland – verbunden mit weiteren Milliarden für die Rüstung-  unseres Außenministers zusätzlich Angst. Der irritierend plan- und hilflose Umgang in der Coronakrise hat brutal die Unfähigkeit unserer aktuellen Politiker und den mehr als zerbrechlichen Zustand unserer Gesellschaftsstruktur incl. Demokratiegefährdung aufgedeckt. Für mich ist die politische Glaubwürdigkeit leider endgültig gestorben!

Mit freundlichen Grüßen
C.H.


32. Leserbrief

Liebes NDS-Team,

meine Erfahrungen nach einem Jahr Corona:

Meine von Anfang an vorhandene Skepsis hat sich leider vollumfänglich bewahrheitet. Schien sogar bis zum Schluss des ersten “Lockdowns” noch grösstenteils Vernunft und Optimismus in meinem Umfeld zu herrschen, hat sich diese zumindest in meinem Umfeld bei Vielen danach verflüchtigt und wurde gegen wütende Frustration und Intoleranz getauscht. Leider kann ich eine Spaltung in meinem Umfeld nur bestätigen.

Es hat m.M.n. eine unversöhnliche Frontenbildung stattgefunden – und ich persönlich habe nicht den Eindruck, dass das “nach der Pandemie” vergessen sein wird.

Wir sind dünnhäutig geworden, weil diese ewigen Anfeindungen, dieses Sich-erklären und immer in die Ecke gedrängt werden auf Dauer einfach an die Substanz geht.

Freundschaften sind kaputtgegangen, Kontakte verlorengegangen bzw. beendet. Man fühlt sich als Aussenseiter – teilweise tatsächlich als “Alien”.

Unsere Kinder leiden unter den Kontaktsperren, die von manchen Eltern m.E. geradezu pathologisch eingehalten werden. Natürlich ist mir klar, dass dahinter nur Panik und nicht etwa Vernunft und Erkenntnis steckt. Oft habe ich den Eindruck, dass Leute sich geradezu gehirngewaschen benehmen und alleine diese Erkenntnis ist frustrierend. Aber ich empfinde es teilweise als so extrem – das hat für mich schon etwas von Autosuggestion, von pathologischer Ignoranz. Meisst kann ich den Wortlaut vorhersagen, wie die Leute argumentieren werden. Ein Jahr mediales Dauerfeuer kombiniert mit #wirbleibenzuhause hat gereicht, um viele zu Zombies zu machen. Dagegen kommt man nicht an, das ist sinnlos. Das Schlimmste ist, dass das alles *trotz* Internet stattfindet. Aber leider versteht der Grossteil der Nutzer darunter wohl “soziale Medien”.

Mich persönlich hat der Lockdown nicht unmittelbar geschert – ganz einfach deswegen, weil ich mich nicht daran halte. Natürlich trage ich gezwungenermassen eine Maske in Geschäften – aber nicht auf dem Parkplatz. Und an Ausgangssperre & Co. habe ich mich nicht gehalten, hier gilt das 11. Gebot (“Du sollst dich nicht erwischen lassen”). Auch beruflich habe ich keine Verluste zu beklagen – ich bin in einer privilegierten Situation und arbeite schon seit Jahren von zuhause, neudeutsch “Home-Office”. Aber Live-Musik & Kulturveranstaltungen sowie Kneipen, Biergärten etc. fehlen mir sehr – und auch meinen Sport kann ich nicht mehr ausüben, genauso wie meine Kinder. Leider glaube ich nicht, dass es je wieder so sein wird wie vor Corona. Auch meine Kinder sehen die Zukunft sehr düster und leiden unter der Situation. Und mein ohnehin fast nicht vorhandenes Vertrauen in “die Politik” ist in den Minusbereich gerutscht. Ganz ehrlich: hätte ich nicht hier Frau und Kinder – ich wäre längst weg. Der ganze Sermon könnte in einen Satz gegossen werden: Corona hat mein schon vorher eher negatives, allgemeines Menschenbild weiter verschlechter und mich in einen zynischen, missgelaunten alten Sack verwandelt. Meine ehemals unbeschwerten Kinder sind viel zu ernst und zeigen depressive Neigungen. Und das alles in einem Landkreis, der 2020 genausoviel Verkehrstote wie Corona-Opfer zu beklagen hatte. Die Corona-Toten stammen übrigens zu mehr als 3/4 aus Pflegeheimen, in denen offenbar grauenvolle Zustände herrschen – seit Jahren schon. Das selbe LRA, welches Bussgelder gegen jugendliche “Maskenmuffel” im Freien verhängt, kümmert das nicht. Habe ich vor Corona Angst? Nein – viel eher vor den Menschen, die mit den Wölfen heulen.

freundliche Grüsse aus dem Alpenvorland und danke für eure Arbeit
Thomas Bernoecker


33. Leserbrief

Sehr geehrte Nachdenkseitler,

leider musste meine Schwiegermutter im November letzten Jahres zur Behandlung in ein Krankenhaus.Nach ihrer Entlassung-ca. 1Woche später -erkrankte sie erneut und wurde umgehend in eine zweite Klinik gebracht,in der sich die ohnehin schon lange Verweildauer nochmals um 10Tage verlängerte,weil die gesamte Solinger Klinik -angeblich wg.Coronafällen unter den Bediensteten-vom Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt wurde.In diesen zusätzlichen Tagen wurde ihr untersagt das Zimmer zu verlassen,auf dem sie alleine lag,wir durften sie nicht besuchen.Am 9.Januar folgte dann ein weiterer Krankenhausaufenthalt in einer dritten Klinik mit 2OPs im Abstand von 3 Wochen.Dort durften wir die 82-jährige zunächst nur einzeln für 0.5St. besuchen,später wurde sie per Rollstuhl vor den Ausgang der Klinik geschoben und wir konnten einen Spaziergang mit ihr machen und sie anschliessend wieder am Eingang`abgeben´.Nach einiger Zeit bekamen wir die Nachricht,sie werde jetzt auf die Coronastation verlegt da ihr PCRtest positiv sei.Wir waren zunächst sehr besorgt ,da wir angesichts ihrer sehr schlechten Gesundheit mit ihrem baldigen Tod durch dieses Virus rechneten und wir waren auch erstaunt ,dass sie mit 2 anderen positiv Getesteten auf einem Zimmer lag.Noch erstaunter waren wir allerdings,als wir  erfuhren,dass auch die Zimmernachbarinnen-allesamt positiv getestet und immer wieder in neuer Zusammensetzung-ebenso wie meine Schwiegermutter keinerlei der angeblich coronatypischen Symptome zeigten.Auch dort durfte sie das Zimmer nicht verlassen.In dieser Zeit konnten wir sie selbstverständlich auch wieder nicht besuchen,hielten aber regelmässig telefonischen Kontakt und mussten auf diesem Wege miterleben,wie ihre sonst recht stabile Psyche arg ins Wanken geriet und ihr Lebensmut schwand.Nach 3!weiteren positiven Pcrtests und 3Wochen Coronastation wurde sie auf die Normalstation zurückverlegt.Durch die endlose Liegedauer bekam sie dort eine durch Krankenhauskeime verursachte Lungenentzündung,die wiederum antibiotisch behandelt wurde.Am 6.3wurdesie endlich -körperlich und vor allen Dingen psychisch-schwer angeschlagen nach Hause entlassen.Ganz langsam kehrt jetzt das Leben in sie zurück.Diese Art des Umgangs mit der angeblich schützenswerten Personengruppe ist menschenverachtend und konterkariert in eklatanter Weise die Lippenbekenntnisse der Politiker.Ich schreibe Ihnen um anhand dieses Beispiels aufzuzeigen,dass man die politischen Entscheidungen in dieser Zeit auf keinen Fall ausschliesslich an den Aussagen von Virologen oder´ Modellierern´festmachen darf,denn die Kollateralschäden in allen Bereichen unserer Gesellschaft(von den finanziellen mal ganz abgesehen)sind gewaltig.Liebe Grüße I.W.


34. Leserbrief

Sehr verehrtes Nachdenkseiten Team,

wenn ich das letzte Jahr Lockdown mit einem Wort beschreiben soll dann ist es das Wort:

Dystopie!

Seit einem Jahr fahren meine Gedanken und Gefühle Achterbahn.

Ich weiss nicht was ich machen soll. Ständig schwanke ich zwischen passiv unsichtbaren Mitschwimmen, so lange es noch geht, oder es muss sich etwas radikal ändern und zwar sofort.

Das zerreißt mich.

Ich bin zutiefst entsetz und geschockt wenn ich sehe wie leicht und mit welchen stümperhaften und plumpen Mittel die Menschen(massen) zu manipulieren und zu steuern sind.

Es schockiert mich wie, sinnentleert und wahnhaft die Handlungen und Reaktionen der Menschen um mich herum sind. Das sie dabei ihre Menschlichkeit, ja ihr eigenes ich verlieren und das schlimmste ist, sie merken es nicht ein mal.

Sie schmücken die ihnen eingeimpfte persönlichen Pseudorealität kuschelig aus und machen weiter wie bisher. Egal was man ihnen erzählt, sie glauben nur das was alle machen und noch dazu einfach ist. Die Wahrheit suchen sie nicht, da sie instinktiv wissen das sich dann für sie einiges ändern würde und das wollen sie nicht. Sie haben regelrecht Angst davor.

Ich begreife jetzt wie es Hitler schaffte an die Macht zu kommen und wie leicht es eigentlich war, das ihm das Deutsche Volk bis in den Untergang folgte. Erschreckend!

Unser Grundrechte werden missachtet und ignoriert und die Mehrheit scheint es nicht zu interessieren. Vor zwei Jahren hat es diese Humanistische Gesellschaft nicht interessiert wie viele Menschen an der Grippe gestorben sind. Jetzt ist jede noch so hirnrissige Aktion gerade gut genug.

Das Menschsein, Menschlichkeit, Empathie, Freiheit, Kindheit, Bildung, Kultur usw. das alles kann und wird der totalen Gesundheit geopfert.

Die Masken rauben den Mensch ihre Freiheit, Gesichter und ihr Menschsein, nur zwei Angsterfüllte Augen sind noch zu sehen. Wo sind die Menschen die hinter Masken sind nur hin verschwunden?

Alles ist verdreht. Der Tod muss besiegt werden. Das Virus ausgerottet werden. Sozialdistanzing. Der Gesunde muss beweisen das der nicht Krank oder der Tod ist.

Und nur die Experten wissen noch was für mich Gut ist. Die totale Entmündigung.

Ich verstehe die Welt um mich herum nicht mehr.

All diese Prozesse waren schon davor da und sind durch die Corona Maßnahmen extrem beschleunigt worden. Aber diese Geschwindigkeit hätte ich nie für möglich gehalten?

Ich weiss nicht wie ich/wir es ändern können.

Mit freundlichen Grüßen
Adrian Hinz


35. Leserbrief

Sehr geehrtes Nachdenkseiten-Team,

seit über 10 Jahren bin ich unauffälliger Leser der Nachdenkseiten. Nachdem ich Ihren Aufruf, über persönliche Corona-Erfahrungen zu sprechen, gesehen und einige der jetzt veröffentlichten Berichte gelesen habe, habe ich den Entschluss gefasst, auch über meine Erfahrungen und Eindrücke zu sprechen.

Bisher habe ich die Coronaverordnungen, sei es im privaten oder Arbeitsumfeld, eher wenig zu spüren bekommen. Ich bin 31 Jahre alt, kinderlos und arbeite im öffentlichen Dienst. Ende des Coronajahres 2020 ist mein Arbeitsvertrag sogar entfristet worden. Damit kann ich mich vermutlich zu den zählen, die das Glück haben, gut durch die bisherige Situation gekommen zu sein und dafür bin ich dankbar.

Mir war immer bewusst, dass viele Menschen in Deutschland und auf der Welt nicht dieses Glück haben, ich kenne jedoch niemanden persönlich, den es besonders schwer getroffen hat. Umso wichtiger sind für mich Seiten wie die Nachdenkseiten, die immer wieder auf Missstände aufmerksam machen. Gerade in Zeiten wie jetzt, wo uns durch Angst und Panikmache immer wieder nahegelegt wird, jedwede Art von zwischenmenschlichen Kontakten zu reduzieren oder gar ganz zu beenden, kann es nach über einem Jahr Corona schnell dazu führen, dass wir „die im Dunkeln“, nicht mehr wahrnehmen, gerade dann, wenn wir nicht in dieser Schwere betroffen sind.

Auch wenn mich das Thema Corona mittlerweile nur noch nervt, weil es fast kein anderes Thema mehr gibt, flammt es gerade auf Arbeit doch immer wieder auf. Ich stehe der aktuellen Coronapolitik kritisch gegenüber und vertrete diesen Standpunkt auch unter meinen Kollegen als auch privat unter Freunden. Gerade im Arbeitsumfeld gibt es den ein oder anderen Kollegen mit einer ganz anderen Sichtweise, doch der Argumenteaustausch funktioniert und man zerstreitet sich nicht. Ich denke, dass das das wichtigste in einer Diskussion ist. Mir sind jedoch auch schon Menschen begegnet, mit denen ein Dialog gar nicht mehr möglich war, weil der Standpunkt, den Lockdown und die Regeln noch zu verschärfen schon zu stark verankert war.

Ich kann bestätigen, dass noch kein Thema eine Gesellschaft so polarisieren konnte, wie es Corona tut. Diese Polarisierung in „Richtige Meinung“ und „Falsche Meinung“ lässt doch die Sprache untereinander auch sehr verrohen und da spielt das Alter oder der Bildungsstand der Person keine Rolle. Besonders aufgefallen ist mir das kürzlich in einem Live Chat während eines RT DE Streams zu den Ostermaßnahmen des letzten Coronagipfels. Man muss unsere Bundeskanzlerin nicht mögen und ich gehöre auch zu diesen Menschen, aber sind mutwillige oder persönliche Beleidigungen hier ebenso wie sonst wo fehl am Platz. Ich habe Verständnis für den Frust und die Wut der Menschen nach einem Jahr meiner Meinung nach fehlgeschlagener Politik. Die Auswüchse im sprachlichen Ausdruck sind allerdings meines Erachtens nach auch ein wesentlicher Grund dafür, warum gerade Coronakritiker medial so angreifbar sind und diffamiert werden.

Am Ende habe ich die Hoffnung auf eine Zukunft, in der ein sozialeres Miteinander wieder möglich ist, noch nicht aufgegeben. Auch ich ertappe mich dabei, aufgrund der Corona-Berichterstattung mich an Dinge wie das Maskentragen oder andere „Coronaregeln“ zu gewöhnen. Auch wenn man überzeugt ist, eine gewisse Resistenz gegen das mediale Dauerfeuer zu besitzen, so ist man eben nicht immun.

Mit freundlichen Grüßen und machen Sie weiter so
K. B.


36. Leserbrief

Guten Tag,

Heute morgen habe ich die Serie Erfahrungsberichte überflogen und mich entschlossen meinen am Montag spontan entstandenen Text fertig zu machen und doch abzusenden.

Ich sitze grade in der Musikschule und warte auf den ersten Schüler, den ich aber online unterrichten werde, da er noch keinen Präsenzunterricht machen möchte. Zum Glück habe ich seit einem Jahr in Zusammenhang mit Corona keine Abmeldungen gehabt – aber auch keine Neuanmeldungen, weil es so viel hin und her mit online oder Präsenzunterricht gibt und neue Schüler/Eltern erstmal abwarten. Obwohl ich tendenziell zuwenig Schüler habe, gibt es zum Glück keine Corona bedingten Einnahmeausfälle.

Im Onlineunterricht vermissen die Schüler sehr das persönliche Zusammenspiel – und ich auch – und die, die wieder in die Musikschule kommen, sind heilfroh, daß es wieder geht. Trotz online Unterricht haben aber doch die Meisten erstaunliche Fortschritte gemacht.

Sie sind froh, daß sie, wenn auch phasenweise nur online, wenigstens noch ihren Instrumentalunterricht haben, wo vieles andere nicht stattfindet.

Eine meiner Musikschulen war noch vorsichtiger und hatte noch länger als andere geschlossen, auf diese Weise habe ich diese Schüler innerhalb eines Jahres ca. 4 bis 6 Mal gesehen (also vor Ort, sonst online). Das ist schon irre, wenn man sich das genau überlegt.

Ich bin also schon froh, daß das soweit ganz gut läuft, aber mir fehlen meine eigenen Energiequellen: mit anderen zusammen Musik machen, besonders im Orchester, und Konzerte besuchen. Ich unterlaufe die Coronaregeln, indem ich mich privat mit zwei Orchesterfreunden zum Trio spielen treffe  – mit bösen Blasinstrumenten, die die Luft mit Aerosolen verpesten. Seit einem Jahr kein Orchester, Proben- und Konzertplanungen, die immer wieder verschoben werden müssen (grade eine Absage und eine Verschiebung in 2022!), also: null Perspektive – das ist absolute Höchststrafe und führt zu seelischer Auszehrung.

Online-Proben oder Streaming-Konzerte sind kein Ersatz, das ist nur Attrappe.

Das Fehlen von Gemeinschaftserlebnissen (Musik, Konzert, Kneipe usw.) macht sich sehr schmerzhaft bemerkbar.

Ich empfinde es als extrem paradox, daß uns Abstand halten als Solidarität und Zusammenhalt verkauft wird. Eigentlich braucht man menschliche Nähe (mit Freunden, Familie usw.), vor allem in Krisen. Und jetzt soll man Nähe mit Abstand pflegen? Das mag rational richtig sein, aber es fühlt sich falsch an. Also trifft man sich mit einzelnen Freunden, die man dann auch mal bei gegenseitigem Einverständnis umarmt.

Es ist schon angenehm, wenn die Frau hinter mir an der Supermarktkasse mir nicht ihren Busen in den Rücken drückt, aber wenn jemand auf dem Gehweg die Straßenseite wechselt, wenn man aneinander vorbei muss, fühlt sich das sehr sehr seltsam an.
Auch daß ich mich meinen Mitmenschen gegenüber und sie sich mir gegenüber als potenzielle Gefährdung betrachten soll, ist schrecklich.

Zermürbend finde ich die widersprüchlichen Botschaften aus der Politik (ich gebe da nicht viel drauf, aber trotzdem wirkt es…): die Einen machen Hoffnung auf dies und jenes, die Anderen waren vor diesem und jenem. Manchmal habe ich sogar den Eindruck, als gäbe es dafür klar verteilte Rollen.

Streit oder gar Zerwürfnisse wegen entgegengesetzter Coronamaßnahmenmeinungen habe ich nicht. Ich respektiere es, wenn jemand das anders sieht, solang ich nicht missioniert werde wie ich auch nicht missioniere. Ich tausche gern mit Anderen unterschiedliche Ansichten aus. Schwierig wird es, wenn jemand kein Verständnis für meine Situation hat und meine Verzweiflung kleinreden will, dann wird es emotional. Allerdings hat mein Mann einen Freund verloren, der in eine sehr extreme Richtung ging und dabei missionarisch wurde.

Jemand, der schwer an Covid19 erkrankt war oder Todesfälle im Familien- oder Freundeskreis zu beklagen hatte, oder beruflich  im Krankenhaus mit den schweren Fällen zu tun hat, findet eventuell, daß die Regeln nicht streng genug sind. Kann ich dann auch nachvollziehen. Aber ich habe Angst, daß Maßnahmen, Einschränkungen, Repressionen, wie auch immer man das nennen mag,  nicht mehr aufhören, und Impfpass und Zwangstests kommen um Veranstaltungen, Restaurants usw. zu besuchen.

Meine Motti: 1.: Pessimisten werden nie enttäuscht, sondern nur angenehm überrascht; 2.: Keiner weiß, was morgen sein wird, deshalb darf man heute nicht aufgeben.
Ansonsten ertrage ich das alles mit Abstumpfung und halte mich an meinem Musikinstrument fest, das kann mir (hoffentlich) keiner nehmen.

Freundliche Grüße
M.H.


37. Leserbrief

Geschätztes NachDenkSeiten-Team,

mittlerweile fühle ich mich als Zombie, da ich Maskenpflicht (“Maskenpflicht – Gift im Gesicht”) […]

Corona-Zwangs-Impfung, völlig sinn-entleerte Zwangstests und sämtliche Lockdown-Maßnahmen ablehne, wodurch ich Bekannte, Freunde und eben auch Familienangehörige verloren habe – sie halten mich schlicht für verrückt, zumal ich auch zur Hochrisiko-Gruppe zähle.

Das ist Einsamkeit pur, die ich auch nur ertrage, weil einzig mein Sohn meine linken, politischen Einstellungen nicht nur akzeptiert, sondern mit mir übereinstimmt.

Warnen – drohen – bestrafen: So funktioniert, minimiert ausgedrückt, das tägliche Regierungsgeschäft, welches unsere Grundrechte auf kriminelle Art und Weise abschafft.

Diese Situation halte ich für unumkehrbar, denn die politisch gewollte Panikmache mit einer angeblichen Jahrhundert-Pandemie, die durch nichts bewiesen ist, wirkt: Die Menschen sind dem kollektiven Wahn-Sinn verfallen – wir befinden uns in einer nie dagewesenen Geiselhaft, die bekanntermaßen in das „Stockholm-Syndrom“ mündet…

Mich macht es zudem immer wütender, dass Eltern ihre Kinder dem staatlich verordneten Trauma protestlos überlassen, dadurch mithelfen, deren körperliche Gesundheit und ihre kleinen Seelen systematisch zu zerstören – mit Maskenpflicht, Zwangs-Tests, permanentem Schul- und Kitaverbot, Verbot von sozialen Kontakten, perfide Behauptungen, sie – die Kinder – könnten den Tod ihrer Großeltern verschulden usw.usf. – ein täglicher Horror![…]

Den Kindern hat man bereits ein ganzes Lebensjahr gestohlen! Wer kann so etwas nur verantworten… In den 1980er-Jahren hätten wir Eltern uns das definitiv nicht gefallen lassen!

“Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!” Kurt Tucholsky

Ihre treue und dankbare Leserin,

Brigitte Breidenbach

“Das ist die Seuche unserer Zeit: Verrückte führen Blinde.” William Shakespeare (1564-1616)


38. Leserbrief

Lieber Jens Berger,

ihre Frage gibt mir die Chance, hier einen kleinen Hilferuf loszuwerden. Doch dazu später. Meine nächsten Zeilen mögen banal erscheinen, bestimmt nicht dramatisch. Trotzdem habe ich mich entschlossen, einige Details zu schildern, bevor ich hier zu meinem eigentlichen Anliegen komme. Ich nehme die Corona-Pandemie ernst – aber bitte nicht so! Vermutlich bin ich bisher nicht infiziert, bisher gesund, betreibe auch kein Restaurant oder Geschäft, das geschlossen werden musste. Glücklicher Weise darf ich trotz Corona unser erstes Enkelkind (ein süßes Mädchen, ein Jahr alt) besuchen und auf den Arm nehmen; die Eltern sehen mich nicht als potentielle Gefahr. Unsere Nachbarn haben uns aber auch schon einmal erstaunt gefragt, ob wir das tatsächlich verantworten können (mit dem Besuch). Mein Lieblingssport fehlt mir schon, ich würde mich gerne mal wieder an der Tischtennisplatte bewegen (im Lockdown aber verboten, zu riskant!?), es würde mir gut tun in meinem fortgeschrittenen Alter. In den nächsten Wochen werden wir uns wohl impfen lassen (2. Gruppe), unsere anfängliche Skepsis hat sich etwas gelegt. Wir haben die Einschränkungen wegen Corona bisher verkraftet, für viele Mitbürger ist es bestimmt deutlich schwieriger.

Allerdings schlafe ich seit Monaten ganz schlecht. Die Corona-Misere lässt mich nicht ruhen. Ich kann es nicht richtig verarbeiten, was um mich herum so alles passiert. Ich schaffe es auch nicht mehr, 10 Minuten lang die Tagesschau anzuschauen (Tagesthemen genauso), Talk-Shows zur „Corona-Pandemie“ halte ich keine 2 Minuten aus. Seit einem Jahr versuche ich – viel mehr als ich sollte – mir Antworten auf die vielen Fragen zu geben. Ich habe auch Antworten gefunden, relativ früh schon, habe zu vielen Dingen eine klare Meinung und Position. Und trotzdem habe noch viel dazu gelernt, mittels YouTube, verschiedenen Investigativen Medien, in einigen wenigen – leider viel zu seltenen – Gesprächen. Ich bin wach geworden, kann mich einfach nicht damit abfinden, dass wir an der Situation nichts Wesentliches ändern können. Irgendwie wollte ich etwas bewegen, verändern, zum Besseren wenden. Ziemlich naiv, aber ich kann einfach nicht nur zuschauen und beobachten, das ist wohl mein Charakter. Meine Frau hat mich schon belächelt, oft verständnisvoll, manchmal auch weniger; schließlich habe ich unzählige Stunden vor dem Bildschirm verbracht. Ich habe ca. 30 Mails geschrieben (oder waren es mehr?) an Politiker, das Fernsehen, einige Zeitungen, zuletzt an investigative Medien, auch an die NDS. Ich habe ca. 10 Leserbriefe verfasst; einige wurden veröffentlicht (bei den Investigativen), die an die Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) nicht. Ich habe sogar einige Antworten auf meine Mails bekommen, durchweg beschwichtigende.

Zwischenzeitlich hatte ich schon zweimal resigniert, wollte Abstand gewinnen, mich aber nach 3 Tagen wieder aufgerafft. Das kann doch nicht so bleiben! So können wir doch nicht weiter machen, in einigen Monaten wieder zur Tagesordnung übergehen wollen!? In den letzten Wochen wurde mir auch noch bewusst, dass sich die vielen Unzufriedenen (und ich dabei) immer mehr im Kreise drehen. So zumindest mein Eindruck.

Nun zu meinem Hilferuf, Vorschlag, Impuls, meiner Frage an die Leser und an die Redaktion der NDS:

In den investigativen Medien finde jede Menge Beispiele was schlecht läuft, teils unfassbar schlecht. Was ich vermisse, sind die Wege aus dem Chaos, Wege zur Aufarbeitung. Oder wenigstens eine Diskussion darüber.

Diesen Wunsch habe ich auch in einigen Leserbriefen an die NDS entdeckt. Ich habe sogar einige Ideen/Vorschläge dazu, die ich vor einigen Tagen an die Redaktion der NDS geschickt habe. Sicher nicht das Gelbe vom Ei, ein Versuch eben. Klar, es ist schwierig derzeit. Unsere Kontaktmöglichkeiten sind sehr eingeschränkt, auf Demos zu gehen ist ein zweifelhaftes Unterfangen (mache ich nicht, aus meiner Sicht derzeit kontraproduktiv), die Leitmedien helfen kaum, obwohl die ersten kritischen Stimmen auftauchen. Ob sich die Luft von alleine reinigt? Ich habe da erhebliche Zweifel. Daher lieber Jens Berger, liebes Team der NDS: Lasst euch etwas einfallen! Ich bin überzeugt, dass viele Leser (ich gehöre dazu) gute Ideen haben. Vielleicht können wir Leser helfen, für uns alle.

PS: Wahrscheinlich habe ich meine Naivität noch nicht ganz abgelegt.

Mit freundlichen Grüßen
Günther Oberbeck


39. Leserbrief

Liebe Nachdenkseiten, sehr geehrter Herr Berger,

Ich finde es eine klasse Idee, zu ausgewählten Themen gezielt zu Leserbriefen aufzurufen. Die erste Serie zu “Ein Jahr Lockdown …” habe ich mit großem Interesse gelesen.

Wir Deutschen verstehen das Wort “Lockdown” sehr unterschiedlich. Das spiegelt sich auch in den bisherigen Leserbriefen wider. Ich musste erst im Wörterbuch nachschauen, ob es das im Englischen überhaupt gibt. Ja gibt es, und es heißt “Sperrung”, z.B. die Sperrung einer Einrichtung, einer Zone, einer Straße. Oder die abendliche Sperrstunde im Gefängnis, wenn alle Häftlinge in ihre Zellen gebracht werden.

Für mich definiere ich “Lockdown” als die Summe dessen, womit Behörden unsere Bewegungsfreiheit einschränken.

Unsere massenhafte Verblödung durch die mediale Dauerberieselung, die mir persönlich die größten Schmerzen bereitet (und die selbstverständlich auch vor mir nicht halt macht), oder auch die Maskenpflicht sind für mich kein “Lockdown”.

Meine Lockdownbilanz fällt gemischt aus.

Mein Arbeitgeber hat meine teilweise Aussperrung von meinem Arbeitsplatz intelligent, im Sinne eines Infektionsschutzes effektiv und sehr menschlich gelöst. Jeder Kollege kann an individuell vorgegebenen Tagen freiwillig ins Büro gehen. An den anderen Tagen ist Home-Office Pflicht. Seit Weihnachten bin ich zu Hause und warte auf warmes Wetter, um wieder ins Büro zu radeln, da ich öffentliche Verkehrsmittel derzeit meide. Unsere Branche steht unter hohem Digitalisierungsdruck, so habe ich als IT-Mensch genügend Arbeit. Die durch das Wegfallen der Pendlerei gewonnene Zeit genieße ich und merke gleichzeitig, wie ich ineffizienter werde. Man wird träge und verliert Motivation. Teilweise saß ich bis mittags im Schlafanzug im Home Office. Seit ein paar Wochen zwinge ich mich dazu, mich auch zu Hause so anzuziehen, wie ich in der Arbeit erscheinen würde. Das hilft ein bisschen.

Ich weiß nicht, wie meine Kollegen das stemmen, die mit ihren Kindern zu Hause sitzen und auch noch arbeiten sollen. In einer Telefonkonferenz waren im Hintergrund Stimmen. “Home Schooling”. Irgendwann hörte man eine erwachsene Person vernehmlich “Scheiße” sagen.

Meine Ernährung wird einseitiger. Mangels Kantine hatte ich zunächst viel in der eigenen Küche experimentiert. Mittlerweile gibt es auch mal 3 Tage hintereinander Nudeln mit Käsesoße.

In der Freizeit fehlen mir die gemeinsamen Aktivitäten. Viele meiner Hobbies lassen sich zwar gut alleine praktizieren, aber auch hier lässt bar jeglicher Gruppendynamik die Motivation massiv nach. Auch meinen Kumpels merke ich dies deutlich an.

Reisen vermisse ich nicht. Meine Tagesausflüge kann ich weiterhin machen. Nur schade, dass es keine Cafes mehr gibt. Das mitgebrachte Picknick ist einfach kein frischer Cappuccino. Und Pappbecher? Dann lieber mitgebrachtes Picknick.

Seit die Fitnessstudios geschlossen haben, nimmt meine körperliche Fitness ab und damit wahrscheinlich auch meine Abwehrkraft, obwohl auch ich wie andere Leserbriefeschreiber das ganze Jahr nicht krank war.

Meine Tochter wird dieses Jahr Abitur machen. Mit dem Fernunterricht kommt sie gut klar. Sie sagt aber deutlich, dass sie lieber zur Schule geht. Ihre Lieblingsfächer (Orchester, Sport) fallen regelmäßig aus. Ihren 18. Geburtstag hat sie wie viele ihrer Freunde nicht gefeiert. Ihr Abitur wird sie auch nicht feiern. Für die Zeit danach plant sie Überbrückungen, bis bessere Zeiten kommen. Vollzeit-Fernstudium liegt ihr nicht. Dass ich an bessere Zeiten nicht glaube, klammere ich in unseren Gesprächen aus.

Genossen habe ich, dass 2020 ein großes Volksfest in meiner Nähe ausgefallen ist samt den Vor- und Nachglühparties, die unsere Nachbarschaft sonst regelmäßig für 2 Wochen in ein Scherbenmeer verwandeln.

Auch die nächtliche Ausgangssperre war wunderbar. Ich achtete darauf, um 20:30 zu Hause zu sein, wenn die Spätheimkehrer anfingen, wie von der Tarantel gestochen auch durch die engsten Gassen zu brettern. Punkt 21:00 war Ruhe. Mitten in der Stadt. Herrlich und gerne wieder.

Der Lockdown vergrößert meine Angst vor dem Virus. Dieselben Leute, die sich panisch auf die andere Straßenseite stürzen, wenn ich sie nur grüße, verwandeln sich in Kuschelbären, sobald sie einen Supermarkt betreten. So mancher Körperkontakt wurde mir angediehen, auf den ich gerne verzichtet hätte. Und außer Supermärkten ist nichts offen. Wer immer sich langweilt, geht dort hin. Dazu kommt die Scheinsicherheit. Lockdownverschärfungen als Allheilmittel. Ich kann das ganze Obst angrabschen, denn danach gehe ich brav nach Hause. Dass so viele daran glauben, macht mir Angst, gerade auch Angst, mich anzustecken. Da es keine Kneipen und Konzerte mehr gibt, spare ich Geld. Das erlaubt es mir, auf kleine, teurere Lebensmittelgeschäfte in der Peripherie auszuweichen, wo weniger Gedränge ist.

Zum Glück wohne ich in guter Nachbarschaft. Im Bekanntenkreis bekomme ich mit, dass Nachbarn wegen Kleinigkeiten verbal massiv aufrüsten. Zum Glück bin ich geschieden. Mit meiner (Ex-)Frau in einer Wohnung hätte es Mord und Totschlag gegeben.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr Leser T.E.


40. Leserbrief

Liebe NDS und alle Leserinnen und Leser,

1 Jahr Lockdown, meine Erfahrungen und meine Empfindungen:

Zorn – weil keine wissenschaftlich logisch durchdachten Massnahmen zum Gemeinwohl von eigentlich als intelligent erachteten Politikern getroffen wurden und werden, und diese nur von Macht und Geldgier und Egoismus getrieben sind.

Ohnmacht -weil ich als Bürgerin überhaupt keine Chance habe, dass ich von irgendeiner Partei auch nur minimal vertreten werde, geschweige denn meine Gedanken und Ideen irgendwo einmal ankommen könnten, wo sie Gehör finden. Ich als mündige Mitbürgerin dieses Landes habe nirgends eine Plattform. Derzeit gibt es in unserem Staat nicht eine(n) Politiker/in, der mich als Teil des Volkes auch nur annähernd vertritt.

Angst – meine und unsere Freiheit komplett und für immer zu verlieren, die Würde ist ja schon weg.

Erschrockenheit – über den “weisen” Menschen (homo sapiens), der alles ohne selber nachzudenken und die Unlogik von ganz vielen Dingen zu hinterfragen, akzeptiert und mitmacht.

Traurigkeit – Es interessiert niemand, wie bei vielen die Nerven blank liegen und in ehemals harmonischen Familien und Partnerschaften nur noch Diskussionen und schlechte Stimmung und Angst voreinander herrscht.

Entsetzen – weil wir schon soweit sind, dass die Menschen, die nicht- regierungskonforme Leserbriefe schreiben, nur noch ihre Initialien nennen trauen, aus Angst vor Represalien

Zuversicht – weil ich vor 1 Woche dieBasis.de entdeckt habe, wo man sich als Einzelne(r) direkt und aktiv in die Politik einbringen kann und Demokratie von der Basis aus gestalten kann zum Wohl für alle, zu einem guten Leben für alle, und unter Achtung und respektvollem Umgang mit unserer Mutter Erde, die die Basis für unser aller Leben ist.

Ich freue mich, dass es auch noch andre gibt, die das alles nicht so einfach mittragen und die mich spüren lassen, dass ich nicht alleine noch denkend ticke.

Hoffnungsvolle Grüße
Maria Kunzelmann


41. Leserbrief

Hallo, hier mein Beitrag zum genannten Thema. Es musste irgendwie raus.

Vielen Dank für Eure lesenswerte Seiten.

Ich sitze im Flugzeug nach Hurghada. Von Medien umringt und mit einer Dusche der Flughafenfeuerwehr wurde der Flug als erster Urlauberflieger von Leipzig in diesem Jahr (25.03.21!)„gefeiert“. Was mir auffällt, dass sich alle an die Maskenpflicht halten und keiner wie sonst erkältungsbedingt hustet.

Mir geht kurz durch den Kopf – dass ich nun zu denen gehöre, die das böse Virus wieder in die Heimat zurück bringen werden – so ich dem Mediengetrommel der letzten 12 Monate Glauben schenke. Aber ist es wirklich so? Sind die Zahlen in Deutschland gegenüber Ägypten nicht wesentlich höher?

Dienstlich unterwegs, gehöre ich zwar nicht zu den Urlaubern, kann aber alle verstehen, die sich auf einen schönen sonnigen Urlaub am roten Meer freuen.

Wie habe ich die letzten 12 Monate erlebt bzw. was ist meinerseits erwähnenswert?

Im Frühjahr 2020 war ich nach dem Hickhack zur Notwendigkeit der Masken überrascht. Mit Verwunderung habe ich auch zur Kenntnis genommen, dass plötzlich (und auch heute noch) die alljährliche Grippe- oder Erkältungswelle ausfielen. Die Maßnahmen der Regierenden habe ich notgedrungen hingenommen aber dennoch verspürt, dass vieles überzogen, unlogisch und nicht nachvollziehbar war. Auch fragte ich mich, wozu braucht die Regierung ein zentrales Melderegime der John Hopkins Universität in den USA und eine maßnahmenbegleitende PR Agentur um Corona zu managen.

Für mich war damals schon klar, ein „Lockdown“ lässt sich leicht verkünden, ein Zurück ist umso schwerer.

Ich habe erlebt, dass sich Nachbarn freuen, wenn einer aus den Querdenkerreihen an „Corona“ verstirbt – so die Meldungen der Medien; eine vorhandene widersprüchliche Meldung seitens der Querdenker wird nie veröffentlicht.

Ich habe erlebt, dass junge Menschen (30-40 Jahre) mit Maske mit einem Abstand von mindestens 2 Metern an mir vorbeigehen, weil ich keine Maske trage.

Ich habe erlebt, dass ich mit den Worten von irgend so einem Dahergekommenen der noch nach 30 Jahren meint etwas Besseres zu sein – mit „danke an die Sachsen für die hohen Inzidenzzahlen“ angemacht werde, weil ich einem völlig offenen Gelände keine Maske trage.

Ich habe erlebt, dass man mich als Verschwörungstheoretiker einordnet, nur weil ich ein Buch über Corona von Dr. Bhakdi lese.

Ich habe erlebt, wenn man versucht Zahlen und Fakten zu interpretieren, die alle öffentlich zugänglich sind (RKI, statistisches Bundesamt, …), in der Verwandtschaft oder im Freundeskreis keinen interessieren.

Ich habe erlebt, dass die zur objektiven Berichterstattung verpflichteten „öffentlich rechtlichen Medien“ ohne Kritik, Sinn oder einer Hinterfragung die von der Politik verkündete Meinung wiedergeben und alle verunglimpft werden, die Fragen stellen oder sogar eine eigene Meinung haben.

Das Niveau der öffentlich-rechtlichen Medien in den letzten Jahren ist nie besser geworden; mittlerweile unterbietet es sogar die Medien des Bezahlsystems. Ich unterstelle, dass man keine aufgeklärten, denkenden und sogar noch mit einer Meinung versehenen Bürger haben möchte. Vor den Wahlen reicht ein Wahlomat, um zu erfahren welche Partei man wählen soll.

Was sollen die ewigen Spielshows und die immer gleich aufgesetzten Krimis. Was sollen die immer mehr werdenden Filme über und aus dem dritten Reich, die sogar noch nachcoloriert werden und das sicher auf Kosten der Zwangsmedienbeiträge.

Warum werden in den Medien immer mehr Begriffe durch welche, die ich zumindest immer mit Krieg in Verbindung bringe, ersetzt? Ein Gegner im Fußball wird neuerdings geschlagen oder besiegt- früher reichte es aus, wenn das Spiel gewonnen wurde.

Warum wird über Russland einseitig, verdreht, aggressiv und falsch sowie oft im Konjunktiv berichtet? Wie blöd, naiv oder auch desinteressiert muss man sein, um die Geschichte über Navalnys „Vergiftung“, den Abschuss von MH17 oder die Geschichte über die Vergiftung der Skripals zu glauben. Durch solche Beiträge wird die Meinung einer „Lügenpresse“ geboren.

Dass im Frühjahr 2020 viele Maßnahmen überzogen waren, hat unser Ministerpräsident in Sachsen vor einiger Zeit auch als Fehler eingestanden. Insofern kann man oft feststellen, dass das was er heute so meint, oft morgen nicht mehr gilt. Die Politik wird immer beliebiger oder diejenigen die im Vordergrund stehen, müssen wohl erst einmal nachfragen, ob das Gesagte genehm ist, bei wem auch immer.

Ich gehöre zu denen die auch die Impfungen hinterfragen. Bisher habe ich mir keine Gedanken gemacht, wenn ich mich gegen Wundstarrkrampf oder Hepatitis habe impfen lasse. Impfungen gegen Influenza habe ich stets abgelehnt, da ich eine Wirksamkeit von ca. 50% nicht als wirksam betrachte.

Bei Corona hinterfrage ich, die Schnelligkeit der Entwicklung der Impfstoffe, die Haftungsfreiheit der Impfstoffhersteller, die Nebenwirkungen aber auch die Wirksamkeit. Was bringt es, wenn man bis heute nicht weiß, ob ein Geimpfter weiter ansteckend ist, ob der Impfstoff bei all den neuen Corona-Varianten weiter hilft und ganz besonders wie sich die Impfung langjährig auf meine Gesundheit auswirkt.

Ich weiß nur, dass die Impfstoffhersteller viel Geld verdienen. Deshalb überrascht es mich nicht, wenn schon von einer dritten Impfung oder einer jährlichen Impfung gesprochen wird.

Was ich bisher in der gesamten Corona-Debatte wenig vernommen habe, sind Maßnahmen die neben dem normalen Händewaschen auch helfen. Was ist mit Nasenspray, Vitamin D und C, Zink und den sonstigen Maßnahmen, die man bisher bei Erkältungen ergreift bzw. genommen hat? Hier wäre eine Aufklärung wirklich nötig!

Früher bin ich regelmäßig in die Sauna gegangen, um die Wintermonate gut ohne Erkältung und Husten zu überstehen. Warum sind Saunen geschlossen, wenn bekannt ist, dass ein Virus 80 °C nicht übersteht? In meiner Sauna gab es bis zum Herbst geeignete Maßnahmen (geringe Zahl von Gästen, große Abstände in den Saunen, regelmäßige Säuberung) um diese zu betreiben. Warum hat man dazu keine Tests oder Versuche durchgeführt?

Ich glaube es gebe viele geeignete Möglichkeiten, um den Menschen wenigstens ein Stück entgegen zu kommen. Stattdessen läuft alles nur mit Mediendruck durch eine PR- Kampagne gesteuert, wo oftmals die anderen Wahrheiten auf der Strecke bleiben. Stattdessen wird die Anzahl der „Infektionen“ und der Gestorbenen zu bestimmten Anlässen nach oben gerechnet.

Wer sich die offiziellen Zahlen der Gestorbenen des statistischen Bundesamtes für 2020 ansieht, wird feststellen, dass in den Jahrgängen bis 70 Jahre die Sterberate durchschnittlich die der Vorjahre war.

Bei den über 80 Jährigen gab es mehr Tote. Berücksichtigt man aber, wie im Lebensbaum ersichtlich, die größere Anzahl der Bürger die über 80 Jahre geworden sind, sowie die durchschnittlich zu erwartenden Lebenszeit von ca. 78 Jahre für Männer und ca. 82 Jahre für Frauen, dann ist zumindest für mich ersichtlich, dass ab 2020 die Anzahl der Gestorbenen über 80 Jahre größer werden musste

Laut Statistik (siehe auch Lebensbaum) gab es 2019/ 2020 einen Zuwachs von ca. 450.000 mehr Menschen über 80 Jahre in Deutschland.

Entsprechen des zu erwartenden durchschnittlichen Lebensalters kann man wohl davon ausgehen, dass von den mehr als 450 T neu über 80 jährigen in den nächsten 10 Jahren fast 30T. bis 40T. Menschen jährlich mehr sterben. Und wie üblich sterben diese Menschen meist nicht an Altersschwäche sondern an sonstig bekannten Krankheiten und Gebrechen. Im Übrigen gab es über all die Jahre immer Sprünge bei der Anzahl der Toten, oft begründet durch die größere Zahl der älteren Menschen; man brauch sich nur die Entwicklung des Lebensbaues nach 1990 anzusehen.

Warum Sachsen nun so betroffen ist, lässt sich zum großen Teil ebenfalls mit dem größeren Altersdurchschnitt, insbesondere durch die Abwanderung der jüngeren Jahrgänge nach 1990 erklären.

So wird wohl auch dem Ministerpräsidenten in Sachsen nicht entgangen sein, dass z.B. im Voigtlandkreis mit auffällig vielen Corona-Toten wesentlich mehr 80 jährige Menschen leben.

Warum hat sich die Zahl der gestorbenen in den Krankenhäusern 2020 gegenüber der früheren Jahre nicht erhöht? Warum sind ca. 40 Prozent der Corona-Toten in den Altersheimen selbst und nicht im Krankenhaus gestorben? Wollte man diese nicht behandeln oder bekamen diese nur den Corona Stempel? Warum?

Die „dritte Welle“ beobachte ich täglich auf den Seiten der Helioskliniken. Die Vorgesetzten hatten sich im Herbst 2020 dazu entschieden täglich die Fallzahlen in ihren fast 50 Krankenhäusern öffentlich darzustellen; gut so und danke! Leider sind die Betreiber anderer Kliniken dem Aufruf der Helioskliniken nicht gefolgt. Warum nur?

Aus den Unterlagen ist ersichtlich, dass mit Beginn der Testorgie durch Schnelltests nach Öffnung der Schulen 14 Tage vor Ostern (Termin wurde mal wieder gut gewählt), die Zahl der „Infizierten“ (das RKI spricht von Fallzahlen) stark gestiegen ist, der Anstieg der „Corona-Kranken“ auf den Normalstationen und auch auf den Intensivstationen ist dagegen kaum auffällig!

Das gesamte politische Management für die Corona-Zeit ist aus meiner Sicht eine absolute Katastrophe. Wo sind die Spezialisten in den Regierungen und deren Stäben, die so etwas wirklich leiten und führen können?

Wonach werden die Angestellten bis hin zu den Staatssekretären eigentlich ausgewählt? Warum braucht man immer mehr Berater von außen? Erfolgt die Auswahl der Angestellten wohl eher nicht nach Sachverstand, sondern nach anderen Kriterien?

In dem Zusammenhang kann ich das gerade erschienene spannende Buch „Bad Company“ nur empfehlen. Ich habe dabei viele Parallelen zu Deutschland wieder gefunden.

Ja Deutschland wird nicht von außen durch Zuwanderung abgeschafft (wie ein vielleicht bekanntes Buch suggerieren will), sondern schafft sich mit den vielen unqualifiziert Handelnden selbst ab!

Beispiele dazu gibt es genügend: wie- das Mautdebakel, -der Bau des Flughafens BER, – die „Unwissenheit“ über Mastercard oder -der Umgang mit den Cum-Ex-Geschäften und Steuerbetrügern im Ausland und ….

Auch soll ja mal wieder „brutalst aufgeklärt werden“, nach den Korruptionsfällen bei der Beschaffung der Schutzmasken. Wie oft hat man das schon gehört und was wurde wirklich getan? Wieso betrifft es meist immer unsere „christ-sozialen-demokratischen Parteien“?

Ich bleibe weiterhin aufmerksam und hinterfrage meist alles, lasse mir das Denken nicht verbieten und bilde mir selbst (m)eine Meinung. Auf meine Gesundheit achte ich auch selbst. Das kann ich allen nur empfehlen, auch wenn es manchen schwer fällt.

Zum Schluss noch folgende Worte, worüber ich mich heute noch schütteln könnte:

„Wir haben das Virus noch nicht besiegt, es lässt nicht locker“ – Wofür hält diese Person mit der Einkaufstasche mich (uns) eigentlich?

F. R.


42. Leserbrief

Was hat dieses eine Jahr Lockdown mit uns gemacht? Denken, handeln, fühlen wir heute anders? Welche Auswirkungen haben Sie bei sich festgestellt?

Liebes Team der Nachdenkseiten, liebe Mitmenschen,

zunächst einmal: Danke, dass es dieses Medium gibt, danke für die Transparenz der unterschiedlichen Meinungen und der offenen “Meinungsentwicklung”!

Für mich ist dieses vergangene Jahr eine wertvolle, aber schmerzhafte Erfahrung, eine Offenlegung, eine Zuspitzung. Nichts Neues, aber das auf die Spitze getrieben, ins Groteske gesteigert. Und das ist, trotz allem, gut so. Notwendig.

Ich bin Psychologin, Historikerin, Methodikerin, Klinikerin, Mutter – und, wie mir dieses Jahr imme mehr wieder bewusst wurde, insbesondere ein fühlender, denkender, atmender … lebendiger Mensch, nicht getrennt von der Natur, nicht “darüber stehend”, sondern Teil davon.

Vor einem Jahr saß ich an meiner Masterarbeit und beschäftigte mich gerade damit, welche Kriterien angewendet werden müssen, um Studien und ihre Ergebnisse kritisch hinterfragen zu können. Nun ja, das hatte dann ja auch gepasst. Leider musste ich im gleichen Zuge zusehen, wie sich ein ganzes Wissenschaftssystem entlarvt: leere Phrasen, Aufklärung adé… Ich hatte mich zuvor zwei Jahrzehnte in verschiedenen Fächern im akademischen Bereich “ausgetobt” und an hehre Werte geglaubt. Und jetzt? Kein Unterschied mehr zum tiefsten Mittelalter. Masslose Enttäuschung über Kollegen, über die Manipulierbarkeit der Massen (Gistave le Bon), den willfährigen Gehorsam, eine Art Unterwerfungs-Sehnsucht. Ich hatte aufgrund meiner Kenntnisse als Psychologin schon vor einem jahr Ideen darüber, wie sich “die Sache” gesellschaftlich, medial, ökonomisch im schlimmsten Fall (wenn die sozialpsychologischen Erklärungsmodelle für die Schrecken des 20. Jh. richtig liegen) entwickeln könnte – leider haben sich die schlimmsten Befürchtungen bewahrheitet.

Und wundern wir uns nicht über das Schweigen, das angepasste Agieren von Ärzten, Richtern, Journalisten, Kirchenvertretern, Musikern, Wissenschaftern: es sind keine “besseren” Menschen. Das hier hat nichts zu tun mit Bildungsgrad, Wissen, auch nicht mit dem vormaligen wortreichen Vertreten sozial erwünschter, gesellschaftlich und moralisch akzeptierter Werte. Die Bewahrung derselben im Angesicht der tatsächlichen Herausforderung, “im Krieg”, nicht in der Komfortzone, ist eine Frage der Selbstreflexion, des Gewissens, der autonomen moralischen Verpflichtung.

Seit nun schon über einem Jahr konsumieren wir kein Fernsehen mehr und kein Radio, Facebook ist gekündigt. Ich versuche, meine Lebenszeit bewusst nicht in der digitalen Scheinwelt zu vergeuden, sondern im “Echten”. Und es scheint, als lebte ich dieses Jahr sehr viel bewusster, intensiver. Auch die Frage, was will ich meinen Kindern weitergeben, hat einen neuen, drängenden Stellenwert bekommen. Ich beantworte diese Frage anders als 2019.

Ich sehe das durch die Massnahmen hervorgebrachte Leid, die Zerstörung – psychisch, physisch, ökonomisch, gesellschaftlich, politisch, den Wahn, die Angst, und das, was die Angst mit den Menschen macht. Dieses Verbrechen an den Schwachen, den Alten (die doch geschützt werden sollen – die Urgroßmutter meiner Kinder, zu der wir eine innige Beziehung und regelmäßig Kontakt hatten, ist vor bald einem Jahr mit 96 Jahren bei klarem Verstand alleine im Pflegeheim gestroben und wir durften sie, die “um die Ecke lebte”, nicht mehr besuchen…). Isolierte alte, demente und nicht-demente Menschen in den Pflegeheimen. Oder zuhause. Unsere rüstige Nachbarin (über 80 J.) erzählt uns (aus sicherem Abstand aus ihrem Garten hinüber), sie vermisse ihren Enkel so, habe ihn nun ein Jahr lang nicht mehr gesehen (er wohnt im Nachbarort). Sie bekämen jetzt zwar ihre zweite Impfung – aber das sei ja immer noch zu gefährlich. Aber vielleicht käme er ja doch mal zu Besuch, natürlich nur mit Maske und Abstand… Der Enkel ist 6 Jahre alt.

Die Kinder. In den Kindergärten, den Schulen. Keine Vereinstätigkeiten mehr. Sie lernen: du bist eine Gefahr, weil du atmest, deine Nähe bringt den Tod. Die Gefahr ist unsichtbar, omnipräsent, kann nicht aus dir selber heraus wahrgenommen werden. Die Technik weiß es besser, das digitale Leben sei dein Lebens- und Erfahrungsumfeld, sicher und steril, nicht infektiös. Die Obrigkeit, die Lehrer, haben Recht, immer. Also: Denke das Richtige, denke nicht zuviel nach, sei ein braves, ein gehorsames, ein ruhiges, ein stilles Kind. Psychisches Leid zählt nicht mehr, stell dich nicht so an. Das Ordnungsamt patrouilliert morgens den Schulweg: tragen die Schulkinder die Maske richtig? Stehen sie zu eng beisammen? Melde, wenn ein Kind sich nicht an die neuen Regeln hält, du trägst so zur Gesundheit Aller bei!

Sei ein braves, ein fürsorgliches, ein aufmerksames, ein gutes Kind.

Unsere Gemeinde hat für die Grundschule für über 120.000 Euro eine Lüftungsanlage gekauft: dennoch lüftet die Lehrerin alle 20 Minuten, die Kinder tragen dauerhaft die Maske im Unterricht, auch in der Pause, müssen dennoch Abstand halten (1,5 m), dürfen nicht singen, keine Gegenstände teilen, nicht miteinander spielen (sie sollen sich “Einzelspielsachen” mitbringen…). Maske im Sportunterricht. 1. Klasse. Und natürlich die Testungen der symptomlosen Kinder: Halleluja. Die Kinder, die zur Testung gehen, bekommen einen Lolli, die anderen schreiben vom “Whiteboard” einen Text ab. Der Schulleiter bedankt sich bei den Eltern und Kindern, die bei der ganz und gar freiwilligen Massentestung mitmachen (auf dass doch endlich der Inzidenzwert steigen möge, allein schon inzidentiell…), leider sind es nur 50%, er appeliert in seinem Monatsbrief an die übrigen Eltern… denn nur so können wir der Pandemie Einhalt gebieten! – also durch das Testen gesunder Kinder. Wobei, das weiß man ja nie – allein der Umstand, dass ich atme, macht mich zu einer potentiell tödlichen Bedrohung. Schande und sozialer Ausschluss dem, der nicht mitmacht.

Ich habe versucht, konstruktiv mit anderen Menschen, welche die Dinge weniger kritisch sehen, ins Gespräch zu kommen. Es ist nicht möglich. Eine neue Religion? Ich möchte meine Lebensenergie nicht mehr für einen ermüdenden Kampf einsetzen. Nicht mehr wie fixiert auf den nächsten Schrecken starren, bereit zur Verteidigung. Reagiern statt Agieren.

Es gibt so viele Grausamkeiten, Problemfelder: Aussenpolitik, Kriegspropaganda, Umweltzerstörung, Ausbeutung, soziale Ungerechtigkeit, ausufernder Lobbyismus, Meinungsmache, Zensur, Datenschutz, Fassadendemokratie, die ganzen Minenfelder im Gesundheitswesen (weg von einem ganzheitlichen Menschenbild und Gesundheitsbegriff)… und sie greifen alle ineinander. Wer hinterfragt und kritisch wird, darf nicht an einem einzelnen Thema hängen bleiben.

Ich glaube, der Irrsinn wird noch an Fahrt aufnehmen, da ist noch “Luft nach oben”. Es tut noch nicht genug weh. Es beruhigt mich, dass dieser Krieg insbesondere ein Krieg mit Worten ist, ausgetragen in den sozialen Netzen, der digitalen Welt, sonst…

Wie wäre es, sich einfach abzuwenden, und sich für die eigenen Werte, deren Umsetzung im Jetzt, einsetzen? Und dabei Freude zu empfinden. Miteinander lachen, tanzen, sich austauschen. Samen ausbringen, denn es ist Frühling.

Es ist an uns, uns nicht in die Angst hinein ziehen zu lassen, das Leben im Analogen zu pflegen und zu nähren. Diese “Offenlegung” ist die Chance, ein krankes System zu verändern, aber wir müssen uns aktiv einsetzen, die Veränderung gestalten. Bei uns selber anfangen.

Ich wünsche uns allen Kraft, Durchhaltevermögen, Rückgrat. Und vor allem etwas ganz “Altmodisches”: das Gewahrwerden der eigenen Werte, Eigenverantwortlichkeit, Selbstwahrnehmung. Und der Selbstwertschätzung und -Liebe, als Basis für den wertschätzenden Zugang zum Gegenüber.

Unterstützen wir uns gegenseitig, hören einander zu, sind füreinander da. Im echten Leben.

Danke all Jenen, die nicht schweigen.
Andrea Wolf-Schuler


43. Leserbrief

Liebes Team der Nachdenkseiten,

vielleicht hatte mich trotz aufmerksamen Lesens Ihrer tollen, eine m. E. sehr breite Meinungsvielfalt spiegelnden Seiten schon jene Resignation und Hoffnungslosigkeit im Griff, von der ich in meinem Beitrag schreibe. Denn eigentlich las ich zwar die aus Ihrem Aufruf „Ein Jahr Lockdown. Was sind Ihre Erfahrungen?“ und auch die bei Ihnen eingereichten Leserstimmen mit großem Interesse, dachte aber gleichzeitig dabei „ach, wen interessiert es schon, was du zum Thema denkst“.

Dann kam der Artikel „Danke Nena!“ unseres Autors Markus Klöckner heraus, und in der Folge „Reaktionen auf den Artikel „Danke Nena!“ – vergifteter Diskurs statt Dialog“ von Jens Berger.

Das war die Initialzündung für meinen Leserbeitrag an Sie.

Sie dürfen ihn gerne mit meinen Initialen veröffentlichen, wenngleich ich mir denken kann, dass Sie – hoffentlich – von einer Flut an Leserreaktionen überschwemmt werden, die Ihnen bestätigen und zeigen, wie wichtig Ihre Seiten heutzutage sind.

Sollte also für eine Veröffentlichung kein Platz und Zeit vorhanden sein, dann nehmen Sie ihn bitte genauso wahr: Als Dankeschön und Aufforderung, genauso weiterzumachen wie bisher!

Es läuft etwas gehörig falsch …

Man kann es als ganz einfacher, schon länger hier wohnender, friedlicher und unbescholtener Bürger und Steuerzahler drehen und wenden, wie man möchte:

Noch nie wurde ganz bewusst und provokant der Souverän, also das „gemeine Volk“ und die Wählerschaft in Deutschland, so gespalten und gegeneinander aufgehetzt, wie in der Zeit der Regierung Merkel. Mit dieser Ausdruckweise möchte ich bewusst dem Eindruck entgehen, ich würde der Regierung Merkel unterstellen, sie würde diese Spaltung befürworten und forcieren.

Sicher, es herrschte unter der jeweiligen politisch orientierten, und politisch-gesellschaftlich zuordenbaren Öffentlichkeit nie Friede, Freude, Eierkuchen.

Aber aus meiner Sicht als über 60-jähriger, habe ich den politisch-gesellschaftlichen Spalt noch nie so groß, und heute in weiten Teilen als nahezu unüberwindbar und ausgrenzend wahrgenommen, wie heute.

Ich mag an dieser Stelle gar keine Beispiele dazu aufführen, weil ich weiß, dass ich damit sofort von den lautesten Wortführern bestimmter politischer Strömungen in eine Ecke gedrückt werden würde, in der ich mich politisch nicht Zuhause fühle.

Inzwischen ist es aber so weit, dass ich mich, dialogbereit, diskussionsfreudig und andere Meinungen tolerierend, still und widerstandslos in diese Ecke drücken lasse, um gegen meine feste Überzeugung zu sagen: „Dann ist es halt so! Wenn Ihr mich dort haben wollt, dann bitteschön, dann bin ich „so Einer“! Und jetzt? Wollt Ihr mich, den Netto-Steuerzahler und Leistungserbringer, den nie strafrechtlich aufgefallenen deutschen Staatsbürger, der bislang einzig sein von den jeweiligen Regierungen verbrieftes Recht wahrgenommen hat, seine Zustimmung oder seinen Unmut zu den politischen Entscheidungen, die mein ganzes Volk betreffen, mittels seiner Wahlstimme auszudrücken, in den 68ern nicht auf die Straße ging, um mal richtig Dampf abzulassen, um Polizisten aufs Maul zu hauen, wollte Ihr mich jetzt in ein Umerziehungslager schicken oder gleich vergasen?

Oder, wozu ich heute des Öfteren aufgefordert werde, soll ich „abhauen“, weil ich laut denen, die mich dazu auffordern, kein Recht mehr habe, hier zu leben?

Es geht sogar noch schlimmer: Man sollte mich mit dem ggf. tödlichen Virus namens Sars-Cov-2 infizieren, damit ich selbst fühlen und miterleben könne, wie es ist, wenn man daran erkrankt und vielleicht sogar stirbt. Auf jeden Fall aber will man mir das Recht auf meine politische und gesellschaftliche Meinung wegnehmen. Und bestimmte pseudo-orientierte politische Gruppen, oft geschichtlich und politisch mit erschreckendem Unwissen glänzend, wollen mir mein Auto zerkratzen, die Reifen zerstechen, und mir die Bude anzünden.

Kurzum: Sie wollen, dass meine Seele durch ihre Drohkulisse so zerfressen wird, dass sie stirbt, und ich nur noch ein willenloses „Ding“ bin. Das natürlich weiterhin Steuer bezahlt, und hilft, den Staat, so wie sie ihn sich vorstellen, aufrechtzuerhalten.

Man kann sich denken, dass Menschen in meinem Alter einen großen Bekannten- und Freundeskreis haben, der in den Jahrzehnten gewachsen ist.

In früheren Jahren musste niemand von uns je seine politische und gesellschaftliche Überzeugung überzeugend in diesen Kreisen preisgeben und offenbaren. Wahlrecht war und blieb geheim. Oftmals wussten wir Kinder nicht einmal, wen unsere Eltern wählten.

Es gab keine zwischenmenschlichen Probleme damit, dies zu akzeptieren und zu tolerieren. Wobei Letzteres absurd bleibt, weil es einem „Wahl-Recht“ das Recht abspricht.

Und diejenigen, die mit ihrer Akzeptanz dieses Rechts Probleme haben, bekennen damit deutlich, dass ihnen eine bestimmte, diktierende Regierungsform lieber wäre, in der es kein freies Wahlrecht gibt.

Wie ich schon länger auf Ihren Nachdenkseiten mitlese, gibt es tatsächlich noch viele Mitmenschen „da draußen“, die sich genauso wie ich über die Meinungsvielfalt, teils argumentativ sehr nachdenkenswert und tiefgründig, freuen.

Meine Eltern haben mich so erzogen, möchte ich behaupten. Nimm die Meinung und Sichtweise Deiner Mitmenschen an, denke darüber nach, und setze dich konstruktiv, friedlich und einend damit auseinander. Das war ihr Lebensmotto. (Sie würden sich heute in ihren Gräbern umdrehen.)

Vielleicht, so sinniere ich alter-weißer Mann inzwischen darüber nach, war es aber schon immer so, dass im deutschen Volk ein tiefer Riss verlief, den wir alle nur nicht wahrgenommen haben, weil es uns so gut ging? Politisch, in unseren jeweiligen Bekannten- und Freundeskreisen durften wir zwar immer mitreden, und wenn einer, weit vom herrschenden Konsens entfernt, eine Meinung vertrat, dann wurde er schlimmstenfalls als „eigen“ wahrgenommen. Oft hieß es dann einfach „lass uns nicht über Politik reden, sonst gibt es nur Streit.“

Niemand war dem Anderen deswegen gram, und nie kam es deswegen zu Trennungen und Freundschaftaufkündigungen.

Heute ist das anders. Ich staune immer noch darüber, wie durchweg positiv diese winzige, lebensbedrohende Virus es fertigbrachte, aus einer zumeist schweigenden, hinnehmenden Gesellschaft ein geradezu exponentiell wachsendes Volk an Politikern und Wissenden gemacht hat.

Seit ungefähr Anfang/Mitte der 2020er Jahre passierte genau das: Freundschaften zerbrachen ob der politisch-gesellschaftlichen Stimmung. Es wurde ausgegrenzt, teils übel diffamiert, aggressiv und aktiv versucht Leumunde und Ruf zu ruinieren, bis hin zu regelrechten „Rachefeldzügen“, um Lebensexistenzen zu vernichten.

So etwas kannte ich zuvor nur aus Büchern und Schilderungen meiner Verwandten und Freunde in der ehemaligen DDR, oder anderen Staaten, die nach herrschender westlicher Meinung gesellschaftlich grundsätzlich allein der Freiheit wegen abgestraft wurden.

Bislang sah ich die Aufgabe einer deutschen Regierung, auch die eines deutschen Bundespräsidenten, immer auch darin, die Meinungsvielfalt in meinem Volk zu schützen und hochzuhalten, Nicht zuletzt, weil sie die Treibkraft für viele Innovationen und Weiterentwicklungen war, auf die Deutschland stets stolz sein durfte. Genauso sah ich zum Beispiel die Entwicklung und politische Einbringung der GRÜNEN, die einige gesellschaftlich-politischen Argumente ins altbekannte Geleier brachten, und Veränderungen im Umgang mit der Natur und der Gesellschaft zugange brachten, die “so” wahrscheinlich noch lange “altbacken” geblieben wären.

Gleichzeitig war es die Aufgabe dieser politischen Institutionen, trotz und/oder gerade wegen der vielen unterschiedlichen Meinungen das Volk zu einen, und überzeugende Argumente für Alle vorzutragen, warum man „zum Wohle des Volkes“ sich schließlich dann zu einem Schritt und einer Vorgehensweise entschloss.

Auch wenn mir das oft nicht passte, es leuchtete mir ein, und ich konnte mich damit abfinden. Bei der nächsten Wahl würde ich sehen können, wie die Mehrheit meines Volkes dazu stand, und nötigenfalls, wenn keine Erfolge sichtbar geworden waren, würde eine andere Regierung, mit anderen Entscheidungen zum Zuge kommen.

Heute ist das nicht mehr so.

Ohne von den bekannten, breit aufgestellten und dominierenden Medien groß aufgegriffen zu werden, hat sich fast die Hälfte meines Volkes von seinem Recht verabschiedet, „mitwählen zu dürfen“, und mitbestimmen zu dürfen, wohin die Reise Deutschlands geht.

„Die machen doch sowieso, was sie wollen. Egal was ich wähle“, ist ein gängiger Spruch geworden, mit dem man heute sein Nicht-Wählen rechtfertigt. Ein Ausdruck von unglaublicher Resignation und Hoffnungslosigkeit, der nichts anderes ausdrückt wie „wir, der Souverän, das Volk, haben nichts mehr mitzureden. „Über uns und unsere Leben wird nur noch von oben herab bestimmt.“

Ich hätte nie geglaubt, dass es in der Bundesrepublik Deutschland einmal so weit kommen würde, solange ich noch lebe. Und viele meiner deutschen Brüder und Schwestern im Osten sind gegen ihre Regierung sogar aufgestanden, damit sie jetzt, bei uns im Westen, von dieser Resignation und Hoffnungslosigkeit, und diesem Diktat befreit werden.

Schon 2015 griff die Regierung zu einem „Druckmittel“, das in der Form noch nie angewendet worden ist. Sie spaltete das deutsche Volk damit, dass sie die Gesellschaft zwang, öffentlich wirksam zu bezeugen, ob sie „dafür oder dagegen“ war, für die einsamen Entscheidungen von oben herab.

Der „Wertestempel“ von oben wurde gleich mitgeliefert.

Wer dafür war, gehört zu „den Guten“, zu „den Mitmenschlichen“, den Barmherzigen, denen mit den „offenen Willkommensherzen“, und zu denen, die ohne Neid und Missgunst gerne und reichlich mit jedem, der daran berechtigt oder unberechtigt teilhaben will, teilen wollen und können.

Und die, die dagegen waren, waren von vorneherein „die Bösen“. Neider, Missgünstige, „Unmenschliche“, Ablehner, „Fremden-Feindliche“, den Weltfrieden-Bedrohende“, und vieles andere mehr, das ich mir hier erspare, weil jeder die Ecke kennt, aus der diese „Bösen“ herauskommen.

Jetzt in der Pandemiezeit, die alle Welt fest im Griff hat, nicht, weil es das Virus so bestimmt, sondern, weil selbst in absolut virenfreien und bestens geschützten Räumen die Regierung und dominierende Meinung bestimmt, was getan oder nicht getan werden darf, und weil man sich ansonsten buchstäblich komplett „aus der Welt ausloggen“ müsste, um dem Bombardement der Horrormeldungen, der Panik- und Angstmache entgehen zu können, jetzt ist die Spaltung des Volkes vollends gelungen.

Nun hat man, weit über die schon immer vorhandenen Ausgrenzungsbegriffe, egal ob zu Recht oder Unrecht, „Nazis“ und „Rechte“, neue, klar ausgrenzende, verunglimpfende und einen menschlichen Verstand in Abrede stellende Begrifflichkeiten zum klassifizierenden Stempel erklärt.

(Wobei ich meine, dass die Namensauswahl „Querdenker“ der Initiatoren nicht unbedingt den „Einprägungswert“ hervorbrachte, den sie eigentlich beabsichtigte.)

Jetzt gibt es Stempel für Andersdenkende, die ich so in meinem Umfeld noch nie wahrgenommen habe. Aber sie gehören genauso jetzt dazu, wie ich.

„Corona-Leugner“, obwohl nicht ein Einziger von uns jemals in Betracht gezogen hat, dass es das Virus, und die dadurch hervorgerufene Krankheiten nicht geben würde.

„Alu-Hut“, obwohl es durchweg Menschen sind, die mit wachem Verstand, mit tiefgründigem, kritischem und durchleuchtendem Blick durchs Leben gehen.

Menschen, die überhaupt nicht „quer“, sondern ganz einfach und gradlinig, ja geradezu analytisch akkurat denken und bewerten.

„Verantwortungslose“, die an Fürsorglichkeit, Verantwortungsübernahme und Sorgfalt gegenüber ihren Mitmenschen, ihren Familien und Angehörigen m. E. weit über das ansonsten gesellschaftliche Mittelmaß hinausragen.

„Egoisten“, die als Allerletzte zum letzten Apfel in der Tischrunde greifen würden, bevor sich nicht alle anderen aus der Obstschale bedienen konnten.

„Verschwörungstheoretiker“, die mich schon viele Male, weit meiner Zeit und meinen Fähigkeiten voraus, auf Vorgänge aufmerksam machten, die ich nie für möglich gehalten hätte – und die dann genauso eintrafen und entschieden worden sind.

Menschen, die sich angeblich mit „Rechten und Nazis“ vereinen, oder von solchen vereinnahmen lassen, die tatkräftig, engagiert und mit enormem persönlichem Zeitaufwand ihre Hilfsbereitschaft gegenüber Mitmenschen unter Beweis stellen, völlig unabhängig von der Hautfarbe oder Nationalität der Hilfsbedürftigen.

Fast jeden Tag kommen neue, solche unglaublichen verletzende, ehrabschneidende Begrifflichkeiten dazu. Als wäre eine regelrechte „Hetzjagd“ auf alle ausgerufen worden, die auch nur leiseste Zweifel oder Bedenken an der Richtigkeit der verordneten Maßnahmen äußern.

Ich wundere mich darüber, dass jetzt kein Verfassungsschutz, keine politischen Verantwortlichen, und keine NGO dem Ganzen Einhalt gebietet, oder mindestens „mahnt“, damit aufzuhören, bevor es zu spät ist, damit aufhören zu können.

Aber eigentlich wundere ich mich überhaupt nicht mehr, wenn ich die Regierungserklärungen verfolge, in denen die Kanzlerin sich an einem Tag unter dem Applaus der dominierenden Massenmedien „bei Allen“ für ihr persönliches, alleiniges Versagen entschuldigt, um am anderen Tag publikumswirksam die Schuld den Ministerpräsidenten in die Schuhe zu schieben.

Ich wundere mich auch nicht mehr darüber, dass ein Spiel zugange ist, das lautet: Nach einem Lockdown, ist vor dem nächsten, noch viel härteren Lockdown.

Erst lockern die verantwortlichen Politiker aus Sorge, dass ihre Wähler die Entscheidungen nicht mehr mittragen würden, ihre Repressalien, um dann aus Fürsorge die Testerei so auszuweiten, dass anhand der zu erwartenden Ergebnisse gleich richtig alles dicht gemacht werden muss.

Innerdeutsche Reisen werden verboten oder mindestens dazu abgeraten, um zeitgleich frohlockend die Reisewarnung in fremde Länder, wie nach Mallorca, aufzuheben.

In Autos sollen zukünftig je nach Verwandtschafts- bzw. Zugehörigkeit des Haushaltes Masken getragen werden, wenngleich die Ordnungsbehörden bislang selbst den schon lange bestehenden Verboten, was man in einem Auto tun und lassen darf, nicht nachgekommen sind.

Jeden Tag wird eine neue Sau durchs Dorf Deutschland getrieben, und Ende März 2021 stehen wir genau dort, wo wir im März 2020 auch schon waren.

Ich begreife allmählich, dass die Begrifflichkeiten, die „Stempel“, die man von oben herab, ganz bürokratisch (könnte man so sagen) herausgegeben hat, ganz typisch bürokratisch vertauscht worden sind.

In Wahrheit kann man nämlich meinen, dass man „so quer“, wie die deutsche Politik denkt und sich gibt, gar nicht denken und sich geben kann.

Tatsächlich marschiert – laut Medien – die Masse in die falsche, verkehrte Richtung.

Hoffentlich ist es noch nicht zu spät, um umzukehren, und die richtigen Ziele wieder gemeinsam ansteuern zu können!

Herzliche Grüße
D.F.


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