Hinweise des Tages

Ein Artikel von:

Hier finden Sie einen Überblick über interessante Beiträge aus anderen Medien und Veröffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)

Wir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter für die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zunächst freien Inhalten nach einer Zeit beschränkt wird.

Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:

  1. „Von Anfang an versäumt“
  2. Würzburger Studie: Kita-Kinder keine Treiber der Corona-Pandemie
  3. Befragung: Kinder und Jugendliche finden Corona-Maßnahmen ungerecht
  4. Pressefreiheit und Corona: “Panik ist kein guter Ratgeber”
  5. „Ob irgendein Politiker weiß, was er mit der Testpflicht angerichtet hat?“
  6. Küsse und Umarmungen
  7. Sticheln gegen den Pflege-Notstand
  8. “Frieden mit Russland keine moralische Pflicht”
  9. Abzug aus Afghanistan
  10. Das Gedenken an den Überfall auf die Sowjetunion gehört in den Bundestag
  11. Der Professor und die Viererbande
  12. Corona sorgt für Rekorde bei Amazon
  13. Legal? Egal!
  14. Jetzt «neu»: Betreuungsarbeit gehört zur Infrastruktur
  15. #allesdichtmachen: Ärzte danken Schauspielern

Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Verantwortlich für die Richtigkeit der zitierten Texte sind die jeweiligen Quellen und nicht die NachDenkSeiten. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.

  1. „Von Anfang an versäumt“
    Medizinhistoriker Prof. Gerd Antes kritisiert, es sei bisher versäumt worden Berufsangaben und andere wichtige Daten von Infizierten zu erfassen. Das Problem sei die Dunkelziffer: „Wir wissen nicht, wo es passiert, wann es passiert.“
    Quelle: ZDF
  2. Würzburger Studie: Kita-Kinder keine Treiber der Corona-Pandemie
    Kinder sind möglicherweise keine Treiber der Corona-Pandemie. Das ist das Zwischenergebnis einer Studie der Uni Würzburg, die im vergangenen Herbst gestartet worden war. Beteiligt hatten sich hunderte Kita-Kinder und deren Betreuer.
    Kita-Kinder spielen möglicherweise keine wesentliche Rolle bei der Verbreitung des Coronavirus – im Gegensatz jedoch zum betreuenden Personal. Zu diesem ersten Ergebnis kommt die sogenannte “Wü-KiTa-CoV-Studie” der Würzburger Uniklinik und der Universität, die während der zweiten Corona-Welle, zwischen Oktober 2020 und März 2021, stattfand. Dabei wurden mehr als 5.000 Tests vorgenommen und ausgewertet.
    Regelmäßige Corona-Tests bei Kindern und deren Erzieherinnen können der Studie zufolge außerdem Infektionen schnell erkennen sowie dabei helfen, die Ausbreitung des Virus zu vermeiden.
    Bei den regelmäßigen Tests sei nur bei einem Kind eine Corona-Infektion nachgewiesen worden, das Personal hingegen habe sich öfter infiziert. Das spreche dafür, dass ein Impfangebot für Kita-Personal wichtig im Kampf gegen die Pandemie sei, hieß es.
    Quelle: BR 24
  3. Befragung: Kinder und Jugendliche finden Corona-Maßnahmen ungerecht
    In Arbeitswelt und Profisport ist mehr erlaubt: Sechs- bis 16-jährige fühlen sich durch Pandemie-Maßnahmen benachteiligt. Auch an Ausstattung für den Distanzunterricht fehlt es
    Kinder und Jugendliche tragen die Hauptlast bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie – so lautet sinngemäß das Zwischenergebnis der fünften Kinderstudie der internationalen Hilfsorganisation World Vision, das am vergangenen Dienstag vorgestellt wurde. Zwei sehr unterschiedlich geprägte Länder waren für die Studie untersucht worden: Deutschland und Ghana. Doch: “Für beide Länder müssen wir feststellen, dass die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie Kinder diskriminieren, weil ihre Lebensbereiche wesentlich stärker eingeschränkt werden als die der Erwachsenen”, sagte Studienleiterin Caterina Rohde-Abuba laut Evangelischem Pressedienst (epd).
    Befragt wurden in beiden Ländern jeweils 15 Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 16 Jahren. Vor allem beim Thema Distanzunterricht stimmten viele Aussagen überein. Sie kritisierten mangelnde technische Ausstattung und Angebote, die sich nicht am Bedarf orientieren. Kritisiert wurde auch, dass die Schule von den Erwachsenen kaum als wichtiger Sozialraum für Treffen und Austausch wahrgenommen werde.
    Quelle: Telepolis
  4. Pressefreiheit und Corona: “Panik ist kein guter Ratgeber”
    Sabine Schiffer über das rauere Klima gegen Journalisten, Gefahren durch Projekte gegen Desinformation und verengte Diskurskorridore nach einem Jahr Pandemie
    Zum heutigen Internationalen Tag der Pressefreiheit hat Telepolis mit der Sprachwissenschaftlerin und Medienpädagogin Sabine Schiffer über die Situation der Branche nach einem Jahr Corona-Pandemie gesprochen. Dabei geht es nicht nur um die offensichtlichen Einschränkungen der Pressefreiheit, wenn etwa Journalistinnen und Journalisten gewaltsam an der Ausübung ihres Berufes gehindert werden.
    Im Interview mit Telepolis äußert sich Schiffer auch zu subtileren Trends: der Polarisierung der Branche, vorschnellen Einordnung von kritischen Akteuren in das Lager der “Corona-Leugner”, aber auch über (über-)staatliche Angriffe auf diskursive Freiheiten, wenn es etwa um das Thema Russland geht.
    Deutlich wird in dem Gespräch mit der Geschäftsführerin des Instituts für Medienverantwortung, dass die Freiheit der Presse von vielen Seiten eingeschränkt werden soll.
    Quelle: Telepolis
  5. „Ob irgendein Politiker weiß, was er mit der Testpflicht angerichtet hat?“
    Kunden bleiben weg, Umsätze brechen ein – Friseure klagen über die neue Testpflicht. Gerade auf dem Land und für ältere Menschen stellt der Test eine Hürde dar. Dabei halten Wissenschaftler den Friseurbesuch für weniger gefährlich als den täglichen Einkauf.
    „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, heißt es im Grundgesetz, und sicher nicht von ungefähr wählte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder Anfang März ausgerechnet das Wort „Würde“, als er die vorzeitige Öffnung der Friseure aus dem Lockdown verteidigte: Die Entscheidung, die Haarsalons besserzustellen als Cafés oder Kinos, Kleiderläden und Zoos, habe „nicht nur mit Hygiene“ zu tun, sondern eben auch mit Würde. Die Menschen müssten sich in der Pandemie „selbst wiederfinden“ können.
    Tatsächlich schien das Bedürfnis nach Selbstfindung per Strähnchen und Stufenschnitt groß zu sein. Die Friseure wurden überrannt, als sie nach fast elf Wochen Lockdown die Türen wieder aufsperren durften, bei vielen waren die Termine im Handumdrehen auf Wochen ausgebucht. Doch seit die sogenannte Bundesnotbremse auch Waschen, Schneiden, Föhnen mit einer Corona-Testpflicht belegt, ist es vorbei mit der Euphorie und Erleichterung in der Branche.
    Quelle: Welt Online
  6. Küsse und Umarmungen
    Madrid hat einen scharfen Lockdown hinter sich. Jetzt aber ist fast alles geöffnet, und man simuliert Urlaub von der Pandemie. Geht das gut? Es geht.
    Im Madrid der Jetztzeit sind die Gesetze der Corona-Sozialgeschichte, wie wir sie aus Deutschland kennen, außer Kraft gesetzt. Alles hat geöffnet, Läden, Kinos, Kneipen, Museen und Theater. Zugegeben, es ist nicht angenehm, im Freien eine Gesichtsmaske tragen zu müssen, selbst beim Spaziergang im Park. Doch sobald man in einem der Madrider Cafés das Glas zum Mund führt, darf die Maske fallen, beim Essen natürlich auch, und Raucher nehmen den Dispens sowieso in Anspruch. Im Inneren der Restaurants dürfen vier Personen an einem Tisch sitzen, draußen sechs. Scheint dann noch die Sonne, wie sie es hier oft tut, ist der Urlaub von der Pandemie fast perfekt.
    Die Sinnesorgane haben Mühe, sich wieder an die Freiheit zu gewöhnen: Wo Augen monatelang vor allem Leere sahen, müssen sie erst einmal blinzeln, wenn das Panorama sich wieder randvoll mit Menschen füllt. Ohren, die nur noch an Stille gewöhnt waren, nehmen das Rufen, Plappern und Schnattern in großen Menschenmengen überscharf wahr. Der Körper selbst ist ja entwöhnt. Kein Händedruck seit mehr als einem Jahr, kaum ein Schulterklopfen, aber auch kein Schubsen auf dem Weg zum Tresen. Und hier? Umarmungen und Wangenküsse auf Schritt und Tritt. Die lateinischen Völker könnten nun einmal keinen Abstand halten, sagte der in Madrid lebende Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa lachend, als er letzten September beim Internationalen Literaturfestival Berlin bedenkenlos alle Hände in seiner näheren Umgebung schüttelte. Da mag die Vernunft Einspruch erheben, das lateinische Herz macht einfach nicht mit.
    Quelle: FAZ

    dazu auch: Schweiz macht Mut: Die Rückkehr des Lächelns an den Zürichsee
    Nach Monaten strenger Corona-Maßnahmen ist die Außengastronomie in der Schweiz nun wieder geöffnet – und sofort verwandelt sich das Land zum Besseren.
    Quelle: FAZ

  7. Sticheln gegen den Pflege-Notstand
    Arbeitsminister Heil und Gesundheitsminister Spahn sind sich einig: Pflegekräfte sollen künftig nach Tarif bezahlt werden. Doch ihre Vorstellungen, wie sich dieses Ziel erreichen lässt, gehen weit auseinander.
    Es war ein sonniger Junitag 2019, als drei mit sich erkennbar zufriedene Bundesminister über den kopfsteingepflasterten Hof eines ehemaligen Abwasserpumpwerks marschierten, um Großes zu verkünden. Franziska Giffey, Hubertus Heil (beide SPD) und Jens Spahn (CDU) hatten in die Eventlocation an der Spree geladen, weil sie, wie Giffey es nannte, einen “Rütli-Schwur” geschworen hatten: Ein Jahr zuvor hatten sie die “Konzertierte Aktion Pflege” ins Leben gerufen, nun sollten die getroffenen Vereinbarungen zum Abschluss feierlich unterzeichnet werden. Im Trio sollte es dann mit der Umsetzung losgehen, über Parteigrenzen hinweg gemeinsam gegen den Pflegenotstand – das war die Botschaft. Oder, um noch einmal Giffey zu zitieren: “Wir treten uns nicht gegen ’s Schienbein.”
    Fast zwei Jahre später allerdings sind Heil und Spahn nun offenbar doch bereit, dem jeweils anderen unterm Tisch einen blauen Fleck zu verpassen.
    Quelle: Süddeutsche
  8. “Frieden mit Russland keine moralische Pflicht”
    Deutsche Außenpolitiker und Regierungsberater dringen auf eine weitere Verschärfung der westlichen Aggressionen gegen Russland. Man müsse Russland “dort treffen, wo es wirklich wehtut”, fordert der FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff. Expertinnen der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) sprechen sich dafür aus, militärische Maßnahmen durchzuführen – etwa eine “militärische Mission im Schwarzen Meer” -, um Moskau “außenpolitisch einzuschüchtern”. Auch solle man in Betracht ziehen, Russland vom globalen Zahlungssystem SWIFT auszuschließen. Dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell zufolge muss die EU “auf eine lange harte Phase in unseren Beziehungen zu Russland vorbereitet” sein. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer behauptet, Moskau stecke bereits in der “Kriegsführung mitten in Europa”. Die russische Regierung wiederum beginnt, sich gegen Sanktionen sowie weitere Strafmaßnahmen der EU zur Wehr zu setzen, und hat Ende vergangener Woche Gegensanktionen gegen mehrere EU-Politiker verhängt; der Konflikt spitzt sich weiter zu.
    Quelle: German Foreign Policy
  9. Abzug aus Afghanistan
    Begleitet von neuen Schutzmaßnahmen und von ernsten transatlantischen Differenzen hat der Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan begonnen. Der erste große Militäreinsatz der Bundeswehr außerhalb Europas ist komplett gescheitert: War die Entsendung der deutschen Soldaten Ende 2001 noch von hehren Ankündigungen begleitet worden (“Frieden”, “Menschenrechte”), so kehren sie nun aus einem desaströs verelendeten, von Gewalt geprägten und im Bürgerkrieg versinkenden Land heim. Zum Schutz ihres Abzuges musste eigens noch ein Mörserzug an den Hindukusch geflogen werden. Zuvor hatte die Biden-Administration ihre Verbündeten mit einem neuen Alleingang bei der Entscheidung über die Beendigung des Einsatzes düpiert. Seit dem vergangenen Wochenende gilt die Zusage der Taliban nicht mehr, dem Westen – erstmals in der Geschichte des Landes – freies Geleit einzuräumen; auch ihre Zusage, die westlichen Militärbasen vor Angriffen anderer afghanischer Milizen zu schützen, ist abgelaufen. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer erklärt: “Wir verlassen Afghanistan mit Stolz.”
    Quelle: German Foreign Policy
  10. Das Gedenken an den Überfall auf die Sowjetunion gehört in den Bundestag
    Man kann es sich fast nicht vorstellen, dass der Deutsche Bundestag am 22. Juni eine Sitzung wie jede andere absolvieren will. Zum 80. Mal wird sich an jenem Dienstag der Überfall von Nazi-Deutschland auf die Sowjetunion jähren – und damit der Beginn eines beispiellosen Vernichtungskrieges. Und da soll es im Bundestag nur um die Diskussion der letzten Gesetzesvorhaben dieser Legislaturperiode gehen? Und um den Wahlkampf, der nach dieser letzten Sitzungswoche in die heiße Phase starten wird? […]
    Bundestagpräsident Wolfgang Schäuble hat die Anregung der Linken, den Tag im Bundestag zu begehen, mit dem Argument verworfen, man wolle an der bisherigen parlamentarischen Übung der „ungeteilten Erinnerung an den gesamten Verlauf des Zweiten Weltkrieges“ festhalten. Man kann dahinter die Befürchtung vermuten, dass mit der Erinnerung an den deutschen Überfall auf die Sowjetunion eine andere ins Hintertreffen geraten könnte. Er irrt sich.
    Quelle: Berliner Zeitung
  11. Der Professor und die Viererbande
    Wie Nazi-Juristen um Hans Carl Nipperdey das deutsche Arbeitsrecht bis heute prägen
    Kürzlich brachte der MDR einen Beitrag, der auf Recherchen von Martin Borowsky basierte, einem Richter am Erfurter Landgericht. Es ging in dem sicherlich gut gemeinten Beitrag um die Nazivergangenheit vieler einstiger Richter am Bundesarbeitsgericht (BAG), das seit 1999 seinen Hauptsitz ebenfalls in Thüringens Hauptstadt hat. Das Erstaunliche und zugleich Beängstigende an diesen Recherchen war, dass ausgerechnet Hans Carl Nipperdey fehlte. Dieser Mann war dem Autor wohl entgangen. Und das, obwohl er nicht bloß Mitglied der NSDAP gewesen war, sondern als Jurist das Arbeitsrecht der Nazis ganz maßgeblich geprägt hatte – und nach 1945 unter anderem als Präsident des BAG dafür sorgte, dass das faschistische Arbeitsrecht in der Bundesrepublik erhebliche Fortwirkung entfalten konnte.
    Quelle: der Freitag
  12. Corona sorgt für Rekorde bei Amazon
    Mit einem Netto-Gewinn von 8,1 Milliarden Dollar im ersten Quartal 2021 hat der Online-Händler Amazon einen neuen Rekord eingefahren. Der Umsatz konnte um 44 Prozent gesteigert werden. Amazon profitiert außerordentlich vom veränderten Kaufverhalten der Konsumenten in der Corona-Krise.
    Der Internet-Shoppingboom im Zuge der Corona-Pandemie und florierende Cloud-Dienste haben dem Online-Händler in den ersten drei Monaten viel Geld in die Kassen gespült. Das geht aus der Bilanzmitteilung von Amazon für das erste Quartal 2021 hervor. Der Netto-Gewinn von 8,1 Milliarden Dollar konnte danach gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahrs mehr als verdreifacht werden. Dort hatte Amazon einen Gewinn von 2,5 Milliarden Dollar erzielt. Damit konnte Amazon das vierte Quartal in Folge seinen Gewinn steigern.
    Quelle: Börsenblatt

    dazu auch: Milliardäre und Großverdiener: Das sind die (Tech-)Gewinner der Corona-Krise
    Lieferdienste, Gaming-Firmen, Onlinehändler, Softwareriesen: Vor allem Tech-Unternehmen gehören zu den Gewinnern der Corona-Krise, wie die aktuellen Quartalszahlen zeigen. Unter den Tech-Milliardären sind viele alte Bekannte – aber auch ein paar Aufsteiger, die kaum jemand kennt.
    Quelle: manager magazin

  13. Legal? Egal!
    In Österreich gibt es den Begriff der Realverfassung. Den kennt jeder. Das heißt, es gibt zwar eine Verfassung, aber die reale Macht liegt woanders: bei der Regierung, den Landeshauptleuten, den Sozialpartnern. Es hat aber noch nie einen Bundeskanzler gegeben, der so offen gezeigt hat, dass er sich herzlich wenig um Verfassung, Grundrechte und den Rechtsstaat schert. Die Haltung von Sebastian Kurz: Legal? Egal! Und nach dieser Woche könnte man noch eine Steigerungsform hinzufügen.
    Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hatte Sebastian Kurz aufgefordert, bisher verweigerte Akten und Chatnachrichten endlich dem Parlament vorzulegen – genauer: dem parlamentarischen “Untersuchungsausschuss betreffend mutmaßliche Käuflichkeit der türkis-blauen Bundesregierung”, wie das Gremium offiziell heißt. Aber Kurz befand “rotzfrech”, wie die Opposition treffenderweise feststellte, dass er bereits alle relevanten Unterlagen übergeben habe. Dabei liegt es nicht an ihm, über die Relevanz zu entscheiden. Dann übermittelte er dem VfGH doch etwas – exakt 692 Mails von Kanzleramtsmitarbeitern, in denen diese bestätigten, dass sie nichts gefunden haben.
    Quelle: Süddeutsche
  14. Jetzt «neu»: Betreuungsarbeit gehört zur Infrastruktur
    Weibliche Betreuungsarbeit sei so wichtig wie Brücken und Strassen, sagt die US-Regierung. Das hat eine Kontroverse ausgelöst.
    US-Präsident Joe Biden schlägt vor, im Rahmen eines Budgets für die Infrastruktur 400 Milliarden Dollar in die häusliche Betreuung von Betagten und Menschen mit Behinderung zu investieren. Ein zweites Paket sieht Ausgaben für den Ausbau von Kindertagesstätten und Steuererleichterung für Eltern vor. Ökonomin Cecilia Rouse, Vorsitzende des Beirates der US-Regierung für Wirtschaftsfragen, sagte, Betreuungsarbeit gehöre zur Infrastruktur wie Brücken und Strassen: «Ich kann nicht zur Arbeit, wenn niemand zu meinen Eltern oder Kindern schaut.»
    Quelle: Infosperber
  15. #allesdichtmachen: Ärzte danken Schauspielern
    Mehrere Ärzte haben eine Video-Serie gestartet, in der sie den Schauspielern von #allesdichtmachen ihre Unterstützung ausdrücken.
    Die Diskussionen um die Aktion #allesdichtmachen mit Jan Josef Liefers und weiteren Schauspielern geht weiter. Jetzt haben sich Ärzte aus ganz Deutschland für die Protestaktion gegen die Corona-Gesellschaft bedankt. Dafür haben die Mediziner einen eigenen Youtube-Kanal mit dem Namen „danke-allesdichtmachen“ veröffentlicht. Unter den Ärzten sind unter anderem Kinder- und Jugendärzte und Allgemeinmedizinerinnen.
    Quelle: Berliner Zeitung

Rubriken:

Hinweise des Tages

Schlagwörter:

Die NachDenkSeiten sind für eine kritische Meinungsbildung wichtig, das sagen uns sehr, sehr viele - aber sie kosten auch Geld und deshalb bitten wir Sie, liebe LeserInnen, um Ihre Unterstützung.
Herzlichen Dank!