Leserbriefe zu „Identitätspolitik tötet das Kino“

Ein Artikel von:

Jens Berger macht in diesem Beitrag darauf aufmerksam, dass der Weltkonzern Amazon die Regeln Hollywoods neu definieren wolle. Filmemacher würden verpflichtet, „künftig Schauspieler so zu besetzen, dass ´deren Geschlecht, Geschlechtsidentität, Nationalität, Ethnizität, sexuelle Orientierung und Behinderung´ mit den Figuren, die sie im Film verkörpern, übereinstimmt“. Viele Filme wären so nicht entstanden. Die Film-Qualität werde unter dieser „ideologischen Instrumentalisierung“ leiden. Danke für die interessanten E-Mails. Hier nun eine Auswahl der Leserbriefe. Zusammengestellt von Christian Reimann.


1. Leserbrief

Werter Herr Berger!

Zu ihrem Beitrag. Den Wahnsinn der Gentrifizierung zur Vollendung der Verblödung bringen! Das war der erste Gedanke, welcher mir beim lesen ihres sehr guten Beitrags, durch den Kopf ging. RT-Deutsch hatte vor einigen Tagen darauf hingewiesen, dass der Neue Oliver Stone Film “JFK Revisited: Through the Lookig Glass” von den Medien so gut wie völlig ignoriert wird. Dagegen werden bei den Filmfestspielen in Cannes Filme gefeiert, welche sich mit “seltsamen” sexuellen Themen befassen?  Das Fatale daran! Es geht nicht darum (Wie sie schon treffend erkannten!) den Betroffenen zu helfen. Hier wird ein Überwachungsregime installiert und das Thema Gendrifizierung ist Bestandteil der Manipulation unseres denkens. Es dient der Ablenkung und darum wird dieses Thema nicht nur in der Unterhaltungs- und Sportbranche hoch gepuscht. Ziel ist es das gesamte soziale Umfeld und Zusammenleben der Menschheit, mit dieser gesteuerten Agenda zu unterlaufen und neu zu definieren.

Mit frdl. Grüßen Ralf Matthias


2. Leserbrief

Hallo zusammen,
 
habe gerade kopfschüttelnd o.e. Artikel gelesen. Es wird in dieser Hinsicht ja immer seltsamer.

Siehe auch die Geschichte vor kurzem mit der Niederländerin die nicht übersetzen durfte.

Wobei ja unter Umständen ja nicht mal mehr passendes Geschlecht und Religion ausreicht.

Vor einigen Monaten via youtube gehört, daß bei einer US-TV-Serie eine Diskussion entbrannte (Ausgang unbekannt). Die muslimische Darstellerin (türkischstämmig) für die Rolle der ebenfalls muslimischen Superheldin hätte ein zu helle Hautfarbe.
 
Ich kann diesen Unsinn nur noch satirisch betrachten.

“… künftig Schauspieler so zu besetzen, dass „deren Geschlecht, Geschlechtsidentität, Nationalität, Ethnizität, sexuelle Orientierung und Behinderung“ mit den Figuren, die sie im Film verkörpern, übereinstimmt.”

Hm…. wer soll dann bitteschön in Zukunft Zombies spielen ?

…und darf Arnold Schwarzenegger jemals wieder der Terminator sein ?
 
viele Grüße
Ulrich Drinkmann


3. Leserbrief

Lieber Herr Berger,

Sie haben natürlich Recht, wenn Sie diesen Unsinn anprangern. Aber Sie denken noch zu kleingeistig(*), denn das ist doch erst der Anfang. ;)

Wie will Marvell für ihre Filme z.b. einen nordischen Donnergott herbekommen, der die Rolle authentisch verkörpern kann? Welcher ehemalige MI6-Agent könnte James Bond einwandfrei besetzten? Von weiteren Verfilmungen der Bibel oder Serien wie “Lucifer” wollen wir gar nicht erst sprechen…

Und wie steht es eigentlich um Aufführungen europäischer Theaterstücke und Filme mit europäischem Inhalt in Ländern, in denen andere Hautfarben oder Gesichtszüge dominieren? Shakespeares Macbeth in Johannisburg? Kästners fliegendes Klassenzimmer in Tokio? Wie sollen die Rollen dort besetzt werden? Mit Schauspielern aus dem jeweiligen Land, um der “männlichen, weißen Dominanz” entgegenzuwirken, oder mit europäischen Mimen, um authentisch zu wirken? Welch eine moralische Zwickmühle…

Wäre interessant zu erfahren, wie Schauspieler/innen und ihre Verbände in anderen Ländern über dieses Thema denken, ob dort auch so ein Lärm um “Diversität” gemacht wird.

Mir ist es völlig egal, welche Hautfarbe ein Schauspieler hat, welche geographische Herkunft eine Schauspielerin hat, ob er oder sie schwul, hetero oder sonst was ist. Ich habe auch rein gar nichts gegen die Einführung neuer dominanter Hauptrollen und Charaktere, die ein anderes Geschlecht oder sexuelle Orientierung haben als das Vorbild. Was mich jedoch genau wie Sie immens stört, sind die mittlerweile krampfhaften Versuche, bestehende reale oder fiktive Figuren neu zu besetzten.

Von mir aus soll es demnächst eine farbige, lesbische MI6-Agentin geben, nachdem James Bond an Corona oder durch Blofelds verspätete Rache gestorben ist, aber eine “Jane Bond” oder eine “Charlotte Holmes” werde ich mir nicht ansehen, genauso wenig wie einen “Johannes von Oleans” oder einen “Alfred im Wunderland”.

(* Bitte beachten Sie den Zwinker: das war nicht als Beleidigung gedacht!)

Mit freundlichen Grüßen,
Wolfgang Klein

Hallo,

ein Nachtrag zu meiner Nachricht eben: gerade lese ich, dass Amazon nächstes Jahr die Serie “Herr der Ringe” startet.

Da bin ich ja mal gespannt, was da an Rollen geändert wurde. Werden wir eine Gandalfine sehen? Schwule Hobbits? Trans-Trolle?

Lassen wir uns überraschen. Zum Glück kann man TV-Geräte auch jederzeit abschalten…

Mit freundlichen Grüßen,
Wolfgang Klein


4. Leserbrief

Lieber Jens Berger,

Sie sehen mich fassungslos angesichts dieser Auswüchse von Identitätspolitik. Durchgeknallter geht es kaum. Aber im Kern passt das zu Amazon. Man gibt sich progressiv und liberal, um damit die Ausbeutung und die Zerstörung der Umwelt, die durch Amazon betrieben werden, zu kaschieren. Die ganze Identitätspolitik passt überhaupt sehr gut zum neoliberalen Kapitalismus. Sie ist wie Sand in den Augen. Das Wesentliche verschwindet dahinter. Im Grunde ein guter Marketingtrick, ein geschicktes Ablenkungsmanöver. Schlimm ist nur, dass viele sog. Linke auf dieser Welle der Identitätspolitik mitschwimmen. Ich hoffe nur, die unter diesen Prämissen gedrehten Filme will niemand sehen… wie heißt es immer so schön, das regelt der Markt…

Mit vielen Grüßen
Christian Schäler


5. Leserbrief

Guten Tag Herr Berger,
 
ich habe mal darüber nachgedacht, was für einen Sinn dieser Diversity-Schwachsinn macht. Zunächst habe ich die Annahme gemacht, dass Amazon natürlich in keiner Weise irgendetwas moralisch hochstehendes machen will, wenn dieses nicht zu erhöhten Einnahmen für die Amazonaktionäre führt. Dann wird es übrigens schon ganz einfach, herauszufinden, was dahintersteckt. Sie sagen selbst z.B. „Aber heute wäre Marlon Brando wohl ohnehin unbekannt, … „. Aha, was hieße das? Es hieße, dass Herr Brando nicht mehr über die Marktmacht verfügen würde seine exorbitanten Gagen verlangen zu können. Diese Gelder verblieben bei Amazon. Amazon meint erkannt zu haben, dass der Starrummel um die Personen der Schauspieler letztlich ein Verlustgeschäft für Amazon ist: man setzt zwar mehr mit den Filmen um, muss aber den Stars überproportionale Gagen zahlen. Das man Blockbuster auch ohne Stars hinkriegt wurde übrigens schonmal mit StarWars Teil 3 bewiesen. Dieses Diversitygewese führt unmittelbar zu viel mehr Schauspielern, welche weniger Rollen erhalten werden, also entsprechend weniger bekannt und deshalb billiger (am besten prekär bezahlt) sein werden. Natürlich wird das Niveau der schauspielerischen Leistungen und der Stories sinken, aber hier geht Amazon davon, dass die große Masse der Konsumenten das eh nicht bemerkt, man muss sich ja auch nur den Müll in den Sitcoms und im Internet ansehen. Die paar Leutchen, die es bedauern um den Kunstgenuss eines Al Pacino in der „Duft der Frauen“ gebracht zu werden, steht es frei in Zukunft Faust Teil 2 zu lesen und die anderen können sich auf die Schulter klopfen, dass sie einem gehandicapten, schwarzen, schwulen, katholischen, blinden Schauspieler dabei zusehen können, wie dieser eine gehandicapte, schwarze, schwule, katholische, blinde Person darstellt ?.
 
Mit freundlichen Grüßen,
Michael Verner


6. Leserbrief

Sehr geehrte NDS-Redaktion,

wenn ich dies noch weiter denke, frage ich mich, wozu dies führen könnte. Schließlich ist jeder Mensch eine Minderheit. Spielen dann nur noch Millionäre Millionäre und “arme Schlucker” werden auch von denselben gespielt? Werden dann Kriminelle auch nur noch von Kriminellen gespielt? Oder Nazis von Nazis? Diktatoren nur von Diktatoren? Natürlich nur der gleichen Ethnie und des gleichen Herkunftslandes! Dürfte dann ein Nicht-Opa einen Großvater spielen oder eine in einer Großstadt aufgewachsene Frau eine “Landpomeranze”? Oder dürfte von Schauspielern überhaupt gesungen werden, auch wenn sie keine professionelle Ausbildung in Gesang (Ich denke da z.B. an “Mama Mia” oder an “Madame Marguerite oder die Kunst der schiefen Töne”) genossen haben und dies somit von Opern-Darstellern, etc. besser dargebracht werden könnte? Andererseits könnten professionelle Schauspieler bei Passagen ohne Gesang eine bessere schauspielerische Darbietung leisten können. Sind Historienfilme unter diesen Umständen wirklich möglich, wenn man die Authentizität nicht nur auf die Darsteller, sondern auch auf den Rest des Filmes bezieht? Hm, wie soll so etwas gelöst werden, wenn man nicht gegen selbst auferlegte Identitätsregeln verstoßen will? Schließlich kann dies an einer Ecke beginnen und dann kommen andere Gruppen um die Ecke und fordern – Zu Recht aus meiner Sicht! – das gleiche Recht für ihre eigene Gruppe. Es wäre ja auch unfair, dies nur für bestimmte Personengruppen anzunehmen und zu akzeptieren.

Ich bin hierbei der Meinung von Herrn Berger, dass mit solchen Vorstellungen das Kino schlechter wird und dies auch den Akteurinnen und Akteuren nicht guttut, da sie in bestimmte Sparten gedrängt werden.

Mit freundlichen Grüßen,
Marco Dette


7. Leserbrief

Sehr geehrter Jens Berger,

bei aller Zustimmung, war es nicht schon immer so, dass in Filmen von Hollywood künstlerische Freiheit galt?

Sie schreiben “[…]Na, das kann ja lustig werden, wenn es zum Beispiel um historische Stoffe geht[… ]” und “[…] Da werden sich ja die Geschichtslehrer, die diesen Unsinn wieder ausbügeln müssen, freuen. Oder wird nun auch die Geschichte umgeschrieben?[…]”

Nur 1 Beispiel als jemand der gerne Kriegs- oder Actionfilme sah:

Der italienisch-sowjetische Historienfilm des sowjetischen Regisseurs Sergei Bondartschuk über die Schlacht “Waterloo” ist ab FSK 12 erhältlich und frei downloadbar im Internet verfüglich.

Die Schlacht wird teilweise realistisch dargestellt, aber nicht so grausam wie es wirklich war.

Oder haben sie schon einmal etwas von den “Waterloo-Zähnen” gehört, die Leichenfledderer schon kurz nach Ende der Schlacht den Verwundeten oder Gefallenen aus dem Mund brachen, um daraus Zahnprotesen herzustellen? Oder das die napoleonischen Gefallenen nach der Schlacht verbrannt wurden, und die Allierten, die gegen Napoleon gekämpft, nicht für lange, in Massengräbern beerdigt wurden? Nicht für lange deswegen weil man aus deren Knochen Superphosphat herstellte – für die Düngung von Pflanzen auf Äckern und Feldern Großbritanniens.

Ich wußte bis vor kurzem auch nichts davon und habe dies – weil in dem Gebiet wo ich wohne eine historische Schlacht anno 1796 im 1. Koalitionskrieg des revolutionären Frankreich mit den Habsburgern stattfand –  erst kürzlich durch Eigenrecherche herausgefunden.

Wie schon gesagt, dass ist nur 1 Beispiel von Hunderten, wenn nicht sogar Tausenden, wie in Filmen, nicht nur Hollywood betreffend, die Wahrheit nicht dargestellt wird.

Würde man solche Filme realistisch darstellen dann wäre es erstens nichts mit FSK12 und zweitens gäbe es wohl mehr Kriegsdienstverweigerer als früher.

Die Geschichtslehrer haben dann eben wieder mit neuem Unsinn zu tun, denn sie ausbügeln müssen, wenn sie es denn können, wie sie völlig richtig festgestellt haben.

Übrigens mich nervt an historischen Film, nicht nur Kriegs- oder Actionfilmen mit historischem Inhalt, dass diese von Schauspielern und Regisseuren oft so dargestellt werden als wären die Menschen mit unseren Werten und Moralvorstellungen sozialisiert worden – früher galten eben andere Moralvorstellungen, die Schlacht von Waterloo ist da nur 1 Beispiel von hunderten von Schlachten, die damals vor der Genfer Konvention ganz anders geschlagen wurden als wir uns das lieber nicht vorstellen wollen. Die Archäologie – der neue Zweig der Schlachtfeld-Archäologie – bringt die grausame Wahrheit oft ans Licht, die bis heute, wie schon erwähnt, totgeschwiegen wird. Manchmal auch von Geschichtslehrern, wie zum Beispiel bei mir im Fall Waterloo geschehen.

Gruß
Bernhard Hau


8. Leserbrief

Lieber Herr Berger,

wenn Sie mit Ihrem Artikel Frust darüber zum Ausdruck bringen wollen, dass ausgerechnet der menschenverachtende Großkonzern Amazon sich hier die Gleichberechtigung auf die Fahnen schreibt und sich als scheinbare moralische Instanz inszeniert, dann bin ich ganz bei Ihnen.

Aber die gut geölte Propaganda-Maschine Hollywood und ihre systemtreuen Hofschauspieler wie Tom Hanks sehe ich nicht wirklich in Gefahr – leider. Zum Glück sind weder Hollywood noch Amazon alleinig “das Kino”, da gibt es ja noch weit mehr.

Ganz konsequent finde ich Ihre Argumentation übrigens nicht. Ich stimme Ihnen zu, dass es prinzipiell keiner Vorschriften bedarf, wer welche Rolle in welchem Film spielen darf. Im Umkehrschluss sollten es dann doch auch kein Problem sein, wenn in historischen Filmen “lesbische Latino-Wikingerinnen” auftreten oder “schwarze rollstuhlfahrende Herzöge im viktorianischen England” (Anm.: gleichgeschlechtliche Liebe oder Gehbehinderungen gab es sicherlich auch früher schon in diesen Kulturkreisen). Film und Fernsehen sind nicht die Realität und müssen auch nicht unbedingt versuchen, diese 1:1 zu immitieren. Entscheidend ist doch, wie geschickt man mit solchen scheinbaren Brüchen künstlerisch umgeht.

Schöne Grüße,
JS


9. Leserbrief

Sehr geehrte Herr Berger,
 
das wird alles im verrückter, die Spinnen die …

Immer wieder wird versucht Einfluss zu nehmen wie Filme sein sollen. Früher gab es in den USA den Hays Code. Der wurde irgendwann abgeschaft, aber jetzt kommt ein neuer Versuch von einer Art Zensur.

Dazu passt auch das Filme eine Erklärungstafel vorgesetzt bekommen, z.b. letzte Woche lief in arte der Film Liebenswerte Frauen von 1952 mit folgender Tafel vor dem Film:

Dem Zuschauer wird auch nicht zugetraut selber zu beurteilen wie er einen Film einzuordnen hat. Man soll wahrscheinlich froh sein das man überhaupt noch “unkorrekte” Filme sehen darf. Wer weiß wo das noch hinführt, entweder etliche Filme nur noch mit Erklärung vor dem Film oder gleich in den Giftschrank.
 
Mit freundlichen Grüßen
A.Haack



10. Leserbrief

Sehr geehrte Damen und Herren der Nachdenkseiten,
zum heutigen Artikel von Jens Berger einige Überlegungen:

(Nicht nur Amazons) Identitätspolitik tötet das Kino

Offensichtlich geht es Amazon darum, sein menschenverachtendes Ausbeutungsre­gime, wo Arbeiter fast wie Sklaven und Leibeigene behandelt werden, hinter einer Fas­sade vorgetäuschter „Weltoffenheit, Toleranz, Modernität, Emanzipation, Gleichberechtig­ung …“ zu verbergen.

Und was eignet sich dafür besser, als sich mittels Quoten für Frauen, Homosexuelle, „Quere“ sowie ethnische Herkunft als angeblich „weltoffen, tolerant, emanzipiert …“ darzustellen (mit Betonung auf darstellen)?

Nach den Richtlinien, die nicht nur Amazon, sondern auch einige Radikal-Identitätspo­litiker in der BRD vorgeben, dürfte übrigens auch kein Film über Auschwitz und Bu­chenwald gedreht werden, weil kein einziger ehemaliger Häftling noch in einem solchen Film mitwirken könnte. Wenn man diese absurde Logik zu Ende denkt, dann dürften jü­dische Opfer und Widerstandskämpfer nur noch von Juden dargestellt werden, sozialde­mokratische und kommunistische Opfer und Widerstandskämpfer nur noch von Sozial­demokraten und Kommunisten. Und Gojko Mitic, der Held der DEFA-Indianerfilme, hätte niemals die Indianerhäuptlinge darstellen dürfen. Obendrein wäre sogar der Be­griff „Indianerfilme“ nach den Vorstellungen der Grünen bereits selbst „rassistisch.“

Spätestens an diesen Beispielen sollte doch klar werden, wel­che absurden Folgen die Identi­täts-Politik haben kann (und bereits schon hat).

Der Chef von Amazon, Jeff Bezos, bezeichnete schon vor Jahren Buchläden als „Gazel­len, die es zu erlegen gilt.“ Amazon zerstört die kleinen Buchläden und trägt damit zur Verwüstung der Innenstädte bei.

Jeff Bezos zeigt mit seinem grenzenlosen Macht- und Größenwahn, der auf dem gesam­ten Erdball Spuren hinterläßt, sowie seiner Menschenverachtung Symptome einer schweren narzißtischen Persönlichkeitsstörung; er ist deshalb eine Gefahr für seine Mit­menschen und die Gesellschaft und gehört dringend in psychiatrische Behandlung, be­vor er noch mehr Schaden anrichtet. Warum sagt das kein Politiker oder Journalist mal so offen?

Warum begreifen die Linken nicht, daß die Herrschenden mittels der Identitäts-Politik ihre Interessen, im Klartext kapitalistische Macht-Interessen, Herrschafts-, Profit- und Ausbeutungs-Interessen noch viel effektiver durchsetzen können als bisher?

Denn wenn man mittels Quote ganz bestimmte Frauen, Homosexuelle, „Quere“ und Personen unter­schiedlichster ethnischer Herkunft z.B. in Führungs-Positionen holt, die noch skrupello­ser als die meisten „weißen, heterosexuellen Männer“ die Profit- und Rendite-Interessen der Reichen, der Banken und Konzerne gegen die „unteren“ 90% durchsetzen oder als Kriegsministerin Kriege führen lassen und als Soldatinnen das Tö­ten von Menschen ler­nen und ausführen, dann wäre Kritik daran plötzlich „anti-emanzi­patorisch, frauen­feindlich, homosexuellen-feindlich, rassistisch“ usw.

Obendrein verbinden viele „kleine Leute“, einfache Arbeiter und Erwerbslose, die Iden­titäts-Politik (Paritäts-Gesetz, Frauen-Quote, Quote für Homosexuelle, „Quere“ und eth­nische Herkunft sowie die genderneutrale Sprache …) mit dem schlimmsten Sozialab­bau seit Jahrzehnten:

Hartz-Gesetze, Zerstörung der staatlichen Rente, Verdrängung der Mieter aus ihren Wohngebieten, massive Verschlechterungen im Gesundheits-, Bil­dungs- und Pflegesys­tem …, immer schlimmere Arbeitsbedingungen, Armut, Abstieg, Ohnmacht, Ausgren­zung, Verachtung, Demütigung, zerstörte Zukunftsperspektive …; weil beides (Identi­täts-Politik und Sozialabbau) gleichzeitig sowie durch die selben Par­teien (SPD und Grüne) und Medien durchgesetzt bzw. propagandistisch unterstützt wird.

Und viele Leute haben deshalb heute mit existentiellen Bedrohungen zu kämpfen, so daß die Identitäts-Politik auf sie wie zusätzliche Arroganz und Verhöhnung wirkt und deshalb Wut erzeugt, so daß die Identitäts-Politik obendrein eine Steilvorlage für rechte Parteien ist.

Geht es also bei der Identitäts-Politik (z.B. auch bei der genderneutralen Spra­che) wirklich um den „Kampf gegen Diskriminierung“?

  • Oder eher dar­um, eine ge­künstelte Sprache zu erfinden, die niemand braucht; um eine Diskriminie­rung zu konstruieren, die es nicht gibt; um neue Feindbilder zu schü­ren und sich medienwirksam daran abzuarbeiten;
  • um sich wichtig zu tun; um den eige­nen Bildungsstatus und den persönlichen Stan­desdünkel zur Schau zu stellen;
  • um sich als „weltoffen, modern, emanzipiert …“ und somit als moralisch höherwertig darzustellen (mit Be­tonung auf darstellen) mit Vorteil für die persönliche Karriere;
  • andere Menschen(gruppen) ab-zuwerten, um sich selbst auf-zuwerten;
  • und sich (auch mittels Sprache) nach unten abzugrenzen gegen den „ungebildeten Proleten“?
  • Geht es also im Kern um zutiefst kapitalistisches Konkurrenz-Verhalten?

Uns sollten linke Kräfte, wenn sie endlich wieder die Menschen erreichen und damit auch Erfolge erreichen wollen, sich nicht anstatt auf Identitäts-Politik endlich wieder auf die Kern-Themen linker Politik konzentrieren: soziale Gerechtigkeit, Kampf gegen Hartz-Gesetze; gegen die Zerstörung der sozialen Systeme; gegen die Zerstörung der Rente, des Gesundheits-Systems, des Pflege-Systems, des Bildungs-Systems; gegen die Verdrängung der Mieter, gegen menschenunwürdige Arbeitsbedingungen …

Mit freundlichen Grüßen
Jörg Fauser


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