Leserbriefe zu „Bundestagswahl: Die LINKE steht am Abgrund“

Ein Artikel von:

Tobias Riegel stellt in diesem Beitrag fest, dass die Verluste der LINKEN eine Folge von „einer langen Entwicklung mit falschen Entscheidungen bezüglich des Personals und des öffentlichen politischen Auftritts“ seien. Und fragt: „Kommt nun die Rückbesinnung auf die ‚Kümmerer-Partei‘ in Verbindung mit dem Verzicht auf politisch-moralische Arroganz?“ Wir danken für die Leserbriefe. Hier folgt eine Auswahl. Zusammengestellt von Christian Reimann.

1. Leserbrief

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrter Herr Riegel,

mit großem Interesse habe ich Ihren Beitrag zum Niedergang der Linken gelesen.
Ich hätte da einen Vorschlag. Ich bin Österreicher, der jetzt in Berlin lebt und interessiere mich für die Politik in Österreich.
Was wäre es, wenn die Die LINKE den Weg der KPÖ in Graz einschlägt?
1. Verzicht eines großen Teils der Abgeordneten Bezüge zu Gunsten eines Sozialfonds (In Graz darf sich der Abgeordnete 2.000,– vom Netto Bezug in Höhe von 5.500,– netto behalten.Ihr Argument: wenn man solche Beträge verdient, verliert man den Bezug zur Situation und den Problemen der “normalen” Menschen
2. laufende Besuche bei sozial Schwachen, um über deren Probleme zu reden und fallweise zu helfen.

Das macht die KPÖ in Graz seit 30 Jahren und hat die Bürgermeisterwahlen in Graz jetzt mit fast 30% gewonnen (ÖVP 25%), wobei die KPÖ auch in bürgerlichen Kreisen Stimmen dazu gewonnen hat.
Und wie hat die neue Bürgermeisterin Kahr gesagt: ich wurde gewählt obwohl ich KPÖ bin.
Ja, Politik an der Seite und in der Nähe der Menschen, das ist Politik in der Praxis und nicht in gedruckten Programmen und würde der Linken gerade im abgehängten Osten viele Wähler zurückbringen.

Nähere Informationen dazu finden Sie im Standard oder im Falter.

Viele Grüße
Georg Kronberger

PS. mich ärgert auch, dass man bei DW enteignen keine konkreten Zahlen nach dem Vorbild des gemeinnützigen WOhnbaus in Wien vorgelegt hat wie:
3000 Wohnungen von DW haben so viele Quadratmeter, man bezahlt Betrag X und finanziert auf 30 oder 35 Jahre (fast zinsfrei). Diesen Betrag zuzüglich Erhaltungskosten Rücklage und Verwaltungskosten legt man auf die Quadratmeter um und hat eine Miete, die wahrscheinlich bei 6 -7 € liegen würde. Damit hätte man das Schreckgespenst Enteignung und Berlin kann sich nichts mehr leisten und investieren entzaubert.


2. Leserbrief

Vielen Dank Herr Riegel für Ihren Artikel. Vielleicht können Sie mir, oder irgendein Linker Folgendes erklären: Die weltweiten Coronamaßnahmen tragen wesentlich zur Monopolisierung bei, ein wohlbekanntes Thema bei Marx. Während Amazon, Blackrock usw. wachsen, fällt der Klein- und Mittelstand. Wo bleibt Kapitalismuskritik? Oder gehört solch fundamentale Denkweise nicht mehr zum Repertoire einer “linken” Partei? Die Verschuldung der öffentlichen Haushalte wegen Corona wird die große Masse der Kleinverdiener, die nichts mehr als einen Notgroschen auf der Bank haben, durch Inflation enteignen. Hier wird Arbeitskraft vernichtet. Die Linkspartei war bisher der Anwalt der sozial Schwachen und Entrechteten, was ist daraus geworden? Oder nehmen sie Grundgesetzeinschränkungen, Versammlungs- und Demonstrationsverbote, gegen wen auch immer. Selbst die FDP hat Herrn Kubicki die “Axt” auspacken lassen, um für die Verfassung einzutreten. Und was macht die Linke, z.B. mit Frau Wagenknecht oder Herrn Hunko?

Mich hat das schlechte Ergebnis der Linken dennoch überrascht, weil auf kommunaler Ebene gute Arbeit geleistet wird.

Viele Grüße: Thomas Stierwald


3. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Riegel,

vielen Dank für Ihre Analyse der multikausalen Gründe für das Scheitern dieser Partei. Da ich es schon vorher sah, suchte ich eigeninitiativ aber vergeblich nach etwaigen Bündnispartnern bei thematisch passenden Kleinstparteien.

Bis vor kurzem sah ich die Partei DIE LINKE als einzige Opposition an und war schockiert, dass sie den illegalen Coronamaßnahmen nicht nur nicht widersprochen, sondern mit ihren Forderungen nach Zero Covid die Kanzlerin sogar noch in diesem Wahn bestärkt hat. Es gibt nur eine Partei, die sich dieses Themas angenommen hat und in den Medien als rechts diffamiert wird.

Zwar plädiert die Politikwissenschaftlerin Chantal Mouffe, die Gramscis Theorien weiterentwickelte, in ihren Werken für eine Sammelbewegung von diskriminierten Minderheiten. Dem sind Teile der LINKEN offenbar gefolgt, worüber sie jedoch ihr Kernanliegen, den Klassenkampf und die Verteidigung der Mittellosen vernachlässigt haben. Diesen Part hat Sahra Wagenknecht übernommen, das Missverhältnis zwischen Minderheiten und -bemittelten thematisiert, was nun zu ihrem Parteiausschluss führt. Da jubelt die Opposition!

DIE LINKE hat keinen Biss und kein Selbstbewusstsein und lässt sich jede Unverschämtheit der CDU/CSU wie rote Socken um die Ohren hauen, anstatt mal zu fragen, wie sie sich fühlen würden, wenn man sie aufgrund der vielen NAZIS in der Adenauerregierung als Nachfolgepartei der NAZIS beschimpfte? Sie ist sich selbst nicht treu und wird auch keine neuen Mitglieder mehr rekrutieren, es sei denn, sie stellt sich endlich als Vereinigte Linke neu auf und kann so alle linken Kräfte bündeln. Kürzlich erfuhr ich, dass die KPD jetzt noch einmal verboten werden soll. Sicher werden noch weitere Verbote linker Parteien folgen …

Wünsche Ihnen viel Kraft und Mut!
Karina Harris


4. Leserbrief

Liebe Redaktion,

ich möchte mich für den Kommentar von Tobias Riegel auf den »Nachdenkseiten: Die Linke steht vor dem Abgrund« bedanken. Einige Gedanken dazu. Es wird die Frage gestellt, ob die Wahlschlappe ein heilsamer Schock war? Kurz: Ich halte jede Wette, das war er nicht.

Die alten Protagonisten werden weitermachen wie bisher. 1000 Erklärung finden, der Rest des linken Wahlvolkes glaubt wie und je in seine Führung.

Seit 30 Jahren gehört zu den Erklärungen, wenn es um die eigenen Fehler ging, dass mit Fingern auf andere gezeigt wurde. Die Feststellung, dass Arbeiter sich von der Linken abwenden, ist eine Tatsache, aber nicht erst seit heute, sondern seit mindestens 30 Jahren. Was die Privatisierungen angeht, die die das in den linken Führungs- Etagen zu verantworten haben, spielten mit, man hätte niemand mehr mit ihnen gespielt.

Deshalb zu 2 Gedanken, die ich persönlich in meiner langen Erfahrung mit dieser Partei finden konnte.

Zum einen liegt das Problem im sogenannten subjektiven Faktor.

Eine opportunistische dominierende Führung rückte in regelmäßigen Abständen die Partei nach rechts. Es wurden jedes Mal die haarsträubendsten Erklärungen dafür abgegeben. Der Hintergrund bestand immer darin, dass die Protagonisten, nur um einmal 3 zu nennen wie Bartsch, Holter und Pau unbedingt ihrem eigenen Ego frönen mussten. Sie waren es, die vor 30 Jahren für einen sogenannten Erneuerungskurs sorgten, der vor allen Dingen darin bestand, die Partei von allen in ihren Augen unliebsamen Personen zu reinigen. Der sogenannte linke Flügel erwies sich als zu schwach. Sicherlich hängt das auch mit der DDR-Vergangenheit zusammen. Es war eine epochale Niederlage, die der sogenannte Sozialismus nicht nur in der DDR, sondern in den osteuropäischen Ländern erlebte. Angesichts dieser Situation wagte niemand zu sagen: wir machen es ab sofort anders, bis hierher und nicht weiter. Der Krebsschaden wurde auch bei der Vereinigung von WASG und PDS 2007 sichtbar. Es war eine Zangengeburt. Eine absichtliche. Doch auch darüber zu reden ist hier nicht der richtige Platz. Es kam wie es kommen musste, dass führende Genossen 2008 wie beispielsweise der Genosse Helmut Holter frank und frei, ohne dass ihm jemand in den Arm fiel, in einer der größten deutschen Illustrierten (Stern) erklären konnten:

»Sie (Die Linke – Einfgg. heha) muss sich glaubhaft und eindeutig zu ihrer Geschichte positionieren und das, was das SED-Regime ausgemacht hat, klar verurteilen: Terror, Mord, Repression«.

Damit erklärte der Moskauer Parteihochschulabsolvent Helmut Holter die Mitglieder der SED zu Terroristen und Mördern.

Wer ließ sich das gefallen? Bedauerlicherweise, mehr als man glaubt. Übrigens die Genossen Holter und Bartsch arbeiteten damals schon in Mecklenburg-Vorpommern eng zusammen.
Es könnte ein Roman geschrieben werden über die personelle Besetzung in den einzelnen Landesverbänden. Die Zeit und der Platz sind hier nicht gegeben.

Neben verschiedenen anderen Faktoren, kristallisierte sich im Laufe der Jahre ein geistiger Zustand heraus, der vor allen Dingen dadurch begünstigt war, dass in der Partei vor allen Dingen in den Basisgruppen kaum oder überhaupt keine theoretische Arbeit geleistet wurde. Eine Linke, ohne linke Theorie, kann den Laden schließen. Dieser Zustand wurde mit Absicht herbeigeführt, weil natürlich Genossen wie Holter, Bartsch und Pau jede ernsthafte theoretische Erörterung einer Situation ablehnen. Ihr Motto, die anderen sind schuld, wir machen weiter wie bisher. Allein die Argumentation, die Petra Pau anführte, um den Namen Albert Norden in Marzahn /Hellersdorf zu tilgen, spricht Bände für den geistigen Zustand einer ehemaligen DDR-Pionierleiterin.
Das Ergebnis der Bundestagswahlen 2021 für Die Linke kann niemanden überraschen, der einigermaßen bei Verstand ist.

Großmutter sagte immer, der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht.
Hoffentlich finden sich noch Genossen, die tatsächlichen einen Neuanfang
in Angriff nehmen.

Mit freundlichen Grüßen
Henning Hagen


5. Leserbrief

Liebes NDS-Team,

die Linkspartei hat sich komplett ins Abseits manövriert.
Einst fand ich mich der Linkspartei zugehörig, aber spätestens seit 2020 hat sich gezeigt, dass diese Partei keine klaren linken Ziele hat und sich dem Establishment komplett unterordnet.

Einige Beispiele wurden in dem Artikel ja genannt:

– Deren Genderwahnsinn z.B. in der Sprache und Personalpolitik (wie bei den Grünen)
– Offene Grenzen für alle (wie bei den Grünen)
– Cancel Culture (wie bei den Grünen)
– Coronapolitik (wie bei den Grünen)
– Identitätspolitik (wie bei den Grünen)
– Schießen immer wieder gegen den Individualverkehr (wie bei den Grünen)
– Greifen immer wieder eigene Parteimitglieder bzw. Politiker an, die sich für Verständigung und Zusammenarbeit mit Russland, Venezuela, Kuba, Syrien, Iran usw. einsetzen oder zumindest die Abschaffung der Sanktionen fordern (wie bei den Grünen)
– Stehen stramm hinter der EU und wollen noch mehr EU (wie bei den Grünen)

Auch haben mich folgende Themen davon abgehalten die Linkspartei zu wählen.

– Stehen nicht eindeutig zum BGE
– Stellen ihren Pazifismus immer mehr in Frage
– Keine eindeutige Linie wie sie zur allmählichen Bargeldabschaffung stehen und inwieweit sie die Einführung einer lückenlos überwachbaren und programmierbaren Kryptowährung der EZB begrüßen oder ablehnen werden
– Deren zwiespältige Linie zur Prohibition
– Privatisierungsvorhaben unter Beteiligung der Linken z.B. in Berlin
– Der abgehobene Abnicker Bodo Ramelow, der den Bezug zu den einfachen Menschen verloren hat
– Die neue (grüne) Linkenspitze ist ebenso blass und langweilig wie die vorherige. Und eine Frauen-Doppelspitze wäre ohnehin nicht nötig gewesen

Wo sind denn die revolutionären, lauten und kämpferischen Linken?
Da kann man ja auch gleich die Grünen und/ oder SPD wählen und sich dem neoliberalen Establishment unterwerfen.

BG
E


6. Leserbrief

Lieber Tobias Riegel,

danke für diesen Artikel, dessen Analyse ich teile und noch einige Aspekte dazu schreiben will.

Es ist in Deutschland schon seit vielen Jahrzehnten eine unselige Tradition geworden, Missstände zwar irgendwo durchaus in vielen klugen Analysen wahrzunehmen, aber dann genauso weiter zu machen wie vorher und sich dann (bei der nächsten klugen Analyse) kräfigst weiter zu wundern warum denn alles immer und immer schlimmer wird.

So wird sich seit Jahrzehnten fast täglich in Analysen besorgt darüber gezeigt, darüber das die Spaltung in Arm und Reich sich in der Gesellschaft vertieft und danach geschieht entweder gar nichts oder Maßnahmen die genau das Problem noch verschärfen. Die angeblich Linke z.B. verhökert Sozialwohnungen in Berlin an Immobilien Haie (dafür hätte auch die CDU völlig ausgereicht, dafür wählt niemand Links!)

Ebenso bei der Tatsache, das Deutschland technisch und wirtschaftlich langsam abgehängt wird (siehe auch heraus ekeln der Solar -und Windkraftindustrie durch unsinnige Vorschriften und Streichung der Förderungen). Man stellt das in jeder Debatte fest, macht aber nach dieser Debatte entweder gar nichts, oder erlässt Gesetze, die das Problem weiter verschärfen (z.B. neue Abstandsregeln für Windräder).

Genau das Selbe Problem haben wir bei den Linken. Das wurde schon oft analysiert, weil der Abstieg schon lange im Gang ist. Was gesschieht? Erstmal nichts bzw Fortsetzen der Anbiederung an die Grünen. Dann: Parteiausschlussverfahren gegen Sarah Wagenknecht! Ich habe mich – ähnlich wie Jens Berger – gefragt, ob die Linke jetzt endgültig durchgedreht ist. Im April hätte ich das garantiert für einen Aprilscherz gehalten. Damals – als ich begriff, das die das wirklich ernst meinen – habe ich mir schon gedacht, das die Linke wohl demnächst ein Problem mit der 5% Hürde bekommt

Für die sogg. “Analysten” in der TAZ, die sich jetzt wieder an Wagenknecht abarbeiten und Ursache und Wirkung vertauschen, stelle ich mein eigenes Wahlverhalten in dieser Bundestagswahl öffentlich:

Ich war lange Zeit Wähler der Linkspartei mit beiden Stimmen, habe aber die Partei mit Beginn des Mobbings gegen Sarah Wagenknecht und des Marxisten Flügels immer seltener gewählt (bzw bin oft gar nicht mehr zur Wahl gegangen).

Bei dieser Bundestagswahl habe ich gewählt 1. Stimme Linkspartei (nur weil Sarah Wagenknecht in NRW noch antritt!) 2. Stimme “die Basis”. Das heißt auch automatisch: Ohne Wagenknecht in NRW hätte die Linke auch die Erststimme von mir nicht mehr bekommen, da sie in der Corona-Politik völlig versagt hat. Deshalb 2.Stimme ab jetzt immer “die Basis”.

Den ganzen Analysten a la “TAZ” die sich gerne selbst als “links” wahrnehmen, und die nun Wagenknecht am schlechten Abschneiden der Linken die Schuld geben, kann ich nur sagen: klassischer Fall vom Verwechseln von Ursache und Wirkung, wie das fast immer bei Konservativen, die sich für “links” halten ist. So redet man sich Dinge (wie eine Partei z.B.) schön. Und das Verhalten ist ganz typisch für Konservative, die immer alles beim Alten belassen wollen.

Herzliche Grüße
M.H.


7. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Riegel, sehr geehrtes NDS.Team.

Sie haben es treffend beschrieben. Mir als Satiriker ist nicht mehr dazu eingefallen, es sagt aber auch schon alles.
[Anhang PDF]

Schade um die Linke. Auch Oskar Lafontaine wird im Saarland die Segel streichen.

Quo vadis.

Michael H. Schmitt


8. Leserbrief

Der Niedergang der PDL läuft schleichend seit vielen Jahren, ich war da sogar mal Mitglied gewesen. Aber nachdem die Seeheimer der PDL angefangen hatten Oskar Lafontaine zu mobben, bin ich ausgetreten und habe sie seitdem auch nicht mehr gewählt. Es war klar, wohin die Reise gehen wird. Außerdem: Was man von dieser Partei erwarten kann, demonstriert sie vor aller Augen bei ihren Regierungsbeteiligungen. Gar nichts kann man von dieser Partei erwarten, insbesondere kein Ende von Privatisierungen, Hartz IV. Dafür kamen Gendertüddelchen (ich nenne es lieber Gendergestammel), Identitätspolitik mit absurden Buchstabierwettbewerben, Cancel Culture, Migrationsförderung, Sprachpolizei und Denkverbote und vor allem ein absolut autoritärer Umgang mit jedweder abweichenden Meinung. Das, was sich im Umkreis der PDL an “Inhalten” und Verhaltensdipositionen in den vergangenen 2-3 Jahren etabliert hat, empfinde ich als abstoßend und angsteinflößend.

Noch abstoßender war und ist die Positionierung der PDL in der Corona-Angelegenheit, ihre kritiklose Übernahme der Erzählungen von Staat und Großkapital und ihr Umgang mit Kritikern am Corona-Regime. Diffamierung ohne Ende. Nur als aktuelles Beispiel eine angekündigte Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Stuttgart:
“«Fehlender Mindestabstand»
Die Corona-Pandemie und das Netzwerk der Demokratiefeinde
Einlass mit 3G – bitte führen Sie ihr Impfzertifikat, Genesenennachweis oder PCR-Testergebnis mit.
In Protesten gegen die Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung wird deutlich, wie tief die Skepsis gegenüber parlamentarischer Demokratie und wissenschaftlichen Erkenntnissen in ganz unterschiedlichen Teilen der Bevölkerung verankert ist: Impfgegner, Klimawandel-Leugner, Verschwörungstheoretiker, Reichsbürger und Neonazis marschieren nebeneinander – ohne Abstand. Dieses Buch, herausgegeben von Matthias Meinser und Heike Kleffner, analysiert das Phänomen einer erschreckenden Allianz: von neuen und alten Feinden einer aufgeklärten Gesellschaft und der Demokratie.”
Noch einen?
“No Corona, no cry
Dokumentarisches Theaterstück über die Genese der Corona-Proteste.
März 2020: Ganz Deutschland begibt sich in den Lockdown. Ganz Deutschland? Nein, ein junger Intellektueller erfindet in Berlin eine neue Bewegung. Er sieht in dem Coronavirus eine weltweite Verschwörung aufziehen und damit seine Chance gekommen, sich zur Ikone des Widerstands zu stilisieren. Und seine Ideen sind tatsächlich hochansteckend! Mithilfe von mehr und minder erfahrenen Multiplikatoren wächst seine Anhängerschaft innerhalb von einigen Monaten von einer Handvoll auf 1,3 Millionen Demonstrierende an. Mindestens.
Nach monatelangen Recherchen hat das nö theater ein dokumentarisches Theaterstück über die Genese der sogenannten Corona-Proteste entwickelt. Entstanden ist ein theatrales Labyrinth, das versucht Klarheit in die Absichten, Verbindungen und Ideologien der tonangebenden Schwurbler zu bringen. „No Corona, no cry“ ist eine (Verschwörungs-) Erzählung über Verführung, Profitgier, Narzissmus, Wahn und Wahrheit. Mit Musik. (…)
Eine Produktion des Klüngelpütz in Kooperation mit dem nö theater, gefördert durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW”
Die Warnung: “Achtung: Dieser Abend ist mit Vorsicht zu genießen.” hilft da auch nichts mehr.

Besser hätten Adorno und Horkheimer die Selbstzerstörung der Aufklärung, das Umschlagen von Aufklärung in neuen Mythos und Irrationalität nicht illustrieren können.
Am abstoßensten empfinde ich aber ihr totales Schweigen zum Menschheitsverbrechen der Corona-Kinderquälerei. Für nichts und wieder nichts – außer zu Nutz und Frommen von Big Pharma und Big Money.
So eine Partei ist vollkommen unwählbar! Und sie hat bekommen, was sie verdient. Was im Wahlprogramm sonst noch so steht, interessiert mich überhaupt nicht. Ich halte es mit dem Fußball-Philosophen Sepp Herberger: Entscheidend ist auf dem Platz!

Ich gebe es offen zu: Seit 2-3 Jahren habe ich auf ein Scheitern an der 5%-Hürde gehofft, es aber nicht für möglich gehalten, daß sie das so schnell hinbekommen. Diese Art von Salonlinken und autoritären Besserwissern brauche ich nicht. Kein bischen. Daß sie es dennoch (erneut) wegen der Direktmandate in den Bundestag geschafft haben, ist nur dann keine schlechte Nachricht, wenn die wenigen vernünftigen Leute im künftigen Bundestag jetzt endlich die Konsequenzen ziehen und diese Partei verlassen und eine eigene Gruppe aufmachen. Also das tun, was schon vor der Europawahl hätte getan werden müssen: “Aufstehen” in eine wählbare Partei umzuwandeln. Viele werden es im neuen Bundestag ja nicht mehr sein, die dafür in Frage kommen, nachdem solche Leute konsequent auf die hinteren Listenplätze verbannt worden waren. Dadurch spielt dieses Wahlergebnis paradoxerweise dem Kipping-Flügel sogar noch in die Hände, weil deren Übergewicht noch drückender sein wird.

Ein Wiedererstarken einer linken sozialistischen und freiheitlichen Kraft, die ihren Fokus auf die arbeitenden Schichten dieser Gesellschaft legt und nicht auf die Verstiegenheiten verwöhnter Mittelschichtssprößlinge und ihrer Karrierorientierungen (auf all die oben genannten Themen und Orientierungen baut man heute akademische und andere Karrieren auf) kann nur gelingen, und das ist meine felsenfeste Überzeugung, wenn es gelingt, Nichtakademiker als tragende Säule einer solchen Kraft zu gewinnen. Eine wichtige Ursache für den Niedergang der PDL (und anderer linker Gruppen) liegt darin begründet, das die Linke als solche heute nur noch als akademische Linke existiert.
Also: Wenn Sarah Wagenknecht jetzt nicht den Sprung wagt, dann ist ihr wirklich nicht mehr zu helfen.

WS


9. Leserbrief

Sehr geehrte Damen und Herren, lieber Herr Müller, sehr geschätztes Team der NDS,

seit Sonntagabend quält mich die Frage, obwohl es ja vielleicht schon abzusehen war, und obwohl es natürlich Antworten dazu gibt, sie quält mich trotzdem, denn ich verknüpfe sie mit der Frage, ob denn unsere Demokratie noch zu retten oder überhaupt noch real vorhanden ist:

Wo sind die Stimmen all der Menschen in Deutschland, die in Frieden leben möchten, innerhalb des Landes und auch mit allen anderen Völkern und Menschen, das ist doch kein unwichtiger Aspekt für eine Bundestagswahlentscheidung in Zeiten wie diesen – oder? Und wo sind die Stimmen all der Menschen, die am unteren Ende des Existenzminimums für ein halbwegs menschenwürdiges Leben leben, wo die Stimmen der Ausgebeuteten, wo die Stimmen der Menschen, bei denen es gerade mal so reicht zum (Über-)Leben, aber nicht für viel mehr, wo die Stimmen derjenigen, vieler Soloselbstständiger und Einzel-„Unternehmer“, die zumindest nicht wissen, wie sie eine längere persönliche Krise oder einen weiteren Lockdown oder ähnliches finanziell durchstehen sollen ohne das Wenige (vielleicht eine eigene Wohnung oder gar ein Häuschen) zu verlieren, was sie sich und ihren Familien bisher an Materiellem geschaffen haben im Leben? Und wo sind die Stimmen der Menschen, die tagtäglich für andere da sind, aber auf dem Lohnzettel und in ihren Arbeitszeiten behandelt werden wie Abschaum der Gesellschaft und ihre Arbeit, die wir fast alle einmal brauchen werden, doch gefälligst unter Bedingungen des ‚freien Marktes‘, zumindest des „freien“ Arbeitsmarktes erledigen sollen, wo die Stimmen all derer, die nicht recht wissen, wovon sie im Alter leben und wovon sie ihre Krankenversicherungsbeiträge bezahlen sollen, und nicht zuletzt: wo sind die Stimmen all der Menschen, die zwar selbst keine Not haben oder erwarten, aber denen das Schicksal eines wachsenden Anteils ihrer Mitmenschen in immer prekäreren Lebensumständen nicht am Allerwertesten vorbei geht? Auch diese Menschen gibt es, da bin ich ganz sicher.

Und bewusst zuletzt, weil komplex, aber nicht vergessen: wo sind die Stimmen all derjenigen Menschen, die zweifellos wissen, dass wir mit der Ausbeutung allen Lebens und der Zerstörung der Existenzgrundlagen allen Lebens auf dieser Erde wirklich nicht so weiter machen können, aber dass es nicht reichen kann, unseren eigenen Hintern zu retten, sondern dass wir auch alle anderen mitnehmen müssen auf dem Weg in eine bessere Zukunft … gerade die oben erwähnten, weltweit. Ja, doch, auch einmal selbst ein wenig verzichten, damit ein anderer Mensch etwas mehr haben kann, dem es eben heute noch nicht reicht. Auch von solchen Menschen kenne ich ein paar.

Aber wo sind ihre Stimmen? Zumal angesichts hoher Wahlbeteiligung. Wo? Das müssen doch mehr als 17% der aktiven Wählerinnen und Wähler sein?

Keine Partei des rot-schwarz-grün-gelben Einheits-Komplexes, der offenbar 83% der Parlamentssitze auf sich vereinigen wird, keine einzige, vertritt diese Interessen.
Das ist doch seltsam. Wie kann es das geben, dass sich dort fast alle Stimmen konzentrieren?

Natürlich geben Sie auch diese Antwort immer wieder selbst: Es ist die völlig unbemerkt zunehmende und (zumindest vor der Wahl) permanente Manipulation und Desinformation durch viele Medien, aus meiner Sicht ganz besonders der mit leider nach wie vor sehr hoher Glaubwürdigkeit behafteten ‚seriösen Qualitätsmedien‘, welche sich früher (zT. in Urzeiten) irgendwie positiv von der dumpfen Medienmasse abgehoben hatten, zB., aus der Sicht des Südostens (ja lachen Sie gerne über diese Naivität ?) die Süddeutsche Zeitung, der Spiegel, die TAZ, die Zeit, DLF, Bayern 2, manchmal mit mühsamem Englisch etwas Guardian etc.

Mein Sohn weist mich aber darüber hinaus, auch gestern in einem Gespräch zu diesen Themen, immer wieder auf ein – aus seiner jüngeren Sicht – offenbar noch viel schlimmeres (?) Phänomen hin, über das ich zwar mehrfach gelesen, das ich aber mangels entsprechendem Medienkonsum noch nie persönlich erlebt habe: die personalisierte Beeinflussung durch die sogenannten sozialen Medien. Weil ja bekannt ist, dass es dadurch schon zu Beeinflussungen von Wählern gekommen sein soll, hat das sicher Relevanz. Es scheint auch logisch. Warum sollen große Finanzinvestoren, die es sich leisten können, große renommierte Medien finanziell zu beeinflussen oder sogar anteilig zu kaufen, nicht auch die tatsächlich am Markt befindlichen Datensätze der professionalisierten Datensammler für staatslenkende Zwecke nutzen?

Nun möchte ich bei meinem eigenen Erleben bleiben: Ich kenne einige unterschiedliche Menschen, junge, alte, arme, reiche, sozial und wirtschaftlich privilegierte, benachteiligte, einfache, intellektuelle, ja ich habe einige Professoren in meinem weiteren „Freundeskreis“. Durchaus auch etliche Menschen, sogar Professoren, die sich gesellschaftlich, politisch, va. aber umweltpolitisch engagieren oder in jüngeren Jahren (kritisch!) engagiert haben, ehemalige (wirklich ehrliche!) Friedensmarschmitmarschierer. Die wohl schon überwiegend der Meinung sind, so, wie jetzt, kann es nicht weiter gehen in unserem Land.
Was passiert aber, wenn ich ein Thema oder eine Meinung einwerfe in die Kommunikation, auf das ich erst jetzt zB. in oder über die NDS gestoßen bin (wie Tatsachen zum NATO-Russland-Konflikt, zur Ukraine, zum Serbienkrieg, aber auch zu Corona oder gar den Grünen etc pp) und das sich dort anders darstellt als aktuell (was ja sogar nicht selten im Gegensatz zu deren eigener früherer Darstellung steht) im Spiegel oder der SZ oder gar der TAZ: „Ja xxx, wo beziehst Du denn Deine Informationen her??????“ – stumm und unausgesprochen (!) ergänzt durch die abstruse Warnung: ‚pass bloß auf, dass Du nicht in die Quer- oder Verschwörungsdenkerszene abgleitest!‘. Oder einfach betretenes Schweigen und zeitweiliger Kommunikationsabbruch.

Warum erzähle ich das?

Natürlich geht es auch um ein Stück Isolation. Will man in der Community bleiben, sollte man heute keine abweichenden Meinungen mehr haben, zumindest nicht vom Qualitäts-Medienmainstream abweichend. Aber darum geht es mir nicht vorrangig hier, auch wenn dieser Mechanismus zweifellos wirkt.

Viel mehr will ich auf etwas anderes hinaus: niemand sieht mein Kreuzchen in der Wahlkabine oder am Briefwahlzettel. Da bin ich (bisher) frei. Warum wählen so viele dann dennoch den rot-schwarz-grün-gelben Einheits-Komplex, wenn sie tatsächlich davon selbst oder viele andere Menschen, an denen ihnen etwas liegt, nur Nachteile dadurch bekommen?

Für mich ist die einzige erklärliche Antwort: weil sie das Grundnarrativ des Medienmainstreams glauben, zumindest mehr glauben, als die alternativen Narrative kleinerer Plattformen wie der NDS.
Das ist frustrierend, und ich habe keine Ahnung, wie man das durchbrechen könnte. Aber ich sehe bei Themen aus meinem Fachbereich, wo ich schon ein wenig Ahnung von der Materie habe, dass es hervorragend funktioniert.

Und insofern möchte ich auch – nur in diesem einen Punkt – dem heutigen Beitrag von Tobias Riegel widersprechen, auch wenn ich ansonsten dort, wo ich es auch beurteilen kann, mit ihm übereinstimme: Ich persönlich glaube nicht, dass es tatsächlich die (sehr wohl real existierenden!) Fehler der Linken sind, die ihnen die Stimmen gekostet haben, sondern fast ausschließlich die vereinte (!) Desinformation und Wahlkampfhilfe der vermeintlichen Qualitätsmedien. Denn wirklich alle 4 Parteien des Komplexes haben irgendwie Dreck an der Hose, z.T. weit mehr als die Linken – alleine es hat keine Rolle gespielt für die Wahl. Ich wage zu behaupten: wäre die Linke auch nur fast perfekt gewesen, was wirklich schön gewesen wäre, aber vielleicht am Ende noch frustrierender, sie hätte in diesem Wahlkampf auch nicht wesentlich mehr Stimmen bekommen. Wenn nur ein einziger Fussel an ihrer Hose geblieben wäre, die Medien und die 4 „großen“ Einheitsparteien hätten ihn zur Fata Morgana eines Misthaufens aufgeblasen. Denn trotz allem Makel war die Linke ja die einzige Partei jenseits der 5%-Schwelle, welche im Gegensatz zu allen anderen, schwer makelbehafteten Parteien, diese eingangs aufgezählten, für viele Menschen eigentlich wichtigen Themen vertreten hatte. Da gibt es – für obige Gruppen – eigentlich keine Logik, die anderen zu wählen.

Bitte vergessen Sie nicht, werte NDS-Macher, dass Sie und viele Ihrer Leser (sehr!) überdurchschnittlich politisch interessierte und kundige (!) Menschen sind und die Durchschnittswähler, egal ob politisch interessiert oder nicht, ob engagiert, bedürftig oder intellektuell, bei unserer heutigen fragwürdigen Lebensgestaltung einfach nicht die Zeit, viele vielleicht noch weniger die Energie und manche sicher auch nicht die Voraussetzungen haben (die soziale Ungleichheit lässt grüßen), sich so detailliert und vielseitig zu informieren. Die meisten Menschen sind einfach auf Medien ihres Vertrauens zur Information angewiesen – die schließlich auch in ihrem Freundeskreis anerkannt sein müssen.

Und gerade deshalb hadere ich, der ich Zeit meines erwachsenen Lebens ein Freund direkter Demokratie war und bin, mich ein ganzes Jahr lang sehr intensiv und unentgeltlich in eines der großen Volksbegehren im Bundesland eingebracht habe, zunehmend und immer wieder mit dieser Form politischer Entscheidungsfindung, weil ich zunehmend sehe, wie leicht Menschen (einschließlich meiner selbst) manipulierbar sind!

Dazu noch 2 Beispiele: ein Freund, Biologieprofessor (also fast ein wenig vom Fach), welterfahren, beruflich sehr erfolgreich, sehr demokratieaffin nach eigenem Bekunden, beruflich immer gern auf kontroverse Themen fokussiert, also keine Konfliktscheu, international publizierend, idR völlig unemotional, ist kürzlich fast ausgeflippt, als ich ihm in einem sehr freundschaftlichen Gespräch erzählt hatte, dass es mich nervt, als Ungeimpfter immer mehr aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden. Ja, er sei ohnehin für eine Impfpflicht, auch für Kinder, auch eine 3. Impfung, die Ungeimpften sollte man völlig aus der Gesellschaft ausschließen, so kriegen wir die Pandemie nie in den Griff, wir brauchen mindestens 80% Impfquote, das Sterberisiko sei enorm, und jedenfalls sollten die Ungeimpften dann nicht die Krankenhäuser blockieren dürfen wenn sie sich infizieren. Das hat er wirklich alles ernsthaft GEGLAUBT. Dass auch Geimpfte infektiös seien (damals waren Infos aus USA und Israel zur Delta-Variante bei Geimpften schon bekannt) wusste er nicht. Die Biontec-Leute seien Idealisten, die nur an der Technologie, guten Ergebnissen und Hilfe für die Menschheit interessiert seien, kein Interesse an Geld hätten. Damals waren die Verträge aus Albanien schon geleakt und die Gewinne öffentlich. Woher er das denn wisse? Na da war ein ganz schöner Artikel kürzlich im Spiegel …

Und zuletzt auch mich selbst als Beispiel (lachen oder weinen Sie gern wieder über meine Naivität): Ich bin seit meiner späten Jugend politisch und später auch in meinem Fachbereich kritisch und immer wieder engagiert, habe auch entsprechende Freunde. Mein Medienkonsum zur Informationsbeschaffung in der knappen freien Zeit war an diesen Freunden orientiert, s.o. Zuletzt war ich aber immer mehr unzufrieden mit diesen Medien, weil mir auffiel, dass zu bestimmten Themen, bei denen ich etwas mehr Ahnung oder Interesse daran hatte, bisweilen seltsame Narrative verfolgt wurden, die ich nicht für glaubwürdig hielt oder sogar wusste, dass sie nicht zutreffen und über die Ursachen rätselte. Zunehmend hörte ich auch kritische Stimmen über unsere Qualitätsleitmedien: Lückenpresse, Lügenpresse, Einheitspresse … natürlich nicht von den Freunden. Ich gebe zu, dass mich derartige Bewertungen eher abschreckten als dass ich ihnen vertraute! Das konnte ja gar nicht sein! Wenn in der SZ oder im Spiegel was Falsches steht, dann kann das doch nicht unerkannt bleiben!? Da würde doch die „Konkurrenz“ gleich einhaken!? Der Journalismus ist doch das Korrektiv im freien Staat!? Und bisweilen schreiben die ja selbst ganz kritische Texte, die ich gut finde … komisch. Ich fand keine rechte Linie.

Dann bekam ich von 2 Menschen unabhängig voneinander die NDS empfohlen. Auch Freunde, etwas zurückhaltender. Menschen, denen ich aber vertraute. Ich schaute rein, war interessiert. Aber unendlich skeptisch. Was da steht. Das kann doch nicht sein!? Ob die nicht von Russland finanziert oder beeinflusst werden? (s. zB. heute – dazu muss ich aber sagen, ich habe gar nichts gegen Russland, ganz im Gegenteil, nur natürlich vermute ich, dass es auch dort schlimme Manipulation gibt, auch wenn ich sogar von der Rede Putins im Bundestag und auch von seinem heurigen Text in der Zeit schon sehr bewegt war). Aber ich blieb dran, hartnäckig und um Verstehen bemüht wie ich halt bin, und bin heute dankbar für dieses große, reiche Panorama an Information, auch in den verschiedenen (Video)-Hinweisen (des Tages oder der Woche) …

Heute verstehe ich auch, was mit dem Informationskrieg gemeint war, von dem ich seit vielen Jahren lese. Wir sind mitten drin. Ich konnte mir das nie so vorstellen – und dabei halte ich mich nicht für besonders beschränkt in meinem Vorstellungsvermögen, im Gegenteil. Und hatte sogar oft recht gelegen mit frühen „Visionen“.

Aber es geht ja noch um viel mehr als die Parteienkonstellation in unserer Bundesregierung. Es gibt noch viel mehr zu verlieren, was unsere Gesellschaften, va. im letzten Jahrhundert schon an Positivem errungen haben. Deshalb: DANKE HERZLICH und verlieren Sie nicht den Mut und bleiben Sie dran – und überlegen wir uns alle, wie wir auf dieser Basis Demokratie, Frieden, Freiheit, Menschlichkeit und der Bewahrung unserer Erde in einer Graswurzelbewegung mehr Gewicht geben können.
Leider habe ich im Augenblick keine Idee dazu.

In diesem Sinne, herzlich,
N.N.

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