“NRW School of Governance” gefördert von der RAG, soll ein Netzwerk für Führungskräfte für Politik und Wirtschaft schaffen.

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Von einer „Kennedy School“ in Duisburg träumt der inzwischen bundesweit zum Wahlexperten der Medien avancierte Karl-Rudolf Korte von der „Forschungsgruppe Regieren“ von der Universität Duisburg-Essen.
“Governance-Schulen“ dienten der Generierung eines neuen Typus von Führungskräften in Politik und Wirtschaft. Dabei entstünden lebenslange Netzwerke, wie man sie von anderen Eliteanstalten im Ausland kennt. Old Boys Networks jetzt auch in Deutschland?

In Frankreich protegieren die „ausgewählte Schar“ (Michael Hartmann) der Spitzenkräfte die „Camarades“ aus den „Grandes Écoles“. In England hat man kaum eine Chance nach oben zu kommen, wenn man nicht schon auf einer der neun berühmtesten „Public Schools“ à la Eton war und danach in „Oxbridge“ studiert hat und damit zum „Old Boy Network“ gehört. Die Upper Class in den USA kommt überwiegend von „St. Grottlesex“ (also den renommierten Privatschulen St. Paul“, Groton und Middelsex) und dem Dutzend Ivy Leage-Hochulen (also etwa Harvard, Yale oder Princeton). In Japan muss man der „Todai-Connection“ angehören um nach Oben zu kommen. In Deutschland muss man künftig an der „NRW School of Governance“ an der Universität Duisburg-Essen studieren um in einem Netzwerk der Führungselite aufgenommen à la Kennedy School in Harvard aufgenommen zu werden.
Das meint zumindest, der Professor Karl-Rudolf Korte. Er vermeldet glücklich, dass er für diese Idee nun einen Sponsor gefunden hat. Es ist die Ruhrkohle AG. 100.000 Euro will die RAG zur Gründung und Etablierung dieses Projektes spendieren.

So arg überzeugt scheint die Wirtschaft von dieser Idee aber wohl nicht zu sein. Mit dem Geld lässt sich gerade mal ein wissenschaftlicher Mitarbeiter für ein Jahr finanzieren.
Danach dürften die Blütentäume von den „Camarades“ oder dem „Old Boy Network“ von Professor Korte auch wieder verwelkt sein. Hoffentlich!

Wer sich von unseren Lesern für die Selbst-Rekrutierung von Eliten interessiert, möge das Buch „Elite-Soziologie“ von Michael Hartmann in die Hand nehmen.

Quelle: idw

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