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Albrecht Müller Wolfgang Lieb
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21. Dezember 2014
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Ist die Bundesagentur für Arbeit Teil des Problems?

Verantwortlich:

„Steuern nach Zahlen ist wie Malen nach Zahlen. Es kommt keine Qualität zustande. Wir müssen aufhören, die Führungsleistung in erster Linie an Zahlen festzumachen.“
Eine schonungslose Analyse des Vorsitzenden des Hauptpersonalrats der BA.

…“lm Zeitvergleich der vergangenen 5 Jahre (2007 – 2011) lässt sich … feststellen:

Vermittlungsvorschläge sind mehr Masse statt Klasse.

  • Die Gesamtzahl der Vermittlungsvorschläge ist mit knapp 19 Mio. auf das Zweieinhalbfache gestiegen.
  • Die Zahl der Vermittlungsvorschläge je Stellenzugang hat sich mehr als verdoppelt (9,1 je Stellenzugang).
  • Der Anteil der erfolgreichen Vermittlungsvorschläge bewegt sich konstant auf niedrigem Niveau mit fallender Tendenz seit Jahren (2011: 2,1%).

Der Erfolg der Stellenbesetzungen geht vor allem auf das Konto der Leiharbeit.

  • Die Anzahl der Vermittlungsvorschläge in Leiharbeit hat sich mit knapp 9 Mio. mehr als verdreifacht (276%)
  • Die Relation der ausgegebener Vermittlungsvorschläge in Leiharbeit und solcher in Nicht-Leiharbeit hat sich gravierend zu Gunsten der Leiharbeit verschoben (2007 kommen auf 1 VV in Leiharbeit 3,1 VV in ,,reguläre” Arbeit; 2011 ist das Verhältnis 1: 1,7).
  • Die zentrale Steuerungskennzahl ,,Anzahl erfolgreich besetzte Stellen” weist zwischen den beiden Vergleichsjahren insgesamt einen Anstieg um78,5% aus. Die Anzahl erfolgreicher Stellenbesetzungen in Leiharbeit hat sich dabei mehr als verdreifacht (242%). Der Anstieg der erfolgreichen Stellenbesetzungen in ,,reguläre” Arbeit fäIlt dagegen mit 39% vergleichsweise bescheiden aus.
  • Einzelne Agenturen erwirtschaften bis zu 70% ihrer Besetzungserfolge über Leiharbeit.

Vermittlungsaktivitäten in Leiharbeit wurden massiv verstärkt.

  • War der Anteil der erfolgreich besetzten Stellen zum Stellenangebot 2OO7 in der Leiharbeit noch halb so hoch wie in der regulären Arbeit, so haben sich die Werte bis in die Gegenwart angeglichen; 2010 lag der Erfolgsanteil in der Leiharbeit sogar über demjenigen der ,,regulären” Arbeit.

Die Nachhaltigkeit der lntegrationen ist gering.

  • Mehr als sechs von zehn Menschen stehen 12 Monate nach ihrer lntegration nicht mehr in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.
  • Der Nachhaltigkeitsgrad ist innerhalb der letzten Jahre deutlich gesunken.
  • Mehr als die Hälfte der Beschäftigungsverhältnisse in Leiharbeit endet bereits nach weniger als drei Monaten. (2010: 56%)
  • Der oft zitierte ,,Brückeneffekt” der Leiharbeit wird von unseren Arbeitsmarktforschern kritisch gesehen. Der Übergang in reguläre Beschäftigung gelingt nach zwei Jahren nur 8%o der Arbeitslosen. (lAB 2009)

Das Armutsrisiko ist hoch.

  • Fast 40% der arbeitslos gewordenen Leiharbeitskräfte sind bei Eintritt der Arbeitslosigkeit auf Hartz lV angewiesen (2010).“

Quelle: Diskussionspapier „Perspektive Qualität“ des Vorsitzenden des Hauptpersonalrats, Eberhard Einsiedler, Nürnberg im Oktober 2012 [PDF – 9.5 MB]

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