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7. Dezember 2016
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Handelt jetzt! – Der Titel eines von Heiner Flassbeck initiierten Manifestes von fünf Ökonomen aus aller Welt trifft den Nagel auf den Kopf.

Veröffentlicht in: Finanzpolitik, Rezensionen, Wirtschaftspolitik und Konjunktur

Schnelles richtiges Handeln ist dringend erforderlich. Aber die Mehrheitsmeinung in Politik, Wissenschaft und Medien ist so verfestigt, so borniert, dass die dringliche Aufforderung der Ökonomen Paul Davidson, James K. Galbraith, Richard Koo, Jayati Ghosh und Heiner Flassbeck, uns vor den Gefahren einer neuen gefährlichen Weltwirtschaftskrise zu bewahren, vermutlich auch wieder am Beton der herrschenden Meinung abprallen wird. Ich wünsche diesem Buch und dem Aufruf von Herzen ein anderes Schicksal. Aber das ständige Wiederauferstehen der herrschenden Kreise wirkt einfach ernüchternd. Dennoch, der international abgesicherte Vorstoß könnte Kreise ziehen. Die wichtigsten Elemente des Buches werden, orientiert am Manifest, vorgestellt. Albrecht Müller

Die gemeinsame, klare Botschaft aller fünf Autoren lautet:

Ergreift Maßnahmen zur Belebung der Weltkonjunktur. Der Neoliberalismus ist gescheitert. Verhindert den Rückfall in Nationalismus und Kampf der Nationen. Eine ernsthafte internationale Kooperation und eine sofortige Beendigung der Austeritätspolitik sind das Gebot der Stunde.

Dem folgen einige Feststellungen und Forderungen:

  • Die Weltwirtschaft befindet sich in der schwierigsten Lage seit den dreißiger Jahren.
  • Die Finanzkrise wie die sich nun anbahnende Krise in der Realwirtschaft sind keine Naturereignisse. Sie sind von Menschen gemacht. Sie sind die mittelbare und unmittelbare Folge von ökonomischen Irrlehren, die in den letzten 30 Jahren wieder belebt wurden, während die wichtigen Lehren aus der großen Depression vergessen und verdrängt wurden. Unverstanden ist vor allem, wie Paul Davidson im Buch zeigt, welche Bedeutung objektive Unsicherheit hat und wie groß infolgedessen die Rolle des Staates sein muss.
  • Die Politik muss die Macht der Finanzmärkte drastisch einschränken.
  • Die Arbeitsmärkte der westlichen Welt müssen nicht weiter flexibilisiert, sondern auf stabile Erträge für die Menschen ausgerichtet werden.
  • Die Geldpolitik muss in der Krise mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln vor allem die Deflationsgefahr bekämpfen.
  • Die Finanzpolitik in der industrialisierten Welt muss jetzt einer neuen Rezession gegensteuern.
  • Die globale Wirtschaftspolitik muss auf allen Ebenen und schnell die Konsequenzen aus dem Scheitern des Neoliberalismus ziehen. Gelingt ihr das nicht, ist mehr als nur Einkommenswachstum und einige Arbeitsplätze gefährdet; der über Jahrzehnte aufgebaute Wohlstand ist dann in Gefahr und mit ihm die demokratische Ordnung unserer Staaten.

Dass Heiner Flassbeck seine Kollegin und seine Kollegen an einen „Tisch brachte“ und der Westend Verlag dieses Buch hier bei uns veröffentlicht hat, ist sehr verdienstvoll.

Ein paar Daten zum Buch: 215 Seiten, erschienen und vorgestellt in dieser Woche. Euro 17.99.

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