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Hinweise des Tages

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  1. Investivlohn
    • Vergiftetes Geschenk
      In seltener Einigkeit werben von der Kanzlerin über CDU und SPD bis hin zum Bundespräsidenten Politiker für den Investivlohn. Der soll Arbeitnehmer stärker an Unternehmensgewinnen beteiligen. Das klingt gut – aber zu Ende gedacht wurde das Thema nicht.
      Quelle: SZ
    • Populistischer Irrweg
      Vielleicht sollte jemand der Bundeskanzlerin und dem SPD-Vorsitzenden einmal berichten, was es an Bankschaltern oder bei Onlinebrokern so zu kaufen gibt. Da gibt es zum Beispiel Aktien aller Art und in verschiedensten Formen der Bündelung.
      Quelle: FTD
  2. Bahngewerkschafter freuen sich auf die Börse
    Wenn die Vorstände der drei Bahngewerkschaften Transnet, GDBA und GDL ihre Linie beibehalten, dann hat die Privatisierungslobby ein leichtes Spiel und freie Hand bei der Zerschlagung der Deutschen Bahn (DB AG). Die Erfahrungen beim Verkauf anderer Staatsunternehmen interessieren nicht.
    Quelle: Junge Welt
  3. Geld verschwindet auf den Kapitalmärkten?
    Zwischen 1989 und 2004 erwirtschaftete GE Gewinne von insgesamt 139 Milliarden Dollar. Davon landeten 61,3 Milliarden in den Taschen der Aktionäre, und weitere 30 Milliarden Dollar dienten dem Rückkauf von eigenen Aktien, um den Börsenkurs zu stützen. Von den 139 Milliarden Gewinnen wurden also lediglich 49 Milliarden real investiert, der Rest “verschwand” auf den Finanzmärkten…
    Zur Zeit schlagen wir uns mit etwa 9 000 Hedge-Fonds herum, die mit schätzungsweise mehr als 1,1 Billionen Dollar wild spekulieren, und bestaunen (offizielle) Devisenreserven allein der Notenbanken von 4,7 Billionen Dollar. Der weiter wachsende Überfluss an Kapital taumelt und schlingert über die globalisierten Finanzmärkte und sucht vergeblich nach Befriedigung.
    Quelle: FR

    Kommentar AM: Es ist zwar üblich geworden so zu denken wie der Autor Hermannus Pfeiffer. Aber richtig muss es dennoch nicht sein. Die im ersten Absatz zitierten knapp 90 Milliarden sind noch nicht verschwunden. Wenn die Aktionäre nicht ganz blöd sind, dann haben sie die 61,3 Milliarden ausgeschütteten Gewinne angelegt. Und auch jene Aktionäre, die beim Rückkauf von Aktien für ihre Aktien Barmittel vom Unternehmen erhalten haben, haben diese 30 Milliarden vermutlich nicht in den Sparstrumpf getan.
    Insgesamt ist auch dieser Kommentar wie schon der Artikel in Le Monde Diplomatique ein Beispiel für die Irrationalität, die auch linke Kreise erfasst hat. „Billionen jagen um den Erdball“, so die üblichen Einlassungen. Sie werden auch durch Wiederholung nicht richtiger.
    Berechtigt ist die Kritik daran, dass der Kapitalmarkt immer mehr zu einem von Spekulation geprägt Markt entartet. Aber man muss die Kritik daran ja nicht mit obskuren Vorstellungen über das Verschwinden von Milliarden anreichern.

  4. Postdienste: Verdi kritisiert Minilöhne für Jugendliche
    Verdi befürchtet, dass der deutsche Ableger des niederländischen Postunternehmens TNT nach dem Fall des Briefmonopols 2008 Jugendliche für 10 bis 15 Euro für eine dreistündige Tour bei der Briefzustellung einsetzen wird. Gegen Taschengeld-Löhne von TNT könne die Deutsche Post mit ihren sozialversicherungspflichtigen Jobs nicht bestehen.
    Quelle: FR
  5. Sozialverbände: Rentnern droht neue Verarmungswelle
    Mit Empörung haben führende Sozialverbände auf die Ankündigung von weiteren Nullrunden für Rentner reagiert. Der Präsident des Sozialverbandes VdK, Walter Hirrlinger, sagte der Berliner Zeitung. “Die Nullrunden werden durch zusätzliche Belastungen für die Betroffenen zu Minusrunden.” Die Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Barbara Stolterfoht, bezeichnete die Nullrunden als “Rentenkürzung durch die Hintertür” und warnte vor dem Irrglauben, der schwachen Finanzierung der Rentenkassen nur durch Nullrunden und Kürzungen begegnen zu wollen.
    Quelle: BZ
  6. Alles schnell zu Protokoll
    Eine Herbstnacht vor ein paar Wochen. Im Reichstag ist laut Tagesordnung des Deutschen Bundestags für 03:40 Uhr eine Sitzung zu Tagesordnungspunkt 28 angesetzt; Thema: Kinderarmut. Aber die Debatte findet nicht statt. In dieser Nacht zeigt sich, wie die Regierung unter Kanzlerin A. Merkel seit einem Jahr regiert: Das Parlament wird entmachtet.
    Quelle: TAZ
  7. Alle waren Opfer
    Flucht und Vertreibung II: Hans-Christoph Blumenbergs manipulativer TV-Film »Die Kinder der Flucht«. Die authentischen Geschichten, auf denen der Film beruht, sind ergreifend. Doch woher der Krieg kommt, ja warum es ihn überhaupt gibt, ist nicht zu erkennen. Von Evelyn Finger.
    Quelle: ZEIT
  8. US-Geheimbericht: Krieg im Westirak nicht zu gewinnen
    Präsident George W. Bush ist entschlossen, die US-Truppen erst nach erfolgreicher Erfüllung ihres Auftrags abzuziehen. Das kann dauern: Ein Memorandum der Marines stellt fest, dass sich Gebiete im Westen fest in der Hand der al-Qaida befinden.
    Quelle: WELT
  9. Kurt Beck und der SIEMENS-Korruptions-Skandal
    Von einem Wirtschaftskongress der Sozialdemokraten in Berlin wird berichtet, dass „SPD-Chef Beck fürchtet, Schmiergeldzahlungen könnten sich in die Realität einschleichen.“
    Quelle: Netzeitung

    Ein NachDenkSeiten-Leser sandte uns dazu einen launigen Kommentar:

    „Wer im Handel mit Anlagen oder Maschinen tätig war oder ist, wird bestätigen, daß Schmiergelder oder Schmiergeld ähnliche Leistungen seit langer Zeit eine Realität sind – vor allem bei Geschäften mit dem Ausland. In der Baubranche scheint es gar nicht mehr ohne “Vitamin B” zu funktionieren. Tausende von Zeitungsberichten aus den letzten Jahrzehnten zeigen uns doch nur die Spitze eines Eisberges. Leider hat Kurt Beck während der ganzen Zeit davon nichts gemerkt.
    Wie wäre es mit einem offenen Brief an den SPD-Parteivorsitzenden? Dieser könnte ungefähr so beginnen:

    Lieber Kurti!

    Wir haben beschlossen, die Wirklichkeiten des Lebens nicht mehr länger vor Dir geheim zu halten. Deine Position macht es erforderlich, daß Du endlich alles erfährst…

    Mit freundlichen Grüßen“

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