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Albrecht Müller Wolfgang Lieb
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21. Dezember 2014
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Konsumschock und der klügste Wirtschafts-Professor: Sinn

Verantwortlich:

Heute melden die Medien mit Berufung auf eine Erhebung des Marktforschungsinstituts Gfk, das „Konsumklima schwächt sich im Januar wegen Mehrwertsteuer-Erhöhung ab“. Erstaunlich ist das nicht. Wenn man die wirtschaftliche Entwicklung einigermaßen nüchtern betrachtet und die massive Mehrwertsteuererhöhung angesichts eines äußerst schwachen Aufschwungs sachlich bewertet, dann kann man zu keiner anderen Vorhersage kommen.
Apart in diesem Zusammenhang: Gestern hat die Bild-Zeitung den Münchner Professor Hans-Werner Sinn mal wieder als den klügsten Wirtschafts-Professor vorgestellt. In seinem Interview hat er zum Sparen geraten. Damit liegt er genauso schief wie in seinem Buch, als er Export und Import verwechselte. Wir dokumentieren zu Ihrer Information einiges zur Inkompetenz von Prof. Sinn und zur konjunkturellen Lage. Albrecht Müller.

  1. Zur Meldung zum Rückgang des Konsums:
    KONSUMSCHOCK
    Mehrwertsteuer verhagelt die Kauflaune
    Der Konsumrausch ist vorbei. Die Menschen in Deutschland haben, wie von vielen
    Experten befürchtet, zu Beginn des Jahres ihre Ausgaben stark eingeschränkt. Der GfK-Indikator fiel wegen der Erhöhung der Mehrwertsteuer schlagartig von 8,5 auf 4,8 Punkte.
    Quelle: SPIEGEL ONLINE
  2. Einige einschlägige Texte aus den NachDenkSeiten und aus „Machtwahn“ zur Einordnung der Meldung über den Konsumeinbruch.
  3. Zur Inkompetenz des laut Bild-Zeitung „klügsten Wirtschafts-Professors“ Sinn
    • In dem Interview mit der Bild-Zeitung, zu dem der Link leider nicht mehr funktioniert, hat der Professor zum Beispiel gesagt: „Da es an Beitragszahlern fehlt, sollten die Bürger zum zusätzlichen Sparen verpflichtet werden. … dann muss eben mal auf die Urlaubsreise oder das neue Auto verzichtet werden.“ Und dann forderte er im Kontext mit der von ihm propagierten Riester-Rente eine Spar-Pflicht der Kinderlosen.

      Ich will hier nicht den Unsinn dieses Vorschlags kommentieren, sondern nur die makroökonomische Unvernunft, die Grundlage all dieser Vorschläge ist. In der jetzigen konjunkturellen Situation, die auf absehbare Zeit anhält, die Deutschen zu weiterem Sparen zu animieren oder gar sie dazu zu verpflichten, zeugt von unglaublicher Inkompetenz. Die Sparquote in Deutschland ist mit über 10% ohnehin sehr hoch.

      Und noch etwas wird an der Einlassung von Prof. Sinn sichtbar: Die Vernetzung und Abstimmung der Meinungsführer im Mainstream. Den gleichen Unsinn hatte nämlich Bundesfinanzminister Steinbrück und nach ihm der frühere Arbeitsminister Walter Riester schon im Sommer erzählt. Dass dies immer wiederholt wird, ist kein Zufall. Wenn man eine fragwürdige Botschaft als glaubwürdig erscheinen lassen will, dann muss man ein Netzwerk von Gleichgesinnten finden, die die gleiche Unwahrheit immer auch erzählen. Was sollen dann die Menschen machen? Sie werden beginnen, auch Unsinniges zu glauben. Das ist nicht ihre Schuld. Man kann nicht von jedem erwarten, dass er diese Machenschaften durchschaut.

      Zurück zur makroökonomischen Unvernunft: Sinn, Steinbrück und die anderen, alle die die Erhöhung der Mehrwertsteuer beschlossen haben, gefährden so die ohnehin labile konjunkturelle Belebung. Sie sind wie der Professor Sinn makroökonomisch inkompetent. Siehe auch das Vorwort in Machtwahn.

    • Von den Weltmärkten verdrängt?
      In seinem Buch „Ist Deutschland noch zu retten“ musste Professur Sinn von einer Auflage zur nächsten eine aus seiner Sicht wichtige Grafik austauschen. Er hatte Importe und Exporte verwechselt oder er wollte uns hinters Licht führen. Das ist noch nicht geklärt. In den NachDenkSeiten gibt es einen Text aus „Machtwahn“ zu diesem Vorgang.
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