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Nachtrag: Klötze am Bein der neoliberalen Ideologie.

Veröffentlicht in: Neoliberalismus und Monetarismus

Zum Tagebucheintrag „Die Klötze am Bein einer von der herrschenden Lehre geprägten Volkswirtschaft“ erhalten wir anregende Ergänzungen, die wir gerne an Sie weitergeben.

„Zu Ihrer Analyse von der bewußten Schaffung von Ineffizienz im
Neoliberalismus fielen mir spontan die folgenden Beispiele ein:

  • Studiengebühren: Bisher wurde das Studium vom Staat bezahlt, jetzt trägt der Student einen Teil durch Studiengebühren bei. Für das Einsammeln von Steuern gehen 2% der Steuersumme drauf, für die Verwaltung der Studiengebühren nach glaubwürdigen Schätzungen 33-50%. Die Studiengebühren werden also zum großen Teil für die Errichtung einer Verwaltungsstelle zum Einsammeln von Studiengebühren vergeudet. Völlig irrsinnig, natürlich. Das Einsammeln von Steuern gilt dagegen als „unmodern“ und „ineffizient“…
  • Studienkredite: Wenn der Staat Schulden aufnimmt, um den Unterhalt der Studenten z. B. durch BaFÖG zu bezahlen, muß er ca. 4% Zinsen bezahlen, für die auch der Student als Arbeitnehmer irgendwann geradestehen muß; für Studienkredite dagegen werden Konsumentenkredit-Zinsen zwischen 6 und 8% fällig. Volkswirtschaftlich gesehen ist der Zinsunterschied für den Studenten – und für den Staat – sehr nachteilig.
  • Die Praxisgebühr: Was kostet wohl das Einsammeln der 10 Euro Praxisgebühr? Die Arzthelferin muß in ihrem Rechner nachschauen, ob die Praxisgebühr schon bezahlt worden ist, dann das Geld einsammeln, evtl. Wechselgeld rausgeben und eine Quittung ausstellen. Falls möglich, muß der Patient seine Bedürftigkeit nachweisen, um von der Praxisgebühr freigestellt zu werden. Wenn der Patient nicht zahlt – oder nicht zahlen kann -, tritt das Inkasso der Krankenkassen inkraft. Der Patient wiederum kann die Praxisgebühr, zumindest im Einzelfall, ggf. bei der Steuer angeben, wo die Quittung wieder geprüft wird. Mir scheinen 2 Euro als Verwaltungskosten für die Bearbeitung der 10-Euro-Praxisgebühr realistisch, das wären dann 20% Verwaltungskosten, also die reine Verschwendung. Gilt aber als „modern“ wg. „Eigenverantwortung“.“
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