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5. Dezember 2016
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„Arbeitszeitverlängerungen schaffen Arbeitsplätze“? Ein weiterer Mythos wird durch die Wirklichkeit zerstört

Veröffentlicht in: Arbeitsmarkt und Arbeitsmarktpolitik, Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaftspolitik und Konjunktur

Der „Aufschwung“, von dem jetzt überall die Rede ist, erreicht im verarbeitenden Gewerbe jedenfalls nicht den Arbeitsmarkt. Das Umsatzwachstum im Verarbeitenden Gewerbe von 6,5% im Jahre 2006 geht ausschließlich auf „die Knochen“ der Arbeitnehmer: 0,6% weniger Arbeitnehmer schaffen laut Statistischem Bundesamt nicht nur mehr Umsatz sondern leisten auch 0,1% mehr Arbeitsstunden. Dabei wurden doch in den letzten Jahren ständig die Legende verbreitet, dass durch die Arbeitszeitverlängerungen (ohne Lohnausgleich) Arbeitsplätze gesichert würden, ja das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft behauptete sogar, sie hätten sogar „beschäftigungsfördernde Wirkung“.

Im Jahresdurchschnitt 2006 waren 5,9 Millionen Personen in den Betrieben des Bergbaus und des Verarbeitenden Gewerbes von Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten tätig. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt , sind dies 33.000 Personen oder 0,6% weniger als im Jahresdurchschnitt 2005. 2006 wurden 9.195 Millionen Arbeitsstunden geleistet; 0,1% mehr als im Vorjahr. Die Entgelte lagen mit 230,1 Milliarden Euro 1,8% höher als 2005. Gegenüber 2005 steigerte sich der Gesamtumsatz (ohne Umsatzsteuer) um 6,5% auf 1.585,7 Milliarden Euro. Dabei nahmen der Inlandsumsatz um 4,1% auf 920,9 Milliarden Euro und der Auslandsumsatz um 10,1% auf 664,8 Milliarden Euro zu. Mehr

Die Statistik belegt ferner, dass der Inlandsumsatz erheblich bedeutender ist als der Auslandsumsatz und dass das Umsatzwachstum im Inland deutlich hinter dem Export hinterherhinkt. Auch hier erweist sich also, dass erstens die internationale Wettbewerbsfähigkeit durchaus gegeben ist und die Binnennachfrage hinterherhinkt.

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