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Hinweise des Tages

Verantwortlich:

  1. Gute Konjunktur, schlechte Jobs
    Der Aufschwung bringt vor allem Teilzeitstellen. Experten fürchten, dass er an vielen Arbeitslosen ganz vorbeigeht.
    Quelle: Tagesspiegel

    Anmerkung: Festzuhalten bleibt, dass die politisch geförderte Umwandlung sozialversicherungspflichtiger Vollzeitarbeitsplätze in prekäre Teilzeitjobs unverändert weitergeht und dass der Aufschwung zu schwach ist, um die Arbeitsmarktlage nachhaltig zu verbessern.

  2. Prekäre Lage
    Tagung an Berliner FU: Trend zu deregulierten Beschäftigungsverhältnissen darf für Gewerkschaften kein Randthema sein.
    Quelle: Junge Welt
  3. Vorstandsgehälter: Ackermann übertrifft alle
    Nicht nur die Gewinne der Dax-Konzerne sind 2006 deutlich gestiegen, auch die Vorstandsgehälter legten entsprechend zu. Die Gehälter aller Dax-Vorstände sind im vergangenen Jahr um durchschnittlich 16,9 Prozent gestiegen. Mit Abstand Topverdiener war Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann.
    Quelle: FOCUS
  4. Neue Linke fordert die SPD heraus
    Linkspartei und WASG haben die entscheidenden Weichen für die gemeinsame Partei “Die Linke” gestellt und der SPD den Kampf angesagt. Diese verschärfte vehement den Ton gegenüber der unliebsamen Konkurrenz.
    Quelle: FR
  5. Wirkungen
    Es mag ja reiner Zufall sein, vielleicht aber ist es auch durchaus ein bisschen mit Hintergedanken versehen: Just an dem Wochenende, an dem sich die Delegierten der Linkspartei und der WASG in Dortmund bei ihren Parteitagen über einem Zusammenschluss verständigten, um die Interessen der Menschen besser vertreten zu können, kommen sowohl aus der SPD als auch der CDU verbale Attacken gegen die Billiglöhne.
    Quelle: Linkszeitung
  6. Staat bleibt auf Ausbildungskosten für Akademiker sitzen?
    Trotz ihres guten Einkommens zahlen Akademiker die Kosten ihrer Hochschulausbildung nicht über ihre Steuerzahlungen zurück. Das ist das Ergebnis einer am Montag in Potsdam veröffentlichten Studie im Auftrag der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung. Die Studie stellt nach Angaben der Friedrich-Naumann-Stiftung die Leistungen, die Akademiker in Form der Hochschulbildung erhalten, ihren hochschulbezogenen (Steuer-)Lasten gegenüber. Auf dieser Grundlage seien dann mögliche Studienentgelte berechnet worden, die einen Ausgleich zwischen den empfangenen Leistungen und den getragenen Lasten schaffen würden.
    Quelle 1: FAZ
    Quelle 2: Netzeitung
    Studie: admin.nfst.org [PDF – 978 KB]

    Hierzu zwei Anmerkungen:

    • Es verwundert nicht, dass der betreuende Professor Dr. Berthold U. Wigger auf der Titelseite der Studie seine Mitarbeit am ifo Institut für Wirtschaftsforschung erwähnt.
      Wieder einmal wird der volkswirtschaftliche Nutzen staatlicher Investitionen (hier: in die Ausbildung von Akademikern) aufgrund ideologischer Verblendung nicht mehr gesehen. Der Fehler, ausnahmslos alles durch die betriebswirtschaftliche Brille eines Buchhalters zu betrachten und makroökonomische Zusammenhänge zu ignorieren, breitet sich unter Deutschlands Volkswirten immer weiter aus.
      Leider kamen weder die FAZ noch die Netzeitung auf die einfache Frage, welchen Schaden ein gut ausgebildeter Arzt zu verhindern imstande ist und welche Werte fähige Ingenieure schaffen helfen. Vor diesem Hintergrund sind Ausbildungskosten der genannten Größenordnung und erst recht Vergleiche mit den später gezahlten Steuern ziemlich irrelevant.
    • Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Akademiker sich unzureichend durch Steuerzahlungen an der Finanzierung der akademischen Ausbildung beteiligen. Es sei daran erinnert, dass die Höchstsätze der Einkommensteuer vor wenigen Jahren erst reduziert worden sind. Diese wieder anzuheben, wäre volkswirtschaftlich gesehen die sinnvollere Lösung, als durch höhere Gebühren z.B. von einem Studium der Ingenieurwissenschaften abzuschrecken.
  7. Neonazis schlagen immer häufiger zu
    Die Kriminalität von Neonazis und anderen Rechtsextremisten hat in Deutschland im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand seit der Wiedervereinigung erreicht. Nach Informationen des Berliner «Tagesspiegels» stieg die Zahl rechter Straftaten um 14 Prozent auf mehr als 18 000 Delikte. Damit wurde der Rekord von 2005 (15.914 Straftaten) noch übertroffen. Im Vergleich zu 2004 (12.553 Delikte) beträgt die Zunahme sogar knapp 50 Prozent.
    Quelle: Netzeitung
  8. Die Flügel des Drachen
    Chinas Ankündigung, ein eigenes Großraumflugzeug zu entwickeln, sorgt im Westen für Aufregung. Dabei ist noch offen, ob Peking mit seinen Staatsbetrieben die Vorherrschaft von Airbus und Boeing in der zivilen Luftfahrt durchbrechen kann. Bislang steckt die chinesische Flugzeugindustrie noch in den Kinderschuhen. Ein großer Markt und Kooperationen mit westlichen Firmen sind jedoch kein Garant für Erfolg, wie das Beispiel der Autoindustrie zeigt. Chinas Autohersteller können bis heute keinen modernen Motor bauen – obwohl Volkswagen und andere Hersteller seit 20 Jahren in dem Land Fabriken als Gemeinschaftsunternehmen betreiben.
    Quelle: FR
  9. China macht Dampf
    Die Volksrepublik wird von Deutschland und den USA gern als Klimakiller bezeichnet. Fakten und die nun angegangene Renovierung der Energiewirtschaft widerlegen die Verbalattacke.
    Quelle: Junge Welt
  10. Ökologisches Heizen als heißes Eisen
    Wärmeerzeugung mit erneuerbaren Energien hat ein großes Potenzial, doch der Ausbau stockt. Regierungskoalition kann sich nicht auf ein Förderungsmodell einigen. Verbände wollen Bonusmodell wie beim Strom. Mietrecht behindert Investitionen.
    Quelle: TAZ
  11. Ausverkauf der belebten Natur
    Erst waren es nur Gentech-Pflanzen, die patentiert wurden. Jetzt will das Europäische Patentamt auch für konventionell gezüchtete Lebewesen Monopolrechte vergeben.
    Quelle: TAZ
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