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Leserbrief zum Thema: Ein neuer Nato-Generalsekrerär

Veröffentlicht in: Aktuelles, Audio-Podcast, Leserbriefe, Strategien der Meinungsmache

„Einige Medien berichten, dass der neue Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg (als Nachfolger von Anders Fogh Rasmussen) am 1. Oktober seinen Posten im Brüsseler Hauptquartier der Militärallianz antritt. Die mediale Überbewertung dieser Personalie, gibt Anlass, sich an eine notorische informationspolitische Irreführung der Öffentlichkeit durch die politisch-medialen Inszenierungen zu erinnern.“ Dies schreibt ein Leser der Nachdenkseiten, und mehr. Albrecht Müller.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

„Die Mainstream-Medien lenken unsere Aufmerksamkeit regelmäßig auf eine Person, die man leicht geneigt ist für den wichtigsten Funktionsträger innerhalb der Nato zu halten: den Generalsekretär der Nato. Wie oft tauchten die Namen der Nato-Generalsekretäre Rasmussen und (in jüngster Zeit) Stoltenberg auf. Doch wer kennt schon die Namen des letzten und des gegenwärtigen Nato-Oberfehlshabers Stavridis und Breedlove? Tatsächlich ähnelt das Verhältnis von Generalsekretär und Oberkommandierendem ein wenig dem des Bundespräsidenten im Verhältnis zum Bundeskanzler(in); denn während der Natogeneralsekretär im Wesentlichen eine Art Öffentlichkeitsfunktion innehat, liegt die eigentliche operative und militärstrategische Entscheidungsgewalt beim Nato-Oberkommandierenden, dem sog. Suprime Allied Commander Europe (SACEUR), der zugleich Kommandeur des US European Command (USEUCOM), also der US Streitkräfte in Europa ist. Ein Blick auf die Liste der Natogeneralsekretäre (siehe Wikipedia) zeigt: der ins öffentliche Rampenlicht gerückte (de facto jedoch vergleichsweise unbedeutende) Generalsekretär hat mal diese, mal jene Nationalität. Hingegen ist der eher im Schatten der öffentlichen Aufmerksamkeit agierende, de facto wichtigste Funktionsträger der Nato stets ein us-amerikanischer General oder Admiral. Er empfängt seine Weisungen vom US-Verteidigungsministerium, das letztlich dem US-Präsidenten untersteht. Und gewählt wird er (anders als der Generalsekretär) nicht von einem multinationalen Repräsentativgremium der Nato-Mitgliedsländer, sondern vom US-Senat. Die Nato stellt sich also im Blick auf ihre funktionale Struktur als ein Doppelgebilde dar: zum einen die im Scheinwerferlicht der öffentlichen Aufmerksamkeit stehende multinationale Repräsentationsfassade, hinter der sich – von der Öfffentlichkeit weitgehend unbemerkt – die ganz und gar in US-Hand befindliche operativ-militärstrategische Kommandoebene verbirgt. Dessen sollte man sich bewusst sein, wenn in den Mainstream-Medien mit überschwänglichem Solidaritätspathos von den „Nato-Partnerländern“ schwadroniert wird.“

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