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Über die Resistenz der Herrschenden gegen Fakten und über ihre Spätzündung – dargestellt am Beispiel Akademikerinnen-Kinderlosigkeit

Verantwortlich:

Einer unserer mitwirkenden Nutzer macht uns auf ein kurzes Spiegel-Interview der letzten Woche aufmerksam. Interviewt wurde die dreißigjährige CDU-Bundestagsabgeordnete Kristina Köhler. Unser Nutzer schreibt: „ .. anbei ein Artikel aus dem Spiegel der vergangenen Woche [PDF – 152 KB]. Wieder ein weiterer Beweis für die Qualität der Nachdenkseiten!!! Sie haben ja schon im Oktober 2005 über die falschen Zahlen zur Kinderlosigkeit der Akademikerinnen berichtet (auch in ‘Machtwahn’ haben Sie diese plumpe Manipulation beschrieben). Kristina Köhler hat nun fast zwei Jahre gebraucht, um diese Manipulation zu erkennen und zuzugeben. Ein schöner Beweis für die Mittelmäßigkeit unserer Eliten!!!“ Albrecht Müller.

Freilich wurde in der Zwischenzeit das Elterngeld auch von ihr mitverabschiedet, aber wie wir lesen können, kommt es ja “allen Frauen” zugute (sie unterschlägt: die Kinder sind dem Staat mittlerweile unterschiedlich viel wert). Und dass wir mehr Kinder brauchen, ist ja außerdem “unstrittig” – die altbekannte und falsche Feststellung, ganz im Sinne des Mainstreams -; Stichwort: ‘Land ohne Volk’ bzw. ‘Der letzte Deutsche’.
Mal sehen, wie lange Kristina Köhler braucht, um einzusehen, dass auch die ganze Demographiedebatte eine Phantomdebatte ist.

Zunächst verweise ich auf den entsprechenden Auszug aus „Machtwahn“. Die vermutlich einigermaßen korrekte Zahl der Akademikerinnen-Kinderlosigkeit hatte ich mit 25% recht gut geschätzt.

In dem Auszug können Sie zum einen nachlesen, dass die CDU-Abgeordnete Köhler nun wirklich nicht alleine war, sondern eine Reihe von Politikern und Medien in dasselbe Horn bliesen und die Akademikerinnen-Kinderlosigkeit mit angeblich 43% maßlos übertrieben; zum anderen wird auch sichtbar, dass es durchaus Journalisten und Medien gibt, die in einzelnen Fällen gegen den Strich bürsten. Im konkreten Fall Björn Schwentker in der „Zeit“.
Einen ähnlichen Fall kennen wir aus der sonstigen Demographiedebatte. Mit einem aufklärenden Beitrag widersprach der Mainzer Professor Jaenicke der üblichen Panikmache mit der angeblich Kopf stehenden Bevölkerungspyramide (15.3.2005 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung) und der gängigen Linie der FAZ.
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Beide aufklärenden Beiträge wie auch die unseren hatten zunächst keinen Erfolg. Das übliche Phänomen: Der Mainstream läuft unangefochten von gegenläufigen und widerlegenden Fakten einfach weiter. Erst langsam gelingt es, diese dumpfen Manipulationen aufzubrechen.

Bei der Übertreibung der Akademikerinnen-Kinderlosigkeit wird auch sichtbar, dass solche Manipulationen angesetzt werden, um politisch etwas zu erreichen, im konkreten Fall das Elterngeld mit 1800 € für die Kinder von gut verdienenden und 300 € für normal verdienende Familien/Eltern.

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