www.NachDenkSeiten.de - die kritische Website

Liebe Leserinnen und Leser,
einmal im Jahr bitten wir Sie um Ihre besondere Unterstützung
für die NachDenkSeiten - so auch heute wieder.
12. Dezember 2017
  • Blog abonnieren

    Beim Erscheinen eines neuen Artikels erhalten Sie eine Benachrichtigung per E-Mail.

  • Archive

Goliath gegen David. Warum diffamiert die Tagesschau die NachDenkSeiten? Juristisch sich zu wehren, bringt nichts. Wir setzen auf Sie.

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, Aufbau Gegenöffentlichkeit, Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Medienkritik
Albrecht Müller

Deshalb dieser Text in eigener Sache. Faktenfinder/Tagesschau hatte am 19. April geschrieben, die NachDenkSeiten hätten „keine Berührungsängste mit rechten Personen und Positionen und Verschwörungstheorien“. Die Autoren der „Tagesschau“ liefern dafür keinen Beleg. Sie behaupten das einfach mit Berufung auf die Frankfurter Rundschau und hoffen, dass etwas hängen bleibt. Warum attackiert der große Goliath ARD den kleinen David? Warum wehren sich die NachDenkSeiten nicht auf juristischem Weg gegen die Diffamierung? Albrecht Müller.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Vorweg noch die Information: Jens Berger war auf den Vorgang schon eingegangen und wird auch noch die Leserbriefe zum Thema präsentieren.

Warum reagieren große Medien wie die ARD so aggressiv auf Kritik? Zum Beispiel von Seiten der NachDenkSeiten wie auch zum Beispiel von Seiten Michael Lüders?

Vorweg ist anzumerken, dass es in vielen dieser Medien – bei der ARD, beim ZDF, in der Süddeutschen Zeitung, beim Spiegel usw. durchaus lesenswerte Produkte gibt. Auf eine Dokumentation der ARD/SWR werden wir am Wochenende sogar ausführlich und positiv eingehen. Aber von diesen herausragenden kritischen Medienprodukten abgesehen, gibt es zu wichtigen Fragen Hauptlinien der Argumentation, ja sogar der Propaganda, die nicht gestört werden dürfen, die aber von Personen wie etwa Michael Lüders und Medien wie den NachDenkSeiten gestört werden:

Die Mehrheit der etablierten Medien vertritt zum Beispiel die Linie, die Agenda 2010 sei von großem Vorteil für unser Land gewesen und es ginge deshalb unserem Volk gut. Die Mehrheit der etablierten Medien ist für Kriegseinsätze, befürwortet Regime changes, nennt Assad konsequent Schlächter, führt Putin konsequent wiederholend in der Dreier-Reihe mit Trump und Erdogan an, befürwortet die Expansion der NATO und unterstellt Russland gleichzeitig eine expansive Politik.

Diese von Halbwahrheiten und Unwahrheiten und auch von Aggression durchsetzten Linien kann man jedoch als glaubwürdig nur vermitteln und durchhalten, wenn es keine Störfaktoren von Gewicht gibt.

Michael Lüders und auch die NachDenkSeiten sind offensichtlich gewichtige Störfaktoren. Deshalb werden sie massiv bekämpft und diffamiert. Dieses Verfahren erscheint den Machern der Tagesschau, der Tagesthemen, der ARD insgesamt und der Bild-Zeitung und Spiegel online und Spiegel usw. offensichtlich äußerst wichtig zu sein.

Ob diese etablierten Medien mit dieser Strategie durchkommen, ist offen. Die Strategie ist gefährlich. Sie zielt darauf, die Glaubwürdigkeit ihrer Gegner, im konkreten Fall der NachDenkSeiten und des Nahostexperten Lüders, zu erschüttern. Anne Will zum Beispiel versuchte, Lüders zu diskreditieren, indem sie ihn als Lobbyisten und am Kommerz Interessierten darstellte, eben als abhängig. Bei den NachDenkSeiten versucht man es mit der diffamierenden Behauptung, wir hätten keine Berührungsängste mit Rechten und Verschwörungstheoretikern.

Die etablierten Medien bauen darauf, dass ihre penetrante Agitation wirkt. Wir vertrauen darauf, dass wir mit Ihrer Hilfe, mit der Hilfe unserer Leserinnen und Leser, die Methoden der Goliaths offenlegen können und damit die Glaubwürdigkeit der etablierten Medien zu erschüttern vermögen.

Bitte helfen Sie dabei mit. Gehen Sie auf die Foren von Tagesschau und Spiegel online. Schreiben Sie Leserbriefe. Setzen Sie Fakten gegen die Agitation und decken Sie die Methoden der Manipulation auf. Denn – wenn man es mit Goliath zu tun hat – dann reicht es nicht, Informationen gegen seine Agitation zu setzen, dann muss man die Methoden offenlegen und die Interessen, die dahinterstecken, beschreiben und ans Licht holen.

Einige Freunde der NachDenkSeiten meinen, wir müssten uns gegen die Diffamierungen, wie im konkreten Fall mit juristischen Mitteln wehren. Das kann man tun, aber unsere Erfahrung lehrt:

Juristische Auseinandersetzungen bringen unter den gegebenen Umständen wenig bis nichts.

Die konkrete Erfahrung: der NDR/ARD hatte für eine Sendung das Buch „Meinungsmache“ von Albrecht Müller auf „Mein Kampf“ von Adolf Hitler gelegt und im Text Nähe zu rechten Positionen assoziiert.

Das war der Versuch, „Querfront“ zu signalisieren. Der Versuch war bösartig und primitiv zugleich. Unser Anwalt sah große Chancen, dagegen anzugehen. Seiner Empfehlung entsprechend haben wir eine einstweilige Verfügung beantragt und erwirkt. Aber der Gegenseite ist es dann in der Hauptverhandlung gelungen, zu obsiegen. Unser Anwalt fasste das Ergebnis und die Begründung so zusammen:

„Leider kommt das LG Köln – entgegen seiner früheren Auffassung, die ja zum Erlass der einstweiligen Verfügung führte – zu der Auffassung, dass „Mein Kampf“ für den durchschnittlichen Zuschauer nicht erkennbar gewesen sein soll.“

Wir hätten den Prozess weiterführen können. Aber es war uns klar, dass sich die ARD quasi unbegrenzt aus dem Topf der Gebührenzahler bedienen und die besten Rechtsanwälte engagieren kann. David steht also von vornherein auf verlorenem Posten.

Das Fazit: juristische Auseinandersetzungen führen wir nur im äußersten Notfall. Auf Menschen zu setzen, die argumentieren und informieren und so die Glaubwürdigkeit der Hauptmedien in Zweifel ziehen, wenn diese Propaganda und Kampagnen betreiben, ist auf jeden Fall erfolgversprechender und vor allem auch politischer.

Anhang:

Es folgt eine zum Thema passende Lesermail:

Betr.: „Die Tagesschau will den NachDenkSeiten ans Leder und macht sich dabei nur selbst lächerlich“

Sehr geehrte Damen und Herren,

im genannten Artikel offenbart sich auf herrliche Weise die Crux, der die aktuelle Nachrichten- und Medienlandschaft derzeit unterworfen ist: die Verbreitung von Halbwahrheiten, garniert mit Auslassungen, Umdeutungen, Interpretation und einem Hang dazu, den Leser so lange mit Unwichtigem zu bombardieren, dass das Wichtige in den Hintergrund tritt und nicht mehr wahrgenommen wird. Bislang waren für mich solche Schmuddelblätter wie der „Focus“ oder die „Welt“ Hauptnutzer dieser Verfahrensweise – nun also gehört auch der bislang als brav sozialdemokratisch einzustufende „Spiegel“ dazu. 

Dass von Seiten der „Tagesschau“ ein entsprechender Blödsinn kommt, vermag aber nur auf den ersten Blick zu verwundern. Auf den zweiten Blick hingegen verwundert dann wiederum gar nichts mehr: die Bundeswehr, die Nato und damit alle ihre „Bündnispartner“ – und somit eben auch unsere Bundesregierung – müssen momentan überall gut wegkommen. Wenn diese Parteien sich dem Vorwurf stellen müssen, man könne sie mit einer simplen E-Mail an der Nase herumführen, dann gerät damit nicht nur die Glaubwürdigkeit dieser Armee in Zweifel, sondern mit ihr die Glaubwürdigkeit des gesamten Systems. In Zeiten des Bundestagswahlkampfs wäre das für alle beteiligten Polit-Parteien fatal, denn SPD, CDU, FDP, Grüne stimmen allesamt unisono in den Chor derer ein, die die Verantwortung für alles, was militärisch im Osten geschieht, Russland und seinem Regierungschef Putin in die Schuhe schieben wollen, um von der eigenen Verantwortung abzulenken. Dass man eine unbequeme Institution wie die NDS da mit allen Mitteln in Misskredit bringen muss, ist nur zu verständlich. Nach dem Motto „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“ muss jetzt mit allen Mitteln „bewiesen“ werden, dass der Böse in dieser ganzen Geschichte in Moskau sitzt und nicht in der armen Ukraine oder gar im heiligen Berlin. Und da nutzt man dann eben auch ein halbseidenes Gestammel aus der Nachrichtenredaktion der „Tagesschau“ – deren Glaubwürdigkeit steht ja in der Wahrnehmung der Bürger immer noch ganz weit oben.

Ich freue mich jetzt schon darauf, diese Story im NDS-Jahrbuch 2017/2018 en bloc lesen zu können – wir werden uns mit breitem Grinsen daran erinnern. Das Jahrbuch ist hiermit schonmal vorbestellt! ;-)

Mit besten Grüßen aus der Eifel
Martin Grüning

nach oben

Die NachDenkSeiten sind für eine kritische Meinungsbildung wichtig, das sagen uns sehr, sehr viele - aber sie kosten auch Geld und deshalb bitten wir Sie, liebe LeserInnen, um Ihre Unterstützung.
Herzlichen Dank!

Online spenden
Fördermitglied werden

Vorheriger Beitrag:

Nächster Beitrag: