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Mögliche Ursachen des Terrors werden nicht besprochen. Typisch für den ungenügenden Zustand unserer Medien und der amtierenden Politik.

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, Innere Sicherheit, Medienkritik, Terrorismus

Heute früh ab 7:00 Uhr habe ich Deutschlandfunk gehört. Darin enthalten war die Presseschau aus deutschen Zeitungen. Wichtigstes Thema war der Terroranschlag von Manchester und die Reaktion darauf. Beim Deutschlandfunk wie auch in der Presseschau wurde kein Wort und kein Satz auf die Frage verwendet, welches die Ursachen für diesen und andere Terroranschläge sein könnten und ob man vielleicht sogar etwas tun könne, um diese Ursachen zu beseitigen. Kein Wort zu den Kriegen des Westens in Libyen, in Syrien, im Irak, … und ihre zerstörende Wirkung in den betroffenen Ländern. Kein Wort auch zu der in Afrika verheerend wirkenden Agrarpolitik der Europäischen Union und des Westens. Albrecht Müller

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Typisch für die monotone, die Frage nach den Ursachen ausblendende, Reaktion war heute auch das Morning-Briefing des Handelsblatts. Das ist ein Text, den der Herausgeber des Handelsblatts, Gabor Steingart, jeden Morgen verschicken lässt, wenn er nicht gerade abwesend ist. Heute ist dort zum Terroranschlag Folgendes zu lesen:

„… der Terroranschlag von Manchester wühlt die westliche Welt auf. Die Queen ist „geschockt“, Bundespräsident Steinmeier „erschüttert“. Diese Betroffenheit ist eine verständliche Reaktion, aber noch keine Politik. Die Sicherheitsfrage – wie schützt der Staat seine Bürger, ihr Eigentum, ihre Unversehrtheit, ihr Leben – ist erneut ins Zentrum der gesellschaftlichen Debatte gerückt und wird von dort für lange Zeit nicht verschwinden. Alle anderen Fragen wirken im Schatten des Terrors nebensächlich, selbst die Frage der sozialen Gerechtigkeit. Es gibt keine größere Ungerechtigkeit als die, seine Kinder zu verlieren, weil sie in einer lauen Mainacht Musik hören und tanzen wollen.

Auch der deutsche Wahlkampf wird von diesen neuerlichen terroristischen Erschütterungen mehr als nur berührt. Vor unser aller Augen verliert der öffentliche Raum seine Selbstverständlichkeit. Die Menschen können sich nicht mehr sicher sein, ob sie noch Bürger oder schon Freiwild sind. Auf die reale Gefahr und die nicht minder realen Gefährdungsgefühle muss Politik eine Antwort geben, die zur Situation und nicht zuerst zum Parteiprogramm passt. Oder noch deutlicher formuliert: Wenn der Staat schon keine Sicherheit garantieren kann, sollte er nicht auch noch die Videokamera verweigern. Es geht jetzt nicht um Daten-, sondern um Menschenschutz.“

Das mag man ja so sehen. Aber das kann doch nicht die gebührende Antwort auf die Terroranschläge sein. Es ist höchste Zeit, dass wir uns aus der Eskalation von Krieg und Terror befreien.

Am 2. November letzten Jahres habe ich mich bei einer Veranstaltung in Augsburg zum Thema geäußert. Dazu gibt es ein Video und einen Text. Siehe hier: Terroranschläge – Eine Antwort auf die Kriege des Westens?

Nachtrag zur oben geäußerten Kritik an den Medien: Sie müssen sich über Kritik nicht wundern, wenn sie so oberflächlich bis einfältig mit einem ernsten Thema umgehen, wie das hier wieder sichtbar wird.

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