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Die ganz alltägliche Schizophrenie: Arbeitnehmer müssen Opfer bringen während Gewinne explodieren – Die Schlagzeilen eines Wochenendes

Verantwortlich:

„Unserer“ Wirtschaft geht es schlecht, „wir“ müssen den Gürtel enger schnallen, „wir“ müssen länger arbeiten, „wir“ müssen Nullrunden hinnehmen, so hören wir das alltägliche Tremolo. Um nicht depressiv zu werden, schauen wir heute einfach auch einmal auf die Seite der Gewinner, ins Manager-Magazin.

Schaut man einmal auf die Schlagzeilen der einschlägigen Online-Nachrichten vom Sonntag, den 14. November 2004, so finden sich in der Rubrik Wirtschaft von heute.t-online folgende Schlagzeilen:

  • Hundt: 35-Stunden-Woche ist größter tarifpolitischer Fehler aller Zeiten
  • Clement für Rente mit 67
  • Gesamtmetall-Präsident Kannegießer fordert für die 3,5 Millionen Beschäftigte der Branche eine mehrjährige Nullrunde
  • Manager und CDU-Politiker wollen Raucherpause vom Lohn abziehen

Bei Spiegel Online finden wir:

  • Snower fordert den Radikalumbau der Sozialsysteme (Snow ist Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft)
  • Wirtschaft will Samstag zu normalem Arbeitstag machen
  • Wirtschaftsforscher für Ausdehnung der Arbeitszeit.

Man könnte diese Liste beliebig fortsetzen, es fehlt eigentlich nur noch der Vorschlag, das Atemholen oder mindestens die Pinkelpause auch noch vom Lohn abzuziehen.

Ein Leser hat uns empfohlen, dass wir – bevor wir in eine tiefe Depression verfallen – einfach mal ins Manager-Magazin schauen sollen. Da sieht die Welt ganz anders aus:

  • Allianz: Weniger Chancen, mehr Gewinn (in den ersten neun Monaten konnten die Münchner ihren Gewinn mehr als verdoppeln, auf 1,8 Milliarden Euro nach Steuern)
  • Mobilcom: Ausgezeichnete Perspektive
  • Prognose angehoben: Telekom zahlt hohe Dividende
  • Siemens: Zum Abschied ein Rekordgewinn
  • Energieversorger: Eon steht unter Strom
  • Lufthansa: Skepsis war unberechtigt
  • MAN: Das Geschäft brummt
  • TUI: Die Deutschen reisen wieder
  • AWD: Das Beste kommt noch (AWD ist ein Finanzdiensleister)
  • Linde: Es geht voran
  • BASF: Gewinn mehr als verdoppelt

Ein Rekordergebnis nach dem anderen. Das alles finden Sie in einer Reihe hintereinander bei www.manager-magazin.de/geld

Fazit: Diejenigen, die für ihr Geld arbeiten müssen, sollen Opfer bringen, damit diejenigen die ihr Geld für sich arbeiten lassen, höhere Gewinne erzielen können. Es gibt in der Ökonomie eben immer Gewinner und Verlierer, die Frage ist nur auf welcher Seite man ist.

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