Hinweise des Tages
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Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:
- Entgrenzter Krieg
- Bombardierung des Iran bringt die Welt einem Atomkrieg näher
- SPD-Kritik an Angriffen auf Iran: Mützenich fordert „Feuerpause“
- Teherans Strategie: Iran setzt auf Regionalisierung des Krieges: Angriffe auf US-Militärinfrastruktur, Druck auf Golfstaaten
- Der Preis für den Cyberdome
- Gewalt jüdischer Siedler im Westjordanland: „Niemand kann hier arbeiten. Es ist zu gefährlich“
- Hinter den Kulissen von Abu Dhabi und Genf: Russlands Strategie für eine neue Sicherheitsarchitektur
- Kuba: Trump stellt „freundliche Übernahme“ in den Raum
- Bundeswehr: Immer mehr Minderjährige
- Die Arbeitslosigkeit unter Akademikern steigt dramatisch an
- Grundversorgung unter Vorbehalt
- Bundestag beschließt Asyl-Verschärfungen – Kritik von Menschenrechtlern
- Quittung für Labour
- OpenAI verkündet Vereinbarung mit US-Militär über KI-Einsatz
- CDU-Beschluss zu Social-Media-Verbot: Kritiker warnen vor „flächendeckenden Ausweiskontrollen“
- Allerhand neue ÖRR-Debatten
Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Verantwortlich für die Richtigkeit der zitierten Texte sind die jeweiligen Quellen und nicht die NachDenkSeiten. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.
- Entgrenzter Krieg
Die USA und Israel erhalten bei ihrem zweiten Angriffskrieg gegen Iran binnen neun Monaten erneut die Rückendeckung der Bundesregierung. Bundeskanzler Friedrich Merz teilte am gestrigen Sonntag mit Blick auf den offenkundig völkerrechtswidrigen US-amerikanisch-israelischen Überfall auf Iran mit, er wolle „völkerrechtliche Einordnungen“ des Krieges nicht vornehmen: Es sei „jetzt nicht der Moment, unsere Partner und Verbündete zu belehren“. Im Gegensatz dazu forderte er Iran, dessen mörderisches Regime in diesem Fall mit Raketenattacken auf US-Militärstützpunkte und auf Israel nur sein legitimes Recht auf Selbstverteidigung wahrnimmt, auf, „diese wahllosen Angriffe sofort zu beenden“. Merz trägt mit seiner Billigung völkerrechtswidriger Angriffe und seiner Kritik an völkerrechtskonformer Selbstverteidigung zur Auflösung des internationalen Rechts bei, das die Trump-Administration ohnehin nicht mehr anerkennt. Mit dem Abschied vom Völkerrecht geht die Normalisierung des Kriegs per Enthauptungsschlag einher: Zum wiederholten Mal galten die ersten Luftangriffe der Staats- und Militärspitze Irans. Dies steht in künftigen Kriegen allen zur Nachahmung frei.
Quelle: German Foreign Policydazu: “Diese Luftangriffe sind völkerrechtswidrig”
Verstößt der Angriff auf Iran gegen internationales Recht? Völkerrechtler Christoph Safferling erklärt, warum er in den Angriffen keine Selbstverteidigung Israels und der USA sieht.
Quelle: tagesschaudazu auch: Europa und der Iran-Krieg: Schrödingers Völkerrecht
Der Krieg der USA gegen Iran verstößt gegen internationales Recht. Merz & Co weigern sich das Offensichtliche auszusprechen. Und schaden sich selbst. […]
Was sagen eigentlich die Bundesregierung und Europa zu diesem Krieg? Friedrich Merz, Keir Starmer und Emmanuel Macron „verurteilen die Angriffe auf das Schärfste“ – allerdings nicht die Bomben auf Teheran, sondern die laut Völkerrecht legitimen iranischen Gegenangriffe auf US-Basen und Israel. Der deutsche Außenminister kann derzeit nicht beurteilen, ob Trumps Krieg dem Völkerrecht widersprechen könnte. Dazu fehlten ihm Informationen. Welche könnten das sein? […]
Europa degradiert in Zeiten, in denen internationale Regelsysteme zerstört werden, das Völkerrecht zu nice to have. Das Völkerrecht à la Merz gilt in der Ukraine, aber nicht für unsere Gegner. So ruinieren die EU und Deutschland ihre Soft Power. Wie sollen Merz oder Macron in Indien, China, Brasilien oder Südafrika Solidarität mit der Ukraine einfordern, wenn ihre Doppelmoral offenkundig dokumentiert ist?
Quelle: tazund: Mongolensturm des Abendlandes: Bibi Netanjahu und Trump bomben die Mullahs weg und zertrümmern, wieder einmal, das Völkerrecht. Ziel ist die Machtübernahme im Nahen Osten sowie Geld und Öl für Washington
Man muss kein Freund der Mullahs sein – und ich bin es wahrlich nicht –, um angesichts der jüngsten Ereignisse im Nahen Osten ein tiefes Unbehagen zu verspüren. Was wir dort erleben, ist nicht nur ein militärischer Schlagabtausch, es ist ein Dammbruch, garniert mit einer Rhetorik, die uns als «Verteidigung westlicher Werte» verkauft wird, während sie in Wahrheit das völkerrechtliche Tafelsilber zertrümmert, ein weiterer Donnerknall im neuen Zeitalter der Raubtiere.
Quelle: Die Weltwoche - Bombardierung des Iran bringt die Welt einem Atomkrieg näher
Die Friedensnobelpreisträgerorganisation IPPNW verurteilt die Militärschläge der USA und Israels gegen den Iran aufs Schärfste und fordert einen sofortigen Waffenstillstand, um eine weitere Eskalation und den Verlust von Menschenleben zu verhindern. Die Bundesregierung müsse die Militärschläge verurteilen und sich weiter für eine diplomatische Lösung einsetzen. Die Bombardierungen durch beide Staaten sind völkerrechtswidrig, bedrohen die Zivilbevölkerung und destabilisieren die gesamte Region. Sie stehen den Bemühungen der EU entgegen, den gewaltsamen Konflikt durch Verhandlungen zu deeskalieren.
Quelle: IPPNWAnmerkung unseres Lesers J.S.: Ich würde hier nicht verharmlosend von Militärschlägen, sondern von einem nicht provozierten, völkerrechtswidrigen Angriffskrieg sprechen.
Welch ein Hohn, erneut während Verhandlungen zwischen den USA und Iran.
dazu: Hands off Iran – Aggression gegen den Iran stoppen!
Wir verurteilen die erneute völkerrechtswidrige Aggression der USA und Israels gegen den Iran und die Ermordung seines Staatsoberhaupts aufs schärfste. Es ist auch diesmal ein hinterhältiger Überfall während laufender Verhandlungen und wie der Angriff auf Venezuela vor wenigen Wochen ein Akt nackter imperialistischer Gewalt. Es handelt sich um einen weiteren unprovozierten Angriffskrieg, der unverhüllt auf einen Regime Change zielt, gerechtfertigt mit haltlosen Vorwürfen einer atomaren Bedrohung durch den Iran. Im Gegenteil, der Iran betonte bei den aktuellen Verhandlungen, „‘null‘ atombombenfähiges Nuklearmaterial anzuhäufen.“ Selbst die 16 US-Geheimdienste kamen in ihrer letzten gemeinsamen Bedrohungsanalyse zum Schluss, dass nichts auf ein iranisches Atomwaffenprogramm hindeutet. Zudem haben die USA und Israel das zivile Nuklearprogramm nach eigener Einschätzung im Juni letzten Jahres weitgehend zerstört.
Quelle: Nie wieder Kriegdazu auch: US-Regierung: Nach den Irak-Lügen jetzt die Iran-Lügen
Iran könne binnen Tagen eine Atombombe bauen und mit Langstreckenraketen die USA bald angreifen. So begründen die USA den Krieg.
Präsident Donald Trumps Vorwand, um jetzt gegen Iran Krieg zu führen, erinnert an die Lüge Präsident George W. Bushs, Saddam Hussein verfüge über Massenvernichtungswaffen. Es folgte ein völkerrechtswidriger Einmarsch in Irak.
In seiner Rede zur Lage der Nation behauptete Präsident Trump, Iran sei bereits wieder daran, eine Atombombe zu bauen. Gleichzeitig arbeite Iran an der Herstellung von ballistischen Langstreckenraketen, die «bald» die USA erreichen könnten.
Quelle: Infosperberund: Israels Kriegslüsternheit
Wie erklärt es sich, dass so viele Israelis den Krieg gegen Iran herbeiwünschen? Haben zwei Jahre Gazakrieg nicht gereicht?
Statistischen Erhebungen zufolge sind rund 60% der Israelis für einen weiteren Krieg im Gazastreifen, 70% wollen den Krieg gegen Iran. Kaum zu fassen: Nach zweijährigem Krieg gegen die Hamas und nach zweimaligem (von Israel provozierten) Raketenbombardement aus dem Iran ist man in Israel (es handelt sich wohl primär um die jüdische Bevölkerung des Landes) noch immer kriegsfreudig, um nicht zu sagen, kriegslüstern. Bedenkt man, was Israel nicht nur dem Gazastreifen, sondern auch sich selbst mit diesem langen Krieg angetan hat, und was man bei den iranischen Angriffen – noch immer nur als Vorgeschmack auf das potentiell zu Erwartende – zu erleben hatte, steht man vor einem Rätsel.
Quelle: Moshe Zuckermann im Overton Magazin - SPD-Kritik an Angriffen auf Iran: Mützenich fordert „Feuerpause“
In der SPD wird Kritik an den amerikanischen und israelischen Luftangriffen auf den Iran laut. Der SPD-Außenpolitiker Rolf Mützenich fordert eine „Feuerpause“. […]
Mützenich rief Washington dazu auf, seine Erkenntnisse aus den Gesprächen über Irans Atomprogramm im UN-Sicherheitsrat offenzulegen. „Die amerikanische Regierung muss erklären, warum weitere Verhandlungen über das iranische Atomprogramm aussichtslos waren.
Immerhin hatte der Vermittler aus dem Oman öffentlich behauptet, dass in den vergangenen Tagen bedeutende Fortschritte gemacht wurden“, sagte Mützenich dem Tagesspiegel: „Warum die US-Administration hier eine andere Wahrnehmung hat, ist ebenso unklar und sollte am besten im Sicherheitsrat öffentlich dargelegt werden.“
Quelle: Tagesspiegel - Teherans Strategie: Iran setzt auf Regionalisierung des Krieges: Angriffe auf US-Militärinfrastruktur, Druck auf Golfstaaten
Iran beantwortet die Angriffe nicht spiegelbildlich, sondern durch räumliche Ausdehnung – einen regionalisierten Krieg, der die gesamte US-Architektur im Golf erfasst. Obwohl die Golfstaaten den USA ihre Basen offiziell nicht für Angriffe freigegeben haben, greift Iran nicht nur dortige US-Militäreinrichtungen, sondern auch zivile Ziele an, etwa Flughäfen in Dubai, Abu Dhabi und Kuwait oder die Häfen Jebel Ali (Vereinigte Arabische Emirate) und Duqm (Oman). Das ist auch ein Angriff auf die ökonomischen Grundlagen der Golfstaaten. Ziel ist politischer Druck: Iran will die USA und die Golfmonarchien spalten.
Mit der Sperrung der Straße von Hormus gelingt es dem Iran sogar, den Krieg zu globalisieren:
Quelle: junge Welt - Der Preis für den Cyberdome
Deutschland will sich gegen digitale Angriffe wappnen, baut dabei auf eine vertiefte Partnerschaft mit Israel – und setzt sich gleich mehreren Risiken aus. […]
Die enge Verzahnung von Tech-Unternehmen, Militär und Nachrichtendiensten erschwert es der Bundesregierung erheblich, nachzuvollziehen, woher das Cyberdome-Knowhow stammt, in welchen Kontexten entsprechende KI-Systeme erprobt wurden und wer davon betroffen war. Unklar bleibt zudem, wer künftig im geplanten deutsch-israelischen Cyber-Innovationszentrum tätig sein wird und welche Standards dort gelten sollen. Auf eine kleine Anfrage der Bundestagsfraktion »Die Linke« gab die Bundesregierung an, über den Kriegseinsatz von KI-gestützten Systemen »neben der händischen Analyse« grundsätzlich informiert zu sein.
Dabei gäbe es alternative Kooperationspartner. Die USA gelten als globale Spitzenreiter im Cyberbereich, das Vereinigte Königreich als technologischer Vorreiter in Europa; auch eine intensivere Kooperation auf EU-Ebene wäre denkbar. Die Entscheidung für Israel deutet darauf hin, dass Deutschland bewusst auf »kampferprobte« Technologien setzt und dabei menschenrechtliche Bedenken hintanstellt. Partner ist zudem die rechtsextreme Regierung von Benjamin Netanyahu.
Quelle: zenith - Gewalt jüdischer Siedler im Westjordanland: „Niemand kann hier arbeiten. Es ist zu gefährlich“
Es vergeht kaum ein Tag, ohne dass Palästinenser von jüdischen Extremisten schikaniert und angegriffen werden. Im Westjordanland ist die Angst vor den Siedlern groß – ebenso wie das Gefühl der Ohnmacht.
Es ist der Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan. Und bisher geht es in der Fabrik von Roland Bassir eher ruhig zu. Nur die Maschinen sind laut – und das ist in diesen Tagen keine Selbstverständlichkeit.
Quelle: Tagesspiegel - Hinter den Kulissen von Abu Dhabi und Genf: Russlands Strategie für eine neue Sicherheitsarchitektur
Die Verhandlungsrunden in Abu Dhabi und Genf haben den direkten Dialog zwischen Moskau und Washington wiederbelebt. Inmitten verschobener Prioritäten innerhalb der westlichen Allianz werden die Eckpunkte einer künftigen europäischen Friedensordnung neu verhandelt. Der Geostratege Wassilij Kaschin analysiert diesen Prozess aus russischer Sicht: Er beleuchtet die Motive hinter dem Kurswechsel der USA unter Trump und beschreibt, wie Moskau die Bedingungen für eine neutrale Ukraine sowie das Ende der NATO-Erweiterung definiert.
Quelle: Globalbridgedazu: Der Weg ins Verderben
Am 18. Februar 2026 wurde eine weitere Gesprächsrunde zur Beendigung des Ukraine-Konfliktes ohne Ergebnis beendet, voraussehbar. Das Land steht am Abgrund – in jeglicher Hinsicht. Wie kam es dazu? (…)
Wir leben in stürmischen Zeiten. Die nun schon seit vielen Jahren tobenden politischen Unwetter haben viele Wegmarken hinweggefegt, die „damals“ – in einer längst vergangenen Zeit – relativ stabil die Orientierung in der Welt ermöglichten. So wie innerstaatlich die Begrifflichkeiten „links“,„rechts“, „liberal“ oder konservativ“ zielgerichtet ausgehöhlt und somit ihrer Bedeutung beraubt wurden, so gilt Ähnliches auf internationaler Ebene.
Quelle: Forum Geopolitica - Kuba: Trump stellt „freundliche Übernahme“ in den Raum
US-Präsident Donald Trump hat eine mögliche „freundliche Übernahme“ Kubas durch die USA ins Gespräch gebracht. Die Regierung in Havanna stecke in großen Schwierigkeiten und führe Gespräche mit Washington, sagte Trump heute vor Journalisten im Weißen Haus.
Außenminister Marco Rubio befasse sich auf „sehr hoher Ebene“ mit dem Thema. „Sie haben kein Geld. Sie haben im Moment gar nichts“, sagte Trump über die kubanische Führung. „Aber sie reden mit uns, und vielleicht wird es zu einer freundlichen Übernahme Kubas kommen.“
Quelle: ORF.atAnmerkung Christian Reimann: Das sind typische Trump-Aussagen – die Zustände auf Kuba beklagen und einen „Deal“ ins Gespräch bringen, jedoch nichts von der aktuellen und jahrzehntelangen US-Blockade erwähnen, die maßgeblich zu den jetzigen Zuständen geführt hat.
- Bundeswehr: Immer mehr Minderjährige
Es war schon seit Jahren Gegenstand internationaler Kritik, dass sich die Bundeswehr in ihrer Werbung massiv an Minderjährige richtete und auch 17-jährige zu Soldaten machte, obwohl das nach der von Deutschland unterzeichneten UN-Kinderrechtskonvention untersagt ist. Das sei schließlich kein Wehrdienst, wurde darauf erwidert, und auch mit Waffen gingen sie nur begrenzt um.
Nun hat eine Anfrage der Linken ergeben, dass die Zahl der Minderjährigen bei der Bundeswehr weiter gestiegen ist. 3.131 Rekruten waren noch nicht volljährig, als sie ihren Dienst antraten, was bedeutet, ein Erziehungsberechtiger musste den Vertrag unterschreiben. Das sind 12,5 Prozent aller neuen Soldaten, also jeder achte. 2024 waren es noch 2.203.
638 dieser Minderjährigen haben die Bundeswehr aber auch wieder vorzeitig verlassen; die Quote liegt mit etwa 20 Prozent aber noch unter dem Anteil neu eingestellter Soldaten, die insgesamt wieder gehen, der bei 25 Prozent liegt.
Quelle: RT DEAnmerkung Christian Reimann: Das ist skandalös. Was ist mit dem zuständigen Ministerium, der Bundeswehr, aber auch den Jugendlichen und ihren Erziehungsberechtigten los? Nachdem bereits 2018 berichtet worden ist, dass die Zahl minderjähriger Soldaten auf Rekordwert sei, ist auch im vergangenen Jahr 2025 berichtet worden, dass die Zahl minderjähriger neuer Rekruten auf Rekordwert gestiegen sei. Offensichtlich werden daraus keine oder die falschen Lehren gezogen. Denn am beklagenswerten Sachverhalt hat sich außer steigenden Zahlen nichts geändert. Interessant dazu könnte dieser Text sein: Wie man den Kriegsdienst verweigern kann – Chancen und Tücken. Bitte lesen Sie dazu auch bzw. erneut Schulstreiks gegen Wehrpflicht: Kommen jetzt die „Fridays for Frieden“? sowie Wehrpflicht in Deutschland, dazu: Tausende junger Menschen demonstrieren gegen Wehrpflicht, dazu auch: Wir verweigern, weil Frieden Mut braucht und: “Ich möchte nicht für dieses Land sterben” mit Anmerkungen.
- Die Arbeitslosigkeit unter Akademikern steigt dramatisch an
Insgesamt lag die Arbeitslosenquote unter Akademikerinnen und Akademikern 2025 bei 3,3 Prozent. Damit liegt sie zwar deutlich unter der allgemeinen Arbeitslosigkeit, die 2025 rund 6,3 Prozent betrug – aber eben deutlich höher als noch vor wenigen Jahren. 2019 waren laut Bundesagentur für Arbeit im Jahresschnitt 187.000 Menschen mit Hochschulabschluss arbeitslos. Im Jahr 2025 erreichte die Zahl mit rund 335.000 Arbeitslosen einen Höhepunkt. (…)
Dirk Erfurth leitet den Career Service der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Er berät jeden Tag Studierende beim Übergang von der Uni in die Arbeitswelt. „Seit anderthalb Jahren sehen wir eine deutliche Veränderung“, sagt Erfurth: „Studierende sind heute viel häufiger mit negativen Rückmeldungen auf ihre Bewerbungen konfrontiert als noch vor einigen Jahren.“
Der Grund dafür? „Ein Gemisch aus vielen Problemen“, sagt Pascal Heß vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und zählt auf: normale konjunkturelle Schwankungen, Donald Trumps Zölle, der Krieg in der Ukraine, Chinas Abschottung. Darunter leidet die exportorientierte deutsche Wirtschaft, wie der IAB-Experte erklärt.
Quelle: FR Online - Grundversorgung unter Vorbehalt
Strom, Wasser und Internet sind in Deutschland keine Selbstverständlichkeit mehr.
Lange galt Grundversorgung als etwas Unantastbares. Strom, Wasser, Wärme, später auch Internet — Dinge, die nicht diskutiert wurden, weil ohne sie ein modernes Leben kaum möglich ist. Genau deshalb ist es politisch brisant, dass diese Selbstverständlichkeit schleichend verschwindet. Nicht durch offene Abschaltung, nicht durch Gesetze, sondern durch Bedingungen. Zugang gibt es noch, aber immer öfter nur unter Vorbehalt.
Die zentrale Voraussetzung heißt Bonität. Wer zahlen kann, bekommt Versorgung. Wer schwankt, zahlt mehr. Wer ausfällt, verliert den Zugang. Diese Logik ist im Kern marktwirtschaftlich, wirkt aber dort zerstörerisch, wo sie auf existenzielle Güter angewendet wird. Strom ist kein Luxus. Wasser ist kein Produkt wie jedes andere. Internet ist längst keine Spielerei mehr, sondern Voraussetzung für Teilhabe, Verwaltung, Arbeit und Bildung.
Quelle: Günther Burbach auf ManovaAnmerkung unseres Lesers F.K.: Die gesamte Gesellschaft ist auf falschem Weg, wenn alles nur noch den Regeln des „Marktes“ unterliegt. Keine guten Aussichten für ein asoziales Land.
- Bundestag beschließt Asyl-Verschärfungen – Kritik von Menschenrechtlern
Der Bundestag hat Asyl-Verschärfungen und Erleichterungen beim Arbeitsmarkt-Zugang für Asylbewerber beschlossen. Dafür stimmten CDU/CSU und SPD, dagegen AfD, Grüne und Linke. Die Koalition setzt damit vor allem eine EU-Reform in deutsches Recht um. (…)
In Deutschland sollen künftig sogenannte Sekundärmigrationszentren eingerichtet werden. Dort sollen Asylsuchende untergebracht werden, die bereits in einem anderen EU-Land registriert sind. Die Betroffenen können aus den Zentren in das zuständige EU-Land ausreisen – sich aber nicht frei in Deutschland bewegen. Die Neuregelung beinhaltet die Möglichkeit, dass Asylsuchende die Unterkunft nur tagsüber verlassen dürfen; abgelehnte Asylsuchende dürfen die Unterkünfte gar nicht verlassen.
Das Gesetz sieht zudem eine sogenannte Asylverfahrenshaft vor. Diese ermöglicht die Inhaftierung von Asylsuchenden noch während des Verfahrens – etwa zur Identitätsklärung oder um zu verhindern, dass sie untertauchen. Die Haft dient der beschleunigten Rückführung und kann unter Umständen auch Familien und Kinder betreffen.
Quelle: Deutschlandfunk - Quittung für Labour
In Großbritannien werden Nachwahlen zum Parlament oft große Bedeutung zugesprochen. Insbesondere, wenn sie einer Regierungspartei einen historisch sicheren Sitz kosten, wie am Donnerstag im Wahlkreis Gorton and Denton in Manchester. Die bisher immer chancenlose Grüne Partei hat mit ihrer Spitzenkandidatin, der Klempnerin Hannah Spencer, sowohl Reform UK als auch Labour mit großer Margin geschlagen. Und das, obwohl die Sozialdemokraten diesen Sitz seit dem Zweiten Weltkrieg bei jeder Wahl gewonnen hatten. Läutet diese Niederlage das Ende von Keir Starmers Regierungszeit ein?
Quelle: junge WeltAnmerkung Christian Reimann: Der unbeliebte britische Premierminister bekommt für seine asoziale und militaristische Politik die „Quittung“. Wenn jedoch die britischen Grünen ähnlich „ticken“ sollten wie die deutschen, dann wäre lediglich das eine Übel durch ein anderes beseitigt worden.
- OpenAI verkündet Vereinbarung mit US-Militär über KI-Einsatz
Der ChatGPT-Entwickler OpenAI hat eine Vereinbarung mit dem US-Militär über den Einsatz seiner KI-Modelle in klassifizierten Cloud-Netzwerken geschlossen. Das teilte Firmenchef Sam Altman gestern Abend (Ortszeit) mit.
„Bei all unseren Interaktionen hat das Kriegsministerium einen tiefen Respekt für Sicherheit und den Wunsch nach einer Partnerschaft gezeigt, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen“, schrieb Altman auf der Plattform X.
Sein Unternehmen werde auch technische Schutzmaßnahmen entwickeln, um sicherzustellen, dass sich die KI-Modelle wie vorgesehen verhalten. Das sei auch im Sinne des Ministeriums, so Altman weiter.
Quelle: ORF.atAnmerkung Christian Reimann: Das ist nicht die erste Vereinbarung des US-Militärs mit Tech-Konzernen.
dazu auch: Wenn KI Krieg simuliert: In 95 Prozent der Fälle setzen die Modelle Atombomben ein – warum das so ist
Insgesamt haben die drei KI-Modelle 21 Runden der Kriegssimulation absolviert, in denen sie der Reihe nach ihre Züge durchführen konnten. Insgesamt kamen über alle Spiele hinweg 329 Züge zustande und die Modelle erklärten ihre Entscheidungen mit insgesamt 78.000 Wörtern. Trotz der ausführlichen Schilderungen resultierten die Kriegsspiele oft in demselben Ergebnis.
95 Prozent aller Simulationen endeten mit mindestens einem Atomangriff einer KI. Ferner gab im Laufe der Simulationen kein einziges Modell nach und passte sich den Forderungen der Gegner an. Auch die bedingungslose Kapitulation als Deeskalationsstufe kam nie zum Einsatz. Payne beschreibt in seinem Paper auch das Verhalten der einzelnen Modelle. So soll Claude wie ein „kalkulierender Adler“ agiert und „kontrolliert, aber unerbitterlich“ den Krieg weiter eskalieren ließ. Die KI war immer dann aggressiv, wenn die Situation es erforderte. Damit gewann die KI 100 Prozent der Simulationen ohne gesetztes Zeitlimit.
Quelle: t3n - CDU-Beschluss zu Social-Media-Verbot: Kritiker warnen vor „flächendeckenden Ausweiskontrollen“
Das Magazin „netzpolitik.org“ bezeichnete derlei Erwägungen im Vorfeld des Beschlusses als „Entgleisung“ und warnte vor einem „Möglichkeitsfenster“ zur „Einschränkung des freien Internets“. Autor Markus Reuter kritisierte bevorstehende „flächendeckende Ausweiskontrollen“ und wies darauf hin, dass die „im Gesetz als freiwillig festgeschriebene digitale Brieftasche der EU von Mitgliedern der Bundesregierung jetzt als Pflicht-Instrument zur Identifizierung gefordert wird.“ Reuter führte jene Ausweiskontrollen auch mit der im Vorfeld des CDU-Beschlusses geäußerten Forderung nach einer Klarnamenpflicht zusammen, die er als „Unterdrückungsinstrument von autoritären Ländern wie China“ kategorisierte. Für freie und demokratische Gesellschaften seien Anonymität und Pseudonymität im Internet „unerlässlich“.
Quelle: multipolar - Allerhand neue ÖRR-Debatten
Beim ZDF gab’s nach dem KI-Video-Problem eine Online-Betriebsversammlung mit über 1.000 Leuten. Der ARD-“Bericht aus Berlin” hat sich auch nicht mit Ruhm bekleckert. Und zur Frage, wann und wie denn wohl der Rundfunkbeitrag steigt, steigt die Verwirrung. Heute kommentiert Christian Bartels die Medienberichterstattung. (…)
In Deutschland wird sowieso wieder verschärft über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk diskutiert, seit dem “Zweiten Deutsches Kommunikationsdesaster”, also dem seltsam überflüssigen und durch noch seltsamere Abwiegelungsversuche verschärften Fehler des ZDF-“heute journals” mit einem KI-generierten Video – ausgerechnet in einem Beitrag, der sich (unter anderem) um KI-generierte Videos drehen sollte.
Inzwischen gehen die Chefetagen des ZDF in Offensive.
Quelle: Christian Bartels auf mdr




