EU macht sich ehrlich, Luxemburg schlägt Kriegsgeld vor: Neue Euroscheine mit Panzer und Gewehren

EU macht sich ehrlich, Luxemburg schlägt Kriegsgeld vor: Neue Euroscheine mit Panzer und Gewehren

EU macht sich ehrlich, Luxemburg schlägt Kriegsgeld vor: Neue Euroscheine mit Panzer und Gewehren

Marcus Klöckner
Ein Artikel von: Marcus Klöckner

Kriegsgeld. Kriegsgeld? Ja, Kriegsgeld. Neue Euro-Scheine lassen sich doch mit Panzern und Waffen versehen. Was soll das sein? Ein Scherz? Nein, nein. In Zeiten, in denen Deutschland kriegstüchtig werden soll und die Europäische Union den Feind in Russland sieht, ist alles möglich. Am Wochenende berichtete die FAZ über den Vorschlag aus Luxemburg, das Geld von etwa 350 Millionen Bürgern mit Kriegsgerät zu versehen. Zwar wurde der Vorschlag unter einem sich rasch formierenden Protest zurückgenommen, aber: Einmal mehr ist der Blick frei auf eine EU, die ihren Hang zum Militarismus längst nicht mehr verbergen will. Ein Kommentar von Marcus Klöckner.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Wir erinnern uns an ein Zitat von Jean-Claude Juncker und einen Spiegel-Bericht:

Jean-Claude Juncker ist ein pfiffiger Kopf. »Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert«, verrät der Premier des kleinen Luxemburg über die Tricks, zu denen er die Staats- und Regierungschefs der EU in der Europapolitik ermuntert. »Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.«

So wurde bei der Einführung des Euro verfahren, als tatsächlich kaum jemand die Tragweite der ersten Beschlüsse 1991 zur Wirtschafts- und Währungsunion wahrnehmen mochte.

Politiker sind nicht dumm. Sie wissen, wie sie ihre Vorhaben durchsetzen können. Was Juncker beschreibt, ist eine Methode – eine sehr wirkungsvolle.

Diese Methode spiegelt sich in dem Entwurf des Kriegsgeldes wider. „Luxemburg schlägt Euroscheine mit Gewehr und Panzer vor“, hieß es in der Überschrift der FAZ. Im Artikel ist zu lesen, der Vorschlag für die Motive der im Hintergrund offensichtlich in Planung befindlichen neuen Euroscheine sei von der luxemburgischen Verteidigungsbehörde gekommen.

Dass eine „Verteidigungsbehörde“ eine Nähe zum Kriegsgerät hat, ist nachzuvollziehen. Nur ist davon auszugehen, dass ein solcher Vorschlag, Panzer auf Euroscheine zu drucken, politisch übergreifend abgestimmt wurde. Das „Prinzip Juncker“ kommt zum Vorschein: Raus mit dem Testballon und dann schauen wir, wohin er fliegt. In diesem Fall war die Kritik offensichtlich groß. Die Behörde zog den Vorschlag zurück und entschuldigte sich.

Man konnte es aber doch wenigstens mal probieren, nicht wahr?

Noch vor einigen Jahren wäre ein solches Vorhaben, neue Euroscheine mit Waffen zu versehen, an keinem EU-Tisch auch nur gedacht worden.

Heute ist das anders. Heute zeigt die EU, wohin sie will. In Richtung des Krieges. Aufrüstung, Verteidigung, Panzer, Waffen: Wir kennen die Litanei. Kriegsgeld ist da sehr passend. Irgendwie gilt es eben, die Bevölkerungen auf Krieg zu konditionieren. Was läge da näher, als Panzer und Waffen dort sichtbar zu machen, wohin Jung und Alt jeden Tag greifen: zum Geld. Nur ist das Vorhaben gescheitert. Stand jetzt. Was noch kommt, wissen wir nicht. Die Methode, abstimmen zu lassen, bis das Ergebnis passt, ist gut bekannt. Man sieht es förmlich vorm inneren Auge, wie die feinen Damen und Herren einen neuen Anlauf nehmen wollen.

Titelbild: KI-generierter Vorschlag der Verteidigungsbehörde in Luxemburg. Directorate of Defense/Facebook

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