Leserbriefe zu „FAZ reagiert auf „Mehr-russische-Soldaten-töten“-Aussage – der Fisch stinkt vom Kopf her“

Ein Artikel von:


Marcus Klöckner kommentiert hier die Pressemitteilung der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) anlässlich der „Mehr-russische-Soldaten-töten“-Aussage ihres Autors. Das Blatt habe von der Unternehmenskommunikation verkünden lassen, es habe sich um eine „missverständlich“ formulierte Frage gehandelt. Eine direkte Stellungnahme der Chefredaktion oder der Herausgeber finde sich in der Erklärung nicht. Gefragt wird u.a., wie eine solche Frage („Können Sie uns Europäern konkret sagen, was wir tun können, um ihnen zu helfen, mehr Russen zu töten? Mehr russische Soldaten, natürlich“) „missverständlich“ formuliert sein könne. In Anbetracht der ungeheuerlichen Tragweite, die in der Frage liege, lasse sich die Pressemitteilung in erster Linie als eines auffassen: „als veritable Unverschämtheit!“ Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir haben dazu zahlreiche und interessante Leserbriefe bekommen, für die wir uns herzlich bedanken. Die nun folgende Auswahl hat Christian Reimann für Sie zusammengestellt.


1. Leserbrief

Sehr geschätzter Marcus Klöckner,

ich denke, dass dieser bewußt plazierte menschenverachtende, verabscheuungswürdige verbale Müll den diese Figur abgesondert hat insbesondere darin begründet liegt, eine weitere provozierende Botschaft an Russland zu senden! Die innere Debatte – die angesichts dieses Vorfalls beschämend ist – interessiert diese Figuren glaube ich gar nicht!

Den sich in freiem Fall befindenden Globalisten in Politik und Medien rennt die Zeit davon um Russland zu einer heftigen (militärischen) Reaktion zu nötigen um weiter Eskalieren zu können – und dazu ist diesen Figuren jedes Mittel recht!

Ich schäme mich für alle diese Figuren!

Herzliche Grüße
Andreas Rommel


2. Leserbrief

Sehr geehrtes Team der Nachdenkseiten,

sehr geehrter Marcus Klöckner,

mit Ihren beiden Artikeln haben Sie eigentlich schon alles gesagt, was zu sagen ist.

Wie man diesen Herrn Martens charakterlich einzuschätzen hat, dies auszuführen verkneife ich mir aus Gründen des Anstandes.

Ich bin mir aber ziemlich sicher, daß ich nicht der einzige bin, der diesem Herrn gerne und unverblümt persönlich empfehlen würde, sich unverzüglich an der Ostfront in der Ukraine freiwillig zu melden.

Mit Sicherheit hat man da noch eine passende Uniform mit Stahlhelm und Gewehr übrig.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Meiser


3. Leserbrief

Liebe Nachdenkseiten,

In diesen Zeiten bin ich mir recht sicher, dass es schnell rechtliche Konsequenzen hätte, wenn dieser Satz sich auf andere Nationalitäten/Gruppen bezöge. Auch ein „missverständlich“ (die gestellte Frage ist deutlich zu detailliert formuliert) würde dann vor Konsequenzen nicht schützen.

Wir sind sehr schnell sehr weit gekommen in den letzten Jahren, Licht am Ende eines Tunnels ist nicht zu erkennen, volle Fahrt in den Abgrund!

MfG
V. N.


4. Leserbrief

Hallo,

da gibt es keine Einsicht, weil da was siecht…

Die Selbstverständlichkeit, mit der ein „Journalist” allein diese Frage stellt, offenbart alles, nämlich die ganze Verkommenheit des Mainstream und das ist tatsächlich unmissverständlich !

Es sollte klar sein, für was das F in FAZ steht. (…)

Da fragt doch tatsächlich jemand wie man mehr Russen töten kann…

Warum greift da der Tatbestand der Volksverhetzung nicht?

Weil : Unterm Strich will das ja der Mainstream, wie auch die Politik… . Sie alle sind die wirklichen und wahren Volksverhetzer.

Grüße
T. Rath


5. Leserbrief

Deutsche Sprache – schwere Sprache, da haben Korrespondenten schon mal Schwierigkeiten mit Formulierungen… .

Michael Wrazidlo


6. Leserbrief

Hallo NDS,

typisch hohle schreihälserische Liedsinger-Mentalitäten, die die Drecksarbeit für die Brotgeber oben (und noch weiter oben) machen. Ich wünsche herzlichst (auch) der FAZ weiterhin freien Fall in den ABO-(und Leser-)Zahlen.

Claudia Limlahi


7. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Klöckner,

was Herr Martens da von sich gegeben hat, ist das nicht offen ausgesprochener Rassismus? Und darüber empört sich in unseren Mainstream-Medien niemand? Erinnert das nicht sehr an die Nazizeit? So geht Menschenverachtung und scheinbar werden solche Menschen gebraucht um Russland weiter zu provozieren. Das muss die Lust am Untergang sein. Es macht einen schon fassungslos wes Geistes Kinder in dieser Republik herum laufen. Von Morgens bis Abends höre ich in unseren Mainstream-Medien über die Gefahr durch die extremen Rechten. Aber über die Gefahr die von solchen Menschen wie Herrn Martens ausgeht beklagt sich niemand? Ich weiß nicht ob es mehr die Frage des Herrn Martens ist die mich anwidert oder ob es nicht die Person Michael Martens ist? Dass Russland Deutschland noch nicht angegriffen hat ist aus meiner Sicht schon erstaunlich. Insofern muss man Russland dankbar sein. Je mehr diese Journalisten und Politiker gegen Russland hetzen, desto mehr Sympathien empfinde ich für Russen, obwohl ich nicht einen Russen persönlich kenne.

Im Hinblick auf 28 Millionen tote Russen durch Nazi-Deutschland und der Ermöglichung der deutschen Einheit mit dem Abzug sämtlicher russischer Militäreinheiten aus Deutschland:

Sie sagen*
Russland bedroht uns
Ich glaube es nicht

Sie sagen*
die Ukraine kämpft für unsere Freiheit und Demokratie
Ich glaube es nicht

Sie sagen*
mit Putin kann man nicht reden
Ich glaube es nicht

Sie sagen*

Russland muss diesen Krieg verlieren
Ich glaube es nicht

* in Anlehnung eines Textes aus dem Jahr 1955 von H.D. Hüsch

Es grüßt Sie
Rals Glahn


8. Leserbrief

Guten Tag Herr Klöckner,

Danke, dass Sie dieses Beispiel aus den LohnschreiberLingInnenStuben der F.A.Z. aufgegriffen haben.

Das alles wundert mich hingegen nicht, hat doch die F.A.Z. immer die Mär vom schrecklichen ‚Ewigen Iwan‘ bedient. Und ich kenne dieses ( früher einmal sehr konservative CDU-Wirtschafts-) Hetzblatt seit meinen Oberstufentagen Ende der 70er Jahre.

Damit folgt die F.A.Z. weiterhin jener Doktrin, welche die Nationalsozialisten grausam begründeten. 27 Millionen getöteter / ermordeter Russinnen und Russen waren u. a. die Folge. Ich frage ferner: Wo bleibt da die besondere Verantwortung Deutschlands angesichts der Verbrechen, welche in der ehemaligen Sowjetunion in deutschem Namen begangen wurden?

Dieser Lohnschreiberling Michael Martens gehört irgendwann vor ein Menschenrechtstribunal in Den Haag gestellt. Das, was dieser Mensch gefragt hat, nenne ich Hetz-Lumpenjournalismus (…).

Gleichwohl: «Ich fürchte mich nicht vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten, sondern vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten.» ( Verfasser mir unbekannt ) – Die beiden deutschen Staatskirchen gehören ebenfalls in diesen Kontext.

Und ja: Wieder einmal sind wir in Deutschland auf einem guten Weg – geradeaus in den Untergang ziehen wir wie in einen Gottesdienst.

(…)

Freundliche Grüße sendet Roland Weinert.


9. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Klöckner,

Ich sehe nichts Skandalöses in der Frage des FAZ-Journalisten „…zu helfen, mehr Russen zu töten? Mehr russische Soldaten, natürlich.“ Im Gegenteil, alle Pazifisten und für den Frieden engagierten Menschen wie Sie sollten dankbar für diese Frage sein.

Endlich eine klare Aussage. Endlich kein verbrämtes Schwurbeln.

Alle Soldaten werden geschult und trainiert, möglichst effizient zu zerstören und zu töten, ohne im Idealfall selbst getötet und verstümmelt zu werden. Sie lernen, im Nahkampf und aus kurzer Entfernung direkt zu töten und Hightec-Maschinen zu bedienen, die aus der Distanz Tod und Zerstörung bringen. Zu Lande, im Wasser und der Luft. Gewalt ausüben, töten und zerstören – um nichts anderes geht es im Soldatenhandwerk.

Hinter abstrakten Begriffen wie „Territorium erobern“, „Feind zurückdrängen“, „Frontlinien begradigen“ etc. steht das Töten und Verstümmeln von Soldaten und Zivilisten, die das Pech haben, vor die Rohre oder ins Visier zu geraten. Wer Waffen liefert, hilft zu zerstören, zu verletzen und zu töten. Das ist ein Fakt. Möglichst effiziente, möglichst moderne Waffen liefern heißt, möglichst viel Zerstörung, möglichst viel Tod liefern. Wir „helfen“ mit Waffen, wir helfen, möglichst viele Russen zu töten.

Der „Skandal“ in der Aussage unseres Qualitätsjournalisten und der FAZ ist keiner. Wer die Aussage skandalisiert, verdrängt oder vertuscht, worum es im Krieg geht. Es ist kein Skandal, dies unmissverständlich auszusprechen, ohne abstrakte Distanzierung und Verbrämung. Der Skandal ist nicht die Aussage des FAZ Journalisten, der Skandal ist, dass wir Waffen liefern, dass wir mit Waffenlieferungen einverstanden sind, diese mit- und/oder ertragen. Er hat sehr plump, sehr direkt gesagt, worum es mit unseren Waffenlieferungen, worum es in diesem und allen Kriegen geht. Gerade als Kriegsgegner bin ich ihm dankbar dafür.

Mit freundlichen Grüßen.
Rals Hellmann


10. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Klöckner,
sehr geehrtes Nachdenkseitenteam

Ich finde diese Empörung über die „Mehr-russische-Soldaten-töten-Aussage“ des FAZ-Journalisten eigentlich lächerlich ja geradezu propagandistisch aufgeladen. Ich bin auch entschieden gegen diesen Krieg und gegen jeden Krieg, aber diese Art des Umgangs mit derartigen Ausagen dazu ist verfehlt.

Es ist doch so, dass dieser Krieg (jeder Krieg) nur gewonnen werden kann, wenn einer Seite nicht mehr genug notwendige Ressourcen zur Verfügung stehen, um ihn erfolgreich weiter zu führen, heisst ihn zu gewinnen. Also ist das Ziel beider Kriegsparteien schneller und nachhaltiger als die andere Kriegspartei deren Ressourcen zu vernichten und den Nachschub der Ressourcen zu unterbinden, als man selbst davon betroffen ist. Und zu diesen Ressourcen gehören natürlich auch ganz wesentlich die Soldaten (human ressources). Das bedeutet doch, dass Ziel jeden Krieges ist, neben der Zerstörung der Waffensysteme des Kriegsgegners möglichst viele Soldaten des Kriegsgegners zu töten oder so schwer zu verletzen, dass sie nicht mehr kriegstauglich sind.

Diese Empörung reiht sich implizit ein, in eine implizite Verharmlosung dieses Krieges, so als ginge es dabei nicht wesentlich ums Sterben. Viele viele Soldaten sind schon gestorben und werden noch sterben in diesem Krieg, und wir erfahren fast nichts darüber. Wir erhalten keine Zahlen und keine Bilder über die vielen toten Soldaten, die auch nicht zuletzt mit deutschen Waffen und mit deutschem Geld getötet wurden. Es wird implizit von unseren Politikern und Medien so getan, als handele es sich ausschließlich um pathetische Ideale (Souveränität, territoriale Integrität) und Gelder etc., die hierbei eine Rolle spielen würden. Das schreckliche Leiden und Sterben wird nicht thematisiert. Selbst wenn die oben angesprochenen nationalen Ideale ihre Berechtigung hätten, so müste selbst in einer rein rationalen Kosten-Nutzen- Rechnung jedem klar sein, dass die realen Kosten den vermeintlichen ideelen Nutzen längst um ein vielfaches überschritten haben.

Wenn nun ein FAZ-Journalist daherkommt und auf das bislang medial versteckte Sterben als wesentliches Ziel (als notwendiges Mittel zum Zweck, Kosten, die hinzunehmen seien) dieses Krieges thematisiert, dann geben sich viele empört. Einerseits zurecht, weil das Töten im Krieg, wie auch generell, zu verurteilen ist, andererseits zu unrecht, weil ja damit nur das bewusst gemacht wird, was tatsächlich stattfindet, nur hat das bislang noch niemand so klar ausgesprochen und auch noch nicht mit der impliziten Botschaft, dass diese Blutmühle wünschenswert ist und weiter perfektioniert werden muss, weil damit vermeintlich hehre Ziele verfolgt werden würden. Dabei geht es doch nur um die vollumfängliche Integration der Ukraine in NATO und EU und eventuell noch darum die Atommmacht Russland zu ruinieren, eventuell auch nur darum, sie in ihre Schranken zu weisen.

Fritz Gerhard


11. Leserbrief

Auch wenn einzelne Leser die Stirn runzeln werden, bleibe ich bei meiner Auffassung, dass die Empörung über die Äußerungen des Herrn Martens nicht erstaunlich ist. Man wird sich schon daran gewöhnt haben, dass ich deutsche Leidkultur schreibe, denn es ist eine Kultur des Leidens, die zur festen Erbmasse dieses Volkes gehört und schon gar nicht ausgeMerzt werden kann. Warum auch, diese Mischung aus blankem Sadismus und Weinerlichkeit ist keine Folge einer jemals existierenden Nation, sondern es ist der pure Untertanengeist der dem deutschen Volk eigen ist. Dieses Volk war stets zersplittert in zahllose Fürstentümer, Fürstbischofstümer, Herzogstümer, Königstümer und Grafschaften, so dass man getrost von deutschtümelnden „Ungetümern“ sprechen konnte. Kein Mensch kann ständig devot und dienstbeflissen sein, selbst wenn die Kirchen bei Widersetzlichkeit mit Höllenstrafen drohen. So suchte man sich eben Zeitgenossen, welche die Obrigkeit als Abschaum bezeichnete und konnte an diesen armen Wesen seinen Hass, seine Aggressionen abladen. Judenpogrome bis hin zur Vernichtung von Mitbürgern mosaischen Glaubens sind historisch der bedeutendste Beweis. Doch als Bismarck nach 1871 eine deutsche Nation zusammen häkelte, war es nicht opportun die jüdischen Mitbürger offen zu diskriminieren, denn das wäre ja Wasser auf die Mühlen der Arbeiter gewesen, die doch mit dem Motto: „Alle für Einen – Einer für Alle“ eingefangen werden sollten. Deshalb galt es äußere Feinde zu suchen. „Jeder Stoß ein Franzos’, jeder Tritt ein Brit, jeder Schuss ein Russ!“ Jetzt sind wir in der überschaubaren Geisteswelt des Herrn Martens gelandet. Wie in Heinrich Manns Roman „der Untertan“ sind wir bei dem Zeitungsschreiberling angekommen, der wie Kurt Tucholski in dem Text „Kurzer Aufenthalt“ beschreibt, ‘am Stammtisch auch gelegentlich ein Bier mittrinken darf’. Ein Stammtisch in irgendeinem Ort mit der Endung „’menau“, was ebenso „Brilon“ heißen könnte, wo die Honoratioren im „Gasthof deutsche Eiche“ einen Stammtisch samt Glocke unterhalten. Das kitzelt den Nerv des deutschen Untertans, wenn er nicht dabei sein darf, wo die „Großen“ in ihrer kleinen Welt etwas zu sagen haben. Der Nationalsozialismus förderte diesen Menschentyp, der sich bis heute in dieser Art erhalten hat. Ein Blick auf die Biografien der SS-Verbrecher offenbart, dass neben den rechtsextremen Akademikern, sehr viele Versager in Führungspositionen gelangten und dort die schlimmsten Verbrechen begingen.

Unter den westdeutschen Journalisten ist dieser Typ sehr häufig anzutreffen. Er mordet keineswegs, nein er beschreibt und ebnet nur den Weg dort hin. Oppositionelle werden als Hassprediger gebrandmarkt, man selbst ist natürlich moralisch über jeden erhaben. Da gab es einen Herrn Jürgen Liminski, der dem „opus dei“ sehr nahe stand und zugleich bei Kundgebungen öffentlich gegen Homosexuelle wetterte, der im Deutschlandfunk die Sympathien des Herrn Steul besaß und gleichzeitig in der „junge freiheit“ mit Beiträgen glänzte. Es sind keine Journalisten im strengen Sinn, denn sie besitzen ein Ziel vor Augen, das sie mit Hilfe ihrer Propaganda erreichen wollen. Da wird „im Sinne der guten Sache“ gelogen, verdreht und manipuliert. Vor dreißig Jahren hätte mich dafür der Chef vom Dienst achtkantig aus der Redaktion geworfen. Wie es mit der Standhaftigkeit des Herrn Martens bestellt ist, zeigt seine Reaktion auf die Kritik. Er meinte, dass es doch keinen etwas anginge, welche Fragen er auf einer Pressekonferenz stellen und wir er sie formulieren würde. Da wähnt sich jemand wohl schon ganz nahe dran zu sein, um am Bundesregierungshof ständigen Zutritt zu erhalten und meint er könne bereits schon jetzt sich das feudal-arrogante Benehmen, was nicht nur der Bundeskanzler zeigt, gegenüber dem „Pöbel“ ausleben.

Wenn er eine Schweigepflicht über das, was er von sich gibt, wirklich erreichen will, so empfehle ich ihm, sich einen Psychotherapeuten zu suchen, den er bestimmt schnell finden wird im Gegensatz zu den piefigen Kassenpatienten. Dort ist die Schweigepflicht garantiert. Besser wäre es aber, wenn er nun schweigen würde. Dann hört auch die unbotmäßige Kritik auf.

Stephan Ebers


12. Leserbrief

Guten Tag Herr Klöckner,

vielen Dank, dass sie diesen Vorgang so intensiv begleiten. Aber er ist nur eine logische Folge dessen, was man in Deutschland aktuell wieder zusammenmischt.

Wer hat eigentlich den Rechtsgrundsatz definiert man dürfe keine Vergleiche mit dem 3. Reich anstellen, da man „es“ sonst verharmlosen würde? Ich würde meinen, man verharmlost so eher die aktuellen Zustände.

Die Liste der von damals übernommenen Vorgehensweisen wird immer länger…

  1. Sich als Opfer darstellen, um Handlungsbedarf geltend zu machen (ganz wichtige Grundlage für absolut alles!)
  2. Menschenverachtendes Denken juckt oder hat niemanden mehr zu jucken, sofern es die „Richtigen“ trifft.
  3. Pauschale Verächtlichmachung von Kritikern, z.B. der „Freunde von Sputnik“ wird mehr und mehr salonfähig
  4. Die faktische Gleichschaltung des weitesten Teils der Medien ist erreicht
  5. Die Abschaffung der Gewaltenteilung, ist so fern notwendig, inklusive Willkürherrschaft (z.B. EU-Sanktionen), gängige Praxis
  6. Immer weiter reichende Bespitzelung und Überwachung der Bürger
  7. Die gute alte Ideologie-Endlosplatte nudelt wieder ununterbrochen vor sich hin
  8. Aufrüstung bis zum Staatsbankrott
  9. Folter, Unrecht und Völkermord werden blind unter Berufung auf eine „Staatsräson“ (mit so einer hat man damals auch den Holocaust sauber begründen können) unterstützt, bis man gefühlt schon die Hacken zusammenknallen hört
  10. Demokratische Standards gibt es nicht mehr, das Volk SOLL nur noch die richtigen Parteien wählen, damit diese danach machen können was sie wollen

Letzteres kann man wohl nicht anders bezeichnen, wenn man die alte Regierung wegen 17 fehlenden Milliarden auflöst, als Nachfolger die Einhaltung der Schuldenbremse verspricht und dann gefühlt die hundertfache Menge Geld in Rekordzeit zum Fenster hinauswirft, unter Anderem.

Wie z.B. der allgemeinen Krisenbewältigung, diese haben die Nazis ihrerzeit vor der Machtübernahme auch versprochen. Ironischerweise mit ähnlich unlogischen/falschen Aussagen wie heutzutage. Dies könnte man also sogar als Punkt 11 aufführen. Doch selbst dies wird mit den geplanten Rüstungsausgaben (im Vergleich des Umfangs der jeweils gegenüberstehenden Konsummärkte und dem notwendigen Arbeitskräfteeinsatz) ganz sicher nicht einmal ansatzweise funktionieren wie damals.

Klar, es ist noch nicht so schlimm wie damals zum Ende hin. Doch weder ist bisher der Spannungsfall ausgerufen worden (eine kleine Schwester des Ermächtigungsgesetzes), noch hat der Krieg begonnen. Vor dem Krieg und sogar bis in den Krieg hinein sollte das Volk damals auch etwas „gewinnen“. Zum „Volk“ gehören freilich immer nur die, welche dazu gehören dürfen. „Freunde Putins“ & Co zählen heute offensichtlich schon nicht mehr dazu.

Erst später wurde diese Maske über die industrielle Massenvernichtung, bis zum Nero-Befehl fallen gelassen. Da sollte man sich also lieber nicht zu früh freuen, denn die atomare Eskalation war auch im Kalten Krieg bereits State of the Art. Das ist der Nero im Turbomodus.

Und die Ironie der Geschichte: Herr Martens meint gegen das Böse zu kämpfen, genau wie die Nazis oder die „Freunde der Ukraine“ auch. Damit kann man alles begründen und dies wird man Stück für Stück auch in die Praxis umsetzen. Daran besteht nur wenig Grund für Zweifel, zumindest wenn man seine Sinne noch beieinanderhat und sehen kann, was heutzutage schon kompatibel mit der deutschen Staatsräson IST und sich an frühere Zeiten noch erinnern kann…

Sich demonstrativ komplett im neuen „Zeitalter“ verlieren, das wäre schon Punkt 12. Ich höre besser auf.

Mit freundlichen Grüßen
Kai P.


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