Der Journalist Bastian Barucker ist der angeblichen Sicherheit der Corona-Impfstoffe auf den Grund gegangen. Seine Entdeckungen und seine Auseinandersetzung mit dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat er nun in einem brisanten Buch dokumentiert. Im NachDenkSeiten-Interview mit Marcus Klöckner gibt der Bestseller-Autor Einblick in seine aufwendigen Recherchen und sagt: „Im Mai 2025 bezeichnete das PEI ‚Transparenz‘ übrigens als ‚Grundpfeiler der Arzneimittelsicherheit‘. Wer, so wie ich und andere Journalisten, seit Jahren damit beschäftigt ist, aussagekräftige Antworten vom PEI zu erhalten, kann über diesen Werbeslogan nur lachen. Das PEI ist eine Art Bollwerk, das maximal unwillig ist, Transparenz über die eigene Arbeitsweise und relevante Daten herzustellen.“
Marcus Klöckner: Herr Barucker, der Titel Ihres neuen Buches lautet „Vorgetäuschte Sicherheit – Das Paul-Ehrlich-Institut und die Corona-Impfkampagne“ [erscheint am 16. November]. Damit verweisen Sie auf ein offensichtlich schwerwiegendes, weitreichendes Problem: das der Impfstoffsicherheit. Kurz vorab: Was haben Sie herausgefunden?
Bastian Barucker: Nach mehreren Jahren der Recherche, verschiedenen Gerichtsverfahren, etlichen Presseanfragen und dem Studium der wenigen vorhandenen Protokolle zeichnet sich ein unfassbares Szenario ab. Sowohl die seit Jahren verwendeten Instrumente zur Überwachung der Impfstoffsicherheit als auch die speziell für die Corona-Impfkampagne eingeführten Methoden sind mangelhaft und teilweise ungeeignet. Dazu kommt, dass das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die Ergebnisse seiner Analysen über Jahre zurückhält und selbst auf Nachfrage wichtige Zahlen nicht herausgibt. Außerdem meldet das PEI Nebenwirkungen an die europäische Datenbank (EudraVigilance) erst Jahre später und verstößt damit gegen das Arzneimittelgesetz. Das PEI kommt meiner Meinung nach seinem gesetzlichen Auftrag nicht adäquat nach. Es wirkt wie ein Fehlverhalten. In der Softwareentwicklung gibt es den Witz: „It is not a bug. It is a feature“ (Anm. Red.: Es ist kein Fehler, es ist ein Anwendungsmerkmal). Die Ungeeignetheit der Vorgehensweise des PEI ist nur noch schwer mit fehlender Absicht in Einklang zu bringen.
Mal der Reihe nach. Was ist die Aufgabe des Paul-Ehrlich-Instituts?
Diese dem Gesundheitsministerium unterstehende und weisungsgebundene Bundesbehörde mit knapp 1.000 Mitarbeitern soll die Sicherheit von Impfstoffen überwachen. Sie ist außerdem an der Ausarbeitung der Zulassungsempfehlung durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) beteiligt, auf Basis derer die EU-Kommission Impfstoffe zulässt. Sie prüft Impfstoffchargen auf ihre Qualität und sammelt Meldungen von unerwünschen Arzneimittelwirkungen, demnach auch Nebenwirkungen von Impfstoffen. Hier lässt sich bereits ein gravierender Interessenkonflikt erkennen. Das PEI ist an der Empfehlung eines Impfstoffs beteiligt, dessen Risikoprofil es anschließend überwachen soll. Wie unbefangen kann eine Behörde bei der nachträglichen Überwachung der Sicherheit sein, wenn sie einen Impfstoff empfohlen hat? Wie steht das PEI da, wenn der empfohlene Impfstoff plötzlich massive Nebenwirkungen aufweist? Dazu passt ein Zitat aus dem Corona-Krisenstab des PEI, in dem es darum geht, ob das Gesundheitsministerium die Corona-Impfstoffe statt des PEI direkt in den Verkehr bringt. Am 12. Mai 2020 hieß es dazu:
„Dies hätte auch den Vorteil, dass die Verantwortung für ein wenig geprüftes Arzneimittel beim BMG und nicht beim PEI läge.”
Das klingt nicht sehr vertrauenerweckend, oder?
Halten wir uns noch mal vor Augen, wie die Situation in der Coronazeit war. Die Corona-Impfstoffe kamen auf den Markt. Weite Teile der Politik, der Medien und den zu sehenden Experten haben die Impfstoffe als wirksam und unbedenklich eingestuft. Und das hat auch mit dem Paul-Ehrlich-Institut zu tun, oder?
Ja, genau. Das PEI war an der Empfehlung der EMA und somit auch an der Zulassung beteiligt. Ohne die Zustimmung des PEI hätte es diese Empfehlung nicht gegeben, da der zuständige Ausschluss Humanarzneimittel (CHMP) im Konsens entscheidet. Das PEI attestierte dem Impfstoff eine positive Risiko-Nutzen-Bilanz. Dies geschah übrigens, bevor die Rohdaten der Zulassungsstudien der EMA vorlagen.
Sie wollten es aber genau wissen. Sie haben dem Institut auf den Zahn gefühlt. Für unsere Leser, die Ihre Arbeit nicht kennen: Was haben Sie gemacht?
Um überhaupt einmal relevante Zahlen zu erhalten, habe ich etliche Presseanfragen gestellt, die das PEI partout nicht veröffentlichen wollte. Da diese nicht ordentlich beantwortet wurden, habe ich presserechtliche Eilverfahren durch mehrere Instanzen geführt. Diese führten jedoch nicht zum Erfolg, da die Gerichte dem PEI quasi zur Seite stehen. Das PEI muss gewisse Zahlen nicht herausgeben, da es behauptet, diese selbst nicht zu haben. Die Gerichte entscheiden dann: Presserechtlich habe ich keinen Anspruch auf Informationen, die nicht vorliegen. So entsteht ein undurchdringbares Bollwerk, das es der Presse unmöglich macht, an relevante Zahlen heranzukommen, um dann darüber zu berichten.
Außerdem habe ich verschiedene Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) gestellt, um herauszufinden, welche Abteilungen im PEI wann Protokolle angelegt hatten. Da die RKI-Protokolle sehr aussagekräftig waren, wollte ich wissen, ob es solche Niederschriften auch im PEI gibt. All diese Anfragen wurden vom PEI über Monate hinausgezögert und erst beantwortet, nachdem ich Klage eingereicht oder mit einer Klage gedroht hatte. Es ist unglaublich mühselig. Im Mai 2025 bezeichnete das PEI „Transparenz” übrigens als „Grundpfeiler der Arzneimittelsicherheit”. Wer, so wie ich und andere Journalisten, seit Jahren damit beschäftigt ist, aussagekräftige Antworten vom PEI zu erhalten, kann über diesen Werbeslogan nur lachen. Das PEI ist eine Bundesbehörde, die maximal unwillig ist, Transparenz über die eigene Arbeitsweise und relevante Daten herzustellen. Das hätte ich nie für möglich gehalten.
Und dann? Wie ging es weiter?
Eine erste Sensation war also, dass das Fachgebiet der Pharmakovigilanz – so nennt sich die Sicherheitsüberwachung von Impfstoffen – fast während der gesamten Corona-Impfkampagne angeblich kein einziges Protokoll angelegt hat. Bereits im Februar 2020, also bevor die Impfstoffe auf den Markt kamen, hörte diese Abteilung auf, ihre Arbeitstreffen zu protokollieren. Der Grund war das hohe Arbeitsaufkommen. Für die Entscheidung, keine Protokolle anzufertigen, liegt jedoch kein Protokoll vor. Offensichtlich ist, dass ein Fachgebiet einer Bundesbehörde eine solche Entscheidung nicht ohne Zustimmung des Dienstherrn treffen kann. Als ich wissen wollte, ob die darüberliegende Abteilung Protokolle angelegt hat, bekam ich ebenfalls die Antwort, dass auch dort über mehrere Jahre hinweg, während der größten Impfkampagne in der Geschichte der Bundesrepublik mit einem neuartigen Präparat, keine Protokolle angefertigt wurden. Das PEI teilte mir sogar mit, dass es der Auffassung ist, nicht dazu verpflichtet zu sein, Protokolle anzufertigen. Ein von mir in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten sieht das jedoch anders. Bis heute erscheint es mir undenkbar, dass es nur die 240 Seiten Protokolle des sogenannten externen Krisenstabes geben soll, die erst im Oktober 2026 veröffentlicht wurden. Es ist aber auch möglich, dass man aus den RKI-Protokollen gelernt hat, wenn sie verstehen, was ich meine.
Wann kamen ihnen Zweifel, dass etwas mit der Sicherheit der Impfstoffe nicht stimmen könnte?
Sagen wir es so: Aufgrund der überhasteten Entwicklung und Zulassung bin ich nie davon ausgegangen, dass die Corona-Impfstoffe sicher sind. Dafür braucht es keine Expertise. Wenn ein neuartiger Impfstoff innerhalb von neun Monaten entwickelt wird, ist jedem klar, dass es unmöglich ist, robuste Aussagen über die langfristige Sicherheit des Präparats zu treffen.
Für mich waren eindeutige Anhaltspunkte, dass die Zulassungsstudie frühzeitig entblindet wurde und in der geimpften Gruppe nicht weniger Menschen verstorben sind als in der ungeimpften Gruppe. Die durch einen Whistleblower offengelegten Unregelmäßigkeiten ließen die Annahme zu, dass diese neuen mRNA-Produkte nicht ausreichend getestet wurden. Als ich das umfassende Buch der Arzneimittelrechtlerin Dr. Brigitte Röhrig las, war ich erschrocken darüber, wie viele Mängel und Alarmsignale bereits bei der Zulassung auftraten. Ihr Buch trägt, passend zu meiner These der vorgetäuschten Sicherheit durch das PEI, den Untertitel: „Wie die Bevölkerung über die Covid-19-Impfung getäuscht wurde”.
Nachdem der Pharmazieprofessor Peter Doshi die freigegebenen Rohdaten der Zulassungsstudie untersucht und eine schwere Nebenwirkung bei 800 Geimpften festgestellt hatte, war ich mir ziemlich sicher, dass das Risikoprofil dieser sogenannten Impfstoffe katastrophal ist. Dieses Risikoprofil muss das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Deutschland nun mithilfe maximaler Intransparenz verwalten. Hinzu kamen noch sehr auffällige Todesfälle und schwere Erkrankungen nach einer modRNA-Impfung in meinem Bekanntenkreis.
Der Fachbegriff, um den es geht, lautet „Pharmakovigilanz“, also die „Sicherheitsüberwachung von Arzneimitteln“. Das mag für viele zunächst mal ein etwas sperriges Thema sein. Aber die Corona-Impfung hat im Grunde genommen alle Bürger betroffen. In Ihrem Buch findet sich im Vorwort ein Vergleich zu der Flutkatastrophe im Ahrtal. Dort gab es ein Warnsystem, aber …
Es wurde nicht adäquat auf die Warnsignale reagiert beziehungsweise die Messdaten wurden nicht sorgfältig genug analysiert. Bei der Corona-Impfkampagne gab es über all die Jahre zahlreiche Alarmsignale von Fachleuten, die vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) jedoch nicht angemessen gewürdigt wurden. Dazu zählen die Auswertungen von Doshi, der offene Brief des ehemaligen Vorstands der BKK Provita, die durch den Pathologen Schirmacher entdeckte massive Untererfassung von Impftoten und selbstverständlich die seit Beginn der Impfkampagne bestehende Übersterblichkeit. Damit sind wir auch beim Kern des Problems: Eine weisungsgebundene Bundesbehörde, die an der Zulassung des Impfstoffs beteiligt war, kann systemisch betrachtet nicht unbefangen auf Alarmsignale achten. Das gilt umso mehr, wenn die Politik – wie die RKI-Protokolle gezeigt haben – das Ziel verfolgt, so viele Menschen wie möglich so schnell wie möglich zu impfen.
Haben Sie ein Beispiel?
Das PEI hat mir vor Gericht Folgendes über zwei wesentliche Überwachungsinstrumente gesagt:
„[W]ie auch das Spontanmeldesystem dient die SafeVac 2.0-Studie nicht dazu, konkrete Häufigkeiten des Auftretens von Nebenwirkungen zu ermitteln. Dies ist Sinn und Zweck von klinischen Prüfungen mit kontrollierten, randomisierten und verblindeten Designs. Es ist allenfalls die Erkennung von Trends möglich.”
Die angeführten klinischen Prüfungen hatte ich bereits erwähnt. Die SafeVac 2.0-Studie ist die App, die mit Beginn der Impfkampagne eingeführt wurde, um schnell und aktiv nach Nebenwirkungen zu suchen. Das Spontanmeldesystem wird über Meldungen von Ärzten und Betroffenen „gefüttert” und leidet seit Jahren an einer massiven Untererfassung. Wieder begegnen wir hier einem seit Langem bekannten systemischen Fehler. Ärzte, die selbst geimpft haben, sind folglich voreingenommen, wenn es darum geht, Nebenwirkungen zu melden. Sie wären für diese mitverantwortlich und haben sich bei der Aufklärung auf die Einschätzungen des PEI verlassen. Außerdem beträgt der Aufwand für eine solche Meldung 30 bis 40 Minuten, ohne dass eine Vergütung erfolgt.
Sowohl die Spontanerfassung als auch die SafeVac-App werden aber immer wieder angeführt, wenn das PEI behauptet, die Sicherheit von Impfstoffen werde ausreichend überprüft. Die aktuell publizierte SafeVac-Studie ist ein perfektes Beispiel für die Vortäuschung von Überwachung. Drei Jahre nach Abschluss der Datenerfassung publizieren drei PEI-Mitarbeiter endlich diese Studie, in der sich keinerlei Angaben zu schwerwiegenden Nebenwirkungen oder Krankenhausaufenthalten finden. Das sind aber die relevanten Parameter, um die es gehen müsste. Auf eine Presseanfrage hatte mir das PEI geantwortet, es gäbe ca. 5.000 schwerwiegende Nebenwirkungen bei den ca. 730.000 App-Nutzern. Vorher waren es jahrelang rund um die 2.000.
Die Rohdaten dieser Studie bleiben aus Datenschutzgründen weiterhin geheim, obwohl im Studienprotokoll vom November 2021 explizit darauf hingewiesen wurde, dass eine Rückverfolgung der Teilnehmer nicht möglich ist. Das erinnert stark an die Stoppt-Covid-Studie des RKI, die den Corona-Maßnahmen eine hohe Wirksamkeit attestierte, deren Rohdaten aber erst nach öffentlichem Druck herausgegeben wurden. Eine unabhängige Begutachtung der Rohdaten ergab mehrheitlich keinen Nutzen. Was wird wohl herauskommen, wenn das PEI die Rohdaten der SafeVac-App herausgibt und diese dann ebenfalls extern begutachtet werden?
Wie ist dieser Vergleich im Hinblick auf das Paul-Ehrlich-Institut zu verstehen?
Es gibt zwar nebeneinander existierende Instrumente, die auch irgendetwas messen, aber die Auswertung der Messungen ist mangelhaft und führt nicht zur Detektion von Alarmsignalen. Wie der ehemalige Mitarbeiter des PEI, Dr. Klaus Hartmann, es in seinem Buch „Impfen, bis der Arzt kommt” schon 2012 formuliert hat:
„Die Melderaten von Impfkomplikationsverdachtsfällen pro Jahr sagen nichts über die ‚wahre Welt‘ aus und lassen keine Rückschlüsse darauf zu, wie häufig Impfkomplikationen wirklich sind.”
Hartmann stellte bereits damals die nachvollziehbare und weiterhin unbeantwortete Frage: „Will man hier überhaupt wirklich mehr über Verdachtsfälle von Impfkomplikationen wissen?”
Wir können nicht auf alle Einzelheiten, die sie zusammengetragen haben, eingehen. Deshalb nur in komprimierter Form: Was sind für Sie die zentralen Erkenntnisse?
Während der gesamten Corona-Impfkampagne war das PEI personell unterbesetzt. Es hatte mit einer immensen Menge an Meldungen zu tun und hat es versäumt, die neu eingeführten Instrumente – die Auswertung der Daten der Kassenärztlichen Vereinigungen und der SafeVac2.0-App – durchzuführen. Ersteres war gesetzliche Pflicht, bei Zweiterem hat das PEI aufgrund der Verletzung von Meldefristen wahrscheinlich gegen das Arzneimittelgesetz verstoßen. Denn es hat die über die App eingegangenen Meldungen mit Jahren Verzug an die europäische Datenbank gemeldet. Gesetzlich vorgesehen sind 15 Tage bei schwerwiegenden Nebenwirkungen und 90 Tage bei allen anderen Nebenwirkungen.
Was noch?
Ein Moment, der mich während meiner Recherche zum Kopfschütteln brachte, war die Beschäftigung mit einer statistischen Analysemethode, die das PEI nutzt, um zu prüfen, ob vermehrt Krankheiten oder Todesfälle innerhalb von 30 Tagen nach einer Impfung auftreten. Dabei verwendet das Institut die sogenannte Observed-vs.-Expected-Methode (OvE-Methode). Ich habe dazu mehrere schriftliche und telefonische Interviews mit Fachleuten geführt. Einige von ihnen waren bei der Befragung einer PEI-Mitarbeiterin vor dem Bundesverwaltungsgericht anwesend. Verhandelt wurde damals die einrichtungsbezogene Impfpflicht. Die beim PEI für Statistik zuständige Mitarbeiterin Dr. Dr. Doris Oberle räumte ein, dass knapp 70.000 zusätzliche Todesfälle innerhalb von 30 Tagen in einer Impfgruppe auftreten müssten, damit diese Methode ein Alarmsignal erkennt. Das Wissenschaftlerkollektiv schrieb damals:
„Zusammenfassend lässt sich festhalten: Die vom PEI verwendeten Sicherheitsanalysen sind methodisch fehlerhaft und würden selbst bei sehr hohen impfbedingten Todesfallzahlen kein Risikosignal ergeben. Die Aussagen im Sicherheitsbericht, es gäbe hier kein Risikosignal und die Impfstoffe seien sicher, sind also definitiv wissenschaftlich nicht valide.”
Als ich der Zeugenaussage von Klaus Cichutek, dem ehemaligen Präsidenten des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), vor dem Untersuchungsausschuss in Thüringen beiwohnte, wurde er auf eine Aussage von ihm in der ARD im Februar 2021 hingewiesen. Damals behauptete er: „Impfstoffe verursachen keine Todesfälle.” Im Landtag revidierte er diese Aussage. Er gab an, gemeint zu haben, dass Impfstoffe keine Todesfälle verursachen sollten – ein kleiner, aber sehr feiner Unterschied. Das PEI nutzt zur Erkennung von Todesfällen nach Impfung übrigens einen WHO-Algorithmus, der 78 Prozent der Fälle gar nicht klassifizieren kann. Nur 2,4 Prozent der Todesfälle werden als wahrscheinlich bzw. möglich durch die Impfung verursacht klassifiziert. Wie viele Menschen an der Impfung sterben, weiß das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) also bis heute nicht. Eine Auswertung offizieller PEI-Daten durch unabhängige Wissenschaftler lässt übrigens auf bis zu 30-mal mehr Todesfälle nach einer Corona-Impfung im Vergleich zu herkömmlichen Impfungen schließen.
Wie reagiert das PEI auf die Vorwürfe?
Beim PEI verfolgt man grundsätzlich die gleiche Strategie wie beim RKI. Wichtige Fragen werden teilweise nicht beantwortet. Man lässt sich lieber verklagen oder findet ausweichende Formulierungen, um keine konkreten Zahlen zu nennen. Ein ganz eigenes Verständnis von Transparenz!
Wie wird es weitergehen? Was ist Ihre Einschätzung?
In Kürze muss mir das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) den gesamten E-Mail-Verkehr zwischen der damaligen Institutsleitung unter Prof. Klaus Cichutek und der Leiterin der Abteilung für Pharmakovigilanz, Dr. Keller-Stanislawski, übergeben. Derzeit werden die E-Mails noch geschwärzt. Außerdem werden die Rohdaten der SafeVac-Studie irgendwann von externen Wissenschaftlern geprüft werden. Diese Auswertung und die hoffentlich bald erscheinende Auswertung der Daten der Kassenärztlichen Vereinigungen werden mehr Licht ins Dunkel des Risikoprofils der mRNA-Impfstoffe bringen. Schlussendlich hat sich das PEI in eine Sackgasse manövriert. Das Vertrauen in Impfstoffe ist jedoch stark gesunken. Ich denke, dass viele Menschen den Verlautbarungen der Bundesbehörden RKI und PEI nicht mehr so sehr vertrauen wie vor der Corona-Impfkampagne. Die von mir als vorgetäuschte Sicherheit bezeichnete Kampagne ist somit teilweise enttarnt worden.
Lesetipp
Bastian Barucker: Vorgetäuschte Sicherheit: Das Paul-Ehrlich-Institut und die Corona-Impfkampagne. München 2026, Massel Verlag, Taschenbuch, 256 Seiten, ISBN 978-3948576462, 22,90 Euro. (erscheint am 16. November 2026)
Titelbild: privat





