Einladung zum 30. Pleisweiler Gespräch am 21. Oktober: „Verbaut die digitale Revolution unseren Kindern die Zukunft?“

Albrecht Müller
Ein Artikel von:

Sie finden anhängend eine Einladung zu diesem Gespräch und hier die Einladung als PDF. Das Gespräch mit Frau Professor Dr. Teuchert-Noodt geht um eine Frage, die viele Menschen umtreibt und auf jeden Fall betrifft. Bitte geben Sie die hier wiedergegebene Einladung weiter, per E-Mail oder ausgedruckt. Machen Sie bitte insbesondere Eltern und Lehrer auf diesen Termin aufmerksam. Wir freuen uns auf ein neues Pleisweiler Gespräch – das 30., fast schon ein Anlass zum Feiern. Albrecht Müller

Einladung

zum 30. Pleisweiler Gespräch am Sonntag, den 21. Oktober um 13:00 Uhr
in der Nonnensuselhalle in Pleisweiler-Oberhofen, Weinstraße 71

„Verbaut die digitale Revolution unseren Kindern die Zukunft? –
Erkenntnisse aus der Evolutions- und Hirnforschung“

Prof. Dr. G. Teuchert-Noodt i.R., Kiel 2018
ehem. Leitung der Neuroanatomie/Humanbiologie an der Universität Bielefeld

Die Humanbiologin Frau Professor Dr. Teuchert-Noodt wird beim 30. Pleisweiler Gespräch der Frage nachgehen, wohin uns die digitale Revolution führt. 

In einmaliger Weise ist der Mensch von alters her auf Tatendrang und unbegrenzte Lernfähigkeit angelegt, sonst hätte er sich nicht an die Spitze sämtlicher diesen Planeten bewohnenden Lebewesen stellen können. Nunmehr erfüllen digitale Medien der Menschheit einen fundamentalen Traum: Beherrschung von Zeit und Raum. Erleichterung und Beschleunigung der Lern- und Lebenswelten führen die Gesellschaft zu großen Erfolgen und sie bereichern das Privatleben. Das ist Realität und birgt gleichzeitig eine riesengroße Gefahr in sich:

Sobald die Nutzer digitaler Medien nicht die Oberhand über ihr Tun und Planen behalten, erliegen sie unmerklich einer Cyberattacke auf die Netzwerke ihres Gehirns. Attackiert werden speziell diejenigen Teile, die für die Gedächtnisbildung und kognitiven Leistungen verantwortlich sind. Das kann Sucht, Burnout oder Depression auslösen.

Wer kleinen Kindern die Bewegung vorenthält – warum auch immer – der sorgt für Chaos auf der Baustelle des kindlichen Hirngerüsts, denn die gesamte Kindheit ist gezeichnet von kritischen Phasen, in denen die Reifung von senso-motorischen und assoziativen Funktionssystemen extrem stark von der Umwelt beeinflusst wird. Bildschirm-Medien, ganz gleich ob Smartphones, Tablets oder das gute alte Fernsehgerät, schränken automatisch das Bewegungsverhalten der Kinder ein, weil sie vielfach Kinder vom Spielen in Wäldern, Parks oder auf Sportplätzen abhalten. Das beeinträchtigt in diesem Lebensabschnitt die nötige Hirnreifung, die eine sehr aktive und dynamische Phase der Entwicklung darstellt. Wischen und tippen Kinder dagegen auf Tablets, schadet das auch der Reifung ihrer kognitiven Fähigkeiten. Die flüchtigen Händchen führen keine differenzierten, feinmotorischen Bewegungen aus. Das unterminiert die Vernetzung im Gehirn – und untergräbt langfristig die Entwicklung geistiger Fähigkeiten. 

Es kommt jetzt darauf an, sowohl in der Ausbildung als auch in der Arbeitswelt nicht zuzulassen, dass die digitalen Medien uns in ihre Dienste stellen. Es ist deshalb hilfreich, mehr über diejenigen Nervennetze im Gehirn zu wissen, die uns dafür stark machen.

Das Thema ist von großem Interesse für alle Menschen, die das Geschehen aufmerksam beobachten, insbesondere für Eltern, für Lehrer, für Verantwortliche in der Kommunalpolitik. Wir erwarten einen interessanten Vortrag und eine spannende Diskussion.

Sie sind herzlich willkommen.

Albrecht Müller – Initiator der Pleisweiler Gespräche und Herausgeber von www.NachDenkSeiten.de. Diese unterstützen die Veranstaltung.

Zum Ablauf und andere Hinweise:

Wir bitten um Anmeldung, damit wir die richtige Ausstattung des Raumes planen können. Nutzen Sie dazu bitte: [email protected].

Diese Bitte um Anmeldung soll Sie aber nicht davon abhalten, sich spontan zur Teilnahme am Gespräch zu entscheiden.

Der Eintritt ist frei. Wenn Sie etwas für die Deckung der Kosten in den „Klingelbeutel“ tun können, freut und erleichtert uns das.

Für nicht Ortskundige: Sie können Pleisweiler-Oberhofen mit dem Auto über Bad Bergzabern oder über Landau und Klingenmünster anfahren. Es liegt an der Weinstraße/B 48 zwei km nördlich von Bad Bergzabern. Der Ort der Veranstaltung liegt in der Mitte des Dorfes. Am Sportplatz können Sie parken.

Sie können Bad Bergzabern über Karlsruhe oder Neustadt/Weinstraße und dann über Winden (Pfalz) auch mit dem Zug erreichen und von dort nach Pleisweiler zu Fuß gehen oder mit dem Bus fahren.

Wenn Sie von weiter her anreisen und das Gespräch nutzen wollen, um ein Wochenende in der Südpfalz zu verbringen, dann sollten Sie nicht zögern. Die Südpfalz hat eine reizvolle Landschaft. Übernachtungsmöglichkeiten zeigt diese Übersicht.

Der SPD-Ortsverein hat dankenswerter Weise die Bewirtung mit Getränken und Brezeln übernommen. Nach der Veranstaltung finden Sie bei Bedarf in Pleisweiler-Oberhofen eine Reihe von guten und preiswerten Lokalen.

Vortrag und Gespräch werden aufgenommen und ins Netz gestellt.

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