Das nächste Ziel: Regime Change in Russland
Das nächste Ziel: Regime Change in Russland

Das nächste Ziel: Regime Change in Russland

Ein Artikel von: Redaktion

So sieht es Paul Craig Roberts und er hält die russische Regierung für ziemlich unbekümmert, man könnte auch sagen: naiv. Auch wenn man nicht alle Details und alle radikalen Vermutungen dieses US-amerikanischen Beobachters, der aus dem konservativen Lager kommt, teilt, bemerkenswert ist der Hinweis auf das Ziel: „Regime Change“ auch in Russland wie vorher in der Ukraine und aktuell im Versuchsstadium in Weißrussland. Wir veröffentlichen diesen freundlicherweise von Susanne Hoffmann übersetzten Text verbunden mit der Bitte an die NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser, zu akzeptieren, dass die NachDenkSeiten solche Texte veröffentlichen, auch wenn sie nicht hinter jedem Wort stehen. Pluralität der Impulse gehört zum Nachdenken und zur Diskussion unter Demokraten. Albrecht Müller.

Wir veröffentlichen diesen Text auch deshalb, weil wir eine westliche Strategie, die auf Regime Change in Russland setzt, für unglaublich gefährlich halten, für wirklich den Frieden gefährdend, einmal abgesehen davon, dass die Umsetzung einer solchen Strategie dem russischen Volk ganz und gar nicht guttun wird.

Nun aber der ins Deutsche übersetzte Text:

Ist die russische Regierung genauso unbekümmert-naiv wie das amerikanische Volk?
von Paul Craig Roberts
Irgendetwas stimmt mit der russischen Regierung und den Regierungen der ehemaligen Sowjetrepubliken nicht.

Der Präsident der Ukraine trat zurück und entwaffnete seine Polizei und Putin besuchte die Olympischen Spiele, während die von Washington finanzierten „Maidan-Proteste“ die ukrainische Regierung stürzten. Derzeit scheint sich das Gleiche in Weißrussland zu wiederholen.

Man möchte doch eigentlich meinen, dass Weißrussland und Russland nach den Vorkommnissen in der Ukraine gegen ihre verräterischen internen Oppositionskräfte, die von Washington finanziert und geführt werden, rigoros durchgreifen würden. Doch weit gefehlt. Sie lassen weiterhin zu, mittels einer von Washington finanzierten Operation gestürzt zu werden. Die russischen und weißrussischen Regierungen erlauben es Oppositionskräften, die von Washington gesponsert werden und als seine Agenten fungieren, jede Wahl, Handlung und Entscheidung infrage zu stellen. So verhalten sich Regierungen, die keinen Selbsterhaltungstrieb haben.

Die russische Regierung tappte sogar in die Falle, die man extra für sie aufgestellt hatte, als sie zustimmte, den Oppositionsführer Navalny, der auf dem Flug von Tomsk nach Moskau erkrankt war, nach Deutschland zu bringen, um dort wegen seines schlechten Gesundheitszustandes behandelt zu werden. Es war zu einer Notlandung des Flugzeugs in Omsk gekommen und Navalny war auf schnellstem Wege in ein russisches Krankenhaus gebracht worden, wo man sein Leben rettete. Doch die von Washington finanzierten „Oppositionsführer“ behaupteten, Navalny sei vergiftet worden und forderten, dass er aus dem russischen Krankenhaus nach Deutschland gebracht werde, damit man der Sache dort auf den Grund gehen und ihn behandeln könne.

Es war bedauerlich genug, dass die russische Regierung sich in eine Situation versetzen ließ, die den Eindruck eines öffentlichen Eingeständnisses vermittelte, die deutsche Medizin sei der russischen überlegen und Navalny in einem russischen Krankenhaus nicht sicher. Doch wie konnte die russische Regierung übersehen, dass man im von den USA kontrollierten Deutschland erklären würde, Navalny sei in Putins Auftrag vergiftet worden? Es lag ja auf der Hand, dass genau das passieren würde.

Hätte Russland Navalnys Tod gewollt, warum war dann das Flugzeug notgelandet? Warum hat man ihn nicht einfach unterwegs sterben lassen? Aber Fakten spielen bei Propaganda-Operationen keine Rolle. Werden das die Russen je lernen? MH17, die Vergiftung der Skripals, die russische Invasion in der Ukraine, Putins Verschwörung mit Trump mit dem Ziel, die US-Präsidentschaftswahlen zu kapern, russische Kopfgeldzahlungen an die Taliban für das Töten US-amerikanischer Soldaten, die Afghanistan besetzen. Russland dies, Russland das. Es ist ein Fass ohne Boden. Jedes Mal sucht Russland vergeblich sein Heil, indem es sich auf die Fakten beruft.

Nachdem russische Ärzte Navalny das Leben gerettet hatten, gab es keinen Grund, einen weiteren Vergiftungsfall zu schaffen, den man Putin zur Last legen konnte, indem man Navalny nach Deutschland brachte. Die russische Regierung täte besser daran, wenn sie die diversen falschen Anschuldigungen ignorierte, anstatt darauf zu reagieren. Indem sie darauf eingeht, wird die Story nur am Köcheln gehalten, so dass sie immer weitere Kreise zieht.

Vielleicht hört die russische Regierung ja auf den weißrussischen Präsidenten Lukaschenko, der sagt, dass die Kräfte, die die aktuelle politische Krise in Weißrussland befeuern, darauf aus sind, als nächstes Russland zu attackieren. Genau das ist nämlich der Fall.

Nachtrag: Hier findet sich eine naheliegende Erklärung.

Titelbild: dade72 / Shutterstock

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