Leserbriefe zu „Corona und das Politikversagen, über das kaum wer spricht“

Ein Artikel von:

Der Beitrag von Jens Berger versucht, das Schweigen über ein Versagen der Politik aufzubrechen. Zum Schutz älterer Menschen sind die bisherigen Corona-Maßnahmen sinnlos. Es stellt sich die Frage, ob diejenigen, die die vulnerablen Gruppen vergessen, die eigentlichen „Verharmloser“ sind. Danke für die anregenden und interessanten Leserbriefe. Hier eine Auswahl. Zusammengestellt von Christian Reimann.


1. Leserbrief

Lieber Jens Berger,

Danke für den Artikel Corona und das Politikversagen und die sehr wertvolle Zusammenstellung von Zahlen und Fakten.

Eine Überlegung fehlt mir jedoch – und das ist eine, die meiner Meinung nach einen viel größeren Raum in dieser Debatte einnehmen sollte.

Was ist denn mit der Forderung gemeint, man sollte alte Menschen über 70 bzw. über 80 noch stärker schützen? Warum soll es eigentlich so dringend notwendig sein, dagegen zu kämpfen, dass hochbetagte Menschen sterben? Bis 2020 hat sich kein Mensch darüber aufgeregt, dass sehr alte und mehrfach schwer erkrankte Menschen mit einem sehr niedrigen Immunsystem schließlich einer Grippe erlagen. Wollen wir wirklich die absurde Diskussion führen, dass es unsere gesellschaftliche Pflicht wäre, das Sterben alter Menschen zu verhindern?

Und wie sollen die armen alten Menschen denn noch mehr geschützt werden? Man verbietet ihnen doch jetzt schon jeden sozialen Kontakt und behandelt sie wie gefährliche Aussätzige, zu denen man möglichst keinen Kontakt haben sollte. Ist das solidarisches Verhalten mit Menschen in ihrer letzten Lebensphase?

Wäre es nicht endlich an der Zeit, einmal zu untersuchen, ob nicht vielleicht so viele alte Menschen in Pflegeheimen jetzt gerade deshalb sterben, weil ihnen die soziale Isolation den letzten Lebenswillen und -mut genommen hat, und sie wegen der sozialen Isolation ein so schwaches Immunsystem haben, dass sie stärker denn je gefährdet sind?

Leider ist auch in Ihrem (oder deinem?) Artikel der fordernde Ruf „Schützt die Risikogruppen“ in keiner Weise konkretisiert und kann so auch als Aufruf verstanden werden, die alten Menschen  noch mehr zu quälen, als man es ohnehin schon tut. Wie soll dieser verstärkte Schutz denn aussehen? Totale Abschottung, nur noch digitale Kommunikation, keine Minute ohne Maske? Was diese Menschen vor allem brauchen sind vielfältige soziale Kontakte und positive Erlebnisse mit anderen Menschen. Nichts hält alte Menschen mehr am Leben als das Leben. Und im Gegenzug ist der soziale Tod das höchste Risiko für den physischen.
Ist es nicht dringend an der Zeit, sich für ein würdevolles Sterben einzusetzen? Was in den letzten Jahren in Alters- und Pflegeheimen passierte, grenzte manchmal schon an würdelose Verwahranstalten. Aber was derzeit mit Menschen in ihrer letzten Lebensphase gemacht wird, ist in vielen Fällen an psychologischer Grausamkeit nicht mehr zu überbieten. Entsprechende Fallschilderungen im Buch „Die im Dunkeln sieht man nicht“ finden sich ja genügend.

Alles in allem, Danke für die vielen aufklärenden Artikel.

Mit kollegialen Grüßen,
Katrin McClean


2. Leserbrief

Hallo Herr Berger,

wieder einmal fassen Sie exakt die Wahrnehmung, die ich seit Monaten habe in Worte. Die Vernachlässigung der Situation in Alten- und Pflegeheimen ist für mich in zweifacher Hinsicht skandalös: einmal durch die politische Taten- und Ideenlosigkeit und zum anderen durch die Sprachlosigkeit der Hauptmedien.

Das Verhalten der großen Medien ist für mich ohnehin das Erschreckendste an der Pandemie. Dass es eine Neigung zur Hofberichterstattung gibt, war auch vorher schon offensichtlich und wurde von den NDS ja auch immer wieder thematisiert. Dass es sich aber um das endgültige, restlose Abdanken der „vierten Gewalt“ handelt, war mir in diesem Ausmaß nicht bewusst.

Besonders gefährlich ist das insbesondere deshalb, weil auch die Judikative als dritte Gewalt bisher ihrer Aufgabe in keinster Weise nachkommt: die Gerichte drücken sich von Beginn an wo es geht um inhaltliche Festlegungen. Sie nicken das Regierungshandeln regelmäßig ab mit Verweis auf Kriterien, die die Regierung (bzw. ihre oberste Gesundheitsbehörde RKI) selbst aufgestellt haben. Diese Kriterien werden kritiklos übernommen und nicht in Frage gestellt.

Dass die Parlamentarier ohnehin seit Jahrzehnten nur noch willfähriges Anhängsel der Exekutive sind, ist ohnehin bekannt. Daher kommt es, dass die Damen und Herren Regenten beinahe seit einem Jahr nach Herzenslust durchregieren können. Und man muss Godwins Gesetz nicht bemühen um sich auszumalen, wohin das führen kann.

Duktus und Gehabe unseres bayerischen Alleinherrschers lassen Böses ahnen.

Mit Grüßen
Martin Sutor


3. Leserbrief

Liebe Nachdenker!

In Sachen Coronaabwehr ist es völlig unverständlich, warum nicht seit April letzten Jahres vor jedem Altenheim und jedem Krankenhaus ein oder mehrere Kioskwagen stehen, die Schnellteste auf Corona durchführen. Jeder, der die Stationen der Häuser betreten will, sollte einen unauffälligen, höchstens 1-2 Tage alten Coronaschnelltest vorweisen. Die Kioskwagen können Wohnwagen sein, aus deren Fenster heraus die – draußen stehen  bleibenden – Leute den Abstrich erhalten. Alles kein Hexenwerk und personell jederzeit auf die Beine zu stellen, denn die Abstrichtechnik kann jeder verständigen Person mittels maximal einem Dutzend “Vorführungen” beigebracht werden. Wohlgemerkt: Jeder verständigen Person! Alles dagegen Vorgetragene ist Lobbyismus der Kritiker zu ihren eigenen Gunsten.

Hunderte weitere dieser Abstrich-Wohnwagen oder Kleinbusse müssten republikweit auf belebten Plätzen jeder Gemeinde stehen und jedermann gratis die Coronatestung anbieten.

Ein Testset kostet bei Massenbestellung weniger als ein Euro. Das Personal muss gut bezahlt werden und dann meldet es sich auch. Das Geld für das dringlich notwendige Projekt ist mühelos da,  wenn wir zuvor sogar effektlos 150 Milliarden in EU-Fässer ohne Boden verschenken und versenken konnten und sich die italienischen Politiker derzeit kalbern, welche Konsumwünsche ihrer Wähler mit dem geschenkten Geld vor der kommenden Wahl befriedigt werden sollen.

Schöne Grüße !
Alfred Großenbaum


4. Leserbrief

Lieber Jens Berger,

ich stimme mit der Grundforderung Ihres Artikels überein – die Risikogruppen zu schützen. Ich finde es nur ungünstig, sich auf die sogenannten “Infektionszahlen” zu stützen. Diese werden, wie wir wissen, durch die Testmodalitäten beeinflusst. Seit Einführung der Schnelltests werden diese zunehmend in Heimen eingesetzt, um Angestellte, aber auch Bewohner und Besucher zu testen. Dadurch findet man jetzt eben auch in diesem Bereich mehr “Infizierte” (nach jedem positiven Schnelltest wird ja ein PCR-Test gemacht). Auch die Zahl der Covid-Todesfälle ist keine verlässliche Größe, denn insgesamt sterben ja seit eh und je mehr Menschen über 80 als unter 40, wenn man alle Verstorbenen PCR-testen würde, hätte man da nicht also mehr über-80-jährige Verstorbene mit positivem PCR-Test? Das mit den Zahlen ist schwierig und alles sehr umstritten, auch ich unterliege hier vielleicht manchem Denkfehler. Deshalb bitte Vorsicht bei der Verwendung von RKI-Zahlen! Auch bin ich dagegen, die Hoffnung in eine Impfung zu setzen, die unter fragwürdigen Bedingungen entwickelt und zugelassen wurde, und deren Wirkung noch gar nicht sicher ist.

Mein Mann ist gesetzlicher Betreuer und wird derzeit mehrfach von Pflegeheimen seiner Klienten unter Druck gesetzt, das Einverständnis zur Impfung des jeweiligen Klienten zu erteilen, ohne vorherige Aufklärung bzw. Terminvereinbarung zu dieser. Es wird einfach ein Termin zur Impfung bekannt gegeben, das Aufklärungsformular zugestellt, und eine Zusage des Betreuers erwartet. Soll er eine 90jährige, die dement ist und nicht mehr selbst entscheiden kann, impfen lassen? Damit sie nicht an Corona stirbt. Sie könnte natürlich in diesem Alter an etwas anderem sterben. Meine Eltern sind beide 75 und strikt dagegen, sich impfen zu lassen. Also bitte, nicht einfach so nachbeten: Wir impfen jetzt alle Alten, dann wird alles gut.

Trotzdem und immer herzlichen Dank für Ihre Artikel, ich bin froh dass es die Nachdenkseiten gibt!

mit freundlichen Grüßen
I.S.


5. Leserbrief

Lieber Jens Berger,

Ihrer kritischen Darstellung der SarsCov19-Maßnahmen stimme ich ausdrücklich zu. Ihre Berichterstattung zu dem Themenkomplex finde ich ausgezeichnet.

Seit Wochen frage ich mich aber, wo bleiben die in früheren Jahren registrierten Grippefälle (Influenza)?

In dieser Statistik …

nali-impfen.de/monitoring-daten/krankheitsfaelle-in-deutschland/influenza/

sind die Influenza-Fälle praktisch verschwunden und das seit Mai 20.

Frech gefragt:

  • Hat SarsCov19 die Influenza verdrängt ?
  • oder wird danach nicht mehr diagnostiziert ?
  • oder liefert der PCR-Test bei Influenza ebenfalls ein ‘positives’

Testergebnis ? (das wäre dann der Fall, wenn im Influenza-Virus eine Gensequenz enthalten ist, die dem SarsCov19 entspricht)

Die mir vorliegenden Berichte aus den Publikationen vom SPEKTRUM-Verlag konnten mir das nicht erläutern.

Mit besten Grüßen 
Werner Schmidt-Koska


6. Leserbrief

Liebe Redaktion,

bei Veröffentlichung können sie meinen Namen nennen.

Der Artikel „Corona und das Politikversagen…“ von Jens Berger legt den Finger in die Wunde. Die Sterbefälle legen ganz klar offen, dass die über 80-jährigen besonders gefährdet sind. Wie man die vulnerablen Gruppen am besten schützen kann zeigen die Beispiele aus Tübingen und Elgg. Ein Aspekt ist – wie richtig ausgeführt – der Schutz der älteren Bürger vor Ansteckungen. Aber warum sterben besonders viele Heimbewohner von Pflegeheimen und weniger Alte, die ambulant versorgt werden? Kann es nicht sein, dass die Heimbewohner dem psychischen Druck in den Pflegeheimen nicht mehr standhalten können und wollen? Diese Menschen haben sich in den vergangenen Monaten an die vorgegebenen Distanzregeln und Besuchsverbote gehalten. Die dadurch reduzierte Bewegung, reduzierten Sozialkontakte, damit einhergehende reduzierte Ernährung haben ihren Tribut gefordert. Der körperliche und psychische Allgemeinzustand ist bei sehr vielen alten Menschen heute deutlich schlechter als noch im Frühjahr. Ohne jede Aussicht auf eine baldige Besserung haben nun viel mehr alte Menschen als sonst in dieser Jahreszeit den Rest ihrer Lebensfreude und ihres Lebenswillens aufgegeben. Jetzt werden sie obendrein in vielen Heimen gedrängt, sich impfen zu lassen. Diese Impfung ist mit der Gefahr einer schweren Nebenwirkung verbunden: es kann zu einer 3-4 Wochen anhaltenden Neutropenie (Reduktion der weißen Blutkörperchen) kommen, wodurch die Abwehrkräfte gegen Infektionen in dieser Zeit besonders geschwächt sind (qs24.tv/videos/coronavirus-impfung-ein-ungutes-gefuehl/). Damit steigt die Infektionsanfälligkeit.

Ist nicht ganz besonders der Umgang mit den Älteren in den Heimen deren Sargnagel? Manche Heimleiter sind ihrem privaten Eigentümer mehr verpflichtet als ihren Heimbewohnern. Die angebliche Pandemie hat die seit Jahren im Argen liegenden Probleme bei der Pflege jetzt ins Rampenlicht befördert. Die Pflege der Alten ist nicht privaten Unternehmen mit Gewinnabsichten anzuvertrauen sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Und das insbesondere in unserer ach so „solidarischen“ Gesellschaft.

Sie sind für mich ein wesentlicher Bestandteil zu meiner Meinungsbildung. Herzlichen Dank dafür und lassen sie nicht nach, den Herrschenden auf die Finger zu schauen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist leider zum Staatsfunk mutiert.

D.Korbely


7. Leserbrief

Dass das Politikversagen, vor allem in Leitmedien, kaum thematisiert wird, dürfte die NDS-Redaktion und viele LeserInnen nicht verwundern.

Der Beitrag  der NDS verdeutlicht nochmal, was doch ziemlich früh gewusst wurde, dass es  wahrlich nicht um das Leben von  ‘Vulnerablen’  und somit auch nicht um hochaltrige Menschen gehen kann, die den Lebensrest in ‘Verwahranstalten’ zubringen. Diese müssten jetzt und  sofort aufgelöst werden zugunsten  von selbstbestimmten Wohngruppen/Lebenshäusern, in denen gut honorierte SorgearbeiterInnen sicherlich mit mehr Freude und Motivation als in  Siechenheimen tätig wären. Ein Skandal, dass eben nichts passiert, sondern die ‘vulnerablen Gruppen’, für deren Schutz ja angeblich diese ganze Corona-Veranstaltung durchgezogen wird, zu denen gehören, die an den ‘Corona-Schutzmaßnahmen’ zugrunde gehen.

Und darüber hinaus wird  das Leben von Kindern und jungen Menschen in nicht mehr hinnehmbarer  Weise beschädigt.

Was es braucht, damit die Corona-Zerstörungspolitik endlich beendet wird, ist, dass auch ‘die gesunden Alten’ sich endlich protestierend auf die Straße begeben. Und mit ihnen die Jugend, die bisher mit ständigen Solidaritätsappellen ruhig gestellt wurde.

Von unserer Leserin U.P.


8. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger,

vielen Dank für Ihren Artikel „Corona und das Politikversagen, über das kaum wer spricht“. Er trifft den Nagel auf den Kopf und fasst genau das zusammen, was ich seit ein paar Wochen denke und empfinde. Als nämlich die tägliche Zahl der Toten über 500 stieg, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: ein totales Politikversagen der Bundesregierung (und teils auch der Länder) beim Schutz der Risikogruppen und drum herum viel politisches Lockdown-Theater um davon abzulenken. Abzulenken unter anderem davon, dass man das Berufsleben (von Kultur und Gastronomie abgesehen) sowie damals noch die Schulen nicht antasten wird, ein angeblicher „Lockdown“ also eigentlich gar keiner ist. Und vor allem davon, dass man die allerwichtigsten Baustellen – Gesundheits/Krankenhaus- und Pflegesystem – weiterhin sich selbst (bzw. der ohnehin überlasteten kommunalen Ebene) überlassen wird.

Es fällt mir vieles ein, was man zu dem Thema noch sagen könnte, hier aber nur mal zwei Gedanken / Beobachtungen:

Als ich meine Meinung gegenüber anderen äußerte, kam – einmal sehr deutlich und zweimal eher indirekt – die Frage: Schutz der Risikogruppen? Das ist doch das, was die Weidel/AfD immer fordert … ! Da musste ich doch mit der Fassung ringen. Ich habe mich dann mit der Position der AfD befasst, die mir bis dahin nicht geläufig war, da ich Talkshows und andere Bullshit-Politsendungen tunlichst meide. Was die AfD offensichtlich will, ist (kurz gefasst), die Risikogruppen schützen, damit alle anderen masken- und sorgenfrei tun und lassen können was sie wollen. Das ist eine Meinung die ich ganz und gar nicht teile, da ich z.B. die „AHA-Maßnahmen“ (richtig angewandt und abgesehen von der unsäglichen Totalversager-App) wie auch verschiedene Einschränkungen für sehr sinnvoll halte und auch die möglichen Folgen dieser Erkrankung beileibe nicht unterschätze. Aber zurück zur AfD: wenn man bei vielen den Spin etablieren kann, die Forderung, Risikogruppen zu schützen, sei AfD-Terrain, dann sind die regierenden Parteien natürlich fein raus.

Ein ähnliches Szenario der Vernebelung zeigt sich derzeit beim Impfen: wenn ich in den Medien Kritik lese, dass der Impfstart chaotisch abläuft, dann zielt diese meist auf die Länder und ein angebliches Chaos in den Impfzentren ab. Dabei stellt sich mir das ganze (zumindest für Niedersachsen) doch deutlich anders dar: die Kommunen haben die erstaunliche Leistung vollbracht, innerhalb von wenigen Tagen Impfzentren aus dem Boden zu stampfen. Nun schafft es aber die Bundesregierung nicht, ihre vollmundigen (und bei den Produktionskapazitäten wohl auch unrealistischen) Versprechungen bezüglich des Impfstoffs zu halten.

Es ist wie bei der „Flüchtlingskrise“ 2015 – die Bundesregierung schafft Probleme (und damit meine ich ausdrücklich nicht die Grenzöffnung, sondern das völlig planlose Vorgehen dabei), tut aber rein gar nichts und die Zivilgesellschaft (v.a. auch die Kommunen) muss die Kohlen aus dem Feuer holen. Drumherum viel politisches Theater, um diese Tatsachen zu vernebeln, ja sogar, um sich Erfolge selbst auf die Fahnen zu schreiben.

Meiner Meinung nach hätten die massiven Wirtschaftshilfen wie an die Lufthansa oder Lockdown-Kompensationen an die klammen Kommunen ausgeschüttet werden sollen. Die hätten dann (vielleicht auch statt einer unsinnigen, weil unrealistischen flächendeckenden Kontaktnachverfolgung) dort etwas tun können, wo es not tut: in den Pflegeheimen und Krankenhäusern. Aber es ist wohl müssig, über so etwas zu sinnieren. Mittlerweile hat sich die Regierung mit ihrer „immer härter“-Lockdown-Logik solch krude Sachzwänge geschaffen, dass sie da in absehbarer Zeit auch nicht mehr raus kommt.

Zum Thema „Eine Krankheit der Alten“ kam mir dann noch ein ketzerischer Gedanke: Vielleicht wird es nach (hoffentlich) überstandener Pandemie mit Corona irgendwann einmal so sein wie mit MRSA: Das holt man sich dann nicht mehr auf der Straße, sondern nur noch in Krankenhäusern und Pflegeheimen.

mit freundlichen Grüßen, C.B.


9. Leserbrief

Liebe Nachdenkseiten,

wer heute die Plenarsitzung des deutschen Bundestages miterlebt hat, könnte in der Lage sein zu dem bezogenen Problem zu wissen, was Sache ist.

Für mich zwar nicht viel Neues, aber immerhin. Ohne jetzt noch auf langweilige, vielleicht auch nicht, Einzelheiten einzugehen, kann ich nur sagen, dass die Tatsache der Mortalität der alten Menschen generell stark erhöht ist bei einer Erkrankung mit Covid 19 als im Vergleich dazu mit jüngeren oder jungen Infizierten.

Die Vernebelungstaktik der damit Befassten in der Politik ist immens umfangreich, und darauf ausgerichtet, dass sich nicht allzu großer Widerstand gegen diese Verfehlung organisiert. Allein, erkannt wurden diese Dinge von mehr Bürgern, als den Verneblern lieb sein kann.  Wenn auch die massive Kraft der dafür missbrauchten Medien in ihrer überwältigenden Mehrheit zum Verbiegen der Tatsachen gebracht wurden, an den Tatsachen ändert dies nichts.

Ich habe schon darauf hingewiesen, dass das Ableben der Betroffenen im hohen Alter ja auch einen Nebeneffekt hat, der zu Buche schlägt, im wahrsten Sinn des Wortes, eben die Ersparnis der Ausgaben der Kassen, verursacht durch den Tod der Betroffenen selbst.

Diese Überlegung wird jeder von sich weisen, der mit dem Thema befasst ist, was aber an der Tatsache trotzdem nichts ändert.

Wir haben in diesem Zusammenhang ein schönes Beispiel wie es auch anders geht, um alte Menschen vor dieser Erkrankung weitgehend zu  schützen.  Die Maßnahmen der Stadt Tübingen, die so erfolgreich sind, dass sie in fasst keiner Berichterstattung wiederfindet, weil die viel zu einfach sind, jedoch trotzdem wirksam.

Dort wurde und wird bewiesen, dass, hat man die richtigen Maßnahmen getroffen, sich der Erfolg einstellt und das grassieren des Virus in Alteneinrichtungen unterbunden werden kann. Aber wen interessiert das schon wieder.

Die Organisation einer Impfkampagne scheint ein übergroßes Problem in Deutschland geworden zu sein. Wie scheinbar auch noch ein paar andere Dinge über die man nicht gerne spricht. Zum Beispiel, wie es sein kann, dass ein Land, in dem ein wirksamer Impfstoff gegen eine sehr gefährlich erscheinende Krankheit nicht von Anfang an diesem Land, nach der Erteilung der Zulassung, keine ausreichenden Mengen  dieses Präparates zur Verfügung stehen um nur erst mal die Gruppen der Hochgefährdeten zu schützen.

Schon von dieser Tatsache aus beurteilt, muss meiner Ansicht nach jeder Vorwurf an die kritischen Stimmen in diesem Land verstummen.

Dies hat nichts mit einer, wie auch immer gearteten Kritik an unserem Gemeinwesen, egal von wem geäußert, zu tun. Nein, es ist die reine Bürgerpflicht solche schweren Versäumnisse einer Regierung sichtbar zu machen, und damit eine Wiederholung zu verunmöglichen.

Mit freundlichen Grüßen an ihr tolles Team und er Hoffnung, dass Sie uns erhalten bleiben.

W.Schuckmann


10. Leserbrief

Liebes NDS-Team,

würden die „Alten“ geschützt werden, könnten die „Jungen” ziemlich locker und ohne Überlastung des Gesundheitssystems die Krankheit ohne Impfung recht zügig überstehen- und aus wär`s mit dem Gigaimpfgeschäft.

Haben Sie denn auch schon bemerkt, dass bei den Impfungen das Ziel eine Herdenimmunität sein soll, welche denn aber bei natürlicher Immunisierung als „wissenschaftlich höchst umstritten“ betitelt wird ?

Bei den angeblich mit dem PCR-Test “wissenschaftlich eindeutig“ nachgewiesenen „Infektionen“ müssten wir ja schon lange sehr nahe an einer Herdenimmunität sein…. Seltsam…

Mit den besten Grüßen von Ihrem Leser I.D.


11. Leserbrief

Lieber Jens Berger,

vielen Dank für diesen informativen Artikel.

Betrachtet man die Maßnahmen der Bundesregierung so fällt es schwer, noch von Versagen zu sprechen.  Viele Entscheidungen waren und sind so wenig evidenzbasiert, dass es auch für medizinische Laien offensichtlich ist.

Die Handlungsmaxime scheint wieder einmal „Haltet den Dieb“ zu lauten.

Dass das Sterben in den Pflegeheimen vor allem eine Folge von skandalösen Arbeitsbelastungen des Pflegepersonals bei gleichzeitiger Unterbezahlung ist, kann natürlich von unserer „Groko“ nicht erwähnt werden. Schließlich haben diese Parteien durch politische Entscheidungen in der Vergangenheit  diese Zustände erst geschaffen!

Auch Erfahrungen von Sars-Cov 1 hat man lieber ignoriert. Da hatte sich nämlich gezeigt, – was man auch im Raum Bergamo beobachten konnte – dass in Orten mit starker Luftverschmutzung die Sterblichkeit doppelt bis dreifach so hoch ist wie im Durchschnitt.

Aus Sicht der  Politiker, die 2019 noch die Grenzwerte für Luftverschmutzung als „zu streng“ angezweifelt hatten, eine unpassende Eigenschaft des Virus.

Nach meiner Einschätzung war – neben den fatalen Lockdown-Folgen – der größte Fehler unserer Entscheidungsträger die frühzeitige Fokussierung auf einen Impfstoff.

Selbst  Nicht-Medizinern ist bekannt, dass es nicht gegen jede Infektionskrankheit eine Impfung gibt (z.B. AIDS, Malaria), aber oft sehr wohl erfolgreiche Therapien.

Mittlerweile haben einige Kliniken über geeignete Therapien die Sterblichkeit der Erkrankten drastisch gesenkt.

Es  bleibt Abzuwarten, welchen „Body Count“  Statistiker irgendwann einmal für die Verantwortlichen (z.B. Lothar Wieler, der von Autopsien abgeraten hat) berechnen.

Aber hey, unsere Politiker hatten auch oft anderes zu tun.  AKK möchte Kampfdrohnen, mit denen man Menschen in weit entfernten Ländern ungestraft ermorden kann.

Jens Spahn hat mit seinen Immobiliengeschäften und den Abmahnen von Medien, die darüber berichten, genug zu tun.

Herr Scholz möchte Kanzler werden, wofür seine „Schenkungen“ von Steuergeldern an die Warburg-Bank in Vergessenheit geraten müssen.

Schäuble und Merkel arbeiten an ihrem politischen Nachruf, da darf man einfach nicht erwarten, dass verhängnisvolle Fehlentscheidungen der Vergangenheit zugegeben werden.

Grüße
Hermann Jahns


12. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger,

vielen Dank für Ihren Artikel ‘Corona und das Politikversagen, über das kaum wer spricht’

Sie sprechen einen wichtigen Punkt an: der allgemeine, nicht zielgerichtete Lockdown reicht nicht zum Schutz der Älteren aus.
Was ich im Text vermisse, sind realistische Vorschläge Ihrerseits.
Wie so oft in Artikeln der Nachdenkseiten, die ich sehr schätze, gibt es zwar massive Kritik an den Entscheidungen der Bundesregierung, aber keine konstruktiven Vorschläge.
Wie sollen denn Ihrer Ansicht nach die älteren Bürger geschützt werden?
Über eine Antwort bzw. einen Artikel darüber würde ich mich sehr freuen.

Meine Ideen hierzu: (alles staatlich finanziert, anstatt Spenden an Großkonzerne)

  1. kein Lockdown mehr, dafür eine konsequente Vermeidung dicht gedrängter Menschen (sofortige Aufstockung des öffentlichen Nahverkehrs, in Zukunft dann Ticketpreise runter, das führt auch zur Verringerung von Abgasen, Atemwegs- und Kreislauferkrankungen)
  2. an jedem Tag eine Stunde Öffnungszeiten in den Supermärkten nur für SeniorInnen und Menschen mit Vorerkrankungen (Attest).
  3. Kostenloser Bringdienst von Supermärkten an SeniorInnen und Menschen mit Vorerkrankungen
    (muss auch telefonisch möglich sein).
  4. Penible Sicherheitsmaßnahmen in Seniorenheimen. Alle Betreuer*innen und Therapeut*innen wechseln als erstes beim Hereinkommen sämtliche Kleidung, ziehen jeden Tag neue Kittel an, wechseln oft die Masken.
  5. Groß-Offensive zur Gewinnung von Ärzten und Pfleger*innen (Tarife rauf, Zwangs Schichtdienst, abschaffen, Schichten stattdessen über Gehalt regeln)
  6. Sofortige Mittel zur Aufstockung des Pflegepersonals auf Intensivstationen (der Plegeschlüssel wurde im Frühjahr zu Ungunsten der Patienten verändert (von 1:2 auf 1:4, was viele KH dazu brachte als Sparmaßnahme auf Kurzarbeit umzustellen). Viele Corona-Patient*innen sterben auch in Deutschland durch Unterbesetzung der Intensivstationen.
  7. Sofortiger Stopp des eingeschränkten Betriebes in Krankenhäusern. Alle wichtigen Behandlungen müssen gewährleistet sein (Sicherheit durch Schnelltests, Antikörper-Tests, wöchentliche Tests des medizinischen Personals) usw. usw…

Danke für Ihre Arbeit und liebe Grüße
ein Mensch aus Berlin


13. Leserbrief

Lieber Herr Berger,

vielleicht war es nur ein schneller Text-Opener:

“Man kann es nicht oft genug wiederholen: Covid-19 ist eine Erkrankung der Älteren.“

Das riecht nach Unkenntnis oder ich müsste mich persönlich diffamiert fühlen?!

Mit einem Altersbereich 20 … 55 Jahre gibt es international eine Vielzahl vulnerable Menschen, oft mit Immunerkrankungen, die sehr hart von diesem Virus getroffen werden.

Sicher ist die dominant betroffene Gruppe 70+. Aber bitte bleiben Sie präzise, schon um nicht angreifbar durch  Covidjünger zu sein.

Beste Grüße

Stefan Laubereau

Anmerkung Jens Berger: Lieber Herr Laubereau,

Sie müssen sich ganz sicher nicht diffamiert fühlen. Im Artikel erläutere ich diesen Satz ja ausführlich und gehe auch auf die vorerkrankten Jüngeren ein. Für die gilt freilich dasselbe – die Risikogruppen müssen geschützt werden.

Beste Grüße
Jens Berger


14. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger,

vielen Dank für diesen Artikel. Tatsächlich lässt mich das Agieren als ehemaliger Mitarbeiter einer Ordnungsbehörde seit längerer Zeit fassungslos zurück.

Die Grundsätze des Verwaltungshandelns, welche jeder Verwaltungsmitarbeiter im Grundkurs eingeimpft bekommt, scheinen in der Bekämpfung der Pandemie nicht zu gelten. Insbesondere der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit (also die stetige Überprüfung der Geeignetheit, der Erforderlichkeit und der Angemessenheit der Maßnahmen) wird ignoriert.

Wenn der „Schutz des Lebens und der Gesundheit“ wirklich an erster Stelle stände, so hätte die entsprechende Ausrichtung auf die tatsächlich ursächlich kritischen Bereiche und Bevölkerungsgruppen stattfinden müssen (Stichworte Geeignetheit und Angemessenheit). Stattdessen agieren die Bundes- und Landesregierungen im Schulterschluss mit Wissenschaft und Presse vollkommen strategielos unter dem Motto: bringt es dieser Hammer nicht, dann hol den größeren raus – statt zu hinterfragen, ob man überhaupt an der richtigen Stelle hämmert.

Und damit kommen wir zum eigentlichen Kernproblem des Agierens: es wurde (und wird weiterhin) verpasst, mittels wissenschaftlicher Untersuchungen Aussagen zu den tatsächlichen Infektionswegen und -zeiten zu beschaffen. Als die „bekannten“ Bedingungen einer Übertragung gelten weiterhin „insbesondere in Gesprächssituationen mindestens 15 Minuten ununterbrochener enger Kontakt ohne Mindestabstand oder Mund-Nasen-Bedeckung zu einer infizierten Person“ innerhalb der letzten 48 Stunden usw. – zusammengefasst hier, Definition als Kontaktperson der Kategorie I).

Wie begründet man damit nun eigentlich die zahllosen Beschränkungen der Bewegung im Freien („Ausgangssperre“, Maskenpflicht, Sperrung von Zufahrtsstraßen zu Skigebieten,…)? Diese Maßnahmen dürften mangels „Geeignetheit“ doch eigentlich nicht zur Anwendung kommen…es sei denn: uns würden neuere Erkenntnisse verweigert, welche auch auf eine massive Übertragung in kürzester Zeit und im Freien hinweisen. Vermutlich gibt es diese aber nicht.

Warum eine Gewinnung von Erkenntnissen – neben dem Schutz der vulnerablen Personengruppen – nicht schon lange im Vordergrund steht, ist nicht mehr nachvollziehbar. Gemeint sind damit nicht die feuchten Träume einer massenhaften Überwachung der gesamten Bevölkerung… Sondern eine Datenerhebung und Auswertung in einem lokal begrenzten Gebiet, was wohl deutlich weniger aufwendig und schneller zu realisieren. wäre Die Heinsberg-Studie hat dies im Ansatz vorgemacht, wurde ja aber blöderweise vom „falschen“ Experten durchgeführt….
 
PS: Was die vulnerablen Gruppen angeht übrigens gutes Futter hier in den Kapitel 1 + 2: stablab.stat.uni-muenchen.de/_assets/docs/codag-bericht-5.pdf

von unserem Leser E.H.


15. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger,

angesichts der Überschrift “Corona und das Politikversagen” bin ich von Ihrem Artikel enttäuscht.

Ich hatte erwartet, dass eine Abfolge des Versagens eines der Herren Spahn und anderer kommt, angefangen mit der dummen Aussage “Masken schützen nicht” (Frage warum tragen OP-Teams Masken) über keinerlei Kontrollen von Flugreisenden mit sofortiger Quarantäne, über fehlende Schutzkleidung, Masken und Tests für das Personal von Alten- und Pflegeheimen bis zum Wettlauf, wer beendet den 1. Lockdown am schnellsten usw. usw.

Ihre Zahlenspielereien mit der Morbidität von über 90 jährigen und 0-4 jährigen bringt uns auch nicht weiter.

Es viel zu viele “Sachen”, die nicht geklärt sind. Warum erkranken Kinder so gut wie nicht?

Sind Kinder trotzdem Virenüberträger? usw. usw.

Studien zu solchen Fragen laufen jetzt bis März, schlecht finanziert und deshalb überhaupt nicht ausreichend.

 Und damit Sie keinen falschen Eindruck von mir bekommen:

über 70, hoher Blutdruck, Raucher, also höchst gefährdet nach allgemeiner Lesart.
 
Mit freundlichen Grüßen
Reinhard Hennig


16. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger

Ist es nicht furchtbar anstrengend, Artikel über “Corona” zu schreiben, die zwar kritisch sind, aber immer enorm darauf bedacht, es sich nicht mit den “Covisten” unter der Leserschaft zu vergeigen und daher wichtige Schlussfolgerungen hübsch unterm Teppich zu lassen? Man kann dieses Bemühen ja förmlich mit den Händen greifen.
Zum im Betreff erwähnten Artikel ist zu sagen, dass da ein entscheidender Satz fehlt: Darüber hinaus sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt in Deutschland – entgegen aller Darstellungen in den Mainstreammedien – nicht mehr Alte Menschen gestorben, als in anderen Jahren.

Ich weiss ehrlich gesagt nicht, was mich mehr abstösst – jene Medien, die ohnehin nur Jubel-Artikel liefern, oder die, die wie die NDS sich zwar gerne kritisch äussern, aber dann aus Rücksicht auf die Klickzahlen und aus Angst in irgend eine Ecke gestellt zu werden, den Brei nicht essen wollen, um den sie da herumschleichen.

Mit freundlichen Grüssen aus der CH, die auch keine Übersterblichkeit (auch nicht bei den Alten) zu verzeichnen hat.
Stefan Lehmann


17. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger,

die Menschen in den Alten- und Pflegeheimen leiden an Einsamkeit durch soziale Isolierung. Es gibt keine Gemeinschaftsveranstaltungen und kein gemeinsames Mittagessen. Besuche sind teilweise nicht erlaubt oder nur mit besonderen hygienischen Maßnahmen möglich. Fragt jemand diese Menschen, ob sie noch besser geschützt werden wollen? Der Mensch ist ein soziales Wesen und er braucht den Kontakt zu Menschen. Der Tod gehört zum Kreislauf des Lebens wie die Geburt und keine Politik kann das ändern. Ich werde bald 80 Jahre alt und sollte ich in ein Pflegeheim kommen, weil ich zu Hause nicht mehr versorgt werden kann, würde ich mich unter den gegenwärtigen Umständen für das Sterbefasten entscheiden. Das Leben ist mehr als Nahrungsaufnahme und Körperpflege.

Mit freundlichen Grüßen
Alfons Schwarzenböck


18. Leserbrief

Liebes NDS-Team,

angeblich geht es doch immer um die Risikogruppen.

Ein Elternteil von mir ist an Krebs erkrankt, aber nicht über 70.

Laut dem Impfplan wäre die Person erst ungefähr im 3 Quartal an der Reihe eine Impfung zu bekommen.

Allerdings gibt es bis heute keine Aufklärung wie und mit welchem Impfstoff man Krebskranke gegen Corona impfen sollte.

Wenn man sich die Äußerungen der Politiker und Mainstreammedien anhört, dann konzentriert man sich da völlig auf die neuartigen mRNA-Impfstoffe bei denen man nicht mal weiß wie diese bei Krebskranken wirken und ob diese mehr Schaden anrichten als Nutzen.

Ein anderes Problem ist, dass der andere Elternteil weiterhin berufstätig ist und gemeinsam im Haushalt mit dem (noch nicht pflegebedürftigen) krebskranken Ehepartner zusammenlebt.

Jeden Tag haben beide große Angst, dass der berufstätige Partner das Virus mit nach Hause bringt und beide erkranken und der Partner vielleicht sogar frühzeitig daran stirbt und nicht am Krebs (andere würden vermutlich zynisch sagen: Mit Corona gestorben).

Die FFP2-Maskenausgabe war viel zu spät und anstatt wie in Tübingen (wurden per Brief an Risikogruppen verschickt) musste man diese von den Apotheken holen und sich anstellen und bitten wie ein Kleinkind – mit Personalausweis und Attest, dass man zur Risikogruppe gehört bzw. schwer chronisch erkrankt ist usw.

Am liebsten würde der berufstätige Partner zu Hause bleiben bis der an Krebs erkrankte Partner die richtige Impfung bekommt und somit das Risiko an dem Virus zu sterben verringert wird. Aber darauf wird weder beim Hausarzt, noch bei der Arbeit Rücksicht genommen. Krankschreibung gibt es nur 2 Wochen, dann will Hausarzt berufstätigen Elternteil wieder zur Arbeit schicken.

Wenn es doch so sehr um den Schutz der Risikogruppen geht, wieso schützt man diese dann nicht? Die Ansteckungen geschehen aktuell hauptsächlich über die Arbeit und dann darüber im Haushalt.

Wieso werden Partner, die mit Personen in einem Haushalt zusammenleben, die zu Risikogruppen gezählt werden nicht von der Arbeit freigestellt (falls man es überhaupt will) und bis zur Verfügbarkeit der Impfung stattdessen finanziell unterstützt, z.B. so eine Art Arbeitslosengeld 1.

Aus Anonymitätsgründen möchte ich nicht genau sagen wer an Krebs erkrankt ist.

Beste Grüße
E


19. Leserbrief

Lieber Herr Berger,

Sie haben so sehr Recht mit dem, was Sie da schreiben. Und es einfach nur noch zum Kot***, mit welcher Vehemenz diese Zahlen und Fakten seitens der Regierung, insbesondere von Frau Merkel, ignoriert werden.

Frau Merkel ist angeblich studierte Physikerin. Wieso macht diese Frau dann nicht das, was von einer Physikerin in so einem Fall erwartet würde, nämlich eine gründliche Analyse der Daten anhand der nackten Zahlen und Statistiken? Statt dem zu vertrauen, was sie gelernt hat, verharrt sie wie das Kaninchen in Schockstarre vor der Schlange in Person von Lauterbach, Drosten und Co.

Warum tut sie das? Hat sie alles verlernt? War in der DDR die Auswertung von Zahlen nicht Teil dieses Studiums? Wird sich nach Guttenberg, Schavan und anderen auch Merkel demnächst einem Prozesses um ihren Titel gegenübersehen?

Frau Merkel ist diejenige im Kabinett, die am besten wissen muss, wie es ist, eingesperrt zu sein, sich nicht zu weit von Heimatort entfernen zu dürfen, Denunzianten und Blockwarte an jeder Ecke anzutreffen und vom Staat bis ins Wohn- oder sogar Schlafzimmer verfolgt und gegängelt zu werden. Sie kennt dieses alles zur Genüge. Warum mutet sie dieses alles den von ihr regierten Menschen zu, obwohl es besser geeignete Maßnahmen gibt? Warum zerstört sie durch ihr falsches Handeln ganze Existenzen, entzweit Familien, traumatisiert Kinder?

Ist es Altersstarrsinn? Ist es eine verspätete kindliche Trotzreaktion, weil ihre Eltern sie als Kind aus “dem goldenen Westen” in die DDR mitnahmen? Oder ist es die persönliche Abrechnung einer ehemaligen Trägerin von Blauhemden am Kapitalismus? Wird sie vielleicht erpresst, damit die diese Zahlen und Fakten nicht zur Kenntnis nimmt? Oder wird sie dafür bezahlt?

Als die Kinder massenweise Unterricht schwänzten und für ihre Zukunft auf die Straße gingen, wurde ihnen das mit dem Hinweis auf die Schulpflicht verwehrt. Warum wird den Schülern jetzt ihr Recht auf ordentliche Schulbildung genommen? Warum lässt sie jetzt Schüler in Bildungslücken fallen, die sie nie wieder aufholen können, verbunden mit immensen psychischen Belastungen?

Wer sich jemals die Regelung ausgedacht hat, daß Kinder sich nur noch mit einem Spielkameraden treffen dürfen, hat selber nie Kinder gehabt. Herr Spahn und Frau Merkel hätten, was Kinder und ihre Bedürfnisse angeht, mal lieber ihre Kollegin Frau v.d. Leyen fragen sollen. Als siebenfache Mutter hätte sie ihnen auch gleich etwas zu den Gründen für die Überbevölkerung der Welt sagen können, die nicht nur begünstigend für Pandemien ist, sondern auch einer der Hauptursachen.

Es ist schlicht nicht mehr zu verstehen und jeden Tag steigt die Frustration und die Wut angesichts dieser geballten Sinnlosigkeit von Handlungen seitens der Regierung. Eine Regierung, die dann auch noch heuchlerisch Empörung darüber äußert, daß auf Demos gegen die Corona-Maßnahmen Rechte und Nazis mitlaufen und sich die “normalen Bürger” nicht davon distanzieren.

Eines sollte die Verantwortlichen aber nicht vergessen: Ertrinkende, die nackte Angst um die eigene Existenz haben, denen das Wasser bis zum Halse steht, greifen in ihrer Panik nach jedem Rettungsring, egal ob dieser mit Blümchenmuster oder mit Hakenkreuzen verziert ist! Das interessiert Ertrinkende nicht!

Mit freundlichen Grüßen,
Wolfgang Klein


20. Leserbrief

Lieber Herr Berger,

herzlichen Dank für Ihren Artikel über die aktuelle Coronapolitik, den ich so voll und ganz teile.

Beim Coronaausbruch vor über einem Jahr konnte ich gut verstehen, warum die Politik einen Lockdown verordnet hat. Auch als jüngerer Mensch (30) war nachvollziehbar, dass es wichtig ist, Kontakte zu reduzieren, damit ältere Menschen geschützt werden.

Mittlerweile allerdings habe ich immer mehr das Gefühl, dass die jüngere Generation hier für das Politikversagen herhalten muss. Der Schutz der Älteren hätte schon seit dem vergangenen Sommer ganz oben auf die politische Agenda gehört. Stattdessen kennt die Politik nur ein Kommando: Lockdown und zwar so drastisch wie möglich. Dabei sind es, wie Sie treffend feststellen, die jüngeren Menschen, die unter den Maßnahmen besonders zu leiden haben: “Über 90-Jährige gehören nun einmal nicht zu den typischen Besuchern von Fitnessstudios, Bars, Restaurants oder Tattoo-Studios…”

Und das hinterlistige an dieser Tatsache ist, dass zahlreiche Politiker, vor allem Herr Kretschmann und Frau Merkel, dann von Solidarität mit den älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern sprechen. Das heißt, wenn ich als jüngerer Mensch nicht bei den Maßnahmen mitziehe, gelte ich sofort als unsolidarisch und werde in eine Schublade gesteckt.

Ich muss persönlich sagen, dass meine Toleranz für diese Maßnahmen von Tag zu Tag sinkt. Ich frage mich in Unterhaltungen mit Freunden und Bekannten manchmal nur, wo sind Gleichaltrige, die Dinge ebenfalls kritisch hinterfragen und nicht alles hinnehmen, was die Politik vorgibt.

Viele Grüße
M.P.


21. Leserbrief

Sehr geehrter lieber Herr Berger, liebe NachDenkSeiten!

Herzlichen Dank für diese dezidierten, wenn auch äußerst betrüblichen Zeilen.

Verwunderlich finde ich das Dargestellte indes nicht. Das könnte nur, wer der Exekutive unterstellt, ihr ginge es in erster Linie um Gesundheitsschutz, Hygiene, Zivilschutz, die Entlastung des Gesundheitswesens, die Eindämmung einer Pandemie oder überhaupt auch nur um eine halbwegs konzise „Corona-Strategie“, ausgerichtet an Inzidenz-Zahlen.

(Den Ländern und der MPK könnte man das noch anmuten, aber ganz sicher nicht der Zentralregierung, die für diese Belange ja auch weder zuständig ist noch irgendwelche Kompetenzen hat.)

Das erste Ziel, die oberste Priorität der Exekutive liegt dort i.m.o. nicht, sondern (angesichts globaler Instabilistät insbesondere im „Westen“) in der Systemstabilisierung aka im Machterhalt*.

Zu diesem Behufe sind PR und Selbstdarstellung ein wesentliches Mittel. Bekanntheitsgrad, offen zur Schau getragene „Sorge“ und Lebensretter-Attitüden sind von Bedeutung.

Hier wird virtuos auf der Klaviatur des Mainstreams gespielt.

Unter diese Prämisse können sowohl die Einschätzung der Lage als auch die Maßnahmen und die Art der Kommunikation als logisch und zielführend (statt als chaotisch und hilflos) erkannt werden. Nicht die Pandemie sorgt in den Schaltzentralen für Panik, sondern die Wahltermine!

*Ganz besonders interessant ist hier Herr Ramelow anzusehen samt seinem ganzen Wendehals-Bundesland: Vom eisernen bundschuhbeflaggten Corona-Widerstand zum obersten Lockdown-Befürworter. Da muß jemand bei „April“ in den Kalender geguckt haben! Ähnlich sieht es für Berlin, MV und die anderen Wahl-Länder aus, im Bund sowieso. Es wird überall nur EIN Wahlkampfthema geben: „WIR haben alles richtig gemacht; WIR haben Leben gerettet; die Anderen (einschl. FDP) sind rechtsextreme Covidioten und gefährliche Seuchenspreader.“

Herzlichst,
Ihr
M.J.


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