So werden Schüler und Eltern gekonnt manipuliert – ein Beispiel aus Darmstadt

Albrecht Müller
Ein Artikel von:

Jetzt erschien vom Darmstädter Echo eine Seite mit dem Titel „Point. Schule in der Zeitung“ [PDF – 580 KB]. Die Seite war wie ein Bericht über die Eichwaldschule in Schaafheim und ihre Aktivitäten aufgemacht. Mit einem Foto der Schulleitung und einer Kontaktadresse wurde die Glaubwürdigkeit erhöht. Tatsächlich ist das Ganze ein Produkt der PR Arbeit der Deutschen Vermögensberatung. In einem als Artikel aufgemachten Werbetext links unten wird das soziale Engagement von Unternehmen im allgemeinen und der Deutschen Vermögensberatung und ihres Gründers Pohl gerühmt. Ein klarer Fall für die Rubrik „Manipulation des Monats“. Albrecht Müller

In dem Artikel mit dem Titel „Engagement von Unternehmen auch bekannt unter Corporate Social Responsibility“ wird die Aktivität der Unternehmen für „soziale Interessen in unserer Gesellschaft“ damit begründet, dass der Staat im sozialen und kulturellen Bereich „mehr und mehr finanzielle Förderungen streicht“. Es wird damit die Strategie erkennbar, den Staat immer ärmer werden zu lassen und die öffentlichen Leistungen einschließlich der Leistungen von gesetzlichen Sicherungssystemen immer mehr herunter zu fahren, um dann mit Pomp in die Lücke zu stoßen. Damit wird die Versorgung mit kulturellen, sozialen und öffentlichen Leistungen immer mehr in die Entscheidungskompetenz von Unternehmen und Stiftungen verlagert und damit deren Willkür übereignet.

Die Macher dieser als Bericht aufgemachten Seite haben natürlich ihre Alibis parat. Links oben steht klein: „Anzeigensonderveröffentlichung“ und rechts in der Mitte steht eingeklinkt: „Mit freundlicher Unterstützung Deutsche Vermögensberatung“.

Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens Deutsche Vermögensberatung ist übrigens der frühere Kanzleramtsminister Friedrich Bohl (CDU).

Bitte beachten Sie, ob in Ihrem Bereich etwas Ähnliches vorkommt. Protestieren Sie bei der Zeitung und auch bei der Schule. Sie sollten sich dagegen wehren, sich und ihre Schüler in den Kommerz einführen zu lassen.

Und machen Sie bitte Lehrerinnen/Lehrer und Eltern in Ihrem Bekanntenkreis auf diese Vorgänge aufmerksam. Am besten, Sie leiten diesen Beitrag über ihren E-Mail-Verteiler weiter.

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