Syrisches Krankenhaus erhielt Computertomograph: Leser der „NachDenkSeiten“ haben bei der Finanzierung kräftig mitgeholfen. Danke vielmals
Syrisches Krankenhaus erhielt Computertomograph: Leser der „NachDenkSeiten“ haben bei der Finanzierung kräftig mitgeholfen. Danke vielmals

Syrisches Krankenhaus erhielt Computertomograph: Leser der „NachDenkSeiten“ haben bei der Finanzierung kräftig mitgeholfen. Danke vielmals

Ein Artikel von Bernd Duschner | Verantwortlicher: Redaktion

Seit über 5 Jahren unterstützt die lokale Friedensgruppe „Freundschaft mit Valjevo e.V.“ in der oberbayerischen Kreisstadt Pfaffenhofen das „Italienische Krankenhaus“ in Damaskus. Dort herrschte an den Weihnachtsfeiertagen große Freude, wie der Verein berichtet:

Nach vielen Monaten des Wartens hat das Italienische Krankenhaus endlich wieder einen Computertomographen erhalten. Dank vieler großzügiger Spenden, nicht zuletzt von Lesern der NachDenkSeiten, konnten wir im erheblichen Umfang bei der Finanzierung mithelfen. Wie in den Vorjahren konnten wir auch wieder Geld für den Ankauf von Stoffen für die Herstellung und Verteilung von Winterkleidung an Bedürftige zur Verfügung stellen.

Eine äußerst bedrückende Lage

Selbst in den Zeiten des Krieges war die wirtschaftliche Lage in Syrien bei weitem nicht so schwer wie heute, schrieb uns vor kurzem Schwester Carol Tahhan, Leiterin des Italienischen Krankenhauses. In den letzten Monaten hat sie bei unseren Telefonaten oft deprimiert gewirkt:

Im Frühjahr war der für viele Diagnosen erforderliche Computertomograph des Krankenhauses endgültig kaputt gegangen. 15 Jahre war er im Einsatz gewesen. Auch Ersatzteile und Geräte für die medizinische Versorgung sind in Syrien aufgrund der bestehenden Sanktionen kaum zu bekommen und ohne Devisen, sprich Euro oder Dollar, auf ausländischen Märkten nicht zu kaufen. Seit dem Ausfall des eigenen Computertomographen mussten die Patienten des Italienischen Krankenhauses für Untersuchungen immer wieder quer durch die Millionenstadt zu anderen Krankenhäusern gebracht werden. Für die Kranken war dies mit erheblichen Risiken verbunden.

Dazu kommt die drastische Verschärfung der wirtschaftlichen Not im ganzen Lande. Seit US-Truppen die syrischen Ölvorkommen im Osten des Landes besetzt halten, sind Diesel, Heizöl und Treibstoffe nur schwer zu bekommen und extrem teuer geworden. Auch die Preise für Lebensmittel explodieren. Speziell auf Diesel aber kann das Krankenhaus nicht verzichten. Es braucht ihn für seine Stromgeneratoren, da es selbst in der syrischen Hauptstadt nur wenige Stunden am Tag Strom aus den öffentlichen Netzen gibt.

Dank vieler Spenden konnten wir helfen!

Die Freude im Krankenhaus war deshalb groß, als nach monatelangem Warten der neue Computertomograph, ein günstig eingekauftes, generalüberholtes Gerät, zu Weihnachten angeliefert und umgehend installiert werden konnte.

Er war zuletzt im Hafen in Latakia gelagert, der kurz danach Ende Dezember von der israelischen Luftwaffe bombardiert wurde. Angeliefert wurden zwischenzeitlich auch Stoffe für die Herstellung von Winterkleidung. Als erste Einrichtung wird, so Carolin Tahhan, jetzt ein Altenheim mit 170 Bewohnern mit der Kleidung versorgt werden.

Überglücklich hat sich Schwester Carol Tahhan telefonisch während der Feiertage bei uns gemeldet und uns erste Bilder von der Anlieferung der Stoffe und des Computertomographen per WhatsApp gesandt. Sie hat uns gebeten, allen Spendern den herzlichen Dank des Krankenhauses und seiner Mitarbeiter auszurichten.

Bernd Duschner, Friedensgruppe „Freundschaft mit Valjevo e.V.“, Pfaffenhofen

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