Leserbriefe zu „Markus Lanz und der Krieg gegen Ulrike Guérot“

Ein Artikel von:

In diesem Beitrag kommentiert Marcus Klöckner die ZDF-Sendung „Markus Lanz“ vom 2. Juni 2022. Zu Gast waren u.a. die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, der Journalist Frederick Pleitgen und die Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot. Während Frau Guérot „ein ums andere Mal versuchte, ihre Position darzulegen, nämlich: dass der Krieg nur am Verhandlungstisch zu einem Ende kommen könnte, setzen Lanz und seine Mitstreiter anstelle von Argumenten auf Empörung, Moralisierung, Emotionalisierung und eine verzerrte Realität“. Bereits nach 25 Minuten sei dem Moderator die Sendung „völlig entglitten“. Danke für die interessanten Zuschriften. Hier eine Auswahl der Leserbriefe. Zusammengestellt von Christian Reimann.


1. Leserbrief

Liebe NDS,

Marcus Klöckner hat die gestrige Lanz-Schau sehr gut kommentiert.

Ich muss gestehen, dass wir keinen Fernseher haben und diese Talkshows aus gutem Grunde nicht sehen.

Gestern schaltete ich aber den Livestream ein, weil ich Prof. Guérot hören wollte. Was dann geboten wurde, hat dann doch meine Vorstellungskraft gesprengt. Es war das Unterirdischste an Gesprächskultur, was man sich vorstellen kann. Und das im ZDF! Eine emotional aufgeladene Stimmung, bei der z.B. Haupt-Scharfmacherin Strack-Zimmermann mit der „klugen“ Feststellung einstieg, dass im Ukraine-Krieg Menschen getötet und Kliniken zerstört würden. Prof. Guérot versuchte zu versachlichen und betonte, wie wichtig es gerade deshalb sei, dem „Abschlachten“ ein Ende zu setzen. Doch wirklich zu Wort kam sie nicht. Das lag am Moderator. Denn er war offensichtlich selbst Teilnehmer dieses für Zuschauer unsäglich anstrengenden ‚Gesprächs‘. Herr Lanz ging ein Bündnis ein mit der FDP-Verteidigungs- und Kriegsexpertin und dem selbst-erklärten Ukraine-Experten Pleitgen. Sie plärrten unisono gegen die geladene Bonner Politikwissenschaftlerin, die gar nicht dazu kam, einen sachlichen Beitrag zu formulieren, geschweige denn einmal die Historie des Konflikts, die verflochtenen Kriege und einen möglichen Ausweg aufzuzeigen. Der Moderator fragte sie zwar, sie setzte auch zur Antwort an und schon fuhr er ihr wieder über die Lippen, mit Vorwürfen und Unterstellungen.

Diese „Meinungsschau“ hat gezeigt, wie geistig verarmt die Öffentlich-Rechtlichen mittlerweile Fernsehen machen. Eine sachliche Auseinandersetzung ist nicht mehr gewünscht, sie wird sogar ganz gezielt verhindert. Denn in diesen Talkshows sitzen so oft dieselben besonders aktiven „Kriegstreiber“, die mit immer gleichen Wortbeiträgen zu Waffenlieferungen aufrufen, bis zum Sieg über Russland. Was für ein Wahnsinn!

Diese Talkshows haben mit dem Programmauftrag der Öffentlich-Rechtlichen nur noch wenig zu tun. Sie verhindern ja ganz klar eine freie Meinungsbildung. Sie lenken die öffentliche Meinung, z.B. durch die Besetzung. 4:1 bei Lanz für die Pro-Krieger. Und in der Sendung bei M. Illner war das Verhältnis nicht wesentlich anders. Dort argumentierte Prof. Varwick mit dem Alleinstellungsmerkmal einer vom Kriegskurs der Regierung abweichenden Meinung.

Ich plädiere nicht nur für Abschaffung dieses kostenintensiven Sendeformats, sondern mittlerweile für eine radikale Kürzung der Rundfunkgebühren. 200 Euro pro Haushalt für Verblendung und Manipulation. Nie und nimmer.

Wenn ein hochbezahlter Moderator zum Stammtisch-Geplärr lädt, sollte das in Zukunft auch so benannt werden. „Mit LANZen hauen im Zweiten“ Oder besser: „Herr Lanz stellt an den Pranger“. Aber ich muss gestehen: Im Grunde genommen bin ich immer noch sprachlos…

Dr. Anja Titze


2. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Klöckner,

vielen Dank für ihren Artikel zu Markus Lanz und seine unerträgliche Art und Weise, Andersdenkende zu drangsalieren und verbal zu schikanieren.
 
Der Katholische Meßdiener und Brave Internatsschüler aus Österreich, Markus Lanz, ist seit Jahren für seinen „Verdachts- und Gesinnungsjournalismus“ bekannt.

Berüchtigt seine Versuche, Sarah Wagenknecht als „unberechenbare Kommunistin“ fertig zu machen.
 
Wer beim ZDF ( “Zweifel Durch Falschinformationen” oder “Mt dem Zweiten sitzt man nicht automatisch in der Ersten Reihe . . . “) –  nach dem unsäglich NATO-Papagei Claus Kleber vom „ASPEN INSTITUTE“ u.a., dessen Nachfolge –  angetreten hat, scheint klar.
 
Das „Alte Prinzip von ARD & ZDF“ zu ihrenTalk-Shows oder Polittalks immer Erzkonservative bis Rechte Teilnehmer/innen – meist aus CDU / CSU, heute vorwiegend Grüne und FDP  –  einzuladen, dazu dann angeblich neutral wirkende Politik-Fachleute ( meist aus CDU/ CSU THINK-TANKS rekrutiert ) dazu positionieren, hat Tradition.

Als Gegenpart wird dann ein Teilnehmer/eine Teilnehmerin von Die Linke eingeladen, der/ die die „angebliche“ Ausgewogenheit der TALK-Runde dokumentieren soll.

Bestens bekannt durch die „Fliegende Kohl- Kellnerin der Lüfte“ Sabine Christiansen weiland bei der ARD beschäftigt.

So wie diese „Kohl-Jungfer“ sich für Herrn Kohl und seine Partei einsetze, so wird es weitergeführt durch Anna Will, Sandra Maischberger, Maybritt Illner oder Markus Lanz.
 
Bei diesen Damen und diesem Herrn kann man getrost sagen, was auch für DER SPIEGEL, DIE ZEIT, FAZ, TAZ, SZ und Deutschlandfunk gilt  .  .  .

„Sie lügen nicht, sie verschweigen lediglich die Wahrheit !“

 
Mit besten Grüßen
Berthold Schroeder


3. Leserbrief

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
was Herr Lanz da abgeliefert hat war sehr beschämend. Mit Journalismus hat dies nichts mehr zu tun. Seine Überfordertheit als Moderator war nicht mehr zu übersehen. Herr Lanz und seine beiden Mitstreiter wollen die Vorgeschichte, die zu diesem Konflkt führte, unerwähnt lassen. Dies ist aber eine nicht zulässige Verkürzung der Geschehnisse. Bei Frau Strack-Zimmermann muß man verstehen dass sie als Mitglied einer Regierungspartei ihr Fähnchen in den Wind hängen muß. Ihr merkwürdiger Vergleich mit dem Überfrall im Park muß nicht weiter thematisiert werden um ihre Überfordertheit diesbezüglich zu erläutern. Beim CNN Reporter muß man seine sehr amerikanische Sicht der Dinge auch verstehen ohne sie aber zu billigen. Er arbeitete zu sehr mit Unterstellungen um die amerikanischen Interessen an diesem Konflikt erst gar nicht offenbar werden zu lassen. Hier hätte der Moderator moderierend eingreifen können. Wollte er aber nicht. Er ist das geblieben was er immer noch ist – ein südtiroler Bergbauernbub.
 
Mit freundlichen Grüßen
P. Ehrental


4. Leserbrief

Hallo liebe Nachdenkseiten,

zu obiger Sendung vom 2. Juni 2022 gesellt in nicht ganz so scharfer Form die Sendung “Maybrit Illner” mit dem Thema “Schwache Sanktionen, fehlende Waffen – bröckelt die Solidarität?” vom 2. Juni 2022, um 22:10 Uhr im ZDF.”

Auch hier wird die Position von Herrn Varwick, Professor für Internationale Beziehungen und europäische Politik an der Universität Halle-Wittenberg, überhaupt nicht verstanden. Sie geht einfach nicht in die Köpfe der Beteiligten, allen voran von Herrn Kiesewetter, Frau Eigendorf oder Frau Quadbeck.


Mit freundlichen Grüßen
Holger Lüdecke


5. Leserbrief

Glückwunsch für die masochistische Bereitschaft, sich derzeit eine Markus Lanz-Sendung anzuschauen! Sich darüber hinaus noch Frau Strack-Zimmermann ‚auszusetzen‘, bedeutet für einen Katholiken lebenslanger Ablass!
 
W. Müller


6. Leserbrief

Danke Frau Guerot,

dass mal wieder jemand unter der Käseglocke eine eigene Meinung vertritt.

Jörg Metzner


7. Leserbrief

Sehr geehrtes NDS-Team,

spätestens seit Markus Lanz sich den Lautsprecher Jörges in die Sendung geholt hat, damit dieser Sahra Wagenknecht niederbrüllt, weil es selbst dafür bei ihm nicht reicht, sollte zweifelsfrei klar sein, mit was für einem Charakter man es hier zu tun hat. Einem intellektuellen Würstchen, dass seine inhaltliche Leere mit einem penetranten, andressierten Moralchauvinismus übertüncht. Wer zu diesem Herrn in die Sendung geht, darf sich hinterher nicht beklagen, wenn ihm vom Verwesungsgeruch des öffenlich-rechtlichen Journalismus übel geworden ist. 

Mit freundlichen Grüßen
W.P.


8. Leserbrief

Selbst wenn man von allem Inhaltlichen absähe, also unabhängig davon, wer in der Sache die schlüssigeren Positionen vertreten hat: Wie Markus Land mit Frau Guérot umgegangen ist, empfinde ich als schlicht unanständig. Frau Guérot war doch wohl kein ungebetener Eindringling in der Sendung, sondern man kann davon ausgehen, dass sie zur Teilnahme eingeladen worden ist. Einem geladenen Gast gegenüber hat der Gastgeber – das ist nun mal Herr Lanz – eine gewisse Fürsorgepflicht. Wenn ein anderer Gast sich daneben benimmt, indem er Frau Guérot ständig das Wort abschneidet, wäre es für einen anständigen Gastgeber doch wohl selbstverständlich, solches Fehlverhalten zu unterbinden und für eine faire Diskussionskultur zu sorgen. Herr Lanz hat diese Gastgeberpflicht nicht erfüllt; damit nicht genug, ist er sogar vollkommen aus der Gastgeberrolle gefallen, ist selbst zum „Kombattanten“ geworden, ist seinem Gast Frau Guérot immer wieder ins Wort gefallen und hat sie mit inquisitorischen Einwänden und Fragen im Kreuzverhör-Stil in die Enge zu treiben versucht. Diesen Eiferer kann man beim besten Willen nicht als einen Moderator bezeichnen.
 
Karl Heinz Siber


9. Leserbrief

Plötzlich sterben in der Ukraine ‘Menschen’. Die letzten 8 Jahre waren es wohl keine. Das klingt aber stark nach Asow.

Warum sehen wir uns solche Sendungen an? Es ist sicher ein Verdienst von Frau Guérot gegen die Windmühlen zu kämpfen. Vielleicht wird das vielen dadurch klarer. Aber mir hat sich bei der Betrachtung der Aufzeichnung der Magen umgedreht und ich habe es schnell aufgegeben.

Andreas Hellmann


10. Leserbrief

Das jeder Euro den Lanz, Plasberg, Illner und Will  von meinem sauer verdienten Lohn offiziell durch die GEZ Gebühren verdienen, ( geht sicher zusammen gerechnet in eine 1 stellige Mio im Jahr geht ) schon unerträglich ist, sind diese ” Journalisten” auch noch die größten “Einflussagenten” im deutschen Fernsehen. Nicht nur diese Sendung ( das Lanz es immer und immer wieder geradezu zum INHALT seiner “Show” macht EINEN seiner ” Gäste” ( wer behandelt seine Gäste so ? ) nieder zu machen , ist es bei den anderen Genannten nicht so konsequent, aber im Endeffekt das gleiche. Das ist  ein Niveau wie bei Barbara Salesch zu beginn des kommerziellen Fernsehens. Schlimmer noch, den das war KEINE politische Sendung bei der es um LEBEN und TOD von vielen ging.

Und  jetzt dürfen alle Leser Raten, welche Gruppe sich damals ( zu Recht) tierisch über das “Salesch” Format aufregte ?

Na, ist doch klar.

Joo  richtig, die öffentlich Rechtlichen.

Von unserem Leser M.R.


11. Leserbrief

Ein Paar Bemerkungen zum Artikel von Marcus Klöckner

Die Sendung Markus Lanz vom 2. Juni hab ich gesehen, und mir schaudert, wenn ich sehe, wie weit es mit dem geistigen Niveau der Politiker und der Medien schon gekommen ist, so dass jede fundierte Meinung gegen diesen Meinungsterror zum Scheitern verurteilt scheint.

„Von deutschen Medien ist man seit geraumer Zeit einiges gewöhnt, was das Schüren von Kriegsstimmung angeht, aber die Lanz-Sendung vom Mittwochabend zeigte etwas Neues.“

So neu kam’s mir nicht vor, hab‘ hab oft schon Ähnliches  gesehen, wenn auch nicht immer so grob.

Was den „fehlenden Sachverstand“ betrifft, so scheint das nicht nur ein Hauptmerkmal der meisten  Politiker und deren Sprachrohre zu sein, sondern liegt auch an einen Mangel  politischen Wissens der Bürger, egal welcher Bildungsschicht diese angehören.

Ein derartiges Beispiel (Unfallopfer in einem Park) zeugt nur von dem „geistigen Niveau“ solcher Politiker, und  ob die sich da wirklich  dessen bewusst sind, was sie so vor sich herplappern?  Und was Lanz und auch Pleitgen da von sich geben, zeugt von ihren Mangel an Informationen, da sie es ja sonst nicht nötig hätten, derart plump zu agieren.

Herzlichts H.R.


12. Leserbrief

Sehr geehrte Damen und Herren der Nachdenkseiten,
 
herzlichen Dank für Ihren Artikel zu Prof. Guerot. Ich frage mich, ob nicht im Falle dieser Skandalsendung von Lanz ein Exempel statuiert und in solch klaren Grenzüberschreitungen der Öffentlich Rechtlichen ein juristischer Prozess angestoßen werden müsste oder zumindest irgendein Untersuchungsausschuss…es muss doch rechtliche Grenzen geben!

Anbei erhalten Sie meine Nachrichten an das ZDF sowie an weitere Akteure.
 
Vielen Dank für Ihre Analysen und mit besten Grüßen,
B. Kahlen

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
mit der Sendung vom 02.06.2022 hat Herr Lanz eine Grenze überschritten, die juristisch und im öffentlichen Diskurs aufgearbeitet werden muss.
 
Wie aus den zahlreichen Kommentaren zur Sendung hervorgeht, besteht bei den Zuschauern des ZDF weitestgehend Entsetzen und Unverständnis darüber, warum Herr Lanz seine subjektiv getränkten, emotionalen Eindrücke und Meinungen überdominant in die Sendung einbringt und das in derartigem Umfang, dass dem Zuschauer die Position des einzigen Gastes mit abweichender Meinung gar nicht genügend und tiefgreifend dargeboten werden kann.

  1. Ohne näher auf eine foucaultsche kritische Diskursanalyse einer Denunziationspraxis und ihrem Beitrag zur Diffamierung kritischer Meinungen im Öffentlich Rechtlichen eingehen zu wollen, möchte ich juristische Grundlagen  heranziehen:
     
    Es ist zunächst festzustellen, dass Herr Lanz im Akt seiner mehrfachen subjektiven Positionierung nicht nur nicht „überparteilich“ handelte gemäß den Vorgaben des Art. 5 Abs. 1 GG, sondern auch aktive Beeinflussung der öffentlichen Meinung zu Gunsten der Position von Frau Strack-Zimmermann ausübte.
     
    Zitat aus dem Sachstand des Bundestags 2016 „Die rechtlichen Grundlagen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
    (ARD, ZDF, Deutschlandradio) im Grundgesetz, dem Rundfunkstaatsvertrag der Länder und gemäß höchstrichterlicher Rechtsprechung“:

     
    „Wegen seiner „Breitenwirkung, Aktualität und Suggestivkraft“ kommt dem Rundfunk hierbei eine herausragende kommunikative Bedeutung zu, weshalb sich das Normziel von Art. 5 Abs. 1 GG schließlich nur dann erreichen lässt, sofern der Rundfunk frei, umfassend und wahrheitsgemäß informiert. Daraus resultiert für den Rundfunk eine besondere Verantwortungsbeziehung gegenüber der Allgemeinheit. Da der Rundfunk zugleich aber auch eine Sache der Allgemeinheit ist, muss er „in voller Unabhängigkeit überparteilich betrieben und von jeder Beeinflussung freigehalten werden“ [BVerfG vom 27.07.1971, BVerfGE 31, 314 (327) – Mehrwertsteuer (2. Rundfunkentscheidung)]. Insoweit nehmen die Rundfunkanstalten eine öffentliche Aufgabe war und üben für das Staatsganze eine integrierende Funktion aus.“

  2. Im Hinblick auf die von Herrn Lanz etablierte Diskussionskultur ist aus medizinischer sowie soziokultureller Sicht fundamentale Kritik zu üben und juristisch zu prüfen, ob durch die kommunikative Gewaltausübung auf Frau Prof. Guerot durch aggressiv-verbale Attacken von drei Personen – hiervon zwei Männer – auf eine Frau zeitgleich vor einem Millionenpublikum, nicht nur die Grenze des „guten Geschmacks“ verlassen, sondern Tür und Tor geebnet wurden für den Tatbestand des Cyber-Mobbings.
     
    Als Arzt ist meines Erachtens ein unzumutbarer Druck in der Sendung aktiv auf Frau Prof. Guerot aufgebaut worden, der einem emotional traumatischem Erlebnis gleich kommen und Auslöser gravierender psychosomatischer Beschwerden sein kann.
    Daher sind meines Erachtens auch juristische Schritte zu prüfen, wie das „Opfer“, in diesem Fall Frau Prof. Guerot, rechtlichen Beistand erheben kann.
     
    Zum anderen ist doch durch das ZDF sowie durch rechtliche Instanzen  zu prüfen, mit welcher Vorbildfunktion die Öffentlich Rechtlichen eine Diskussionskultur gesellschaftlich propagieren möchten und aktuell aktiv zur verbalen Gewaltanwendung und aggressiven Diskussionskultur beitragen.
    Hier gibt es viele Nuancen auch aus feministischer Perspektive, die zu beachten und zu beanstanden sind.

Mit freundlichen Grüßen,
B. Kahlen
 
Weitere Nachricht an Lanz
 
Sehr geehrter Herr Lanz,
 
schockiert über Ihre heutige Sendung möchte ich mich als Zuschauer zu Wort melden:
 
Ich schäme mich zutiefst für Sie, Herr Lanz, über die Art und Weise, wie Sie im Öffentlich Rechtlichen Fernsehen – mit unser aller Steuergeldern finanziert – durch eine „Talk“-Sendung führen, in der ein wahrer sachlicher Austausch von Argumenten im Keim erstickt wird und durch Diffamierungsaktionen und Emotionalisierung die Debatte ad absurdum geführt wird.
 
Sie haben  die einzige Rednerin im Raum, deren Position und Hauptanliegen es war, die Fahne der Diplomatie hochzuhalten und die als Einzige die Notwendigkeit schneller Friedensverhandlungen betonte, komplett sanktioniert, stigmatisiert und durchgehend attackiert.
Sie haben sich mit der Rüstungsfront Strack Zimmermann sowie dem Militaristen der CNN verbündet und einen wahrhaft respektlosen, schamlosen und charakterlosen Feldzug gegen den wissenschaftlich-demokratischen Diskurs geführt.
 
Frau Prof. Guerot kam kaum in einer stringenten Art und Weise zu Wort – wie denn auch, wenn von 3 Seiten gleichzeitig „geschossen“ wird.
Dass Frau Prof. Guerot nicht nur die Gedankengänge Millionen Deutscher repräsentiert und zugleich weltweit – auch in den USA – seitens hochkarätiger Wissenschaftler, Militärs, Journalisten und Politiker ernstzunehmende Bedenken hinsichtlich einer militärischen Eskalationsspirale geäußert werden, schien Sie nicht von Ihrer heutigen undemokratischen Darbietung abzuhalten, die einer Bewerbungskampagne um einen Posten in der Albright-Stiftung gleich kam.
 
Vor 108 Jahren hätte Frau Prof. Guerot noch den Friedensnobelpreis für Ihre Äußerungen „Nieder mit den Waffen“ erhalten, im Jahr 2022 wird der Pazifismus  im Öffentlich-Rechtlichen zu Grabe getragen. Was für ein intellektueller Fortschritt, Herr Lanz, finden Sie nicht?
 
Mir stockte als Arzt der Atem, als Frau Strack-Zimmermann zuletzt auch noch die Lieferung von Waffen in absurdester Art und Weise mit der Tätigkeit eines Anästhesisten verglich – und Sie, lieber Herr Lanz, noch nicht mal mit der Wimper zuckten.
 
Ich erwarte eine weitere Sendung mit Frau Prof. Guerot, bei der Sie eine neutralere Position wahren und Ihrer Rolle als Moderator und nicht „Meinungs-Eleminator“  nach kommen.
 
Hochachtungsvoll,
B. Kahlen


Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten

Die NachDenkSeiten freuen sich über Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen Länge und mit einem eindeutigen Betreff.

Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:

Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer „Gebrauchsanleitung“.

Rubriken:

Leserbriefe

Schlagwörter:

Die NachDenkSeiten sind für eine kritische Meinungsbildung wichtig, das sagen uns sehr, sehr viele - aber sie kosten auch Geld und deshalb bitten wir Sie, liebe LeserInnen, um Ihre Unterstützung.
Herzlichen Dank!