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Albrecht Müller Wolfgang Lieb
Ein Aufruf der Herausgeber:
"DIE NACHDENKSEITEN BRAUCHEN IHRE UNTERSTÜTZUNG."
17. Dezember 2014
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Hinweise des Tages II

Verantwortlich:

Hier finden Sie einen Überblick über interessante Beiträge aus anderen Medien und Veröffentlichungen. Wenn Sie auf “Mehr” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)

Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:

  1. Der Preis des deutschen “Jobwunders”
  2. Kauder phantasiert über Entmachtung der griechischen Regierung
  3. Schulden mit Schulden bekämpfen – geht das denn?
  4. Barry Eichengreen – “Wo ist der Marshallplan für Griechenland?”
  5. Occupy Austria – Occupy ringt um Position zu Rechten und Sektierern
  6. How the U.S. Lost Out on iPhone Work
  7. Zeitarbeit: CDU will Lohnnachzahlung verhindern
  8. Kinder unter 15 und Kinder unter 15 in SGB II-Bedarfsgemeinschaften (Hartz IV): Ländervergleich
  9. Die Parteien sind Konzerne geworden
  10. Wissenschaftliches Gutachten belegt: keine “Schutzlücke” ohne Vorratsdatenspeicherung
  11. Ägypten – ein Jahr nach dem Aufstand
  12. «Was hat Nestlé zu verstecken?»
  13. Zum Opfer gemacht: Dimensionen rechter Gewalt
  14. Spendenvereine entscheiden die US-Wahlen – Kampf der Super-Pacs
  15. Social Media: Pleiten, Pech und Pannen
  16. „Im Prinzip geht es um das alte Versprechen, das die SPD gegeben hat.“
  17. Chinesen gewinnen bei ihrer ersten Teilnahme an PISA
  18. Eine Audio-Empfehlung für unsere frankophilen Leser

Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.

  1. Der Preis des deutschen “Jobwunders”
    Glaubt man Deutschlands Spitzenpolitikern, sind für die Bundesrepublik rosige Zeiten angebrochen: Laut Kanzlerin Angela Merkel geht es Deutschland “gut”, schließlich seien “so wenig Menschen arbeitslos wie seit 20 Jahren nicht.” Der FDP Fraktionsvorsitzende Rainer Brüderle spricht sogar von einem “kleinen Jobwunder”.
    Quelle: NDR Panorama
  2. Kauder phantasiert über Entmachtung der griechischen Regierung
    Der Chef der Unionsfraktion Kauder überrascht mit einem unkonventionellen Vorschlag. Er hält eine Entmachtung der Athener Regierung durch die Euro-Staaten für denkbar. Auch deutsche Beamte könnten es in Athen richten, so Kauder.
    Quelle: Focus

    Anmerkung JB: Das Demokratieverständnis des Herrn Kauder ist einfach nur noch erschreckend.

  3. Schulden mit Schulden bekämpfen – geht das denn?
    […] Schulden und Guthaben sind zwei Seiten einer Medaille – das stimmt natürlich streng genommen. Aber der Clou ist: Es spielt keine Rolle. Der Staat muss seine Schulden nämlich überhaupt nicht abbauen, zumindest nicht wenn man unter abbauen versteht, dass er sie auf Null zurückführen muss. Staaten tun das auch in der Regel nicht. Wenn Anleihen auslaufen, werden sie durch neue ersetzt. […]
    Wir müssen also keine Schulden tilgen, um die Verschuldung in den Griff zu bekommen, solange wir genug Wachstum erzeugen. Und deshalb müssen auch keine Vermögen dran glauben.
    Quelle: ZEIT Herdentrieb

    Anmerkung JB: Mark Schieritz spricht eigentlich nur aus, was selbstverständlich sein sollte, unterschlägt dabei aber die Frage der Zinshöhe. Erreicht der Zins, den Gläubiger vom Staat verlangen, eine kritische Größe, kann sich die Verschuldung auch verselbstständigen, da zur Bedienung der Zinsen immer neue Schulden aufgenommen werden müssen. Wenn man diesen potentiellen Teufelskreis durchbrechen könnte, könnte man die Verschuldung in der Tat relativ zurückführen, ohne absolut Schulden abzubauen.

  4. Barry Eichengreen – “Wo ist der Marshallplan für Griechenland?”
    Schon wieder brauchen die Griechen mehr Geld. Der US-Währungsexperte Barry Eichengreen warnt: Ohne massive Investitionen wird das Elend kein Ende nehmen. Im Interview spricht er über die Euro-Krise, die Gefahren der amerikanischen Nullzinspolitik und Vermarktungsideen für griechisches Essen.
    Quelle: SPIEGEL Online
  5. Occupy Austria – Occupy ringt um Position zu Rechten und Sektierern
    WU-Professor Franz Hörmann äußert sich uneindeutig zum Holocaust und heißt auch Nazis in seiner Partei willkommen – Bei Occupy Austria, bei deren Veranstaltung er auftrat, hat er einen Richtungsstreit ausgelöst […]
    Für den WU-Professor Franz Hörmann ist “die Frage des Genozids zur Zeit des Nationalsozialismus nicht endgültig geklärt, weil es keine objektive und ideologiefreie Diskussion über diese Frage gab”. Er könne nicht sagen, ob es Gaskammern gab: “Er (Hörmann, Anm.) habe keine Meinung zu Gaskammern.”
    So steht es im Protokoll eines unveröffentlichten Interviews, das drei WU-Studenten für die Uni-Zeitung Standpunkte im Dezember mit Hörmann führten. “Es macht keinen Sinn, aus heutiger Perspektive darüber zu reden (den Holocaust, Anm)”, sagt Hörmann auf Nachfrage des STANDARD. “Wie definieren Sie Objektivität? Alles, was wir haben, sind Gebäudereste, Fotos und Beschreibungen.” […]
    Fragen zum Holocaust hatten die Studierenden dem Professor für Rechnungswesen erst gestellt, nachdem sie die Homepage seines Freundes Hans-Jürgen Klaussner gelesen hatten. Klaussner ist Generalsekretär der Human Way Partei, die er mit Hörmann und neun anderen Mitstreitern 2011 gegründet hat. Auf seiner Seite postet Klaussner über das “Geldjudentum” und die “geistig-jüdischen Führer” der US-Regierung. Er teile nicht alle von Klaussners Ansichten, sagt Hörmann; das sei aber kein Grund, nicht mit ihm zu arbeiten. “In der Partei sind alle willkommen, auch Nazis.”
    Quelle: Der Standard

    Anmerkung JB: Das erklärt auch die eine oder andere mehr als fragwürdige Äußerung zum Geldsystem von Hörmann, die immer wieder durchs Netz geistern und deutliche Parallelen zu Positionen von ganz rechtsaußen vorweisen.

  6. How the U.S. Lost Out on iPhone Work
    […] Mr. Jobs’s reply was unambiguous. “Those jobs aren’t coming back,” he said, according to another dinner guest.
    The president’s question touched upon a central conviction at Apple. It isn’t just that workers are cheaper abroad. Rather, Apple’s executives believe the vast scale of overseas factories as well as the flexibility, diligence and industrial skills of foreign workers have so outpaced their American counterparts that “Made in the U.S.A.” is no longer a viable option for most Apple products.
    Quelle: New York Times
  7. Zeitarbeit: CDU will Lohnnachzahlung verhindern
    “Endlich Gerechtigkeit!” – dachten viele Zeitarbeiter, als das Bundesarbeitsgericht vor gut einem Jahr die Christlichen Gewerkschaften mit ihren Dumpinglöhnen als nicht tariffähig und damit als Pseudo-Gewerkschaft aburteilten. Für die Zeitarbeiter, die wegen dieser Billig-Tarifverträge wenig Lohn bekommen hatten, stehen seit der Gerichtsentscheidung Lohn- und Rentennachzahlungen in Aussicht.
    Quelle: NDR Panorama
  8. Kinder unter 15 und Kinder unter 15 in SGB II-Bedarfsgemeinschaften (Hartz IV): Ländervergleich
    Unter der Überschrift „Kinderarmut geht zurück“ berichtet die Süddeutsche Zeitung (Online) am heutigen Donnerstag (26.01.2012, 6:36) über Ergebnisse einer „Analyse der Bundesagentur für Arbeit“. Die in die­sem Artikel genannten Zahlen zur Veränderung der Zahl der Kinder im Alter von unter 15 Jahren, deren Eltern auf Arbeitslosengeld II (Hartz IV) angewiesen sind, bedürfen der Ergänzung: In dem Artikel fehlt jeglicher Hinweis auf die Entwicklung der Zahl der Kinder im Alter von unter 15 Jahren insgesamt. Der Ländervergleich stellt sich unter Berücksichtigung der Entwicklung der Zahl der Kinder deutlich anders dar.
    Quelle: BIAJ [PDF – 127 KB]

    dazu auch: Kinderarmut mit Einkommen verrechnet
    Kinder unter 15 Jahren in Hartz IV-Bezug werden weniger. Das verbucht die Bundesagentur für Arbeit als großen Erfolg. An den Zahlen lasse sich messen, dass die Situation am Arbeitsmarkt besser sei, als man das für gewöhnlich wahrnimmt – den Jobcentern sei es zudem gelungen, die Eltern dieser Kinder in Arbeit zu integrieren. Die Arbeitsmarktreformen waren ein durchschlagender Erfolg! Und die Medien beten es fromm nach. Ohne Hintergrundfakten, ohne eigene Überlegungen…
    Quelle: Ad sinistram

  9. Die Parteien sind Konzerne geworden
    Mathew D. Rose über die intime Verflechtung von Politik und Wirtschaft in der Berliner Republik
    Seit der rot-grünen Bundesregierung hat sich nicht nur die politische Ausrichtung der Parteien in Richtung Wirtschaft verlagert – auch die Parteien selber werden heutzutage wie Dienstleistungsunternehmen betrieben. Dies wird nicht nur durch die “Nebentätigkeiten” der Politiker und ihre hurtige Übernahme in die Wirtschaft betrieben, sondern auch über ein verdecktes Spendensystem, das “Sponsoring” gewährleistet. Die investigative Journalist Mathew D. Rose hat dies in seinem Buch “Korrupt? Wie unsere Politiker und Parteien sich bereichern – und uns verkaufen” erstmals aufgezeigt.
    Quelle: Telepolis
  10. Wissenschaftliches Gutachten belegt: keine “Schutzlücke” ohne Vorratsdatenspeicherung
    Dem Chaos Computer Club (CCC) wurde ein wissenschaftliches Gutachten der kriminologischen Abteilung des Max-Planck-Instituts (MPI) für ausländisches und internationales Strafrecht zugespielt, das sich detailliert mit der Frage der angeblichen “Schutzlücke” durch den Wegfall der Vorratsdatenspeicherung nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 2. März 2010 beschäftigt. Die Studie kommt zum eindeutigen Ergebnis, daß eine solche immer wieder behauptete Lücke nicht besteht. Die angebliche Notwendigkeit der Speicherung von 300 bis 500 Millionen Datensätzen pro Tag kann laut der Untersuchung nicht durch kriminologische Statistiken belegt werden.
    Quelle 1: Chaos Computer Club
    Quelle 2: Gutachten des MPI: “Schutzlücken durch Wegfall der Vorratsdatenspeicherung? Eine Untersuchung zu Problemen der Gefahrenabwehr und Strafverfolgung bei Fehlen gespeicherter Telekommunikationsverkehrsdaten [PDF – 2.4 MB]
  11. Militärrat will Macht abgeben und Privilegien behalten. Ägypten – ein Jahr nach dem Aufstand
    Der Militärrat Ägyptens sei für den Umsturz wichtig gewesen, sagt Volker Perthes. Dennoch sei dieses Gremium in Regierungsfragen inkompetent. Das Ziel der Militärs sei es nun, die Kontrolle über ein Parlament zu bekommen, so der Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik: “Ich glaube, der Militärrat hat kein Interesse daran, zu regieren. Damit würde er ja auch verantwortlich gemacht für die sozialen Missstände, für die wirtschaftlichen Missstände, er müsste das Land nach außen vertreten, und er kann das nicht. Diese Militärs haben anderes gelernt, als zu regieren. Die wissen nicht, was modernes Regieren ist, die wissen nicht, was die Anforderungen für ein Land wie Ägypten in einer globalisierten Ökonomie sind. Und wenn Sie sich die Beschlüsse angucken, die im letzten Jahr vom Militärrat getroffen worden sind, dann unterstreicht das genau das: Eine tiefe – ich sage das, ohne unhöflich sein zu wollen -, eine tiefe Inkompetenz, was die Fragen des modernen Regierens angeht. Sie wollen die Regierungsgewalt abgeben und gleichzeitig ein Stück weit Kontrolle behalten, insbesondere über ihr eigenes Budget, über ihre eigenen Wirtschaftsunternehmen, auch über Fragen etwa, ob Militärs zur Verantwortung gezogen werden für Vergehen und Verbrechen, die unter der Herrschaft von Mubarak durchgeführt worden sind.”
    Quelle 1: Deutschlandradio
    Quelle 2: Deutschlandradio [Audio – mp3]
  12. «Was hat Nestlé zu verstecken?»
    Ein neuer Schweizer Dokumentarfilm setzt sich mit der Frage auseinander, wie Nestlé mit Wasser und Kritik umgeht.
    Quelle: WOZ
  13. Zum Opfer gemacht: Dimensionen rechter Gewalt
    Nach den Statistiken der Behörden ereignet sich jeden zweiten bis dritten Tag in Nordrhein-Westfalen eine rechts- motivierte Gewalttat. Für das Jahr 2009 wurden offiziell 163 Fälle von rechter Gewalt gezählt. Hinsichtlich der absoluten Zahlen nimmt das Land NRW somit den Spitzenplatz im bundesweiten Vergleich ein. In Hessen erfassten die Sicherheitsbehörden im Jahr 2009 22 rechtsmotivierte Gewaltdelikte, in Rheinland- Pfalz 38. Die tatsächliche Zahl rechter Übergriffe ist jedoch weitaus größer als die An gaben der Sicherheitsbehörden nahe legen. Anders als in den ostdeutschen Bundesländern, in denen unabhängige Beratungsstellen für Opfer rechter und rassistischer Gewalt durch das so genannte Monitoring rechte Angriffe sorgfältig do kumentieren, gibt es in NRW, Rheinland- Pfalz und Hessen keine vergleichbaren Ein richtungen, die derartige Vorfälle recherchieren und sich der Betroffenen an nehmen. Beides erscheint jedoch auch hierzulande notwendig. Die Dimensionen und Bedeutungsebenen rechter Gewalt reduzieren sich nicht nur auf den Moment des Zuschlagens.
    Quelle: LOTTA [PDF – 113 KB]
  14. Spendenvereine entscheiden die US-Wahlen – Kampf der Super-Pacs
    Ein gut gemachter, aber nicht wirklich objektiver Dokumentarfilm von 30 Minuten Länge und ein paar gemeine Fernsehspots haben die Dynamik im US-Wahlkampf verändert. Erstmals sieht sich Mitt Romney in der Defensive, muss sich gegen Vorwürfe verteidigen, dass er als Hedgefonds-Manager Unternehmen kaputtgemacht und Arbeitnehmer auf die Straße gesetzt hat. Klar ist, dass diese Attacke nicht möglich gewesen wäre ohne ein relativ neues Element, das Amerikas Wahlkämpfe auf die Frage zu reduzieren droht, wer die reichsten und spendenfreudigsten Freunde hat: das Phänomen der sogenannten Super-Pacs. Die Gründung der Super-Pacs wurde möglich, nachdem der Oberste Gerichtshofs 2010 die Finanzierungsregeln für Wahlkämpfe über den Haufen warf. In den USA gelten strikte Grenzwerte für die Geldspenden, mit denen Einzelpersonen den Wahlkampf der jeweiligen Kandidaten unterstützen dürfen: pro Kandidat höchstens 2500 Dollar, im Präsidentschaftswahlkampf das Doppelte. Unternehmen sowie Verbände und Gewerkschaften dürfen den Kandidaten gar nichts geben. Diese Regelung tastete der Supreme Court zwar nicht an, öffnete aber ein riesiges Schlupfloch: Er gestattete die Gründung der formell unabhängigen Super-Pacs. Für die gelten keine Spendenlimits. Und vor allem dürfen Unternehmen und Verbände unbegrenzt Geld geben.
    Quelle: SZ

    Anmerkung Orlando Pascheit: Die Pro-Gingrich-Organisation “Winning Our Future” hat offensichtlich ihre vier Millionen Dollar in South Carolina besser angelegt als die Pro-Romney-Gruppe “Restore Our Future”. Vielleicht hat “Restore Our Future” mit 2,3 Millionen Dollar auch zu wenig investiert. Auf jeden Fall ist Mitt Romney eingebrochen und Newt Gingrich durfte sein strahlendes Comeback feiern.
    Man kann immer wieder nur staunen, wie das Oberste Gericht der USA den Superreichen der USA die Möglichkeit schuf, sich die ihnen genehme Regierung auszusuchen – Plutokratie pur. Es ist ein an Absurdität kaum zu übertreffender Witz, die Spenden von Einzelpersonen radikal zu begrenzen, aber zu erlauben, dass dieselben Einzelpersonen einem Political Action Comittee (Pac), eine Art Wahlkampfverein, unbegrenzt spenden dürfen. Hinter der Kampagne der Pro-Gingrich-Organisation “Winning Our Future” in South Carolina stand eine Großspende des Milliardärs Sheldon Adelson von 5 Millionen Dollar, einem bekennenden Gingrich-Fan und Freund. Zwar hat das Oberste Gericht festgelegt, dass die Spenden nur für “politische Bekenntnisse” ausgegeben werden dürfen, also nicht für bestimmte Kandidaten, aber in der schmutzigen Praxis wird das Geld dann eben gegen bestimmte Kandidaten ausgegeben, siehe obiger Film oder hier.
    Gegenüber dem Präsidentschaftswahlkampf 2012 dürften die aktuelle republikanische Kandidatenkür nur ein laues Lüftchen sein. Dreimal dürfen Sie raten, welche “Super-PACs” das größere Spendenaufkommen einfahren werden.

  15. Social Media: Pleiten, Pech und Pannen
    Weil Mitarbeiter von Daimler in Facebook den Gefällt-mir-Button gedrückt haben, wurden sie zum Gespräch in die Personalabteilung geladen. Der Grund: In der Facebook-Gruppe „Daimler-Kollegen gegen Stuttgart 21“ wurde Daimler-Chef Dieter Zetsche als Lügner bezeichnet. Außerdem sorgte der Konzern angeblich dafür, dass die Gruppe bei Facebook gelöscht wurde. Dieses Vorgehen machte schnell die Runde im Social Web. Daimler hat nun den Ruf weg, seinen Mitarbeitern im Web hinterherzuspionieren.
    Quelle: Computerwoche
  16. „Im Prinzip geht es um das alte Versprechen, das die SPD gegeben hat.“
    Im Gespräch: Die Vorsitzende des Forums „DL 21 – Die Linke in der SPD“, Mitglied im SPD- Parteivorstand und Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis über Koalitionsaussagen und die inhaltliche Ausrichtung der Partei […]
    Wir sind überzeugt, dass die SPD Antworten auf die wachsenden Verteilungsungerechtigkeiten geben muss und das Versprechen erneuern muss, das die SPD immer gegeben hat: Teilhabe am Wohlstand für alle und Aufstiegsperspektiven für alle zu sichern. Dieses Versprechen der SPD muss der rote Faden für die Festlegung und Ausformulierung der Ziele für 2013 und darüber hinaus sein.
    Quelle: Wirtschaft und Gesellschaft
  17. Warum Shanghais Schüler die besten sind – Chinesen gewinnen bei ihrer ersten Teilnahme an PISA
    Vor über zehn Jahren wurde die erste PISA-Bildungsstudie veröffentlicht. Die deutsche Öffentlichkeit schreckte auf, denn man hatte nur mittelmäßig abgeschnitten. In der jüngsten internationalen Schulstudie nahm Shanghai als Einzelstadt teil und landete auf Anhieb auf dem ersten Platz. Chinesische Kinder sitzen oft bis Mitternacht am Schreibtisch. Wer nach den Ursachen für Shanghais gute PISA-Ergebnisse sucht, wird zuallererst auf diese eine Tatsache stoßen: Chinas Kinder pauken. Wenn europäische Kinder längst mit ihren Freunden um die Häuser ziehen, fernsehen oder einfach schlafen, sitzen junge Chinesen am Schreibtisch. Einheitliche Bildungsstandards, eine Kultur harter Lerndisziplin, hoher Leistungsdruck und ehrgeizige Eltern: Das alles steht hinter Shanghais guten PISA-Noten. Doch das Shanghaier Ergebnis lässt sich nicht auf ganz China übertragen. Die Stadt ist ein Sonderfall, ökonomisch am weitesten entwickelt, der Wohlstand und das Bildungsniveau sind hoch. In den Binnenprovinzen und auf dem Land sind die Schulen in teils noch erbärmlichen Zustand. Doch Shanghai zeigt, welches Bildungspotenzial in einem künftigen, wohlhabenderen China steckt.
    Quelle 1: Deutschlandradio
    Quelle 2: Deutschlandradio [Audio – mp3]

    Anmerkung Orlando Pascheit: Man kann sie schon hören, die demnächst neben chinesischen Löhnen für Erwachsene auch chinesische Lernmethoden für unsere Kinder und Jugendliche fordern. Wie der Bericht eher am Rande vermerkt, erkennen aber immer mehr Chinesen, das Paukschulen Kreativität abtöten. In einer Studie in 21 Ländern (2010), die auch in China Aufsehen erregte, kamen chinesische Schüler bei Fantasie auf den letzten Platz und nahmen bei Kreativität den fünfletzten Rang ein.
    Nicht vergessen werden darf, dass die regulären Pisatests mit Mathematik, Lesekompetenz, Naturwissenschaften funktionale, unmittelbar (für die Volkswirtschaften) nützliche Kompetenzen abfragen. Aber soziale und praktische Fähigkeiten, Urteilsvermögen, kritisches Denken, Teamfähigkeit unter den Tisch fallen. Interessant ist, dass Deutschland beim Querschnittthema “Lernstrategien und Selbstreguliertes Lernen” sehr gut abschnitt. Das heißt natürlich nicht, dass man nicht über eine Verbesserung des Mathematikunterrichts oder des Deutschunterrichts, insbesondere zusätzliche Sprachförderung für Schüler, die nicht in Deutschland geboren sind bzw. schlecht Deutsch sprechen, diskutieren muss.

  18. Eine Audio-Empfehlung für unsere frankophilen Leser
    Quelle: Là-bas si j’y suis

    Anmerkung JB: Unser Leser G.S. hat uns auf die Seite „Là-bas si j’y suis“ aufmerksam gemacht, die guten Journalismus in Podcastform publiziert, der die Leser der NachDenkSeiten interessieren wird und auch gleich eine Möglichkeit bietet, die vielleicht eingerosteten Französisch-Kenntnisse ein wenig aufzufrischen.

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